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Die Macht des Konsumenten
Verfasst: 4. Februar 2005 21:53
von Christian Ponleitner
Wer dem Mobilfunk in seiner bestehenden Form kritisch oder ablehnend gegenübersteht, sollte kein Handy haben.
Es ist evident, dass jeder, der ein solches Gerät erwirbt und betreibt auch die Verantwortung dafür mitträgt, dass Menschen erkranken und sterben. Die Schäden für die Natur kommen hinzu. Wer diese Verantwortung annimmt, muss sein Handy aufgeben und danach trachten, möglichst viele andere dazu zu bewegen, das gleiche zu tun. Denn die Macht des Konsumenten scheint derzeit die einzige Kraft zu sein, die rasch Veränderung bringen kann.
Ich frage mich, wieviele der Mobilfunk-Kritiker selbst ein Handy haben, ich frage mich, wieviele von ihnen sich trauen zu ihrem kritischen Standpunkt zu stehen, wenn sie unter Druck gesetzt werden. Ich frage mich, warum bei all den Aufrufen und Aktionen in der Anti-Mobilfunk-Szene kein Appell zu finden ist, der die persönliche Verantwortung in dieser Art und Weise anspricht.
Es riecht nach Tabu. Und vielleicht ist das einer der Faktoren, der diese Bewegung so zäh macht.
Re: Die Macht des Konsumenten
Verfasst: 5. Februar 2005 09:28
von Elisabeth Buchs
Hallo Herr Ponleitner
Wie wärs mit einem Flyer mit einem Bild der Rattenhirne von Salford samt kurzem Kommentar, abzugeben an die Leute, die einem in der Stadt oder sonstwo mit dem Handy am Ohr auffallen. Das braucht jedoch einigen Mut.
Es würde jedoch wohl eindeutig mehr "einfahren" als lange Erklärungen, z.B. dass über eine Mobilunkantenne nur eine gewisse Anzahl von Gesprächen möglich seien, wenn mehr Leute darüber telefonieren wollen, brauche es mehr Antennen, wenn viele Leute telefonieren, sei der Pulsrahmen der Antenne stärker ausgelastet und die Strahlung stärker und evt. schlechter verträglich, wenn man unter schlechten Empfangsbedingungen telefoniere, drehe das Handy voll auf und auch die Antennen passt sich an. Da gibt es sicher einige Leute, die sich bei Handygebrauch sagen, gerade mein Handy, das ich so selten benutze macht doch fast nichts aus und die Antennen kommen sowieso immer bei den andern.
Was auch gut wäre, eine spektakuläre Aktion, ähnlich Greenpeace, mit Strahlenschutzanzügen, Beamerprojektionen, am liebsten auf das Bundeshaus oder beim Forum Mobil und und... Wir können schon einmal anfangen mit Ideen sammeln.
Beim Unterschriftensammeln für die Volksinitiative "Antennenmoratorium" habe ich am Anfang vor allem jene Leute angesteuert, die danach aussahen, dass von ihnen eine Unterschrift zu erhalten sei. Später manchmal auch gerade absichtlich diejenigen mit Handys. Diese lächelten oft verlegen, steckten das Handy weg, einige unterschrieben sogar. Ich wurde auch nie von irgend jemandem angepampt, habe jedoch auch nicht insistiert, wenn jemand nicht unterschreiben wollte. Eine Kollegin rief mich einmal zu einem Befürworter, der sie in eine Diskussion verwickeln wollte, es war ganz interessant seine Meinung und Argumente zu hören. Einmal sagte einer: ich war bei der Swisscom, ich unterschreibe und meine Frau auch...
Mit freundlichen Grüssen
Elisabeth Buchs
Re: Die Macht des Konsumenten
Verfasst: 5. Februar 2005 17:02
von Stöff
Hallo allerseits
es wundert mich nicht, dass die Mobilfunkkritiker sich nicht trauen, Verantwortung zu übernehmen, solange inhaltlich leider fragwürdige Stories veröffentlicht werden.
Ist Ihnen zum Beispiel schon mal ein Träger eines Herzschrittmachers begegnet, der den Schrittmacher auf einem kleinen Mast 50cm oberhalb des Kopfes trug? So müsste nämlich ein Mensch aussehen, der durch die Sender vor der Baarer Gemeindeverwaltung und am Baarer Bahnhof (vgl
www.gigaherz.ch/877) in den "Genuss" der hohen Feldstärken kommen würde. Die Feldstärken auf Herz(-schrittmacher)höhe sind mit grösster Wahrscheinlichkeit weit unter dem Grenzwert.
Schade. Oft ist eben auch das Verschweigen einer Tatsache nicht gescheit. Es würde der Sache mehr dienen und die Glaubwürdigkeit der Mobilfunkgegner stark erhöhen, wenn die Berichterstattung nicht so tendenziös, reisserisch, oft einfach technisch grundfalsch und teilweise fast schon sektiererisch ist.
Ich wünsche Ihnen strahlende (Sonnen-)Tage!
Gruss Stöff
Re: Die Macht des Konsumenten
Verfasst: 5. Februar 2005 18:29
von Evi
Nun machen Sie mal halblang, Stöff! Sie wissen so genau wie wir, dass die elektromagnetische Strahlung Trägern von Herzschrittmachern gefährlich werden kann. Das hat niemand erfunden, sondern es ist heute bereits belegt.
Und was soll der Quatsch, man müsste den Herzschrittmacher 50 cm oberhalb des Kopfes tragen? Dass die von Ihnen angesprochenen Feldstärken, dort wo dieser getragen wird, unter dem Grenzwert liegen, nehmen auch Sie nur als „höchstwahrscheinlich“ an. Nachgemessen haben Sie es ja auch nicht. Die Grenzwerte, wie sie heute gelten, bieten ausserdem überhaupt keinen Schutz, auch das ist Fakt. Sie verdienen die Bezeichnung Grenzwerte nicht einmal, sonst hätten nicht so viele Menschen gesundheitliche Probleme.
Die von Ihnen als reisserisch, tendenziös und technisch grundfalsch bezeichnete Berichterstattung über Sender vor der Baarer Gemeinderverwaltung und am Baarer Bahnhof stammt übrigens nicht von jemandem, der auf der Nudelsuppe daher geschwommen ist, sondern von einem Physiklehrer an einem Gymnasium. Wollen Sie diesem nun mangelnde technische Kenntnisse unterstellen?
Und weil das Feindbild des Kommunismus seit Ende des kalten Krieges nicht mehr zieht und nicht mehr aktuell ist, verlegt man sich darauf, Kritiker in die Ecke der Sekten zu bugsieren. Das aber zieht mittlerweile auch nicht mehr und liest sich reichlich abgedroschen.
Auch Ihnen strahlende (Sonnen)tage, mit der entsprechenden Erleuchtung.
Evi
Re: Die Macht des Konsumenten
Verfasst: 5. Februar 2005 22:43
von Karl
Hallo Herr Ponleitner,
> Die Schäden für die Natur kommen hinzu.
Welche wären das? Bitte konkrete Angaben.
Meinen Sie möglicherweise den bergmännischen Abbau von Tantal und die damit verbundenen Umweltprobleme? Oder das Problem mit dem Elektronikschrott?
Wenn das so gemeint war, dann ist das zwar wahr, gehört aber nicht
direkt zum Thema Elektrosensibilität.
Karl
Re: Die Macht des Konsumenten
Verfasst: 6. Februar 2005 18:11
von Hans-U. Jakob
Moderne Herzschrittmacher beginnen bei gepulsten E-Feldstärken von 3V/m mit Fehlfunktionen, das heisst, sie beginnen den Träger zu reanimieren. Dies deshalb, weil die Elektronik die mit 275 Hz bis 1.74kHz pulsierende Mobilfunkstrahlung als Herzkammerflimmern interpretiert.
Das kann tödlich wirken. Kann, muss aber nicht.
Die papierenen Grenzwerte, das heisst, das, was Herzschrittmacher bewältigen sollten, liegen irgendwo zwischen 70 bis 90V/m. Je nach Frequenz. Leider weiss das der Herzschrittmacher nicht. Vielleicht kann ihm der oberschlaue Stöff das mal kurz beibringen. Mir ist es noch nicht gelungen.
Hans-U. Jakob
Re: Die Macht des Konsumenten
Verfasst: 6. Februar 2005 20:21
von Werner Z.
Zu den Schäden in der Natur empfehle ich Karl Folgendes:
Fahren Sie doch einmal ein paar Stunden durch die Landschaft und schauen Sie aufmerksam nach links und rechts. Dann werden Sie geschädigte Bäume finden, ganze Schneisen von serbelnden Wäldern und Bäume, die sich nach einer Seite neigen, als wollten sie „weglaufen“. Dann brauchen Sie sich nur ein wenig umzusehen und schnell werden Sie die dazugehörige Antenne finden. Weisstannen verändern ihre Nadeln so, dass nicht einmal ein Gärtner sie von Rottannen unterscheiden kann. Reden Sie auch mit Landwirten über ihre Erfahrungen in den Viehställen und mit Tauben- und Hühnerzüchtern. Die werden Ihnen sagen, was sich seit Einführung der Mobilfunktechnik bei ihren Tieren und vor allem bei der Fortpflanzung verändert hat.
Freundliche Grüsse
Werner
Schäden für die Natur
Verfasst: 7. Februar 2005 11:01
von Elisabeth Buchs
Hallo Karl
Konkrete Angaben für Naturschäden können Sie gerne haben.
Schäden an Tieren:
- Gewaltige Mobilfunkschäden auf deutschen Bauernhöfen
(
www.gigaherz.ch/433)
- In Reutlingen geben zwei Mobilfunkanlagen zu reden
(
www.gigaherz.ch/364)
- Missgebildete Tiere durch Handystrahlen
(
www.gigaherz.ch/368)
Waldschäden:
- Honoraris handyotis akutis. Die neue Krankheit
(
www.gigaherz.ch/538)
Mit freundlichen Grüssen
Elisabeth Buchs
Herzschrittmacher oberhalb des Kopfes...
Verfasst: 7. Februar 2005 17:23
von A.Masson
Lieber Stöff,
Sie glauben also, beim Gemeindehaus in Baar müsste man den Herzschrittmacher oberhalb des Kopfes tragen, damit er volle und unerlaubte Feldstärke spürt. Ja, vielleicht... aber nur, wenn es sich um wirklich kopflose und total hirnlose Menschen handelt.
Mal angenommen, eine der Lampen müsse ersetzt werden, das ist ja möglich, oder ? Das ist sogar voraussehbar! Dann muss die schwere Glasverschalung abgehoben werden, oder sehen Sie eine andere Lösung ? An der oberen Schmalseite der Glasglocke, ganz zuoberst und von unten her nicht einsehbar, befinden sich zwei Deckel, unter denen sich wahrscheinlich die Befestigungen zum Wegtragen befinden.
Es kommt also ein Lastwagen mit Hydraulikkran. Der Mann, der die Glasglocke abheben muss, wird seinen Kopf ganz sicher oberhalb der höchsten Stelle halten, damit er die Tragevorrichtung in die beiden vorbereiteten Stellen unter den Plastic-Deckeln einführen kann. Er muss ja sehen, was er tut. Da seine Arme nur Armlänge haben, wird er mit seiner Brust exakt vor der Antenne stehen, Distanz ca. null cm zur Glasglocke. Ich kann es mir anders nicht vorstellen; einen ferngesteuerten Roboter wird man für solche absolut ungefährlichen Antennen jedenfalls nicht benötigen, oder ?
So, dieser Mann weiss womöglich von gar nichts. Möglicherweise realisiert er nicht, dass eine Antenne drin versteckt ist. Wenn er einen Herzschrittmacher trägt, sieht und hört er keine Warnung. Wenn es um lebenswichtige Dinge geht, würde es mich fair dünken, dass dieser Mann selber entscheiden kann, ob er das machen will oder nicht. Aus diesem Grund gehört eine sichtbare, allgemein verständliche Warnung an die Säule angeklebt. Und dies erst recht, wenn es nicht einmal gelingt, die gesetzlichen Grenzwerte einzuhalten.
Was ist reisserisch an diesem Gedanken ? Wieso wird immer so unsorgfältig, schnell und gedankenlos vorgegangen ? Wieso ist es nicht selbstverständlich, dass man auf der sicheren Seite liegen will ? Wenn schon die Gesetze nicht eingehalten werden, wieso will man auch das noch verschweigen ? Ein offener Schachtdeckel auf der Strasse ist auch irregulär, das erwartet man nicht - also gehört eine Absperrung und eine Warnung hin. Bei den Antennen gilt dasselbe.
Die SUVA hat für beruflich mit Hochfrequenz arbeitende Menschen (das ist NICHT der Kran-Bediener zum Abheben der Verschalung der getarnten Mikrozelle!!!) eigene Grenzwerte aufgestellt, welche höher liegen als gemäss NISV (bei 900 MHz z.B. 90 V/m, beim Gemeindehaus in Baar nicht erreicht). In den SUVA-Vorschriften wird ausdrücklich gewarnt, und der Text wird graphisch sogar noch mit einem Kasten hervorgehoben: "Personen mit Herzschrittmachern oder anderen elektromedizinischen Hilfsgeräten sind möglicherweise auch beim Einhalten dieser Grenzwerte ungenügend geschützt. In solchen Fällen ist eine besondere Abklärung erforderlich". (Jan.2003)
A.Masson