Elektrosmog verwirrt den Magnetsinn von Vögeln
Vögel verlieren die Orientierung am Erdmagnetfeld, wenn sie in den Einflussbereich anderer Felder geraten.
Dass wir von etwas magnetisch angezogen werden, ist nur so eine Redeweise, wir haben ja keinen Magnetsinn, daran glaubte allenfalls Franz Anton Mesmer! Oder beeinflussen uns die Felder doch? Ende der 1970er-Jahre führte Robin Baker, Zoologe der Uni Manchester, Probanden mit verbundenen Augen kreuz und quer durch die Stadt. Dann nahm er ihnen die Augenbinde ab und bat sie, zum Ausgangspunkt der Wanderung zu weisen. Das gelang denen schlechter, die außer Augenbinden noch etwas am Kopf trugen, einen Stabmagneten.
Daraus schloss Baker, dass Menschen sich am Erdmagnetfeld orientieren, und dass andere Felder alles verwirren. Das schaffte es rasch in höchstrangige Journals, aber es konnte von niemandem reproduziert werden. Und dass es überhaupt einen Magnetsinn gibt, war relativ neu, 1965 hatte ihn Wolfgang Wiltschko (Frankfurt) an Zugvögeln entdeckt. Inzwischen hat er sich bei vielen Tieren gefunden, und bei Vögeln ist der Nachweis derart Routine, dass das Experiment zur Ausbildung der Studenten gehört, etwa an der Uni Oldenburg: Dort testet man Zugvögel in Holzhütten, man manipuliert ihre Flugrichtung durch Veränderungen von Magnetfeldern.
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Elektrosmog verwirrt den Magnetsinn von Vögeln
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Mahner
Magnetkompass von Rotkehlchen wird durch Esmog gestört
Magnetkompass von Rotkehlchen wird durch Esmog gestört
Presseinfo
Universität Oldenburg
07.05.2014
Sperrfrist: Mittwoch, 7. Mai, 19.00 Uhr Elektrosmog stört Orientierung von Zugvögeln
Internationale Studie in „Nature“ erschienen
Oldenburg. Elektrosmog hat unterhalb bestimmter Grenzwerte keine Auswirkungen auf biologische Prozesse oder gar auf die menschliche Gesundheit – das galt bisher als Stand der Wissenschaft. Erstmals konnte nun ein Forscherteam um Prof. Dr. Henrik Mouritsen, Biologe und Lichtenberg-Professor an der Universität Oldenburg, nachweisen: Der Magnetkompass von Rotkehlchen versagt komplett, sobald elektromagnetische Störungen im Mittelwellenbereich auf die Vögel einwirken – selbst wenn die Signale nur ein Tausendstel des von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als unbedenklich eingestuften Grenzwerts betragen. Die von den neun Oldenburger Wissenschaftlern gemeinsam mit Prof. Dr. Peter J. Hore von der University of Oxford (Großbritannien) durchgeführten langjährigen Forschungen sind jetzt unter dem Titel „Anthropogenic electromagnetic noise disrupts magnetic compass orientation in a migratory bird“ (Von Menschen verursachtes elektromagnetisches Rauschen stört die Magnetkompass-Orientierung von Zugvögeln) in der aktuellen Ausgabe der renommierten englischsprachigen Fachzeitschrift Nature erschienen. Nature unterstreicht die Bedeutung der Studie, indem sie sie zum Titelthema der Ausgabe vom 15. Mai macht.
„Wir konnten mit unseren Versuchen einen eindeutigen und reproduzierbaren Effekt menschlich verursachter elektromagnetischer Felder auf ein Wirbeltier dokumentieren. Diese Störungen stammen nicht von Stromleitungen oder Mobilfunknetzen“, betont Mouritsen. Das elektromagnetische Rauschen im Frequenzbereich zwei Kilohertz bis fünf Megahertz stamme im Wesentlichen von Elektrogeräten. „Die Auswirkungen der schwachen elektromagnetischen Felder sind bemerkenswert: Sie stören die Funktion eines gesamten sensorischen Systems bei einem gesunden höheren Wirbeltier.“
Am Anfang stand der Zufall: Seit etwa fünfzig Jahren ist bekannt, dass Zugvögel das Magnetfeld der Erde nutzen, um im Frühjahr und Herbst ihre Zugrichtung zu bestimmen. Biologen konnten dies in zahlreichen Experimenten nachweisen, bei denen sie die Navigationsfähigkeiten der Vögel in so genannten Orientierungskäfigen untersuchten. „Wir waren daher überrascht, als wir bei unseren Versuchen feststellten, dass Rotkehlchen in Holzhütten auf dem Campus der Universität Oldenburg nicht ihren Magnetkompass nutzen konnten“, erklärt Mouritsen.
Dr. Nils-Lasse Schneider, Elektrophysiologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter in Mouritsens Arbeitsgruppe, hatte die zündende Idee: Er schlug vor, die Versuchshütten und damit auch die Orientierungskäfige mit geerdeten Aluminiumplatten abzuschirmen. Die Abschirmung ließ das für die Navigation der Vögel entscheidende statische Magnetfeld der Erde unberührt, dämpfte aber das zeitabhängige elektromagnetische Rauschen – den Elektrosmog – innerhalb der Hütten. Die Wirkung war verblüffend: Die Vögel hatten plötzlich keine Probleme mehr, sich zu orientierten, und fanden ihre Zugrichtung. „Unsere Messungen der Störungen deuteten darauf hin, dass wir per Zufall ein biologisches System entdeckt hatten, das empfindlich auf vom Menschen verursachten Elektrosmog im Frequenzbereich bis zu fünf Megahertz reagiert“, sagt Mouritsen.
Überraschend dabei sei gewesen: Die Intensität der Störungen lag weit unter den Grenzwerten der Internationalen Kommission für den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP) und der WHO, so der Biologe.
Den beobachteten Effekt sicher zu beweisen, war für Mouritsen und sein Team eine große Herausforderung: „Wir haben bewusst über sieben Jahre hinweg zahlreiche Experimente durchgeführt und belastbare Beweise gesammelt, um vollkommen sicher zu gehen, dass es den Effekt tatsächlich gibt.“ So führten seine Doktoranden unter Leitung von Svenja Engels zahlreiche so genannte Doppelblindversuche durch. Mehrere Generationen von Studierenden wiederholten auf dem Oldenburger Campus unabhängig voneinander die Experimente. Dabei zeigte sich: Sobald die Erdung entfernt wurde oder das elektromagnetische Breitbandrauschen absichtlich innerhalb der abgeschirmten und geerdeten Holzhütten erzeugt wurde, büßten die Vögel ihre Fähigkeit zur magnetischen Orientierung wieder ein.
Die Wissenschaftler konnten zudem nachweisen: Die Störeffekte werden durch elektromagnetische Felder hervorgerufen, die einen viel breiteren Frequenzbereich in einer weit geringeren Intensität abdecken, als frühere Untersuchungen vermuten ließen. Dieses elektromagnetische Breitband-Rauschen ist im urbanen Umfeld allgegenwärtig. Es entsteht überall dort, wo Menschen elektrische Geräte benutzen. Erwartungsgemäß ist es in ländlicher Umgebung deutlich schwächer. Und tatsächlich: Anders als auf dem Campus der Universität funktionierte der Magnetkompass der Rotkehlchen in Orientierungskäfigen, die ein bis zwei Kilometer vor den Toren der Stadt aufgestellt wurden, auch ohne Abschirmung und Erdung. „Natürlich sind die Auswirkungen des Elektrosmogs auf den Vogelzug somit lokal begrenzt. Dennoch sollten uns diese Ergebnisse zu denken geben – sowohl was die Überlebenschancen der Zugvögel als auch was mögliche Effekte für den Menschen angeht, die es noch zu untersuchen gilt“, so Mouritsen.
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Universität Oldenburg
07.05.2014
Sperrfrist: Mittwoch, 7. Mai, 19.00 Uhr Elektrosmog stört Orientierung von Zugvögeln
Internationale Studie in „Nature“ erschienen
Oldenburg. Elektrosmog hat unterhalb bestimmter Grenzwerte keine Auswirkungen auf biologische Prozesse oder gar auf die menschliche Gesundheit – das galt bisher als Stand der Wissenschaft. Erstmals konnte nun ein Forscherteam um Prof. Dr. Henrik Mouritsen, Biologe und Lichtenberg-Professor an der Universität Oldenburg, nachweisen: Der Magnetkompass von Rotkehlchen versagt komplett, sobald elektromagnetische Störungen im Mittelwellenbereich auf die Vögel einwirken – selbst wenn die Signale nur ein Tausendstel des von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als unbedenklich eingestuften Grenzwerts betragen. Die von den neun Oldenburger Wissenschaftlern gemeinsam mit Prof. Dr. Peter J. Hore von der University of Oxford (Großbritannien) durchgeführten langjährigen Forschungen sind jetzt unter dem Titel „Anthropogenic electromagnetic noise disrupts magnetic compass orientation in a migratory bird“ (Von Menschen verursachtes elektromagnetisches Rauschen stört die Magnetkompass-Orientierung von Zugvögeln) in der aktuellen Ausgabe der renommierten englischsprachigen Fachzeitschrift Nature erschienen. Nature unterstreicht die Bedeutung der Studie, indem sie sie zum Titelthema der Ausgabe vom 15. Mai macht.
„Wir konnten mit unseren Versuchen einen eindeutigen und reproduzierbaren Effekt menschlich verursachter elektromagnetischer Felder auf ein Wirbeltier dokumentieren. Diese Störungen stammen nicht von Stromleitungen oder Mobilfunknetzen“, betont Mouritsen. Das elektromagnetische Rauschen im Frequenzbereich zwei Kilohertz bis fünf Megahertz stamme im Wesentlichen von Elektrogeräten. „Die Auswirkungen der schwachen elektromagnetischen Felder sind bemerkenswert: Sie stören die Funktion eines gesamten sensorischen Systems bei einem gesunden höheren Wirbeltier.“
Am Anfang stand der Zufall: Seit etwa fünfzig Jahren ist bekannt, dass Zugvögel das Magnetfeld der Erde nutzen, um im Frühjahr und Herbst ihre Zugrichtung zu bestimmen. Biologen konnten dies in zahlreichen Experimenten nachweisen, bei denen sie die Navigationsfähigkeiten der Vögel in so genannten Orientierungskäfigen untersuchten. „Wir waren daher überrascht, als wir bei unseren Versuchen feststellten, dass Rotkehlchen in Holzhütten auf dem Campus der Universität Oldenburg nicht ihren Magnetkompass nutzen konnten“, erklärt Mouritsen.
Dr. Nils-Lasse Schneider, Elektrophysiologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter in Mouritsens Arbeitsgruppe, hatte die zündende Idee: Er schlug vor, die Versuchshütten und damit auch die Orientierungskäfige mit geerdeten Aluminiumplatten abzuschirmen. Die Abschirmung ließ das für die Navigation der Vögel entscheidende statische Magnetfeld der Erde unberührt, dämpfte aber das zeitabhängige elektromagnetische Rauschen – den Elektrosmog – innerhalb der Hütten. Die Wirkung war verblüffend: Die Vögel hatten plötzlich keine Probleme mehr, sich zu orientierten, und fanden ihre Zugrichtung. „Unsere Messungen der Störungen deuteten darauf hin, dass wir per Zufall ein biologisches System entdeckt hatten, das empfindlich auf vom Menschen verursachten Elektrosmog im Frequenzbereich bis zu fünf Megahertz reagiert“, sagt Mouritsen.
Überraschend dabei sei gewesen: Die Intensität der Störungen lag weit unter den Grenzwerten der Internationalen Kommission für den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP) und der WHO, so der Biologe.
Den beobachteten Effekt sicher zu beweisen, war für Mouritsen und sein Team eine große Herausforderung: „Wir haben bewusst über sieben Jahre hinweg zahlreiche Experimente durchgeführt und belastbare Beweise gesammelt, um vollkommen sicher zu gehen, dass es den Effekt tatsächlich gibt.“ So führten seine Doktoranden unter Leitung von Svenja Engels zahlreiche so genannte Doppelblindversuche durch. Mehrere Generationen von Studierenden wiederholten auf dem Oldenburger Campus unabhängig voneinander die Experimente. Dabei zeigte sich: Sobald die Erdung entfernt wurde oder das elektromagnetische Breitbandrauschen absichtlich innerhalb der abgeschirmten und geerdeten Holzhütten erzeugt wurde, büßten die Vögel ihre Fähigkeit zur magnetischen Orientierung wieder ein.
Die Wissenschaftler konnten zudem nachweisen: Die Störeffekte werden durch elektromagnetische Felder hervorgerufen, die einen viel breiteren Frequenzbereich in einer weit geringeren Intensität abdecken, als frühere Untersuchungen vermuten ließen. Dieses elektromagnetische Breitband-Rauschen ist im urbanen Umfeld allgegenwärtig. Es entsteht überall dort, wo Menschen elektrische Geräte benutzen. Erwartungsgemäß ist es in ländlicher Umgebung deutlich schwächer. Und tatsächlich: Anders als auf dem Campus der Universität funktionierte der Magnetkompass der Rotkehlchen in Orientierungskäfigen, die ein bis zwei Kilometer vor den Toren der Stadt aufgestellt wurden, auch ohne Abschirmung und Erdung. „Natürlich sind die Auswirkungen des Elektrosmogs auf den Vogelzug somit lokal begrenzt. Dennoch sollten uns diese Ergebnisse zu denken geben – sowohl was die Überlebenschancen der Zugvögel als auch was mögliche Effekte für den Menschen angeht, die es noch zu untersuchen gilt“, so Mouritsen.
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Mahner
FAZ: Verblüffende Studie - Zerstörerischer Elektrosmog
FAZ
07.05.2014
Verblüffende Studie
Zerstörerischer Elektrosmog
Gewöhnlicher Elektrosmog gilt für Menschen bislang als harmlos. Diese Sicherheit gerät nun ins Wanken. Experimente zeigen: Strahlung von Haushaltsgeräten vermag ganze Sinnesorgane lahmzulegen - und zwar von Zugvögeln. […]
Den gesamten Beitrag findet man unter:
http://www.faz.net/aktuell/wissen/verbl ... 27883.html
Video Prof. Dr. Henrik Mouritsen
“Elektrosmog stört Orientierung von Zugvögeln”
http://www.youtube.com/watch?feature=pl ... 88jQKUyPEs
07.05.2014
Verblüffende Studie
Zerstörerischer Elektrosmog
Gewöhnlicher Elektrosmog gilt für Menschen bislang als harmlos. Diese Sicherheit gerät nun ins Wanken. Experimente zeigen: Strahlung von Haushaltsgeräten vermag ganze Sinnesorgane lahmzulegen - und zwar von Zugvögeln. […]
Den gesamten Beitrag findet man unter:
http://www.faz.net/aktuell/wissen/verbl ... 27883.html
Video Prof. Dr. Henrik Mouritsen
“Elektrosmog stört Orientierung von Zugvögeln”
http://www.youtube.com/watch?feature=pl ... 88jQKUyPEs
Brieftauben
Ich möchte hier eine Geschichte erzählen, mindestens 4 Jahre her, die ich bei einer Tasse Kaffee an einem Bistrotischchen in einem REWE-Geschäft erfuhr.
Ich stand dort mit meinem Kaffee, da kam ein Herr dazu, ebenfalls mit einer Tasse Kaffee in der Hand. Er stellte diese ab, nahm sein Handy heraus und schickte sich an, zu telefonieren. Herrschaftseiten, geht das schon wieder los! Ich bat ihn, sich ein wenig zu gedulden, ich werde meinen Kaffee schnell austrinken, damit er telefonieren kann, denn ich vertrage das nicht.
Der Herr aber stutzte und wollte Näheres wissen. Dabei erzählte er von seinem Freund, der schon seit Jahrzehnten begeisterter Brieftaubenzüchter ist. In dessen Nähe kam ein Mobilfunkmast. Er wunderte sich sehr, dass die Tauben nicht mehr die gewohnte Anflugroute nahmen. Sie flogen anders an und das hat sich auch nicht mehr geändert.
Wohlgemerkt, das wurde mir so erzählt!
Mittlerweile ärgert es mich tatsächlich maßlos, dass ich als Bürgerin nicht mehr das geringste Recht in diesem Lande habe. Sei es in öffentlichen Verkehrsmitteln, Gaststätten, Geschäften, d.h. ich sehe mich nicht mehr als Bürgerin, sondern als etwas, was zu verschwinden hat, wo immer es sich befindet und auftaucht - nur wohin, das sagt mir keiner.
Eva Weber
Ich stand dort mit meinem Kaffee, da kam ein Herr dazu, ebenfalls mit einer Tasse Kaffee in der Hand. Er stellte diese ab, nahm sein Handy heraus und schickte sich an, zu telefonieren. Herrschaftseiten, geht das schon wieder los! Ich bat ihn, sich ein wenig zu gedulden, ich werde meinen Kaffee schnell austrinken, damit er telefonieren kann, denn ich vertrage das nicht.
Der Herr aber stutzte und wollte Näheres wissen. Dabei erzählte er von seinem Freund, der schon seit Jahrzehnten begeisterter Brieftaubenzüchter ist. In dessen Nähe kam ein Mobilfunkmast. Er wunderte sich sehr, dass die Tauben nicht mehr die gewohnte Anflugroute nahmen. Sie flogen anders an und das hat sich auch nicht mehr geändert.
Wohlgemerkt, das wurde mir so erzählt!
Mittlerweile ärgert es mich tatsächlich maßlos, dass ich als Bürgerin nicht mehr das geringste Recht in diesem Lande habe. Sei es in öffentlichen Verkehrsmitteln, Gaststätten, Geschäften, d.h. ich sehe mich nicht mehr als Bürgerin, sondern als etwas, was zu verschwinden hat, wo immer es sich befindet und auftaucht - nur wohin, das sagt mir keiner.
Eva Weber