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Aarburg: Swisscom besteht auf ihrer Antenne

Verfasst: 3. März 2005 12:22
von The Future's Black
© Zofinger Tagblatt / MLZ; 03.03.2005

Region Zeitung

Swisscom besteht auf ihrer Antenne

Mobilfunk Gegen den Aarburger Entscheid wurde Rekurs eingereicht

Aarburg hat vor kurzem ein Baugesuch für eine Swisscom-Mobilfunkantenne in den Steinbillen abgewiesen - diese beeinträchtige das Ortsbild. Der Mobilfunkanbieter hat gegen den Entscheid beim Kanton rekurriert.

Das ging schnell: Am 1. Februar dieses Jahres machte die Gemeinde Aarburg bekannt, dass sie das Baugesuch der Swisscom für eine Antenne in den Steinbillen nicht bewilligt und somit einen Teil der Einsprachen gegen das Vorhaben stützt. Das Ortsbild werde durch den 25 Meter hohen Antennenmasten zu stark beeinträchtigt, so die Argumentation. Bereits zwei Tage später rekurrierte der Mobilfunkanbieter gegen diesen Entscheid. Nun befassen sich die Juristen beim Kanton mit dem Dossier.

Argumentation nicht haltbar

Man habe das Gesuch von Fachleuten nochmals eingehend beurteilen lassen. Und man sei zum Schluss gekommen, dass die vom Gemeinderat Aarburg angeführten Gründe nicht akzeptiert werden können. Josef Frey, Pressesprecher der Swisscom, weist zudem darauf hin, dass die Kundenbedürfnisse klar für eine Erstellung der Antenne sprechen. Einerseits will man die Versorgung im Tunnel gewährleisten, anderseits aber auch die Abdeckung auf dem Gemeindegebiet optimieren. Auf Konfrontation ist man indes nicht aus: «Wir wollen im Dialog mit den Behörden nach einer Lösung suchen», so Frey.

Eine solche sucht nun auch der Kanton. Der Rechtsdienst des Regierungsrats bestätigte vorerst lediglich, dass ein Rekurs der Swisscom eingegangen ist. Zum Verfahren und zur Verfahrensdauer war nichts zu erfahren. Wahrscheinlich ist, dass den Juristen bei der Entscheidungsfindung ein Gutachten der Abteilung Ortsbildpflege ausgehändigt wird. Diese bestätigte auf Anfrage, dass sie hie und da Fälle mit Baugesuchen von Mobilfunkanbietern bearbeiten müsse. Entscheidend seien jeweils vorab Lage, Grösse und optische Wirkung des geplanten Baus.

80 Wohneinheiten schützen

Und genau darüber machen sich die Aarburger Behörden Sorgen: Die Überbauung Steinbillen mit ihren 80 Wohn-einheiten will man sich durch eine Antenne nicht verschandeln lassen. «Die Wohnlage ist sehr gut, der Gestaltungsplan wurde äusserst akribisch erarbeitet», unterstreicht Gemeindeschreiber Stephan Niklaus die Bedeutung des Quartiers für die Gemeinde. Er macht auch deutlich, dass sich das Argument des Ortsbildschutzes vorab auf das Gebiet Steinbillen, nicht etwa auf die weiter entfernte Aarburg beziehungsweise Altstadt bezieht - obwohl der schützenswerte Aspekt hier besser vertreten werden könnte: Beides ist im ISOS, im Inventar schützenswerter Ortsbilder von nationaler Bedeutung, eingetragen. (bbo)