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Die Not in nächster Nähe nicht gesehen

Verfasst: 2. März 2005 08:33
von Evi
- Lawinenkatastrophen – das Volk spendet
- Erdbebenkatastrophen – das Volk spendet
- Tsunami – das Volk spendet
- Aidsopfer – das Volk spendet
- Überschwemmungskatastrophen – das Volk spendet usw.

und die Regierung sendet Hilfskorps in alle Welt, um den Betroffenen zu helfen.

Der Mensch kümmert sich um andere Menschen, wenn sie in Not sind, sieht auch die Not der Tiere und steht auf, um Missstände nicht nur anzuprangern, sondern etwas zu tun, um diese zu beseitigen. Nur im eigenen Land, in der nächsten Umgebung, werden die Augen verschlossen vor der Not des Nächsten, dem man unglücklicherweise gerade eine Antenne vors Haus gestellt hat. .

Was von vielen, die es nicht gerade selbst und am eigenen Leib trifft, nicht wahrgenommen wird, sind all die Opfer, die es heute schon zu Tausenden, ja Zigtausenden gibt, die

- nachts keinen Schlaf mehr finden
- unter ständigen Kopfschmerzen leiden
- abnormal hohe Blutdruckwerte aufweisen oder Herzrhytmusstörungen
- sich infolge eines geschwächten Immunsystems von Krankheiten nicht mehr erholen
- unter Depressionen leiden
- hyperaktive oder aggressive Kinder haben
- kranke Haustiere mit vorher nie gesehenen Krankheitsbildern haben
- unter Tinnitus oder Hörstürzen in noch jungen Jahren leiden
- schliesslich Krebs bekommen, bzw. sich die Krebsfälle im Umfeld von Antennenanlagen und Hirntumore bei Handybenutzern auffällig häufen

Die Aufzählung ist bei weitem nicht vollständig.

Wo bleibt hier die Solidarität mit dem Mitmenschen? Die Antworten auf solche Fragen sind sehr verschieden, aber sie haben alle einen Grundtenor, hier eine Auswahl:

Die einen wissen schlicht und einfach wenig bis nichts darüber oder sie sind selbst (noch) nicht betroffen und schenken den Warnungen deshalb keinen Glauben oder höchstens erst dann, wenn es sie eines Tages selber trifft.
Die Schlimmsten sind die Egoisten, die nach der Devise leben angefangen von:
- „Hauptsache, ich kann mit meinem Handy jeden Käse hinauspalavern, egal, ob wichtig oder nicht“ über
- „Das Handy ist so praktisch und man kann es nicht mehr abschaffen“, bis
- „ich telefoniere ja nicht viel“ und
- „ die Leute bilden sich ihre Beschwerden nur ein“ und zuletzt noch:
- „Es ist noch nichts bewiesen.“

Merkwürdig: Wenn es um die eigene (eigentlich nur eingebildete) Bequemlichkeit geht, hört die Nächstenliebe sofort auf. Die Not im engsten Umkreis ist offenbar schon so alltäglich geworden, dass es schon so etwas Spektakuläres wie einen Tsunami oder eine Überschwemmungskatastrophe braucht, bis die Hilfe eintritt.

Mit dem Öffnen des Portemonnaies und der Herausgabe einer grösseren oder kleineren Geldnote lässt sich das Gewissen beruhigen. Mit dem Überdenken der Konsequenzen, was uns diese mörderische Mobilfunk-Technologie beschert, müsste die Fortsetzung folgen. Der Egoismus überwiegt jedoch das Mitgefühl mit ernsthaft Betroffenen, die Reaktionen erschöpfen sich in den oben gegebenen Antworten, denn hier ist Handeln unbequem und unpopulär,

Das gilt nicht nur für den Normalbürger, es gilt noch viel mehr für die Verantwortlichen, die in den Bänken des Parlamentes sitzen.

Jedem Einzelnen möchte man deshalb gerne zurufen: "Tut endlich was Tapferes!"

Evi