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Wattwil: Erfüllung der Konzession?

Verfasst: 7. März 2005 12:44
von The Future's Black
© St. Galler Tagblatt; 05.03.2005

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Leserbriefe

Erfüllung der Konzession?

Leserbrief zum Thema Mobilfunk-Umts-Ausbau in der Gemeinde Wattwil

So soll es sein, dass es immer wieder neue Lichtblicke gibt in Sachen Mobilfunkausbau und damit betreffend der Mobilfunk- antenne auf dem Wattwiler Chapf. Laut einer Pressemitteilung des Bacom (Bundesamt für Kommunikation) vom 8. Februar sieht die momentane Situation so aus: Das Bacom hat überprüft, ob die vier für Umts-konzessionierten Mobilfunkbetreiber in unsererm Land ihre Versorgungsauflagen einhalten (im Dezember 2000 hat die ComCom vier Umts-Konzessionen im Rahmen einer Auktion an die Firmen Orange, Sunrise, Swisscom Mobile und 3G Mobile «Telefonica» vergeben). Die drei Betreiber Orange, Sunrise und Swisscom versorgen mindestens 50 Prozent der Schweizer Bevölkerung mit Diensten der dritten Mobilfunkgeneration (Umts ).Damit halten sie die entsprechende Auflage in ihrer Konzession ein.

Der vierte Betreiber hingegen, die 3G Mobile «Telefonica», hat bisher keine Infrastruktur aufgebaut. Gegen ihn läuft nun ein Verfahren wegen Verletzung der Konzession. Gemäss Umts-Konzession ist ein Konzessionär dazu verpflichtet, bis Ende 2004 mindestens 50 Prozent der Schweizer Bevölkerung mit Umts-Diensten auf der Basis einer eigenen Netzinfrastruktur zu versorgen. Hierzu erwartete das Bacom von den Konzessionären als minimales Dienstangebot die Bereitstellung eines Umts-Sprachdienstes.

Die Überprüfung des Aufbaus der Umts-Netzwerke in der Schweiz durch das Bacom hat ergeben, dass die Mobilfunkbetreiber Orange, Sunrise und Swisscom Mobile die Konzessionsauflage zur Versorgungspflicht per 31. Dezember 2004 erfüllt haben. Sie sind in der Lage mindestens 50 Prozent der Schweizer Bevölkerung mit Umts-Diensten zu versorgen. Das Bacom hat zur Ermittlung der erreichten Abdeckung die Angaben der Betreiber nachgerechnet, eigene Berechnungen aufgrund der Infrastrukturangaben angestellt und punktuell die Resultate mittels Fahrmessungen verifiziert

Was heisst da nun «super»? Wir freuen uns, dass die Mobilfunkanbieter es geschafft haben, die minimalen Anforderungen zu erfüllen - denn sie sind auf jeden Fall minimal was die Leistung anbelangt. Oder heisst es: Schade, dass sie bis jetzt ihr Ziel von über 90 Prozent nicht erreicht haben. Überlassen wir es jedem selbst, sich eine Meinung zu bilden. Was allerdings zusätzlich zu denken geben sollte: Wer hat in den vergangenen Monaten einmal nur irgendwo eine Stellungnahme der Mobilfunkanbieter gehört oder gelesen, dass die gesundheitlichen Bedenken im Bezug auf die Auswirkungen der Mobilfunkstrahlungen unbedenklich und damit ungefährlich seien? Wer hat jemals auf all die Aufforderungen eine schriftliche Bestätigung erhalten oder wem wurde eine übergeben? Warum um der «Strahlen Willen» geben unsere Bundesräte den teuren Auftrag zur Überprüfung von Risiken und Auswirkungen von Handys, Dec-Telefonen etc.? Könnten eventuell Zusammenhänge mit den starken, gesundheitlichen Beschwerden einiger Bundesbeamten bestehen? Wenn Sie unter so genannten Stresssymtomen wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen etc. leiden, dann lassen Sie mal ihr Handy oder ihr Dec-Telefon für ein paar Wochen ausgeschaltet in der Ecke stehen. Vielleicht sind Sie Ihren Stress dann plötzlich los und das strahlende Lächeln kehrt in ihr Gesicht zurück. Einen Versuch ist es sicher Wert. So können sie auf einfache Art und Weise selbst entscheiden, ob sie sich diesen Strahlungen aussetzen wollen oder nicht. Die Antenne auf jeden Fall ist da, ob sie wollen oder eben ... Wenn wir weiter kämpfen, uns nicht alles aufzwingen lassen und nur dann Kompromisse eingehen, wenn sie vertretbar sind, dann können wir mit Sicherheit sagen, dass alles Mögliche unternommen wurde, um unsere Zukunft in jeglicher Hinsicht abzusichern.

Daniela Vetsch

IG MFASW, Hofstattstrasse 14

Wattwil