Günsberg : Kalter Gegenwind für Mobilfunk
Verfasst: 7. März 2005 12:47
© Solothurner Zeitung / MLZ; 07.03.2005
LeBuWa Zeitung
Günsberg
Kalter Gegenwind für Mobilfunk
Die Antennengegner versammelten sich zum zweiten Mal
Der Verein Gomas (Günsberg ohne Mobilfunkantenne auf dem Schulhausareal) meldet sich zurück und präsentiert seinen Mitgliedern einige Erfolge und neue Bestärkung im Antennenstreit.
ANNA LEUDOLPH
Eigentlich müsste die geplante Antenne seit über einem Jahr in Betrieb sein», sagte Referent Reto Dicht, Vorstandsmitglied Gomas, an der zweiten Vereinsversammlung im Kirchgemeindehaus in Günsberg. «Dank Ihnen allen steht an der geplanten Stelle bis heute nichts als eine vom Wind geknickte Stange und wir können sehr zuversichtlich sein, dass auch diese bald verschwinden wird.» Im November 2003 waren die Aussichten für den frisch gegründeten Verein Gomas noch wenig rosig, die beiden Betreiber Sunrise und Orange hatten den vom Gemeinderat unterschriebenen Bauvertrag für eine Antenne Nähe Schulhaus schon in der Tasche (wir berichteten mehrmals).
Über ein Jahr später sieht die Sache schon ganz anders aus: Die drei eingereichten Motionen von Gomas fordern unter anderem eine Zonenreglementsänderung, die Mobilfunkantennen in der Nähe von Sport- und Kinderspielplätzen verbietet. Orange, Sunrise und Swisscom haben Einsprache erhoben, das Verfahren läuft. Zudem können die Günsberger künftig an der Gemeindeversammlung über Mietverträge für Antennenstandorte auf Gemeindegebiet abstimmen, so eine weitere angenommene Motion. Am meisten zu reden gab die Motion 1 an der Vereinsversammlung, die ein Moratorium im Antennenbau in Günsberg fordert, bis gesundheitliche Bedenken ausgeschlossen werden können, respektive die erweiterte Version der holländischen TNO-Studie in der Schweiz erscheinen wird. Diese Studie untersucht die Wirkung von UMTS-Strahlung auf das menschliche Wohlbefinden.
Holländische Studie bedeutend
Auf das geforderte Moratorium wollte der Gemeinderat nicht eintreten, da diese Motion Bundesrecht verletze. Gomas erhob im Juni 2004 Einsprache gegen den Nicht-Eintretensentscheid beim Regierungsrat. Der Entscheid ist bis heute hängig. Auf das Resultat dürfte man allerdings gespannt sein: Anfang Februar 2005 hat der Langenthaler Gemeinderat ein Moratorium für UMTS-Antennen auf dem ganzen Gemeindegebiet von Langenthal ausgesprochen bis zum Erscheinen der TNO-Studie (diese Zeitung vom 11. Februar 2005). Der Fall ist mit Günsberg zu vergleichen: Mit einer gross angelegten Petition für einen Aufschub wehrten sich die Einwohner von Langenthal gegen einen Antennenbau von Swisscom auf Industriegebiet in der Nähe eines Kindergartens.
Budget fürs Bundesgericht
Teuer werden könnte das Beschwerdeverfahren gegen den Gemeinderat; im ungünstigsten Falle rechnet Gomas mit bis zu 9000 Franken inklusive Parteienentschädigung. Dazu kommt ein möglicher Gang vor Bundesgericht mit Kosten um 10 000 Franken. Das Vereinsbudget 2004 wurde mit einem Kapital von rund 3000 Franken abgeschlossen. Gomas hat heute 397 zahlende Mitglieder und 16 Gönner.
Die gesundheitlichen Folgen beim Bau einer Mobilfunkantenne in Günsberg sind für Gomas nach wie vor die zentralen Anliegen. Grosse Hoffnung setzt man auf die TNO-Studie, deren Resultate Ende dieses Jahres zu erwarten sind.
LeBuWa Zeitung
Günsberg
Kalter Gegenwind für Mobilfunk
Die Antennengegner versammelten sich zum zweiten Mal
Der Verein Gomas (Günsberg ohne Mobilfunkantenne auf dem Schulhausareal) meldet sich zurück und präsentiert seinen Mitgliedern einige Erfolge und neue Bestärkung im Antennenstreit.
ANNA LEUDOLPH
Eigentlich müsste die geplante Antenne seit über einem Jahr in Betrieb sein», sagte Referent Reto Dicht, Vorstandsmitglied Gomas, an der zweiten Vereinsversammlung im Kirchgemeindehaus in Günsberg. «Dank Ihnen allen steht an der geplanten Stelle bis heute nichts als eine vom Wind geknickte Stange und wir können sehr zuversichtlich sein, dass auch diese bald verschwinden wird.» Im November 2003 waren die Aussichten für den frisch gegründeten Verein Gomas noch wenig rosig, die beiden Betreiber Sunrise und Orange hatten den vom Gemeinderat unterschriebenen Bauvertrag für eine Antenne Nähe Schulhaus schon in der Tasche (wir berichteten mehrmals).
Über ein Jahr später sieht die Sache schon ganz anders aus: Die drei eingereichten Motionen von Gomas fordern unter anderem eine Zonenreglementsänderung, die Mobilfunkantennen in der Nähe von Sport- und Kinderspielplätzen verbietet. Orange, Sunrise und Swisscom haben Einsprache erhoben, das Verfahren läuft. Zudem können die Günsberger künftig an der Gemeindeversammlung über Mietverträge für Antennenstandorte auf Gemeindegebiet abstimmen, so eine weitere angenommene Motion. Am meisten zu reden gab die Motion 1 an der Vereinsversammlung, die ein Moratorium im Antennenbau in Günsberg fordert, bis gesundheitliche Bedenken ausgeschlossen werden können, respektive die erweiterte Version der holländischen TNO-Studie in der Schweiz erscheinen wird. Diese Studie untersucht die Wirkung von UMTS-Strahlung auf das menschliche Wohlbefinden.
Holländische Studie bedeutend
Auf das geforderte Moratorium wollte der Gemeinderat nicht eintreten, da diese Motion Bundesrecht verletze. Gomas erhob im Juni 2004 Einsprache gegen den Nicht-Eintretensentscheid beim Regierungsrat. Der Entscheid ist bis heute hängig. Auf das Resultat dürfte man allerdings gespannt sein: Anfang Februar 2005 hat der Langenthaler Gemeinderat ein Moratorium für UMTS-Antennen auf dem ganzen Gemeindegebiet von Langenthal ausgesprochen bis zum Erscheinen der TNO-Studie (diese Zeitung vom 11. Februar 2005). Der Fall ist mit Günsberg zu vergleichen: Mit einer gross angelegten Petition für einen Aufschub wehrten sich die Einwohner von Langenthal gegen einen Antennenbau von Swisscom auf Industriegebiet in der Nähe eines Kindergartens.
Budget fürs Bundesgericht
Teuer werden könnte das Beschwerdeverfahren gegen den Gemeinderat; im ungünstigsten Falle rechnet Gomas mit bis zu 9000 Franken inklusive Parteienentschädigung. Dazu kommt ein möglicher Gang vor Bundesgericht mit Kosten um 10 000 Franken. Das Vereinsbudget 2004 wurde mit einem Kapital von rund 3000 Franken abgeschlossen. Gomas hat heute 397 zahlende Mitglieder und 16 Gönner.
Die gesundheitlichen Folgen beim Bau einer Mobilfunkantenne in Günsberg sind für Gomas nach wie vor die zentralen Anliegen. Grosse Hoffnung setzt man auf die TNO-Studie, deren Resultate Ende dieses Jahres zu erwarten sind.