Vorwort
Es war einmal, da hatte ich noch großes Vertrauen in das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und seinen Präsidenten Dr. Wolfram König. Sagte er doch in etwa: "Eltern sollten ihre Kinder möglichst von dieser Technik ferne halten." Doch nach ein paar Jahren begann mein Vertrauen in Schutzbehörden zu schwinden. Mittlerweile werden die gesundheitlichen Beschwerden durch Mobilfunk von keinem Amt mehr ernst genommen. Betroffene Menschen sind Phobiker und man setzt alles daran, dass es auch bei dieser Beurteilung bleibt. Es gibt nicht die geringste Sorge um Kinder, seien sie noch so klein. Wenn angeblich doch, so erscheint dies vorgeschoben, denn Funkaufrüstung hat bis ins letzte Zimmer zu erfolgen (Wlan, Smart Meter, Smart Home usw. ) Meiner Auffassung nach besteht lediglich Sorge darum, dass Auswirkungen von gepulster elektromagnetischer Strahlung einmal nicht mehr von der Hand zu weisen sind.
Der Weihnachtsbrief des "kleinen Nikolaus" galt dem Präsidenten Dr. Wolfram König, der nun nicht mehr für nicht ionisierende Strahlung zuständig ist. Damals 2008 bestand m.E. doch noch die Möglichkeit, mehr an die Kinder zu denken (DMF in etwa: über Kinder weiß man wenig) im Gegensatz zur aussichtslosen Lage von heute, wo doch schon KITA-Kinder mit Smartphones und Tablets ausgerüstet werden sollen. Jedenfalls glaube ich, kann ich nach nunmehr neun Jahren den Brief des "kleinen Nikolaus" veröffentlichen.
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Weihnachten 2008
Sehr geehrter Herr Strahlenpräsident!
Ich bin noch ganz klein, und ich muss Dich was fragen. Warum tust Du nichts gegen diese vielen Strahlen? Nicht einmal der Mama-Papa-Kinderministerin sagst Du was! Dem Bäume- und Luftminister sagst Du auch nicht alles was Du weißt. Du könntest auch was in die Zeitung schreiben. Alles was wichtig ist, steht in der Zeitung, sagt mein Papa.
Woher sollen mein Papa und meine Mama wissen, dass so viele Strahlen nicht gut sind? Mama und
Papa haben vier Händis. Sie liegen im Haus herum. Es gibt kein richtiges Telefon mehr. Auch die Mama von meinem Freund hat es weg, weil es billiger ist. Alles geht bei uns mit diesen Strahlen, auch das Internet. Damit ich nicht über die Kabel falle, sagt Papa. Als ob ich so dumm bin! Vor dem Haus steht noch so ein doofer Mast. Der Baum davor ist gestorben, ganz langsam. Jetzt ist er abgesägt, und ich habe ihn so gebraucht! Papa sagt, man braucht den Mast, sonst bricht die Welt zusammen!
Ich werde einmal Pilot von einem großen Jumbo! Da muss ich ganz viel lernen! Wenn es mir aber
so geht wie meinem großen Bruder, so kann ich kein Pilot werden. Er hat immer Kopfweh und
nimmt jeden Tag Tabletten und auch noch was gegen dass er nicht immer so herum zappelt. In
der Nacht gibt er keine Ruhe im Bett. Ich weiß das, weil ich bei ihm schlafe. Mama schimpft schon in der Früh weil er nicht aufsteht. Ich sehe, dass er noch so müde ist und Mama sieht das nicht!
Er macht immer so lange Hausaufgaben und doch sind die Noten so schlecht. Er geht jetzt zum Kinderpsigologen. Der spricht mit ihm. Mein großer Bruder ist aber gescheit! Alle sagen das und ich weiß es. Papa schimpft und sagt, dass er faul ist und so langweilig. Das macht meinen großen Bruder immer so traurig. Manchmal wird er dann auch böse und wirft alles im Zimmer herum, nur nicht sein Händi und sein Notbuck. Ich habe Angst, dass er noch ganz krank wird!
Immer wenn ich zu Hause bin , kriege ich ein rotes Gesicht und ganz rote Augen. Dann kommt Mama mit einer Salbe die nicht hilft und Tropfen in die Augen, und die gehen immer von selber zu, und sie sagt immer „so ein Theater, so ein Theater!“
Manchmal muss ich auch noch in diesem komischen Kinderwagen sitzen und Mama steckt ihre zwei Händis in die Tasche hinter meinem Rücken. Ich will das nicht, und sie sagt immer , „plärr nicht so rum!“ . Ohne Händi kann sie nicht auf die Straße, weil sofort überall was passiert, dabei passiert immer gar nichts! Mama wird bestimmt krank, wenn sie kein Händi dabei hat, weil die Welt zusammenbricht .
Wenn ich groß bin, geht es mir dann vielleicht noch viel schlechter wie meinem großen Bruder, weil ich noch so klein bin, dass man mich gar nicht sehen könnte vor lauter Strahlen, wenn die Strahlen nicht so durchsichtig wären.
Wenn ich groß bin und es geht mir noch schlechter wie meinem großen Bruder, Herr Strahlenpräsident, bist Du schon alt oder wie mein Opa schon tot. Dann kannst Du nichts mehr machen, und dann tut es Dir Leid.
Dein kleiner Nikolaus
Eva Weber, durch Mobilfunk geschädigt.