Unsinnige Raumplanung
Verfasst: 24. Februar 2005 13:58
© HandelsZeitung; 23.02.2005; Seite 12; Nummer 8
Unsinnige Raumplanung
Zu: «Teure Beschwerdeflut»; Nr. 6 vom 9.2.2005
Die Mobilfunkbetreiber beschäftigen Dutzende von Personen wegen der Einsprachenflut gegen neue Mobilfunkantennen. Das stimmt. Sie besolden aber auch zahlreiche PR-Strategen, um bei den Bürgern die Gefahren dieser Technologie zu verharmlosen. Vermutlich hat ein solcher Branchenvertreter hinter vorgehaltener Hand Ihren Journalisten diesbezüglich informiert. Richtigerweise wird auf krasse Missstände, Bauverzögerungen und kostspielige Leerläufe hingewiesen, deren wahre Ursache aber geflissentlich verschwiegen. Schlimmer noch, der Spiess wird umgekehrt und die Schuld an der ganzen Misere den Mobilfunkgeschädigten in die Schuhe geschoben. Dies ist Ihrer Zeitung nicht würdig und schmälert das Vertrauen des Lesers in seriös recherchierte Artikel. Die Projektierenden von Antennenanlagen gehen bei ihren Vorhaben keineswegs behutsam um, sondern provozieren Einsprachen geradezu.
Ein Beispiel gefällig? Für das Tunnelportal der Bahn 2000 wurde in Thalwil Land enteignet. Seit Inbetriebnahme der neuen SBB-Linie ist der Lärmpegel in den betroffenen Quartieren rund um den Bahnhof Thalwil markant gestiegen. Mieter, die es sich leisten können, ziehen weg. Der Hammer folgt jedoch erst jetzt. Just in diesem Gebiet plant die Swisscom gleich mehrere neue freistehende Türme für UMTS-Antennen. Die angrenzenden Häuser werden ein zweites Mal entwertet, und dies vollkommen entschädigungslos.
Welchem Liegenschaftsbesitzer kann man es nun verargen, wenn er sich durch alle Instanzen zu wehren versucht? Die horrenden Summen solcher Wertvernichtung sollte ein Finanzblatt einmal hochrechnen. Falls die in Ihrem Artikel erwähnten Zahlen über geplante Antennenstandorte nur annähernd stimmen, dürfte auch ein ansehnlicher Teil Ihrer Leserschaft davon betroffen werden.
Aufgabe der Presse ist es, der Sache wirklich auf den Grund zu gehen und die Politik aus dem Busch zu klopfen. Die wahre Ursache des ganzen Schlamassels liegt im Raumplanungsgesetz, das Antennenstandorte ausserhalb von Bauzonen verunmöglicht und somit Wiesen und Wälder besser vor Strahlen schützt als Menschen.
Romeo Vanoli,
Oberrieden
Unsinnige Raumplanung
Zu: «Teure Beschwerdeflut»; Nr. 6 vom 9.2.2005
Die Mobilfunkbetreiber beschäftigen Dutzende von Personen wegen der Einsprachenflut gegen neue Mobilfunkantennen. Das stimmt. Sie besolden aber auch zahlreiche PR-Strategen, um bei den Bürgern die Gefahren dieser Technologie zu verharmlosen. Vermutlich hat ein solcher Branchenvertreter hinter vorgehaltener Hand Ihren Journalisten diesbezüglich informiert. Richtigerweise wird auf krasse Missstände, Bauverzögerungen und kostspielige Leerläufe hingewiesen, deren wahre Ursache aber geflissentlich verschwiegen. Schlimmer noch, der Spiess wird umgekehrt und die Schuld an der ganzen Misere den Mobilfunkgeschädigten in die Schuhe geschoben. Dies ist Ihrer Zeitung nicht würdig und schmälert das Vertrauen des Lesers in seriös recherchierte Artikel. Die Projektierenden von Antennenanlagen gehen bei ihren Vorhaben keineswegs behutsam um, sondern provozieren Einsprachen geradezu.
Ein Beispiel gefällig? Für das Tunnelportal der Bahn 2000 wurde in Thalwil Land enteignet. Seit Inbetriebnahme der neuen SBB-Linie ist der Lärmpegel in den betroffenen Quartieren rund um den Bahnhof Thalwil markant gestiegen. Mieter, die es sich leisten können, ziehen weg. Der Hammer folgt jedoch erst jetzt. Just in diesem Gebiet plant die Swisscom gleich mehrere neue freistehende Türme für UMTS-Antennen. Die angrenzenden Häuser werden ein zweites Mal entwertet, und dies vollkommen entschädigungslos.
Welchem Liegenschaftsbesitzer kann man es nun verargen, wenn er sich durch alle Instanzen zu wehren versucht? Die horrenden Summen solcher Wertvernichtung sollte ein Finanzblatt einmal hochrechnen. Falls die in Ihrem Artikel erwähnten Zahlen über geplante Antennenstandorte nur annähernd stimmen, dürfte auch ein ansehnlicher Teil Ihrer Leserschaft davon betroffen werden.
Aufgabe der Presse ist es, der Sache wirklich auf den Grund zu gehen und die Politik aus dem Busch zu klopfen. Die wahre Ursache des ganzen Schlamassels liegt im Raumplanungsgesetz, das Antennenstandorte ausserhalb von Bauzonen verunmöglicht und somit Wiesen und Wälder besser vor Strahlen schützt als Menschen.
Romeo Vanoli,
Oberrieden