Tiefere Frequenzen, tiefer in Häuser!

Eisenhut

Tiefere Frequenzen, tiefer in Häuser!

Beitrag von Eisenhut » 5. Juni 2012 13:22

Bericht auf 20min:
Swisscom vs. Sunrise

04. Juni 2012 20:55; Akt: 04.06.2012 20:55 Print
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High Noon im Highspeed-Handynetz
von Roger Baur -
Sunrise schlägt zurück: Schon bald sollen auch alte Smartphones massiv schneller surfen. Damit will man Swisscom ausbremsen, die heute den Bau einer neuen Handy-Datenautobahn angekündigt hat.Bildstrecke im Grossformat » 1|4Immer höher: Ende 2012 startet in der Schweiz das Handynetz der vierten Generation. Es macht das Surfen auf dem Smartphone rund 10 bis 20 mal schneller als heute.Immer höher: Ende 2012 startet in der Schweiz das Handynetz der vierten Generation. Es macht das Surfen auf dem Smartphone rund 10 bis 20 mal schneller als heute.
Bessere Verbindungen: Die Swisscom rüstet auf«Long Term Evolution»: Bald mehr Speed fürs Smartphone?«Long Term Evolution»: LTE-Netz für Davos & Co. Jetzt kommt die vierte Generation. Grossflächig verkündete die Swisscom heute früh in Inseraten den Start eines neuen Handynetzes: Ab Dezember wird das mobile Surfen in zwölf Städten massiv schneller. Möglich machts die Technik LTE, auch 4G genannt. Sie bringt mobile Surfgeschwindigkeiten bis zu 150 Mbit/s - das ist bis zu 50 mal mehr als heute.

In diesen Städten gibts bald 4G

Swisscom startet ihr 4G-Netz bis Dezember in 12 Städten. Konkret in: Bern, Zürich, Genf, Basel, Lausanne, Lugano, Luzern, Zug, Fribourg, Sion, Winterthur und St. Gallen. Die ersten Städte (Bern und Zürich) werden bereits ab sofort schrittweise erschlossen. Kunden steht ein Testangebot für das Surfen mit dem Laptop zur Verfügung. Kosten: 19 Franken pro Woche oder 60 Franken pro Monat. Swisscom am schnellsten

Wer mit Swisscom im Handynetz surft, ist weiterhin am schnellsten unterwegs. Das zeigen die aktuellsten Zahlen des Rapperswiler CNLab, die 20 Minuten Onine vorliegen: Swisscom-Kunden surften im Mai 2012 durchschnittlich mit 2,8 MBit pro Sekunde, Orange-Kunden mit 2,2 und Sunrise-Kunden mit 1,8 MBit/s. Peter Heinzmann von CNLab: «Betrachtet man die letzten Monate, dann haben Orange und Swisscom etwas an Geschwindigkeit zugelegt, Sunrise hingegen ist leicht langsamer geworden.» Nun gibt auch Sunrise Gas und setzt zum Überholmanöver von rechts an:
In den letzten Tagen hat ein Team in der Stadt Freiburg eine neue Technik aufgeschaltet, die müden Antennen mehr Schub gibt. Bis Frühling 2013 werde die ganze Schweiz abgedeckt sein, bestätigt Sunrise-Sprecher Tobias Kistner gegenüber 20 Minuten Online. Lange Welle für schnelles surfen
Die Technik, die Sunrise einsetzt, ist simpel: Sie nutzt das bestehende 3G-Signal mit tieferen Frequenzen. Die haben eine grössere Wellenlänge und damit nicht nur eine höhere Reichweite - sie machen auch den Empfang im Hausinnern leichter. Tobias Kistner freut sich: «Damit kann man schon eine massive Steigerung der Geschwindigkeiten erreichen». Vor allem auch mit älteren Handys. Denn kein derzeit erhältiches Modell ist tauglich für das neue 4G-Netz, das nicht nur Swisscom, sondern 2013 auch Orange und Sunrise einführen werden.Auch Orange nutzt für das bestehende 3G-Netz teilweise schon tiefe Frequenzen, allerdings nur in ländlichen Gebieten. Swisscom prüft dagegen laut Sprecher Olaf Schulze alle Optionen. Gegen die zunehmende Netzbelastung werden unter anderem punktuell Mini-Antennen eingesetzt.

Heavy-Kosten für Heavy-User?

Gute Zeiten also für Kunden, die gerne mit dem Smartphone surfen. Aber nicht für alle: Für sogenannte Heavy-User, die das Netz übermässig belasten, dürften die billigen Zeiten bald vorbei sein. Denn sie surfen zunehmend auf Kosten der Anderen: Bei Swisscom etwa beanspruchen 8 Prozent der Kunden über die Hälfte des Kuchens, die andere Hälfte teilen sich die übrigen 92 Prozent.

«Man wird sich überlegen müssen, wie man die Kosten für den Netzausbau gerechter verteilen kann», sagt Swisscom-Mann Schulze. Und Sunrise-Sprecher Kistner kündigt an: «Wir werden mit geeigneten Massnahmen dafür sorgen, dass die hohe Geschwindigkeit weiterhin für alle verfügbar bleibt». Bislang findet nämlich eine gewisse Quer-Subventionen statt. Telecomexperte Ralf Beyeler von Comparis.ch geht davon aus, dass nur rund ein Viertel aller Kunden, die das grösste Datenabo aktiviert haben, die bereitgestellte Menge auch ausnutzen. «Die Kunden nutzen oftmals überraschend wenig Daten im Handynetz, zum Teil 20 bis 50 Megabyte pro Monat. Bezahlen aber für 1000.»