Mitochondrien, Kraftzentren der Zelle, spielen eine wichtige Rolle für die Gesundheit aller Menschen. Die Entstehung von EHS/MCS mit ihrer Vielzahl Symptome scheint noch nicht gänzlich auf einen gemeinsamen Nenner gebracht zu sein. Wir schlagen vor, das komplizierte bio-chemische Geschehen bei EHS/MCS unter dem Aspekt der Labor-Parameter und der Mitochondrien zu betrachteten. Die Labor-Parameter sind wichtig zur Erfassung, Gesundheitsvorsorge und Linderung bei EHS/MCS. Die verbesserte Akzeptanz und Anerkennung von EHS/MCS sind uns ein großes Anliegen - insieme.
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Mitochondrien?
Mitochondrien, zelluläre Kraftwerke, spielen eine entscheidende Rolle für die Energieproduktion der Zellen, indem sie ATP (Adenosintriphosphat) produzieren, das als Energiequelle dient, für verschiedene zelluläre Prozesse. Besonders viele Mitochondrien befinden sich deshalb in Zellen mit hohem Energieverbrauch wie in den Muskel-, Nerven-, Sinnes- und Eizellen. Körperzellen, die keinen Zellkern haben, haben auch keine Mitochondrien.
Mitochondrien - Organe und Organsysteme von A-Z:
Mitochondrien – Darmschleimhautzellen:
Die Mitochondrien der Darmschleimhautzellen (Enterozyten) spielen eine entscheidende Rolle für die Darmgesundheit, die Energieversorgung der Darmbarriere und das Immunsystem. Darmgesundheit: Im Gegensatz zu anderen Körperzellen, die hauptsächlich Glukose (Zucker) verbrennen, nutzen die Mitochondrien der Dickdarmschleimhaut bevorzugt Butyrat (Buttersäure) als Energiequelle. Butyrat wird von nützlichen Darmbakterien durch den Abbau von Ballaststoffen produziert. Fehlt Butyrat, geraten die Mitochondrien in einen Energiemangel, was zu Entzündungen und Zellschäden führen kann. Darmbarriere: Da die Zellen der Darmschleimhaut sich sehr schnell erneuern (alle 3 bis 5 Tage), haben sie einen außergewöhnlich hohen Energiebedarf. Mitochondrien liefern die Energie für die stetige Zellerneuerung und Aufrechterhaltung der Darmbarriere, indem sie die sogenannten Tight Junctions (Verschlusskontakte zwischen den Zellen) mit Energie versorgen. Funktionieren die Mitochondrien nicht richtig, kann dies zu einem durchlässigen Darm führen (Leaky-Gut-Syndrom). Immunsystem: Die Mitochondrien im Darm signalisieren dem Immunsystem, ob Bedrohungen wie pathogene Bakterien vorliegen (Immunregulation) und sie regulieren Entzündungsprozesse. Sind die Mitochondrien der Darmschleimhautzellen geschwächt (z.B. durch eSmog, Umweltgifte, Antibiotika und Fehlernährung), können chronisch-entzündliche Darmerkrankungen entstehen (wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa), das Reizdarmsyndrom (RDS), Nahrungsmittelunverträglichkeiten und chronische Müdigkeit (da ein entzündeter Darm dem gesamten Körper Energie kostet). Eine nährstoffreiche Ernährung mit vielen Ballaststoffen, gesunden Fetten und essenziellen Mikronährstoffen unterstützt die Mitochondrien der Darmschleimhautzellen optimal bei ihrer Energieproduktion. Bio-aktive B-Vitamine (B1, B2, B3, B12) sind unverzichtbar für die geschädigte Darmschleimhaut. Kürzeres Fasten ab 14 Stunden (intermittierendes Fasten) regt die Autophagie (das zelleigene Reinigungsprogramm) an, wodurch geschädigte Mitochondrien in der Darmschleimhaut abgebaut und erneuert werden.
Mitochondrien - Eizellen:
Protozoenzellen oder Eizellen können bis zu 500.000 Mitochondrien enthalten. Zum Vergleich: eine normale Hautzelle hat etwa 200. Die Eizelle ist damit das energetisch reichste Gewebe, das eine Frau jemals in sich trägt. Das ist kein Zufall. Die Eizelle braucht diese Energie für den größten Kraftakt überhaupt, aus zwei Zellen einen Menschen wachsen zu lassen.
Mitochondrien – Hautzellen:
Haarzellen und äußere Hautzellen sind tote und deswegen keine ATP produzierenden Zellen, haben jedoch dieselbe Mitochondrien-Struktur wie ATP produzierende Zellen. In Zellen, die Lipide speichern, gibt es relativ viele Mitochondrien, weil sie eine Menge Energie zur Speicherung der Energie benötigen.
Mitochondrien - Herzmuskelzellen:
In Herzmuskelzellen erreicht der Volumenanteil von Mitochondrien satte 36 Prozent. Herzmuskelzellen (Kardiomyozyten) haben einen besonders hohen Energiebedarf, da sie kontinuierlich kontrahieren müssen. Der hohe Anteil an Mitochondrien der Herzmuskelzellen ermöglicht eine effiziente ATP-Produktion via Zellatmung, wodurch das Herz seine konstante Pumpfunktion aufrechterhalten kann.
Mitochondrien – Leberzellen:
Die Leber spielt eine zentrale Rolle im Stoffwechsel, einschließlich der Entgiftung, der Synthese von Proteinen und der Speicherung von Nährstoffen. Mitochondrien sind u.a. an der Regulation des Stoffwechsels und der Apoptose (programmierter Zelltod) beteiligt, was für die Funktion der Leberzellen von großer Bedeutung ist. Die hohe Anzahl an Mitochondrien ermöglicht es den Leberzellen, effizient auf die wechselnden Energieanforderungen des Körpers zu reagieren. In der Leber finden sich bis zu 6000 Mitochondrien in den stoffwechselaktiven Zellen. Leberzellen haben eine hohe Anzahl an Mitochondrien, weil sie einen hohen Energiebedarf haben.
Mitochondrien - Muskelzellen:
Muskelzellen benötigen eine hohe Energie, um die kontraktive Aktivität der Muskeln zu unterstützen, weshalb sie viele Mitochondrien besitzen, um den Energiebedarf zu decken. In Muskelzellen befinden sich 1000 bis 2000 Mitochondrien pro Zelle, was einen Volumenanteil von etwa 25 Prozent des Zellvolumens darstellt.
Mitochondrien - Nervenzellen des Gehirns:
Im Gehirn ist die kontinuierliche Produktion von ATP (Adenosintriphosphat) durch die Mitochondrien notwendig für das Denken, Erinnern, Koordinieren und die Signalübertragung. Da Neuronen einen besonders hohen Energiebedarf haben, kann jede Nervenzelle mehrere Tausend Mitochondrien enthalten. Im Zellkörper der Neuronen konzentrieren sich die Mitochondrien auf die Energieproduktion und die Proteinsynthese und unterstützen so die Bildung von Neurotransmittern. In den Axonen und Dendriten übernehmen sie die Signalweiterleitung und diverse Funktionen im lokalen Stoffwechsel. U.a. steuern sie zelluläre Stressreaktionen, indem sie den Kalziumhaushalt der Neuronen regulieren und sie sind beteiligt an der Entsorgung beschädigter Zellstrukturen. Dysfunktionen der neuronalen Mitochondrien führen zu Müdigkeit und Leistungsabfall und können, unbehandelt, mit der Zeit zu neurologischen Erkrankungen führen.
Mitochondrien – Schilddrüse:
Die Schilddrüse produziert die wichtigen Schilddrüsenhormone, die den Stoffwechsel und die mitochondriale Funktion regulieren. Das CEIA-Eiweißprofil (auch funktionelle Proteomik oder biodynamisches Eiweiß-Flockungsprofil genannt) ist ein Bluttest, welche u.a. eine Schilddrüsen-Dysbalance aufzeigen kann. Da Schilddrüsenhormone fast alle Stoffwechselprozesse im Körper steuern, hat ein Ungleichgewicht weitreichende Auswirkungen auf den gesamten Organismus. Die Symptome von Hashimoto hingeben können sein: systemischer Energiemangel, der sich als Fatigue, Brain Fog, Kälteempfindlichkeit und Muskelschwäche manifestiert.
Mitochondrien - Sinneszellen:
Sinneszellen (Rezeptorzellen) sind spezialisierte Nervenzellen bzw. Nervenzellanteile für die Reizaufnahme. Unser Alltag wird ständig von einer Vielzahl sensorischer Reize geprägt. Diese spezialisierten erregbaren Zellen wandeln physikalische Reize in elektrische Signale um, die vom Nervensystem verarbeitet werden können. Dieser Vorgang wird als sensorische Transduktion bezeichnet.
Wenn es zur mitochondrialen Schädigung kommt – die Folgen:
Mitochondriale Schädigung wird hervorgerufen durch oxydativen Zellenstress. Die Stressoren können von vielfältiger Art sein, nicht zuletzt ist der eSmog zu nennen, hat er doch drastisch zugenommen. Bei einigen Erkrankungen gilt die Ursache als gesichert. Genannt werden unter anderem neurodegenerative Erkrankungen (Morbus Alzheimer, Morbus Parkinson, Amyotrophe Lateralsklerose), Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Adipositas.
Wenn es zur mitochondrialen Schädigung kam – die Therapie:
B-Vitamine (B1, B2, B3, B12) in ihrer bio-aktiven Form sind unverzichtbar für die Energiegewinnung und den Nährstoffaufbau der Zellen. Diverse Antioxidantien, u.a. auch die Spurenelemente Eisen, Zink, Selen und Kupfer, schützen vor oxidativem Zellenstress. Allgemein wichtig für die Mitochondrien sind Magnesium (Energiestoffwechsel und Enzymreaktionen), Coenzym Q10 (Atmungskette, ATP-Produktion) und Omega-3-Fettsäuren (Flexibilität und Struktur der mitochondrialen Membranen). Kürzeres Fasten ab 14 Stunden (intermittierendes Fasten) regt die Autophagie (das zelleigene Reinigungsprogramm) an, wodurch beschädigte Mitochondrien abgebaut und erneuert werden. Körperliche Aktivität beeinflusst die Mitochondrien grundlegend, wobei die Intensität des Trainings darüber entscheidet, ob die Auswirkung positiv oder negativ ist.