Presseschau 27.5.05: ForumBuchs: «Es ist Russisches Roulett

The Future's black

Presseschau 27.5.05: ForumBuchs: «Es ist Russisches Roulett

Beitrag von The Future's black » 27. Mai 2005 13:10

© Mittelland Zeitung; 27.05.2005

Aarau Tabloid

«Wir stehen von Kopf bis Fuss im Strahlen-Meer»

buchs

Das ForumBuchs lud zum Podium über die möglichen Auswirkungen von Mobilfunkantennen ein. Bei der Diskussion kam zum Ausdruck, dass die Lager der Befürworter und Gegner weit auseinander liegen.

marcel siegrist

In der Gemeinde Buchs stösst eine geplante UMTS-Mobilfunkantenne auf grossen Widerstand. Mit einem Podium wurden allen Interessierten fachliche Informationen zur aktuellen Problematik angeboten.

«Mobilfunk ist ein Thema, das die Bevölkerung beschäftigt», so der Buchser Gemeinderat Urs Affolter zu den rund 70 Interessierten im Foyer des Gemeindesaals. Das ForumBuchs, eine Vereinigung der Parteilosen, die für eine sachorientierte Politik einsteht, lud zum Podium rund um die UMTS-Problematik ein.

«Auslöser für diesen Event war das Baugesuch von Orange für eine frei stehende UMTS-Mobilfunkanlage im Bereich SBB-Bahnhof», so Affolter. 32 Einzeleinsprachen und eine Kollektiveinsprache mit 379 Unterschriften zeigen, dass Mobilfunk ein wichtiges Thema ist. Es herrscht landauf, landab, eine grosse Verunsicherung über die Auswirkungen der Strahlung. Bis wissenschaftliche Ergebnisse über die Auswirkungen vorliegen, werden Mobilfunkantennen eine Glaubensfrage bleiben. Es zeigte sich am Mittwochabend: Die Meinung von Befürwortern und Gegner sind kaum unter einen Hut zu bringen.

Beitrag zur meinungsfindung

Willy Koch (Swisscom), Jürg Aschwanden (Orange), Martin Joho (Baudepartement, Abt. Für Umwelt), Richard Tüscher (Vertreter Einsprecher) und Jürg Zimmermann (Unternehmensberater und Umwelt-Analytiker) - eine illustre Runde von Fachleuten also - sollten unter der Gesprächsleitung von AZ-Redaktor Thomas Röthlin fachlich abgestützte Informationen vermitteln und damit zur Meinungsbildung beitragen.

«Die Kardinalfrage ist: Wie schädlich ist Mobilfunk?», eröffnete Moderator Thomas Röthlin die Diskussion. Gemäss einer Umfrage des Buwal führen 5 % der Bevölkerung ihre Gesundheitsprobleme auf den Elektrosmog zurück.

«Elektrosmog herrscht überall. Wir stehen von Kopf bis Fuss im Strahlen-Meer», so Martin Joho und sorgte mit dieser Aussage für betretenes Schweigen im Saal. In der Folge informierte er über die Verordnung nichtionisierender Strahlung (NIS) und erläuterte die Grenzwerte, die in der Schweiz bedeutend höher seien als in der EU. «Nach langem Ringen wurde am 11. März beschlossen, dass in der Schweiz eine unabhängige Studie durchgeführt wird», konnte Joho erfreut vermelden.

In der Konzessionsverfügung hatten die Betreiber die Auflage, bis spätestens Ende 2004 mindestens 50 Prozent der Schweizer Bevölkerung mit UMTS-Diensten zu versorgen. «Dieses Ziel haben wir erreicht», vermeldeten sowohl Willy Koch wie auch Jürg Aschwanden.

«Wir wollen von Buchs aus nicht den halben Kanton versorgen», betonte Jürg Aschwanden. Bei optimalen Bedingungen reichen UMTS-Signale bis zu acht Kilometer weit. «In Buchs haben wir bisher zwei grosse und mehrere kleine Antennen. Die Anzahl der Antennen hat mit der Gesprächsmenge zu tun. Die Kapazität ist beschränkt. Dort, wo viele Leute wohnen, wird eben auch viel telefoniert», so Aschwanden.

«Es ist russisches Roulett»

Für den Gegner Jürg Zimmermann ist klar, dass solche Anlagen eine Auswirkung auf die Gesundheit haben. Als materiellen Schaden führte er den Wertverlust betroffener Immobilien an. Immateriell würde die Gesundheit und damit auch die Lebensqualität leiden. «Bereits 1860 ist man zur Erkenntnis gekommen, dass mit Hochfrequenz Zellen erwärmt werden können. Mit dem Handy-Boom haben die Herz-Kreislauf und die psychischen Erkrankungen stark zugenommen», gab Zimmermann zu bedenken. Weiter führte er an, dass die Gefahr von Chromosomenschäden bei Benützung eines Handys deutlich höher sei. «Es ist Russisches Roulett mit dem Mobilfunk!»

«Von was reden wir eigentlich?», fragte der Vertreter der Einsprecher, Richard Tüscher, in die Runde. Als Laie wisse man nicht recht, was man denn eigentlich glauben solle. «Für mich ist es wichtig, dass es keine Studie gibt, die aussagt, dass bei Mobilfunkantennen keine negativen Auswirkungen zu erwarten sind. «Es braucht nur gesunden Menschenverstand, um festzustellen, dass eine betroffene Liegenschaft weniger wert ist.» In Buchs seien zurzeit zwei Projekte geplant. «Eines beim Bahnhof und eines bei der Schoggi Frey im Wynenfeld. Warum spannen die beiden Betreiber Sunrise und Orange eigentlich nicht zusammen?»

«Wir sind uns klar, dass wir das Rad der Zeit nicht zurückdrehen können, aber wohin das Rad führt, dafür sind wir verantwortlich», so eine engagiert auftretende Gegnerin von Mobilfunkanlagen. Die Kommunikation werde sehr hoch geschrieben und dies auf Kosten der Kinder und der chronisch Kranken.

Unterstützung vom Gemeinderat

«Wir hoffen, dass uns der Gemeinderat unterstützt, sich nicht hinter Paragrafen versteckt und der Kanton unsere Argumente würdigt», gab Richard Tüscher seiner Hoffnung Ausdruck.

Martin Joho bedauerte in seinen Schlussworten, dass die Langzeitstudien eigentlich zu spät kämen. Jürg Aschwanden erklärte, dass er auf die Ergebnisse der laufenden Studie der ETH Zürich nicht wirklich gespannt sei. «Es gibt viel Forschung zum Thema». Aschwanden glaubt nicht daran, dass neue Erkenntnisse gefunden werden. «Wir gehen davon aus, dass die Studie kleine Nebenerkenntnisse ergibt», ist auch Willy Koch überzeugt.

«Ich weiss nicht, was wahr ist», so Gemeinderat Affolter am Schluss des Podiums ziemlich ratlos. Damit vertrat er wohl die Meinung einiger Teilnehmerinnen und Teilnehmer. «Der Gemeinderat prüft die Einsprachen und wird sich nicht hinter Paragrafen verstecken», sicherte Affolter den Einsprechern zu.
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© Berner Rundschau / MLZ; 27.05.2005

.Emme Zeitung

Nur Gemeinde mit Einsprache

Rüdtligen-Alchenflüh: Dem Gemeinderat fehlen Papiere

Die InTunnelCom von Orange und die Swisscom wollen auf dem Gebiet von Rüdtligen-Alchenflüh Antennen aufstellen. Die Swisscom zwei Richtfunkantennen an der Jurastrasse, die InTunnelCom eine Pic-up-Antenne am Meienweg. Aus der Bevölkerung sind keine Einsprachen eingegangen, aber laut Gemeindeschreiber Urs Lüthi hat die Gemeinde gegen beide Vorhaben opponiert. Es fehlten dem Gemeinderat bei beiden Standorten notwendige Nachweise, welche den Schutz der Bevölkerung zeigten. (bw)



© Berner Zeitung; 27.05.2005; Seite 23

BZ-EM-Aufschlagseite

Rüdtligen-Alchenflüh

Offene Fragen zu Natel-Anlagen

Zwei Mobilfunkanlagen in Rüdtligen-Alchenflüh sollen ausgebaut werden. Die Gemeinde hat dagegen Einsprache erhoben.

Bereits heute steht beim Eisenbahntunnel-Eingang in Rüdtligen-Alchenflüh eine Mobilfunkanlage. Jetzt möchte die InTunnelCom, zu der sich Swisscom, Orange und Sunrise für die Tunnelversorgung zusammengeschlossen haben, diese mit einer Pick-up-Antenne ergänzen, um die Abdeckung zu optimieren. Zudem plant die Swisscom Mobile AG auf dem Antennenanhänger an der Jurastrasse 12 zwei neue Richtfunkantennen.

Gegen beide Projekte hat die Einwohnergemeinde Rüdtligen Alchenflüh Einsprache erhoben. «Es geht uns nicht darum, die Erweiterungen zu verhindern», erklärt Gemeindeschreiber Urs Lüthi dazu. Man sei sich bewusst, dass die Anlagen gebaut würden, wenn das Gesetz eingehalten werde. «Doch es gibt offene Fragen», so Lüthi. Die Unterlagen seien zu unvollständig gewesen - vor allem im Hinblick auf die Strahlenbelastung.

«Nicht nachgewiesen»

Was die Pick-up-Antenne beim Eisenbahntunnel betrifft, möchte die Gemeinde vor allem wissen, was für Auswirkungen diese auf die geplante Überbauung Unterboden (Möbel Pfister, Conforama usw.) hat. «Es wurde bis jetzt nicht nachgewiesen, dass die Strahlengrenze dort nicht überschritten wird», sagt Urs Lüthi dazu.

Solche Pick-up Antennen soll es nicht nur in Rüdtligen-Alchenflüh geben, sondern vor jedem Tunnel auf der Bahn-2000-Strecke Mattstetten-Rothrist.

Zudem hat die Gemeindeverwaltung bis vor kurzem gar nicht gewusst, dass es beim Tunnel eine Mobilfunkanlage gibt. Dass man dies nie erfahren habe, sei schon «etwas befremdend». Auch diesem Befremden habe man mit der Einsprache Ausdruck verleihen wollen, erklärt Urs Lüthi.

Kein Gebiet betroffen?

Beim Projekt der Swisscom Mobile AG tauchten ähnliche Fragen auf. Bei einer Richtfunkanlage sind zwar die Strahlen stark gebündelt und werden so von einer Antenne zur anderen gesendet. «Doch auch hier fehlt der Nachweis, dass in diesem Korridor wirklich kein Gebiet von zu hoher Strahlung betroffen ist», erläutert Lüthi.

Bis zum Ablauf der Frist erhob ausser die Gemeinde niemand Einsprache. Nun hofft man in Rüdtligen-Alchenflüh, bald Antwort auf die noch offenen Fragen zu erhalten. So meint Gemeindeschreiber Urs Lüthi: «Wir können die Anlagen nicht verbieten, aber wir wollen zumindest die grösstmögliche Sicherheit für unsere Bevölkerung.» Lucia Probst

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© St. Galler Tagblatt; 27.05.2005

Frontseite TT

Toggenburger

Mobilfunkantenne abgelehnt

Informationen aus dem Bütschwiler Gemeinderat

Bütschwil. Wie vor kurzem der Wattwiler Gemeinderat hat jetzt auch der Bütschwiler Gemeinderat ein Baugesuch für die Erweiterung einer Mobilfunkantenne abgelehnt. Gesundheitsbedenken gaben den Ausschlag.

Der Gemeinderat Bütschwil berichtet in seinen jüngsten Mitteilungen wie folgt: Am 4. Mai 2004 reichte die TDC Switzerland, Zürich, ein Baugesuch für die Erweiterung der bestehenden Mobilfunkantenne Kapf ein. Auf dem Grundstück Nr. 677, Kapf, befindet sich eine ca. 25 m hohe Antenne, auf welcher bereits verschiedene technische Einrichtungen von Swisscom und Orange montiert sind. In unmittelbarer Nähe davon befindet sich ein Gerätehaus mit Betriebsräumen. Die Antenne und das Gebäude wurden seinerzeit rechtmässig bewilligt.

Erfolgreiche Einsprachen

Die Gesuchsteller beabsichtigen, am bestehenden Masten verschiedene zusätzliche Antennen zu installieren. Unter anderem ist auch die spätere Aufschaltung der UMTS-Technologie vorgesehen. Innerhalb der öffentlichen Auflagefrist haben fünf Personen gegen das Bauvorhaben Einsprache erhoben. Die Einsprecher beantragen sinngemäss die Abweisung des Baugesuchs. Sie machen geltend, dass die Mobilfunkstrahlung schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen und Tieren habe.

Grenzwerte eingehalten

Die nicht ionisierende Strahlung (Elektrosmog) zählt zu den schädlichen und lästigen Einwirkungen, vor denen Menschen, Tiere und Pflanzen, ihre Lebensgemeinschaften und Lebensräume zu schützen sind. Zu diesem Zweck ist die Emission nicht ionisierender Strahlen zu begrenzen. Der Bundesrat hat hierfür auf den 1. Januar 2000 die Verordnung über den Schutz vor nicht ionisierender Strahlung (NISV) erlassen, welche die Festlegung von Grenzwerten beinhaltet.

Aus dem Bericht der Fachstelle Lärmschutz und NISV des Amtes für Umweltschutz (AFU) des Kantons St. Gallen geht hervor, dass beim vorliegenden Fall sowohl der Immissionsgrenzwert als auch der Anlagegrenzwert an allen massgebenden Orten eingehalten ist. Die Einhaltung der Grenzwerte gibt jedoch keine Gewähr dafür, dass gesundheitliche Schädigungen durch nicht ionisierende Strahlen bei der Bevölkerung ausbleiben.

Gesundheitliche Bedenken

Einige Studien enthalten gewichtige Anhaltspunkte, dass die elektromagnetische Strahlung des Mobilfunks gravierende Gesundheitsgefährdungen verursacht, auch wenn sie unterhalb der Anlagegrenzwerte liegt. Durch die neue UMTS-Technologie wird diese Gefährdung noch verstärkt. Die Ungefährlichkeit dieser noch nahezu unbekannten Strahlung ist gänzlich nicht erwiesen.

Zudem ist heute noch keine einwandfreie Methode bekannt, mit der sich nachweisen lässt, ob die Belastungsgrenzwerte der NISV bei der UMTS-Strahlung eingehalten sind. Weder durch Berechnung noch durch Messung kann dies verifiziert werden.

Rücksicht auf Bevölkerung

Der Gemeinderat von Bütschwil sieht sich aus diesen Gründen - mit Rücksicht auf die einheimische Bevölkerung - nicht in der Lage, eine Baubewilligung für die geplante Mobilfunkantennenerweiterung zu erteilen.

Die Baugesuchsteller haben die Möglichkeit, gegen den abschlägigen Entscheid des Gemeinderates Bütschwil innert 14 Tagen ab Erhalt des Entscheides beim Baudepartement des Kantons St. Gallen Rekurs zu erheben. (gem)

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© Der Bund; 27.05.2005; Seite 30

Stadt-Region

Der Bund

Kurz

Antenne nicht bewilligt

kehrsatz

Der Seftiger Regierungsstatthalter hat der Firma TDC Switzerland die Baubewilligung für eine Mobilfunkanlage auf dem Flachdach der Überbauung Tannacker nicht bewilligt. Das Projekt hätte die Strahlenschutzbestimmungen eingehalten, teilt er mit. Doch erlaubten die Gestaltungsvorschriften für die Flachdächer im Tannacker nur «technisch bedingte Dachaufbauten». Darunter seien etwa Liftvorrichtungen oder Kamine zu verstehen, die mit den Häusern zu tun hätten, nicht aber Mobilfunkantennen. Auch habe die Bauherrschaft nicht den Nachweis erbracht, dass der Tannacker der einzig mögliche Standort für die Antenne sei. (pd)