Kuddel: Schlüssel-Schloss-Prinzip

Eva Weber
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Kuddel: Schlüssel-Schloss-Prinzip

Beitrag von Eva Weber » 20. Oktober 2013 21:23

Es geht wieder einmal um Menschen, die unter Funk leiden, die sogenannten Elektrosensiblen. Ich persönlich mag dieses Wort nicht, da es für mich nichts mit einer Sensibilität zu tun hat, und ich den Begriff EMF-Syndrom für besser halte. Aber das ist meine eigene Empfindung und meine eigene Meinung.

Kuddel schreibt:
http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=55086

"Der Vergleich mit einer Allergie (Überreaktion des Immunsystems) ist ebenalls nicht plausibel, da ein stoffliches Allergen nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip eine biochemische Kaskade auslöst, während es Mensch und Tier aber an einem "Schloss" für elektromagnetische Wechselfelder bei Mobilfunkfrequenzen mangelt. Es gibt weder ein physikalisches Wirkmodell, noch einen bekannten Effekt von Funkfeldern auf biochemische Reaktionsprozesse, noch gibt es einen plausiblen Grund, warum die Evolution überhaupt ein "Schloß" für schwache Mobilfunkfelder entwickelt haben sollte, dessen Existenz zudem aus physikalischen Überlegungen unwahrscheinlich ist."

Kuddel findet sogar, dass es für die Evolution gar keinen plausiblen Grund gibt, ein "Schloss" für schwache Mobilfunkfelder einzubauen und er zweifelt so ein Schloss auch an, weil aus physikalischen Überlegungen unwahrscheinlich. Vielleicht entschließt sich die Evolution ja doch einmal, Mensch und Natur gegen das immun zu machen, was dieser besonderen Spezies zunehmend einfällt. Vielleicht macht sie auch einmal aus Mitleid die Kinder an AKW's immun gegen die im Umkreis von 5 km vermehrt auftretende Leukämie, weil der kluge Mensch sagt, er könne nichts messen und daher sei es nicht vom AKW.

Ich drücke es einmal - zu physikalischen Überlegungen nicht in der Lage - mit meinem unbedarften Verstand aus:

Warum sollte die Evolution ein Schloss einbauen für etwas wofür sie nichts kann? Da der Mensch ein elektrisches Wesen ist, alles Leben von natürlicher Strahlung abhängt, die in richtigem Maße gegeben ist, war selbst für die Evolution nicht vorhersehbar, dass es einmal ein Jahrhundert geben wird, in dem es das "alles wissende Wesen" Mensch als das allein Wahre ansieht, sich Tag und Nacht mit gepulster künstlicher Strahlung zu umgeben und dabei auf der Meinung zu beharren, dies hätte auf Mensch und Umwelt keine Auswirkungen.

"Auf der anderen Seite sind Placebo und Nocebo-Effekte wissenschaftlich untersucht und anerkannt...und bieten auch eine Erklärung für den in diversen anekdotischen Fallberichten reklamierten Behaldlungserfolg von Alternativmedizinern."

Diese Effekte gibt es unbestritten. Wenn aber eine Nocebo-Studie von Rubin/Witthöft Anlass ist zu einer Pressemeldung der Uni-Mainz und wesentliche Zahlen zum richtigen Verständnis nicht genannt werden, dann ist das in meinen Augen irreführend. Wenn diese Studie dann fast ausschließlich auf elektrosensible Personen bezogen wird, obwohl ganz normale Probanden, die wahrscheinlich zum größten Teil Funk-Technik sogar benützen, zumindest die Mehrzahl der Teilnehmer darstellten, dann ist das in meinen Augen nicht ehrlich. Wenn dies dazu benutzt wird, den Medien zu unterbreiten, keine Berichte mehr über diesen Personenkreis zu bringen, es sei denn, es ist vorher mit gängiger Wissenschaft abgecheckt, dann sehe ich das als Einschränkung der Pressefreiheit. Zweck: Jegliche Kritik an Mobilfunk zu unterbinden.

Wenn jemand z.B. plötzlich massive Beschwerden bekommt, nichts von einer Aufrüstung des in der Nähe stehenden Mobilfunkmasts mit UMTS weiss, erst nach Wochen davon erfährt und, obwohl nicht weniger als 33 Jahre bei der Flugsicherung beschäftigt, trotzdem als Phobiker, Spinner einem Placebo oder Nocebo-Effekt Erlegener ist, dann ist das nicht mehr normal. Wenn es einem Kampfjet-Piloten mit Tausenden von Flugstunden genauso ergeht, dann ist das einfach nur noch lächerlich. Dass zu diesen Tätigkeiten nicht Bambustrommel und Hellsehen gehört, sondern Antennen und Funk, das weiß jedes Kind aber nicht Funkfanatiker und Elektrogehirne.

Einer der Radarsoldaten wollte sich nach sieben Operationen ein Schmerzensgeld erstreiten. Sofort abgelehnt: Er kann es nicht beweisen. Was nicht bewiesen werden soll, das wird m.E. auch nicht bewiesen.

Eva Weber