Mobilfunk und Krebs:
DNA-Einzelstrangbrüche in menschli-chen
Haarwurzelzellen nach Handy-telefonaten
Cam and Sayhan, Int. J. Radiat. Biol., 2012, in press
Es wurden Haarwurzelproben unter-sucht, die acht gesunden Testperso-nen
unmittelbar vor und nach einem 15-minütigen – und zwei Wochen später
nach einem 30-minütigen – Handytelefonat entnommen wurden (GSM 900 MHz,
Teilkörper-SAR-Wert lt. Herstellerangabe: 0,974 W/kg). Zur
Probenentnahme wurden 6-7 Haare mit ihren Wurzeln in einem 6 mal 6 cm
großen Bereich hinter dem Ohr, an dem telefoniert wurde, herausge-zupft.
Die Distanz zwischen den Haa-ren und dem Mobiltelefon betrug nach
Angabe der Autoren 1,5 cm. Mit dem alkalischen Comet-Assay, einer
Standard-Nachweismethode, unter-suchten die Forscher die Menge an
DNA-Einzelstrangbrüchen in den Haarwurzel-Zellproben. Die Anzahl von
DNA-Einzelstrangbrüchen war nach den 15- und 30-minütigen Tele-fonaten
signifikant erhöht. Außerdem fand man signifikant mehr
Einzel-strangbrüche nach 30 Minuten als nach 15 Minuten Handynutzung.
Das EMF-Portal zum Ergebnis der Stu-die: „Die Ergebnisse zeigten, dass
eine Exposition bei einem Mobiltelefon für 15 oder 30 Minuten
signifikant die DNA-Einzelstrangbrüche in den Haar-wurzel-Zellen in der
Nähe des Handys erhöhten. Zusätzlich wurden signifi-kant mehr
DNA-Einzelstrangbrüche nach 30 Minuten als nach 15 Minuten Handy-Nutzung
gefunden. Die Auto-ren kommen zu dem Schluss, dass ei-ne kurzzeitige
Handy-Exposition (15 und 30 Minuten) einen signifikanten Anstieg bei den
DNA-Einzelstrang-brüchen in menschlichen Haarwurzel-Zellen in der Nähe
des Ohrs verur-sachte, das für die Handy-Exposition genutzt wurde.“
www.emf-portal.de/viewer.php?aid=20278&
sid=ff849d738d6dc322f5fbb8113ab0db14&sform=7&pag_idx=0&l=g
PubMed Eintrag: www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22348707?dopt=Abstract
Quellen: EMF-Portal und WIK 74/2012