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Experimente mit Elektrosensiblen

Verfasst: 9. März 2005 09:44
von Elisabeth Buchs
Diese interessanten Angaben aus einer Diskussion im zur Zeit temporär wieder eröffneten izgmf-Forum möchte ich hier im Gigaherz-Forum gerne erwähnen. Gibt es evt. im Hartenstein-Newsletter noch nähere Angaben zu diesem Versuch, z.B. über die Expositionsdauer und genaue Stärke der Strahlung des Mobiltelefons.

Bei Tests mit Elektrosensiblen sind meiner Meinung nach zwei Probleme vorhanden: die Testdauer muss lange genug vorgesehen werden, denn Elektrosensible reagieren kaum wie Lampen, bei denen ein Schalter umgelegt werden kann. Es benötigt oft eine gewisse Zeit, bis die Symptome auftreten und ebenfalls eine gewisse Zeit, bis sich diese abgebaut haben. Bei Tests mit Elektrosensiblen kann die Gefahr bestehen, dass sich durch den Test die Elektrosensibiliät verschlimmert.

Kennt jemand weitere Experimente mit Elektrosensiblen? Ich bin jedenfalls gespannt auf das Ergebnis der Wiederholung des geplanten Doppelblind-Versuchs.

Wo sind sie denn?
» Welche Eelektrosensiblen haben sich schon den Doppelblindtest unterzogen?

Nur Geduld, die kommen schon noch. Gerade frisch über den Hartenstein-Newsletter reingekommen ist folgendes Resultat der Bundesanstalt für Arbeitsschutz, die nicht gerade im Ruf steht, auf unserer Seite zu stehen:

"...Nicht verschwiegen sein soll die Beobachtung, dass wir bei den Experimenten 3 Personen fanden (von den gegenüber Mobilfunk betroffenen 26 "Elektrosensiblen"), die die Exposition von einem kopfnahen Mobiltelefon zu 100 % genau zu unterscheiden wussten. Um eine zufallsbedingt richtige Trefferrate aus 26 Möglichkeiten auszuschließen, muss in einem strengen Doppelblindversuch das Experiment mit diesen Personen wiederholt werden."

Dr. Gerlinde Kaul, Bundesamt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Berlin
Dipl.-Ing. Regina Reichardt, Forschungsgemeinschaft Funk e.V., Bonn

Quelle: Newsletter 4/2004 (Dezember 2004)

Mit freundlichen Grüssen

Elisabeth Buchs

Re: Experimente mit Elektrosensiblen

Verfasst: 11. März 2005 18:24
von Helmut Breunig
Liebe Frau Buchs,

hier der gesamte Inhalt des Hartenstein-Newsletter:

...............[Zitat]..................
BAuA - Projekt "Elektromagnetische Hypersensibilität"

Zwischenergebnis


..."Nicht verschwiegen sein soll die Beobachtung, dass wir bei den
Experimenten 3 Personen fanden (von den gegenüber Mobilfunk betroffenen 26
"Elektrosensiblen"), die die Exposition von einem kopfnahen Mobiltelefon zu
100 % genau zu unterscheiden wussten. Um eine zufallsbedingt richtige
Trefferrate aus 26 Möglichkeiten auszuschließen, muss in einem strengen
Doppelblindversuch das Experiment mit diesen Personen wiederholt werden."
...

Dr. Gerlinde Kaul, Bundesamt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Berlin
Dipl.-Ing. Regina Reichardt, Forschungsgemeinschaft Funk e.V., Bonn

Quelle: Newsletter 4/2004 (Dezember 2004)

................[Zitat Ende]...................

Der FGF Newsletter vom Dezember/2004, aus dem Hartenstein zitiert :
http://www.fgf.de/Newsletter_PDFs/newsletter04_04d.pdf,
dort ab Seite 25.


Helmut Breunig

Testergebnis nicht bestätigt

Verfasst: 17. März 2005 10:40
von Elisabeth Buchs
Bei der Wiederholung des Experiments mit den drei Versuchspersonen, denen es im ersten Test gelungen war, die Exposition eines kopfnahen Mobilfunktelefons zu 100 % genau zu unterscheiden, konnte das Testergebnis des ersten Versuchs nicht mehr bestätigt werden.

Während der einstündigen Testphase wurden die Probanden 3-mal einem Feld ausgesetzt und 3-mal keinem. In dieser Zeitspanne wurden die Probanden im Einfachblindversuch dem Feld eines Handys mit 2 W Sendeleistung ausgesetzt, das ca. 30 cm vom Kopf der Probanden entfernt war. Gemessen wurde die spezifische Absorptionsrate SAR am Kopf der Versuchspersonen. Der Abstand von 30 cm zwischen Handy und Kopf spiegelt in etwa die Alltagssituation wider, dass jemand in einem öffentlichen Verkehrsmittel sitzt und ein Sitznachbar mit dem Handy telefoniert. Nach 30 cm ist in den Versuchen des Bundesamts für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Berlin der SAR-Wert bereits auf 1 : 1100 des Wertes gefallen, der unmittelbar am Handy gemessen werden konnte.

Wegen knapper Budgetmittel will sich das BAuA nicht länger um die Erforschung der Elektrosensibilität kümmern, ungeachtet der Ergebnisse.

Kommentar: Durch wertfreies Sammeln eigener Beobachtungen und wenn möglich Ueberprüfen, wann ich auf welche Felder reagiere, hoffe ich einige Verknüpfungen herstellen zu können betreffend Elektrosensibilität.

Auf einer etwa halbstündigen Bahnfahrt im gleichen Abteil neben einer handytelefonierenen und einer "simsenden" Person spürte ich rein gar nichts.

Bei einem etwa zweistündigen Aufenthalt neben zwei Orange-Antennen bekam ich Beschwerden wie bleierne Müdigkeit und Kopfschmerzen.

Etwa 10 m während ungefähr einer Viertelstunde neben einer auf einem Gebäude stehenden Antenne spüre ich rein gar nichts.

Auf der Autobahn bekomme ich oft ein kurzes Stechen im Kopf, am selben Ort bei der gleichen Strecke manchmal tageszeitabhängig (unterschiedliche Auslastung der Antenne?)

Im Stadtzentrum kann ich mich meistens beschwerdefrei aufhalten, während ich manchmal auf dem Land an gewissen Orten ein kurzes Stechen bekomme.

In den Ferien etwa 100 m neben einer Antenne hatte ich vor allem Freitag und Samstag Abend Probleme, dies trotz Abschirmung (vermehrtes Handytelefonieren zu dieser Zeit?)

Vom DECT der Nachbarn nahe unserer Küche - kam im Wohn- und Schlafzimmer nicht rein, bekam ich von ihrem ersten stärkeren DECT, gemessen ca. 0,2 V/m bleierne Müdigkeit, Kopfschmerzen, die ich auf zuerst auf die Ozonbelastung im Jahrhundertsommer zurückführte. Bei Entfernen des DECT verschwanden die Beschwerden trotz Ozon. Beim zweiten schwächeren DECT, ca. 0,15 V/m ab und zu Kopfschmerzen. Dank Abschirmung direkt an der Fassade beim DECT jetzt keinerlei Probleme mehr.

Bei Tests mit Elektrosensiblen ist vor allem eine genügende Zeitdauer wichtig. Unter einer dreitägigen Versuchsdauer z.B. mit einem DECT (mit Abbruchmöglichkeit, wenn es gemerkt wird) und Regeneration von einem Tag und einer Nacht, würde ich gar keinen Versuch anbieten.

Bei der Niederfrequenz wird es eher noch schwieriger, die Symptome unterscheiden sich bei mir von denen von Mobilfunk, DECT und Radar. Ich hatte über das Buwal Kontakt zu Herrn Christopher Müller von der Nemesis-Studie, wurde damals wegen schlechter Gesundheit nicht angenommen, war jedoch am Schlussvortrag in der ETH dabei. Soviel ich noch weiss, wurde 4 Stunden befeldet von Mitternacht bis 4 Uhr, oder eben dann nicht. Da ich mit Schlaflosigkeit reagiere, frage ich mich, ob ich das Feld überhaupt gemerkt hätte, wenn ich schon vorher eingeschlafen wäre.

Es bleiben viele offene Fragen und ich hoffe, dass die Elektrosensibilität aufrichtig erforscht wird und nicht nur in Kurzzeitversuchen, von denen man den Verdacht nicht ganz loswerden kann, dass sie darauf angelegt werden könnten, nichts zu finden.

Mit freundlichen Grüssen

Elisabeth Buchs