Davos nimmt sich der Strahlung an/Forst, Längenbühl: Sunrise

The Future's black

Davos nimmt sich der Strahlung an/Forst, Längenbühl: Sunrise

Beitrag von The Future's black » 5. Juli 2005 12:28

© Die Südostschweiz; 05.07.2005

Region Graubünden

Ausgabe Graubünden

Davos nimmt sich der Strahlung an

béz.- Die Davoser Exekutive will allfällige schädliche Auswirkungen von Mobilfunkantennen auf den Gesundheitsplatz Davos möglichst frühzeitig erkennen. Deshalb wurde die Kommission für Umwelt, Verkehr und Abfall der Gemeinde damit beauftragt, die Fortschritte des Bundesforschungsprogramms zum Thema «Nichtionisierende Strahlung – Umwelt und Gesundheit» zu verfolgen. Zudem soll die Kommission Rechtsstreitigkeiten anderer Gemeinden mit Mobilfunkanbietern auswerten.

Wie die Gemeinde gestern mitteilte, wird bis zum Vorliegen wissenschaftlicher Ergebnisse von einem Moratorium für die Bewilligung von Baugesuchen für Mobilfunkantennen abgesehen. Dies, weil dafür die rechtlichen Grundlagen nicht ausreichten und weil die geltenden eidgenössischen Strahlungsgrenzwerte in Davos in allen Fällen eingehalten würden.

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© Berner Zeitung; 05.07.2005; Seite 23

TT-Region Thun

neue natelantenne in forst/längenbühl

Sunrise macht Rückzieher

In Forst und Längenbühl freut man sich: Sunrise verzichtet darauf, eine Natelantenne zu installieren.

Rund ein Jahr ists her, als sich die benachbarten Gemeinden Forst und Längenbühl aufmachten, gegen den Telekommunikationsriesen Sunrise anzutreten. Den meisten Bürgerinnen und Bürgern stiessen nämlich die Pläne des Mobilfunkanbieters Sunrise äusserst sauer auf. Dieser plante, auf dem BKW-Hochspannungsmast Nr. 50 im Gässli in Forst eine Natelantenne mit hoher Leistung zu installieren.

Hunderte von Einsprachen

Um den Widerstand der Bevölkerung zu organisieren, konstituierte sich unter der Präsidentschaft von Barbara Blank der «Verein gegen Mobilfunkanlagen Forst und Umgebung». Er organisierte einen Infoabend unter dem Titel «Macht Elektrosmog wirklich krank?» und zog Hans-Ulrich Jakob von der Interessengemeinschaft Elektrosmog-Betroffener aus Schwarzenburg bei, der bereits mehrere Gegner von Mobilfunkantennen erfolgreich beraten hatte. Gegen das Projekt von Sunrise gingen schliesslich 7 Einzel- und 2 Sammeleinsprachen ein. Letztere wurden von 332 Bürgerinnen und Bürgern unterzeichnet (beide Gemeinden haben zusammen rund 700 Einwohner). Hinzu kamen je eine Einsprache der Einwohnergemeinden Forst und Längenbühl. In Längenbühl gebe es bereits eine Natelantenne, und das sei für dieses Gebiet genug, begründeten die Gemeindeoberhäupter Marlise Rytz (Längenbühl) und Hans Burkhalter (Forst) übereinstimmend das Engagement der Behörden.

Am 9. Juni 2005 erhielten die Einsprecherinnen und Einsprecher Post vom Eidgenössischen Starkstrominspektorat. Die Firma Sunrise, hiess es da, wolle ihr Projekt nun doch nicht realisieren.

Bewilligung fast chancenlos

Sunrise habe das Baugesuch zurückgezogen, weil es «mit grosser Wahrscheinlichkeit zu unseren Ungunsten ausgefallen wäre», sagte Sunrise-Sprecher Tobias von Mandach gegenüber dieser Zeitung. Der Grund für diesen Pessimismus: Der Mast der BKW liegt in der Landwirtschaftszone, Natelantennen aber müssen grundsätzlich in der Bauzone erstellt werden. Eine Ausnahmebewilligung erhält nur, wer nachweisen kann, dass kein Standort in den umliegenden Bauzonen realisierbar ist oder dass der vorgesehene Standort im Sinne einer Interessenabwägung sehr viel besser ist als sämtliche möglichen Alternativen. «Die Bewilligungspraxis für Bauten ausserhalb der Bauzone», so von Mandach weiter, «hat sich seit 2003 allerdings erheblich verschärft», was Sunrise letztlich zu einer Einstellung des Verfahrens bewogen habe. Der Verzicht auf die Antenne mit hoher Leistung habe aber zur Folge, dass die Netzqualität in der Umgebung bis auf weiteres nicht optimiert werden könne.

«Wir bleiben wachsam!»

In Forst ist man natürlich glücklich über den Rückzieher: «Wir sind überrascht und erleichtert», reagierte Barbara Blank, «denn eigentlich haben wir nicht wirklich damit gerechnet, dass Sunrise klein beigibt.» Auch der Gemeindepräsident von Forst und die Gemeindepräsidentin von Längenbühl, Hans Burkhalter und Marlise Rytz, zeigten sich gegenüber dieser Zeitung sehr froh über den Ausgang dieser Angelegenheit. «Wir bleiben wachsam und werden uns erneut zur Wehr setzen, wenn es ein weiteres Natelantennenprojekt in unseren Gemeinden geben sollte», betonte Rytz. Und Barbara Blank stellte klar, dass der «Verein gegen Mobilfunkanlagen Forst und Umgebung» aus dem gleichen Grund bestehen bleibe.

Sunrise prüft Alternativen

Bereits heute zeichnet sich ab, dass dem Verein die Arbeit nicht ausgehen dürfte. «Sunrise hat noch immer die Absicht, die Versorgung des Gebietes um Forst, Blumenstein und Längenbühl zu verbessern, und wird deshalb Alternativen prüfen», erklärte Tobias von Mandach. «Allerdings muss davon ausgegangen werden, dass die Verhinderung des Standortes auf dem Hochspannungsmasten dazu führen wird, dass mehr als ein Standort für dieselbe Abdeckung eingeplant werden muss.» Mit anderen Worten: Statt einer Antenne mit einer überdurchschnittlichen wird es wohl mehrere Antennen mit einer «normalen» Leistung geben.

Marc Imboden Archiv TT/zvg