Mobilfunkreligion

conviva

Mobilfunkreligion

Beitrag von conviva » 2. Oktober 2018 10:05

https://www.daserste.de/information/rat ... o-102.html

Funklöcher sind das moderne Tor zur Hölle. Wem dieser Begriff übertrieben erscheint, sei empfohlen nachzuschauen, wer ihn einsetzt.
Intro zur ARD-Sendung "Der beste Deal", Montag, 01.10.2018 ARD, 20:15 Uhr:
Wer kennt das nicht: Mitten im Gespräch reißt die Handyverbindung ab. Funkloch-Hölle Deutschland.
https://www.daserste.de/information/rat ... r-100.html
Und dann sofort in die Vollen.
Im Notfall – kein Netz!
Ein sonniger Herbst-Spaziergang – irgendwo mitten im Wald. Plötzlich laute Rufe – eine ältere Dame liegt am Wegesrand, sie ist verletzt, braucht dringend Hilfe. Und dann das: kein Handynetz, absolute Funkstille, keine Möglichkeit, einen Rettungswagen zu rufen und erst recht keine Möglichkeit, die verletzte Frau genau zu orten. Ein absoluter Albtraum.


Keine Angst, es war nur ein Spiel der Filmemacher - mit der Angst.

Genau das ist unseren Moderatoren Annabell Neuhof und Yared Dibaba passiert. Ein echter Schockmoment. Was die beiden nicht wussten: Ihr Team hat sie mit einem Lockvogel bewusst in diese Situation gebracht. Für die beiden ein Anlass, ein paar unbequeme Fragen zu stellen: Warum gibt es im Jahr 2018 überhaupt noch so viele Funklöcher? Wo ist es besonders schlimm?
Hier die erschütternde Nummer: https://www.daserste.de/information/rat ... o-102.html

Schrecklich, wenn Leute im Wald plötzlich bemerken, das sie dort keinen Empfang haben. Dem könnte leicht abgeholfen werden, indem sie lernen ihr Handy dafür richtig einzusetzen. Sie könnten sich auf ihrem Handy anzeigen lassen, wo sie sich in einen Bereich mit schlechterem oder fehlendem Empfang bewegen und dann bewussst und selbstverantwortlich entscheiden, worauf sie sich einlassen. Ein Interview im Video zu dieser Frage zeigt, wie naiv sich Menschen in einer infantilen Haltung verfangen - lassen-, wenn es um einen unhinterfragbaren, alternativlosen, absoluten Anspruch auf Mobilfunkverbindung geht.
Der gesamte Film ist eine Propaganda für infantilisiertes Anspruchsverhalten auf totalen Handyempfang. In einem Land, in dem Jahrzehnte lang "bequem" Pflegenotstand und dreckige Schultoiletten hingenommen werden.

Hans-U. Jakob
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Registriert: 10. Februar 2007 15:37

Re: Mobilfunkreligion

Beitrag von Hans-U. Jakob » 3. Oktober 2018 09:36

Wi wärs ächt we dä Toggu z’ersch es mau e Nothäuferkurs bsuecht hät? De wüsst är jtz was är z’tüe het u müesst nid so blööd nach emne Netz pääge. Uf däm Waudwäg cha sowiso ke Rettigswage fahre!
Hansueli, dä vo Schwarzeburg.

conviva

Re: Mobilfunkreligion

Beitrag von conviva » 3. Oktober 2018 14:35

Hans-U. Jakob hat geschrieben:
3. Oktober 2018 09:36
Wi wärs ächt we dä Toggu z’ersch es mau e Nothäuferkurs bsuecht hät? De wüsst är jtz was är z’tüe het u müesst nid so blööd nach emne Netz pääge. Uf däm Waudwäg cha sowiso ke Rettigswage fahre!
Hansueli, dä vo Schwarzeburg.

https://www.ndr.de/nachrichten/Marode-S ... en136.html
Nicht nur die Straßen leiden.
Es sind ja nicht nur Straßen, die unter dem Sanierungsstau leiden - es sind auch: Schulgebäude und Sportstätten, Grünanlagen und Grundstückserschließungen, Kanalisationssysteme und Kommunikationsleitungen, in die über Jahre und Jahrzehnte kaum investiert worden ist. In etlichen Kreisen wurde die komplette technische Infrastruktur systematisch vernachlässigt.

Auf solchen Straßen sollen automatische Autos fahren, an den Laternen solcher Straßen sollen alle paar 100-Meter 5G-Antennen prangen (kann für den Gebrauch einer Antischlagloch-App ganz nützlich sein), in solchen Schulen sollen Kinder mit WLAN ins "digitale" Zeitalter abgehoben werden.

Eva Weber
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Re: Mobilfunkreligion

Beitrag von Eva Weber » 3. Oktober 2018 16:10

Kein Netz

Das war eine so blödsinnige Reklame, dass ich den Film nach ca. 10 Minuten wegtat. Dass ich mir generell anschaue und zwar bis zum Schluss, was über Mobilfunk kommt, konnte ich bei diesem billigen Zeugs nicht durchhalten.
Es ist wie zu Anfangszeiten des Mobilfunks, wo immer die Notfälle herhalten mussten, solange bis sich endlich selbst vernünftige Leute, beruflich voll fit und engagiert, mitten in der Stadt München ohne Handy nicht mehr aus der Wohnung wagten, weil - es könnte ja was passieren! Das war sozusagen der gekonnte Einstieg in die Abhängigkeit von der Droge Mobilfunk.

Rätselhaft bleibt mir nach wie vor, wie es möglich war, dass die Menschheit ohne Smartphone überhaupt überleben konnte und siehe da, es wurden sogar immer mehr. Irgendwie ein Weltwunder!

Aber tragisch wird es erst richtig, wenn das vernetzte Heim nicht funktioniert, die Bewohner hungern müssen, weil der Kühlschrank ums Verrecken nicht sagen will, woran es ihm gebricht, weil die Waschmaschine dem Menschen nicht sagen kann, wann die Wäsche fertig ist und er wartet und wartet. Und dann erst, wenn der Fitnessstracker versagt und er meint sein Herz schlägt nicht mehr, und die Krankenkasse einen höheren Beitrag verlangt, weil er das Fitnessprogramm nicht schafft, was ihm sein Tracker vorgibt oder die Alexa vorsäuselt, weil er immer noch ein wenig Analoges zu tun hat.
Und erst dann, wenn er endlich völlig entspannt in seinem autonomen Auto sitzt und seine digitale Zeitung liest und dann ruft ihn womöglich der automatische Jemand ans Steuer, um innerhalb von ca. 4 Sekunden das zu tun, wozu sein Auto nicht mehr in der Lage ist. Dann trifft ihn womöglich noch vorm eventuellen Aufprall der Schlag. Also bei mir würde da keiner mehr einen Führerschein bekommen, es sei denn, er hat vorher eine Kampfpilotenausbildung und selbst der bewegt sich nicht zwischen mittlerweile blinden Fußgängern und Radfahrern. Und Alleebäume hat's auch nicht.

Doch man trifft schon auf immer mehr Menschen, denen es langsam zu viel und auch zu blöd wird, aber sie sagen gleichgültig: "Dagegen kann man nichts machen, dagegen ist man machtlos."

Noch eine Bemerkung: Einbrecher sind der Polizei immer ein gutes Stück voraus. Hacker werden es auch sein!

Eva Weber

conviva

Re: Mobilfunkreligion

Beitrag von conviva » 3. Oktober 2018 21:51

:idea: Schlusslicht zum Tag der Einheit des Deutschen Volkes. :idea:

Krebskranker Sportler bekommt keinen Handyvertrag
"Ich könne die Mindestlaufzeit nicht erfüllen"

Der Ex-Stabhochspringer Tim Lobinger ist an Leukämie erkrankt. Jetzt erzählt er in einem Interview, dass er deswegen keinen neuen Handyvertrag abschließen durfte.

http://www.spiegel.de/panorama/leute/ti ... 31417.html

Ob das als ein Hinweis zu werten ist, warum immer mehr Kassen von ihren Kunden verlangen einen Fitnesstracker zu tragen?

conviva

Re: Mobilfunkreligion

Beitrag von conviva » 9. Oktober 2018 18:15

https://www.apple.com/de/airpods/
Eigentlich gehört diese Werbung nicht hier her. Doch solche Sätze bestätigen, dass eine Religion werden soll, was ein Glaube schon ist:
"Wir glauben an eine Zukunft ohne Kabel." "Dieser Glaube steckt hinter dem Design ... ." "Wir stehen erst am Beginn einer Zukunft ganz ohne Kabel, auf die wir seit vielen Jahren hinarbeiten."
Das muss schon etwas ganz Besonderes sein, denn Ähnliches gibt es schon länger. http://ais.badische-zeitung.de/piece/04 ... 271382.jpg

S.a. die Rubrik Schritte in eine funkbasierte Massenmenschenhaltung viewtopic.php?f=2&t=42295

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