Freiburg: Staatsrat: «Potenzial für schädliche Wirkungen»/Re

The Future's black

Freiburg: Staatsrat: «Potenzial für schädliche Wirkungen»/Re

Beitrag von The Future's black » 9. September 2005 12:40

Freitag 9. September 2005, Kanton

«Potenzial für schädliche Wirkungen»

http://www.freiburger-nachrichten.ch/sm ... m?id=46368


Noch fehlen fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse, um alle Fragen rund um die Mobilfunkantennen zu beantworten, schreibt der Staatsrat auf eine Anfrage von SP-Grossrätin Solange Berset bezüglich des Widerstandes in der Bevölkerung.

Da eine Unsicherheit über die gesundheitlichen Folgen von nicht ionisierender Strahlung (NIS) besteht, zeigt der Staatsrat auch Verständnis für die Widerstände in der Bevölkerung gegen den Bau von Mobilfunkantennen.

Doch ohne gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse sei es nicht möglich, die im Raum stehenden Fragen zu beantworten, schreibt der Staatsrat in einer Antwort auf die Frage von SP-Grossrätin Solange Berset bezüglich Widerstand gegen die Mobilfunktantennen.

Wissenschaftliche Studien mangelhaft

Die Frage, ob NIS ein Gesundheitsrisiko darstelle oder nicht, konnte in den bisherigen wissenschaftlichen Studien nicht endgültig beantwortet werden. Wissenschaftlicher Konsens über schädliche Wirkungen besteht nur bezüglich der thermischen und der Stimulationswirkungen, räumt der Staatsrat ein.

Im Bereich der Mobiltelefonie würden diese Symptome aber nur beim Benutzen des Mobiltelefons auftreten. Zu den elektromagnetischen Emissionen der Basisstationen (Mobilfunkantennen) wiederum äussert sich der Staatsrat folgendermassen: «Alle Beobachtungen aus wissenschaftlichen Untersuchungen lassen lediglich ein Potenzial für schädliche oder lästige Wirkungen erkennen; ein Risiko ist nach wissenschaftlichen Massstäben nicht bewiesen, kann aber auch nicht ausgeschlossen werden.»

Massnahmen auf Bundesebene

Der Staatsrat begrüsst denn auch die Entscheidung des Bundesrates ein neues Nationales Forschungsprogramm mit dem Thema «Nicht ionisierende Strahlung; Umwelt und Gesundheit» zu lancieren.

Damit soll der Besorgnis der Bevölkerung Rechnung getragen und die Frage nach der Gefährlichkeit der NIS fundiert beantwortet werden.

Bestimmungen werden eingehalten

Es werde auch darum gehen, die technischen Entwicklungen (insbesondere die technischen Fortschritte bei den Sendeanlagen) genau zu verfolgen, da es sehr wahrscheinlich möglich sein wird, die NIS-Emissionen dank neuer Technologien zu senken. In der Zwischenzeit achte der Staat darauf, so die Antwort, dass die Bestimmungen der NISV beim Errichten einer Mobilfunkantenne ausnahmslos eingehalten werden.

Gestützt auf das heute bestehende Wissen werde damit dem Vorsorgegrundsatz Genüge getan. Ausserdem hätten die betroffenen Personen laut Baurecht - insbesondere während der öffentlichen Auflage von Antennen-Bauvorhaben - die Möglichkeit, ihre Vorbehalte anzumelden und gegebenenfalls Einsprachen einzureichen. il

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© 24 heures Région Lausannoise; 09.09.2005; page 28


Non à une antenne géante

RENENS La Municipalité ne veut pas d'une antenne de 25 mètres de haut à l'entrée est de la localité. Elle a refusé de délivrer le permis de construire à Sunrise qui projetait d'installer un équipement pour la téléphonie mobile à l'angle de la rue de Lausanne et de la rue du Léman. L'entreprise a décidé de faire recours contre la décision de la Municipalité qui jugeait notamment le choix de l'emplacement peu opportun. 2

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© Neue Zürcher Zeitung; 09.09.2005; Seite 17; Nummer 210

Briefe an die NZZ

Zum Antennen-Moratorium

Annemarie Jenal Ammann

«Der Regierungsrat hält fest, es sei den Gemeinden nicht erlaubt, Moratorien in Bezug auf neue UMTS-Antennen auszusprechen» (NZZ 31. 8. 05). Warum wollen wohl manche ein Moratorium? Unsere Schweizer Grenzwerte betragen 4-6 V/m in Innenräumen. Im Aussenbereich (inkl. Verkehrsmitteln) betragen diese aber 40-60 V/m. Im Land Salzburg wurde seitens der Behörde empfohlen, 0,02 V/m infolge GSM-Mobilfunkstrahlung und 0,006 V/m infolge UMTS- Strahlung nicht zu überschreiten. Diese Werte sind durch die gesamteuropäische Erfahrung seit Jahren erhärtet. Der offizielle Grenzwert basiert demgegenüber auf blosser Physik: Der menschliche Körper darf sich nicht übermässig erwärmen. Biologische Studien zu Zellveränderungen, zu Nerven- Reaktionen, zur Durchlässigkeit der Blut-Hirn- Schranke usw. wurden jedoch damals nicht gemacht. Heute aber gibt es solche Studien, und sie sind alarmierend. Zwei aktuelle Krebsstudien (Naila, Deutschland, und Netanya, Israel), ergaben ein 3- bzw. 4-mal höheres Krebsrisiko neben Mobilfunksendern bei 0,2 bis 1,4 V/m. Unverständlich, dass der Bund 6 Jahre nach der Grenzwertfestsetzung nichts dazugelernt hat! Ich bin sicher, dass wenn unsere Schweizer Grenzwerte niedriger wären, einige Gemeinden auch kein Moratorium beschlossen hätten. Braucht es nicht einen Druck aus der Bevölkerung, aus den Gemeindebehörden, aus den Kantonen, damit der Bund endlich einmal diese zu hohen Grenzwerte herabsetzt?

Annemarie Jenal Ammann (Erlenbach)




Antennenbau und Gesundheit

Gemäss der Zürcher Regierung geht es beim Antennenbau um die Durchsetzung der Rechtmässigkeit. Das ist für sie die einzige Handlungsoption. Was aber, wenn bei der voreiligen Anwendung der ungeprüften Technologie des GSM- und UMTS-Mobilfunks Recht zu Unrecht wird? Dann braucht es eben notwendig den mit vollem Recht gesundheitlich motivierten Widerstand der Betroffenen gegen das wirtschaftspolitisch motivierte Diktat des Bundes. Denn auch die Rechtsprechung versagt, weil sie sich diesem Diktat beugt. Kurz: Es geht um den Kampf im Namen der Gesundheit der Bevölkerung gegen staatlich geschützte Wirtschaftsinteressen. Warum verschliesst der Bund als Verordnungsgeber die Augen vor den mittlerweile eindeutigen Erfahrungen mit Beschwerden und Krankheiten, mit hoher Mieterfluktuation und mit unverkäuflich gewordenem Wohneigentum um die Antennen herum? Und warum beschränkt sich die Kantonsregierung auf die Rolle einer blinden und tauben Vollzugsbehörde, statt die Bürger wirksam vor einem der grössten langfristigen Gesundheitsrisiken wirksam zu schützen? Warum vertraut sie dem Bundesrat, wenn dieses Vertrauen doch offensichtlich unberechtigt ist? Die - vom Bundesrat missachtete - Gesetzesbasis für einen vorsorglichen Schutz ist im Umweltschutzgesetz und im Zürcher Gesundheitsgesetz vorhanden.

Peter Schlegel (Esslingen)

Evi

Antennen, Antennenbau, Gesundheit, Gleichgültigkeit, Veranwo

Beitrag von Evi » 10. September 2005 13:09

Immer wieder die gleiche Leier: Die Schädlichkeit der NIS ist wissenschaftlich noch nicht genügend erwiesen. Also wursteln wir halt weiter, bis die Leute reihenweise vom Stängeli fallen.... Wenn's dann soweit ist, sitzen die, die heute die Verantwortung tragen, wahrscheinlich nicht mehr auf ihrem Stuhl und lassen die Nachfolger die Suppe auslöffeln.

Ganz abgesehen davon, dass die Wissenschaft schon recht deutliche Beweise geliefert hat, dass es mehr als genug konsistente Hinweise gibt, dass vor allem die Erfahrungen eine deutliche Sprache sprechen, es kann einfach nicht sein, was nicht sein darf. Alles andere, was behauptet wird, ist schlicht eine Lüge und eine faule Ausrede, um nicht handeln zu müssen.

Was im Fall des Mobilfunks besonders gravierend ist: Die in anderen Fällen so oft angemahnte Eigenverantwortlichkeit, die Forderung nach Prävention, wird den Menschen hier schlicht und einfach aus der Hand genommen. Genau genommen, wird die Schädigung der Volksgesundheit sogar staatlich verordnet. Das muss man sich einmal vorstellen!!

An dieser Stelle sei es nochmals gesagt: Resignieren ist der ganz falsche Weg, denn früher oder später wird es jeden in irgendeiner Form erwischen, sei es, dass er selbst betroffen ist, sei es dass es einen ihm Nahestehenden trifft.

Was mich immer wieder wundert, ärgert, ja auf die Palme bringt, ist die unverständliche Lethargie, mit der Menschen auf die drohende Gefahr nicht reagieren, Angst haben, eine Unterschrift zu leisten, wie sie ängstlich ihren Geldbeutel hüten, wenn von ihnen ein Beitrag für einen anstehenden Rechtsstreit erwartet wird. Derselbe Mensch gibt unbesehen Geld für viel weniger Notwendiges aus.

Ein Nachtessen zu zweit, mit nicht einmal einem besonders guten Wein -eine kurze Freude - wäre etwa der Gegenwert, den man leicht entbehren könnte.

Viele Menschen haben das Verhalten von Lemmingen, die ihren eigenen Untergang organisieren. Erst wenn es zu spät ist, dann erst herrscht Heulen und Zähneknirschen, geht das Wehklagen und die Suche nach den Schuldigen los.

Man müsste den gleichgültigen Zeitgenossen ein paar Knallerbsen unter den Hintern legen, damit sie den Ernst der Lage begreifen und endlich handeln. Es geht derzeit gar nicht mehr um den Einzelnen, wir sitzen längst alle im gleichen Boot.

Im gleichen Boot sitzen auch Eltern, Lehrer und Schulbehörden. Sie haben heute offenbar nicht mehr die nötige Autorität , den Kindern beizubringen, dass nicht alles, was auf den ersten Blick lustig und angenehm, gleichzeitig auch ungefährlich ist. Das Kostbarste, was wir haben, unseren Nachwuchs, lassen wir schädigen, nur weil eine verantwortungslose, geldgierige Industrie vermeintliche Bedürfnisse geweckt hat. Auch dort: Nichtwissen, Nichtwissenwollen, Nichthandelnwollen, Gleichgültigkeit, Weg des geringsten Widerstandes.

Evi

gesuana

Re: Antennen, Antennenbau, Gesundheit, Gleichgültigkeit, Ver

Beitrag von gesuana » 10. September 2005 18:30

Nichtwissen, Nichtwissenwollen schaue ich als das grösste Problem an. Wir geben uns alle erdenkliche Mühe , alle die es wissen ,und es bleibt uns letztlich doch nur übrig zu warten, bis es schlimmer und schlimmer wird, genug schlimm und hoffentlich irgendwann genug offensichtlich
für die anderen .
Habe in den letzten Tagen wieder sehr deutlich gefühlt: Letzten Endes können wir nur bereitstehen für die, die nachkommen , die anklopfen bei uns, wenn sie beginnen , etwas von den Zusammenhängen zu wittern und wir müssen ihnen dann weitergeben was wir erkannt haben. Jedes Drängen und Eifern unsererseits wird höchst undankbar quittiert, so dass man sich oft nur sehr ausgenutzt und in seiner Energie missbraucht fühlt .
Die meisten von uns sind vermutlich selbst betroffen , andere einfach intelligent und couragiert genug, es zu "sehen" und sich für eine Aenderung einzusetzen.- -Aber ich beobachte auch, und das beruhigt mich, dass es tatsächlich nicht mehr nur die feineren Menschen betrifft, der Pegel ist soweit gestiegen, dass auch gröber konstituierte Menschen (alles auf die physische Ebene bezogen) zu schwanken beginnen, ich studiere die Gesichter der Leute , höre Klagen von Bekannten, die vor Monaten noch die Leier drauf hatten, von "macht mir gar nichts"...!- Wir können , glaube ich, damit rechnen , dass die Masse langsam aufgerüttelt wird.- Nur eben, das Problem besteht im Herstellen von Zusammenhängen, von Verbindungen , und dass man so leicht vergisst, wie *gut* es einem vorher gegangen ist, halt ein Medikament schluckt, oder sich mit einer Krankheit abfindet, weil der Arzt sagt, das sei normal... etc. ! Im Artikel von Herr Breunig sehr gut beschrieben.
Dranbleiben Freunde ! gesuana

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