© St. Galler Tagblatt; 02.07.2005
Thurtal
Hauptblatt
Gemeinderat ist gegen UMTS-Antenne
weinfelden. Gegen die geplante Mobil-Telefon-Antenne sind 33 Einsprachen eingegangen. Selbst die Gemeinde Weinfelden hat Einsprache erhoben.
David Angst
Als Besitzer des Thurgauerhofsaals ist die Gemeinde Anstösser ans Hotel Thurgauerhof, auf dessen Dach die neue Antenne stehen sollte. «Der Gemeinderat stellt fest, dass die von den bereits bestehenden Antennenanlagen ausgehende nicht ionisierende Strahlung in der breiten Bevölkerung zu Verunsicherung und Angst führt. Im Vordergrund stehen dabei die für eine kommunale Behörde verständliche und ernst zu nehmende Befürchtung, dass die Strahlung derartiger Antennenanlagen zu gesundheitlichen Schäden führt», schreibt der Gemeinderat am Freitag in einer Begründung. Auf Anfrage sagte Gemeindeammann Max Vögeli gestern: «Die UMTS-Technologie ist noch zu wenig erforscht. Gerade läuft eine Studie an der ETH, welche die Auswirkungen dieser Strahlen untersucht. Sie ist Teil eines Forschungsprojekts des Bundes. Diese ETH-Studie soll gegen Ende dieses Jahres vorliegen. Der Gemeinderat ist der Ansicht, dass man mindestens bis dann warten sollte, bevor man UMTS-Antennen bewilligt.»
Vom 9. bis zum 28. Juni lagen auf dem Bauamt die Pläne auf. Gemäss dem Sunrise-Umweltbeauftragten, Manfred Speckert, braucht es für die UMTS-Technik zwar mehr Antennen, dafür sei ihre Leistung, und damit auch die Belastung, weniger stark. Die gesetzlichen Grenzwerte würden eingehalten, so Speckert.
Zuständig für die Bewilligung der Antenne ist als nächsthöhere Instanz das kantonale Amt für Umwelt.
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© St. Galler Tagblatt; 02.07.2005
Amriswil
Hauptblatt
UMTS-Natelantenne in Amriswil
Bauauflage bis zum 12. Juli
An der Weinfelderstrasse in Amriswil soll in absehbarer Zeit eine UMTS-Natelantenne ihren Betrieb aufnehmen. Das Baugesuch liegt noch bis zum 12. Juli auf.
Rita Kohn
«Bis jetzt ist es ruhig geblieben», sagt Martin Belz von der Bauverwaltung Amriswil. Seit ein paar Tagen liegt ein Baugesuch für eine Natelantenne an der Weinfelderstrasse auf. Reaktionen auf das Baugesuch hat es kaum gegeben. Anders als in anderen Gemeinden des Oberthurgaus hat sich bisher kaum Widerstand gegen die Erstellung von Natelantennen formiert. Für die Netzbetreiberin Sunrise sei der Standort an der Weinfelderstrasse wichtig, so Martin Belz. Vor allem, da es sich nicht um eine herkömmliche Antenne sondern um eine so genannte UMTS-Antenne handelt.
Nicht abschliessend geklärt
In vielen Orten erwächst gegen geplante Natelantennen grosser Widerstand. Hintergrund ist dabei meist die Angst vor einer Schädigung durch die Strahlung. Bis heute ist nicht genau geklärt, welche Folgen die Strahlung tatsächlich haben kann. Diese Ungewissheit spaltet die Bevölkerung in zwei Lager. Obwohl wissenschaftlich nicht belegt, gehen viele davon aus, dass die Strahlung nicht nur das Wohlbefinden beeinträchtigt sondern auch langfristige Folgen zeitigt. Ebenso wenig belegt ist jedoch auch das Gegenteil, nämich die von den Betreibergesellschaft kommunizierte Unbedenklichkeit. Martin Belz geht davon aus, dass vieles auch eine Frage der persönlichen Empfindlichkeit ist. Nicht jede Person würde auf eine Beeinträchtigung gleich reagieren. Da könne es durchaus sein, dass sich die einen Anwohner gestört fühlten, während andere sich nach wie vor wohl fühlten. «Es wäre aber für alle Beteiligten eine gute Sache, wenn die Frage definitiv geklärt werden könnte», ist Belz überzeugt.
Auflagen erfüllen
Wenn alle Auflagen erfüllt seien, werde man dem Stadtrat die Genehmigung des Bauvorhabens beantragen. Es sei denn, es gehen gegen das Vorhaben in nächster Zeit noch Einsprachen von Anwohnern ein. Gemäss der aktuellen Öffentlichen Auflage des Baugesuchs sind Einsprachen bis zum 12. Juli möglich. Bei einer geplanten Natelantenne gilt grundsätzlich dasselbe Einspracheverfahren wie bei einem anderen Baugesuch. Von Seiten der Stadt wird geprüft, ob das geplante Objekt sämtliche Bauauflagen erfüllt, zonenkonform ist und wenn vom geplanten Objekt her nötig ein Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren durchgeführt wurde.
Kanton prüft
Zeitgleich mit der öffentlichen Auflage prüft der Kanton das eingegangene Gesuch, dies im Bereich der nicht ionisierenden Strahlung. Dabei wird untersucht, ob die zu erwartende Strahlung der geplanten Anlage im zulässigen Bereich liegt. «Es kommt bei etlichen Baugesuchen vor, dass der Kanton einen Teilaspekt prüft», erklärt Martin Belz das Vorgehen. Erst dann, wenn grünes Licht gegeben wird, kann der Stadtrat über das Baugesuch entscheiden.
Antennen an mehreren Orten
Bereits heute gibt es auf Amriswiler Gemeindegebiet sechs Natelantennen. Die Antennen der Swisscom stehen bei der Firma Wiedemann, in der Bilche, bei der Grastrocknungsanlage Oberaach und auf der Telefonzentrale Kirchstrasse. Die Telefongesellschaft Sunrise hat eine Antenne in Betrieb, die auf dem Hochhaus an der Poststrasse 43 steht. Ebenso der Mobilfunkanbieter Orange.
Zwar gab es bei einigen wenigen Baugesuchen für eine Natelantenne Widerstand in der Bevölkerung, doch im Allgemeinen konnten die Baugenehmigungen ohne grössere Probleme gewährt werden. Dies ganz im Gegensatz zu zahlreichen anderen Gemeinden im Oberthurgau, wo geplante Natelantennen jeweils von der Bevölkerung intensiv bekämpft werden.
Mit der neuen Technologie wird es zu einem weiteren Bedarf an Antennen kommen. Je dichter das Netz ist, desto bessere Bedingungen können dem Nutzer oder Nutzerin gewährleistet werden. Entsprechend gross ist das Interesse der Mobilfunkanbieter an geeigneten Standorten für ihre Natelantennen. Für die Firma Sunrise sei die geplante Antenne auf der Liegenschaft Weinfelderstrasse 44 eine wichtige Station. (rk)
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© Berner Zeitung; 02.07.2005; Seite 26
BZ-Oberaargau
wangen
Anti-Natel-Aufmarsch
Fürsprecher Samuel Gruner informierte die Wangener über die Einsprachemöglichkeiten gegen den Antennenbau.
Kurzfristig hatte Hermann Grünig gegen den geplanten Bau einer Sunrise-Mobilfunkantenne auf einer Privatparzelle im Wangener Unterholz eine Interessengemeinschaft gegründet und zum Orientierungsabend geladen. Vor zahlreichen Besuchern sprachen Fürsprecher Samuel Gruner - selbst Betroffener -, und Tobias von Mandach stellvertretend für die Firma Sunrise.
Die Kommunikationsanlage käme in der Landwirtschaftszone zu stehen; so Gruner bezüglich möglicher Einsprachepunkte. «Die heutige Wohnqualität wird in einem Radius von 834 Metern wesentlich beeinträchtigt.» Landpreise könnten ausserdem bis zu 100 Franken Einbusse erleiden und auch ein Verkauf von bestehenden Liegenschaften würde den Verkaufspreis drücken. Die Baufirma könnte allerdings mit einer Ausnahmebedingung, sofern der Standort zwingend sei, Erfolg haben. Deren Vertreter - übrigens aus eigener Initiative am Anlass erschienen - hatte vor dem Wangener Publikum allerdings einen schweren Stand: Seine Ausführungen - etwa dass mit dem Bau dieser Antenne auf weitere im Wangergebiet verzichtet werden könne - ernteten abweisende Gesten und Zwischenrufe. Wohlweislich gab Gruner den Anwesenden denn auch kurzen Einblick ins Einsprachevorgehen: Hinweise auf eventuelle Gesundheitsschäden oder das Ortsbild brächten dabei nichts, so Gruner. Denn die Grenzwerte würden regelmässig kontrolliert. «Auch politischer Druck nützt im Moment nichts.» Die Beschlüsse des Bundesrates in Sachen Grenzwerte hätten Bestand und für die Genauigkeit der Grenzwerte sei der Konzessionsträger verantwortlich.
Gruner wird nun im Auftrag der Gemeinde eine Kollektiveinsprache ausarbeiten. Die entstehenden Anwaltskosten sollen prozentual unter den Einsprechern aufgeteilt werden. «Die Möglichkeit der persönlichen Einsprache bis zum 11. Juli besteht aber nach wie vor», so Gruner. asw
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© Berner Rundschau / MLZ; 02.07.2005
.Oberaargau Zeitung
«Fakten und keine Emotionen»
Wangen a/A Infoanlass zur geplanten UMTS-Antenne von Sunrise stösst auf Interesse
Sunrise will im Unterholz in Wangen a/A eine Mobilfunkantenne errichten. Dagegen hat sich nun Widerstand formiert. Am Donnerstag lud die «Interessengemeinschaft gegen den Bau einer Natelantenne» zum Informationsabend ein. 100 Anwohner folgten der Einladung.
MIRJAM KOPP
Der Name der «Interessengemeinschaft gegen den Bau einer Natelantenne» ist Programm: Sie will die Erstellung und den Betrieb einer Mobilfunkantenne mit UMTS-Technologie auf der Parzelle 463 im Unterholz in Wangen a/A verhindern. Ebenso klar wurde an der Infoveranstaltung am Donnerstagabend auch, dass die Interessengemeinschaft am Informationsabend keine Emotionen schüren wollte. Ziel des Anlasses war es viel mehr, die einspracheberechtigten Personen sachlich und objektiv über ihre rechtlichen Möglichkeiten zu informieren. «Wir müssen uns an Fakten halten und wollen keine Polemik entfachen», hielt Fürsprecher Samuel Gruner zu Beginn der Veranstaltung fest. Fakt sei auch, dass es sich bei der Mobilfunkantenne nicht um eine politische, sondern um eine rechtliche Angelegenheit handle. «Unterschriften zu sammeln nützt hier also nichts», hielt Gruner fest. Wer sich gegen die UMTS-Antenne wehren wolle, müsse dies bis am 11. Juli mit einer Einsprache beim Regierungsstatthalteramt tun.
Die formalen Klippen meistern
So war die Informationsveranstaltung denn auch in erster Linie als Hilfeleistung für Leute, die Einsprache machen wollen, gedacht. Gruner gab zahlreiche Ratschläge, um dabei nicht an formalen Klippen zu scheitern. «Wichtig ist, dass die Einsprache begründet wird», erklärte Gruner. Obwohl bestimmt viele Anwohner diffuse Ängste vor möglichen gesundheitlichen Schäden hätten, könne dies nicht als Hauptgrund aufgeführt werden. «Das ist keine scharfe Waffe, denn laut Baugesuch werden die Immissionswerte eingehalten.» Auch ein Verweis auf den Ortsbildschutz hielt Gruner nicht für erfolgsversprechend, wie er den Anwohnern erklärte.
Zwei Antennen statt nur eine?
Den Ansatzpunkt sah er vielmehr bei der fehlenden Zonenkonformität. Laut Raumplanungsgesetz muss eine Mobilfunkantenne in der Bauzone errichtet werden. Um sie, wie es im Unterholz der Fall wäre, in der Landwirtschaftszone zu bauen, braucht die Bauherrschaft eine Ausnahmebewilligung. Und dafür muss die Baugesuchstellerin den Nachweis erbringen, dass der gewählte Standort zwingend ist. Zu sehr ins Detail wollte Gruner, angesichts der Anwesenheit zweier Vertreter der Bauherrschaft, dann allerdings doch nicht gehen. Diese zeigten sich von den sehr sachlichen Ausführungen überrascht, verteidigten aber den geplanten Standort. Bekomme man diesen Platz nicht, sähe man sich gezwungen, auf einen schlechteren Standort auszuweichen, was allenfalls das Errichten einer weiteren Antenne zur Folge hätte, um die gewünschte Versorgungsdichte zu erreichen, erklärte Tobias von Mandach, Vertreter von Sunrise.
Ganz ohne emotionsgeladene Voten ging es dann in der anschliessenden Diskussion doch nicht. Vielfach drehte sich die Debatte jedoch nicht explizit um den geplanten Antennen-Standort, sondern vielmehr um die Entwicklung der Technologien im Allgemeinen. Auch Hermann Grünig, Vertreter der Interessengemeinschaft, hielt fest: «Ich bin nicht grundsätzlich gegen technischen Fortschritt. Dieser muss aber eine wesentliche Verbesserung darstellen, und genau die sehe ich bei der geplanten Antenne nicht.»
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© Mittelland Zeitung; 01.07.2005
Tabloid Wynental Suhrental
Fragen ohne Antworten
Mobilfunkantennen Ins Tal der Ahnungslosen ist der neuste Trend der Swisscom-Forschung leider noch nicht vorgedrungen. Viele tausend Natelbenutzer haben den Wunsch nach einem einfachen, bedienerfreundlichen Handy, ohne zusätzliche Funktionen, welche eine UMTS-Antenne benötigen. Fehlentscheidungen hat jeder schon getroffen. Fehler eingestanden haben nur wenige selbstkritische Persönlichkeiten. Ein Aspekt, der im Hinblick auf die bevorstehenden Gemeinderatswahlen in Menziken berücksichtigt werden muss.
Die Bürger haben mit der Wahl des jetzigen Gemeinderates ihr Vertrauen bekundet. Was ist in unserer Gemeinde wichtiger als das Wohl und das Vertrauen der Bürger? Wie viel kostet dieses Wohl die Sunrise? Für wie viel will es der Gemeinderat verkaufen? Welche Projekte werden mit diesem Geld unterstützt? Krebsforschung, Strahlenschutzmassnahmen, Friedhoferweiterung? Oder wird es angelegt, um für Schadenersatzklagen strahlengeschädigter Gemeindemitglieder aufzukommen? Fragen über Fragen und keine Antworten. Was braucht es noch, damit der Gemeinderat endlich die Anliegen der 321 Einsprecher ernst nimmt?
roland und monika pellegrini, menziken
briefe an die az
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© Neue Luzerner Zeitung; 01.07.2005; Seite 5
Zuger Zeitung Leserbriefe
Mutige Gemeinden planen den Antennen-Aufstand
Zum Mobilfunkdiktat des Bundes
Seit Beginn dieses Jahres haben eine Vielzahl von Gemeinden, denen die Gesundheit ihrer Einwohner näher liegt als das rücksichtslose Gewinnstreben der Mobilfunkfirmen, verschiedenen Antennenanlagen die Bewilligung verweigert.
An vorderster Front nehmen hier diverse Gemeinden der Kantone Bern, Aargau, Zürich und St. Gallen den Kampf gegen die völlig einseitige, zugunsten der Mobilfunkfirmen erlassene Bundesverordnung auf. Andere Kommunen haben sogar ein Moratorium für den Bau weiterer Anlagen auf ihrem Gebiet verfügt wie zum Beispiel die Gemeinden Langenthal BE, Stäfa ZH und Hedingen ZH.
Als Begründung wird vielfach aufgeführt, dass die Gemeinde- beziehungsweise Stadträte auch die oberste Polizeibehörde und somit für die Gesundheit und den Schutz der Bevölkerung zuständig seien.
Nachdem auch in medizinischen Kreisen zunehmend Bedenken gegen den weiteren Ausbau der Mobilfunkantennen laut werden sowie immer mehr Studien die Zweifel an der gesundheitlichen Unbedenklichkeit der Strahlung bestärken, kann es für verantwortungsvolle Volksvertreter nicht mehr darum gehen, sich als bundesverordnungswillige Kopfnicker zu profilieren.
Von gesellschaftlichen Problemen abgesehen, birgt die Mobilfunktechnologie erhebliche gesundheitliche Risiken in sich (Schlafstörungen, Beeinträchtigung des Lernvermögens, Schwächung des Immunsystems, erhöhtes Krebsrisiko, Erbgutschäden, Öffnung der Blut-Hirn-Schranke usw.). Besonders gefährdete Personen sind Kinder, ältere Mitbewohner und Kranke.
Leider hält der Kanton Zug nach wie vor die rote Laterne als williges Ausführungsorgan der völlig missratenen und seinerzeit von einem Mobilfunkbetreiber diktierten NIS-Verordnung. Als letztes abschreckendes Beispiel sei hier die Bewilligung der Spinnerei-Antenne Baar erwähnt.
Obwohl das Gebiet mobilfunkmässig bereits mehr als erschlossen gilt, wurden sämtliche Argumente der Einsprecher in den Wind geschlagen.
Dass die betroffenen Bewohner durch die volle Strahlung der Brauerei- und der Spinnerei-Antennen gleich doppelt beglückt werden, scheint die Bewilligungsbehörden nicht sonderlich zu kümmern.
Josef Arnold, Baar
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