Gedanken zu den Antworten der Projektpartner der TNO-Replika

Elisabeth Buchs

Gedanken zu den Antworten der Projektpartner der TNO-Replika

Beitrag von Elisabeth Buchs » 30. Januar 2005 22:26

Auftraggeber zur TNO-Replikation ist die Forschungsstiftung Mobilkommunikation, welche auch unsere Unabhängigkeit gegenüber den Geldgebern gewährleistet, steht in der Antwort der Projektpartner auf der Gigaherz-Hauptseite zu "Offene Fragen zur Replikation der TNO-Studie". Dies ist die selbe Forschungsstifung, welche die neue Rinderstudie fördert, mit ETH; Orange, Sunrise, Swisscom als Stifter und Nokia Schweiz, Orange, Sunrise und Swisscom als Sponsoren. Und diese Stiftung soll Unabhängigkeit gewährleisten. Dies zu glauben, fällt mir schwer, doch es wird sich weisen, denn an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen...

Dass es keine wissenschaftlich begründeten Hinweise gebe, dass eine einmalige 45 minütige Exposition gegenüber 10 V/m langfristige gesundheitliche Folgen auslösen könnte, beruhigt mich nicht im geringsten. Denn bezüglich einer andern Studie habe ich mal gelesen, dass jegliche Haftung für gesundheitliche Schädigungen durch die Studie ausgeschlossen wird. Ausserdem soll es bis jetzt überhaupt keine wissenschaftlich begründeten Hinweise auf irgendwelche gesundheitlich negativen Auswirkungen wegen Elektrosmog geben. Und trotzdem spüren ich selber und andere Betroffenen genau diese Auswirkungen. Zu den 45 Minuten: es fragt sich, ob dies ausreicht, um den Körper auf eine dem Organismus bis jetzt noch nicht "bekannte" Frequenz/Modulationsart reagieren zu lassen. Der Organismus versucht so lange wie möglich auszuregulieren, bis die Symptome ausbrechen. Dazu ein Beispiel von mir selbst: ich spürte bis vor einigen Jahren "nur" niederfrequente Felder. Bis ich dann etwa 2 Stunden während eines Mittagessens sehr nahe bei zwei Orange-Antennen auf Mobilfunkstrahlung sensibilisiert wurde. Seitdem werde ich diese damals erworbene Ueberempfindlichkeit nicht mehr los. Was mich interessieren würde, ob es schon "Betroffene" von Studien gibt, bei denen dadurch eine Elektrosensibilität ausgebrochen ist oder sich verstärkt hat.

Noch zu den Beschwerden, die ab 60 Jahren gehäuft vorkommen sollen wie Bluthochdruck, Diabetes. 60 Jahre ist doch noch kein Alter, wo solches als selbstverständlich hingenommen werden soll, gerade die beiden erwähnten Beschwerden könnten auch einen Zusammenhang haben zum Elektrosmog. Die Kurzzeitversuche mit jungen, gesunden Probanden mit der Folgerung, dass alles unschädlich sein soll, sind ebenfalls aus andern Studien hinlänglich bekannt.

Mit freundlichen Grüssen

Elisabeth Buchs

thron

Da sucht sogar der Teufel das Weite

Beitrag von thron » 31. Januar 2005 04:17

ZUR AUSSAGE: "Feldstärke von 10V/m: (…) Es gibt keine wissenschaftlich begründeten Hinweise, dass eine einmalige 45 minütige Exposition gegenüber 10 V/m langfristige gesundheitliche Folgen auslösen könnte(…)"

schon nur diese aussage allein zeigt wie die studien-vorabklärungen wohl im mikrowellenherd vorgenommen wurden

die uniklinik lund stellte letztes jahr fest, wie bei 1/1000 der üblichen handy-feldstärke nach 2 stunden 50% aller exponierten rattenhirne durch auflösung der bluthirnschranke stark geschädigt waren.
pikanterweise trat diese schädigung besonders effizient im abstand von 1,5m zur strahlungsquelle auf.

das ganze kann sogar im spiegel-TV-archiv (http://www.spiegel.de/video/0,4916,6930,00.html) in einer sprache angeschaut werden, die sogar naturwissenschaftler verstehen sollten.

man kann also leicht feststellen wie bei dieser studie nicht einmal die studiendesign-relevanten vorabklärungen einigermassen vollständig und auf wissensstand sind.

noch ein vergleich den sogar naturwissenschaftler verstehen sollten:

eine putzfrau die OHNE zeitgemäss-jobkonformem wissen und utensilien zur arbeit antritt schicken wir zum teufel --
naturwissenschaftler mit gleichem habitus hingegen machen wir anscheinend zu steuerfinanzierten professoren, dres., ethik-kommissionsmitglieder oder BAG-verantwortlichen…

…und wie kommen wir dazu?
ganz einfach, nicht mal der teufel will diese naturwissenschaftler in der hölle braten…

(sorry an alle kompetenten, hier nicht angesprochenen putzfrauen und naturwissenschaftler!)

Chris

Re: Verdächtige Eile

Beitrag von Chris » 31. Januar 2005 11:02

Die Eile, mit der sich die mit der Wiederholungsstudie der TNO-Studie Beauftragten zu Wort gemeldet haben, bestärkt mich in der Annahme, dass es sich dabei um einen Versuch um Schadensbegrenzung handelt, denn das Volk ist sehr hellhörig geworden. Die Argumentation, mit der die 10V/m Exposition einerseits, die Eingrenzung der Altersgruppe und die Forderung nach gesunden, aber elektrosensiblen Probanden anderseits verteidigt wird, scheint mir auf sehr tönernen Füssen zu stehen. Die Eile war wohl auch deshalb begründet, weil niemand mehr, der sich auch nur ein bisschen in der Szene auskennt, daran glauben mag, dass eine solche Studie nicht nach den Wünschen der Betreiber „frisiert“ wird, da sie ja als Geldgeber zu 40 Prozent zeichnen. Es tut mir leid, aber in punkto Studien und deren Ergebnisse, sowie deren Interpretation wurde in der Vergangenheit schon so viel Schindluderei getrieben, so dass sich die beteiligten Wissenschafter nicht zu wundern brauchen, wenn der schon so oft gebrannte Beobachter nach dem Feuer sucht, das da neu entzündet wird. Ausserdem: Was sich in einer solch kurzzeitigen Laborstudie feststellen lässt, kann nicht automatisch auf die Langzeitbelastung von Menschen übertragen werden. Diese leben schliesslich unter Alltagsbedingungen, wo auch noch andere Faktoren mitspielen. Diese lassen sich – im Gegensatz zur Bestrahlung mit Mobilfunkwellen, hier mit UMTS – ja nicht ausschalten. Das heisst also: Auch wer in einem solchen Versuch nicht gerade sofort umkippt, wird, wenn er zu den angesprochenen Alltagsbelastungen diesen zusätzlichen Attacken auf seine Gesundheit ausgeliefert ist, entsprechend reagieren, nach dem Prinzip des Tropfens, der das Mass zum Überlaufen bringt.

Für mich und wahrscheinlich für die meisten gilt deshalb die Forderung: ein rigoroser Ausbaustopp für UMTS, solange, bis die entsprechenden Resulate vorliegen und nicht umgekehrt: wir bauen aus und schauen dann, was bei der Studie heraus kommt.

Chris

Evi

Re: Gedanken zu den Antworten der Projektpartner der TNO-Rep

Beitrag von Evi » 31. Januar 2005 14:06

Gerade, was den erhöhten Blutdruck betrifft, haben die Ärzte am Bamberger Kongress in schöner Einmütigkeit darüber berichtet, dass schon bei jüngeren Leuten der Blutdruck total verrückt spielt, dass junge Leute um die 30 plötzlich extrem hohe Blutdruckwerte aufweisen, die sich normalisieren, sobald der Patient das elektromagnetische Feld meidet. Sind sie in ihre gewohnte Umgebung zurück gekehrt, so galoppiert der Blutdruck wieder in abnormale Höhen. Es handelt sich um keine Einzelbeobachtungen, sondern um ein gehäuft auftretendes Phänomen.

Evi

Karl

Re: Gedanken zu den Antworten der Projektpartner der TNO-Rep

Beitrag von Karl » 31. Januar 2005 20:23

Hallo thron,

> pikanterweise trat diese schädigung besonders effizient im abstand von 1,5m zur strahlungsquelle auf.

> das ganze kann sogar im spiegel-TV-archiv (http://www.spiegel.de/video/0,4916,6930,00.html)

Hatten wir hier nicht vor einigen Wochen diese Diskussion
über Fenstereffekte?

Karl

Marianne

Re: Verdächtige Eile

Beitrag von Marianne » 31. Januar 2005 21:20

Was mich in diesem Zusammenhang auch noch interessiert:

Was ist, wenn Probanden vorzeitig den Versuch abbrechen? (So geschehen bei der TNO-Studie) Diese werden dann womöglich in den Ergebnissen gar nicht mehr aufscheinen, dh. es ergäbe sich ein völlig falsches Bild. Richtigerweise müsste es dann nämlich heissen:
von X Probanden haben den Versuch Y Probanden wegen Übelkeit, Herzrasen etc. vorzeitig beendet. Sie müssten dann aber auch ehrlicherweise zu den Fällen gezählt werden, die die "Behandlung" nicht ausgehalten haben. Alles andere wäre Augenwischerei.

Marianne

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