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Strahlende SBB

Verfasst: 23. März 2005 23:22
von Evi
Im Schweizer Fernsehen „10 vor 10“ vom 23.3.05 gesehen und gehört:

Zu hohe Strahlung in den SBB-Zügen. Da sieh mal einer an! Ein ausgewiesener Fachmann, nämlich Josef Peter, hat in den Zügen der SBB extrem hohe Werte, generiert durch die installierten Repeater, gemessen. Die Konsumentenzeitschrift SALDO hat es in ihren beiden Ausgaben Nr. 4 und 5 an den Tag gebracht. Flugs kommt die Swisscom und behauptet, sie hätte keine so hohen Werte gemessen.

Was heisst das nun? Ist Herr Peter nicht zuverlässig? Ist er ein Stümper? Oder gar ein Schwindler? Mitnichten! Einen solchen hätte seinerzeit Bundesrat Leuenberger (selbst elektrosensibel) sicher nicht mit der Abschirmung seiner Zürcher Wohnung beauftragt. Geschwindelt wird da ganz woanders, auf jeden Fall verharmlost und verschleiert nach Noten.

Selbst dann, wenn die Werte tiefer wären, so haben sie bei empfindlichen Menschen sehr unangenehme, sogar gefährliche Wirkungen generiert, Swisscom-Messungen hin oder her. Da nützt auch der Hinweis auf ein sog. akkreditiertes Messbüro nichts. Im Gegenteil: es zeigt einmal mehr, was wir von einigen solcher Messbüros zu halten haben, besonders, wenn sie im Auftrag der Betreibergesellschaften arbeiten oder ihnen sogar gehören. Insider wissen längst Bescheid.

Egal also, wie hoch oder tief die Werte in den SBB-Zügen sind. Sobald Menschen gefährdet werden, und dazu zählen neben Elektrosensiblen besonders jene, die einen Herzschrittmacher tragen, sind sie zu hoch und daher gefährlich. Da beisst die Maus keinen Faden ab.

Die SBB muss sich entschliessen, Wagen ohne Repeater anzuhängen und diese als solche zu kennzeichnen. Tut sie es nicht, gibt es für sie einen gewaltigen Image-Verlust und es könnte ihr das Strahlen bald vergehen. Man kann Menschen nur so lange hinters Licht führen, bis es ihnen aufgegangen ist. Dasselbe gilt übrigens auch für die Swisscom.

Evi

Re: Strahlende SBB

Verfasst: 24. März 2005 09:41
von mips
Ich meine Sepp Peter ist selbst bei Metas akkreditiert. Wie ist das jetzt in diesem Fall, dass kein akkreditiertes Unternehmen die Messungen eines anderen Akkreditierten anzweifeln darf?

Re: Strahlende SBB

Verfasst: 24. März 2005 13:22
von Evi
Genau dasselbe habe ich mich auch gefragt. Aber wenn es halt opportun ist, bzw. für die Swisscom und die SBB brenzlig wird, gibt es da offenbar Ausnahmen. Das geht wohl nach dem Motto:
Küsters Kuh darf auf dem Kirchhof grasen.

Mein 3-Jahreshalbtax-Abo läuft übrigens im Mai ab. Ich werde der Direktion der SBB schreiben, dass ich es nicht mehr erneuere, wenn sie nicht bereit ist, Wagen ohne Repeater an ihre Züge anzuhängen. Meine Gesundheit und mein Leben ist mehr wert als die Bequemlichkeit einzelner Zeitgenossen, jederzeit jeden Käse per Handy mitzuteilen oder den Zug für alle möglichen Zwecke zu benutzen, für die es offenbar so eine so massive Strahlung braucht.

Vielleicht wird mein Beispiel nachgeahmt. Denkt daran: Nur vereint sind wir stark!

Evi

Re: Strahlende SBB

Verfasst: 24. März 2005 15:55
von Elisabeth Buchs
Eine elektrosensible Kollegin hat mir bereits einige Zeit vor dem Saldo-Beitrag erzählt, dass sie einen weiter entfernten Arzt aufsuchen wollte, in der Hoffnung ihre Elektrosensibilität zu lindern, in einem Doppelstockwagen dorthin gefahren und fast krepiert sei, der Arzt habe sie gefragt, was mit ihr los sei.

Am Schluss des 10 vor 10-Beitrages wurde noch erwähnt, dass 17 Wagen der SBB besonders starke Sendeleistung haben und demnächst umgerüstet werden sollen.

Die unterschiedlichen Messergebnisse von Herrn Peter und Swissom könnten von unterschiedlichen Mess-Standorten herkommen, näher oder weiter weg vom Repeater oder wenn man davon ausgeht, dass die Repeater die Aussensignale verstärken und über keine Anpassungsregelung verfügen (weiss jemand, ob das so ist?) auch abhängig von der Versorgung durch Mobilfunkantennen entlang der Bahnstrecke, je besser die Versorgung und Auslastung, desto grösser die "Verstrahlung" im Wageninneren. Solche Angaben sollten in den Messprotokollen enthalten sein. Um die Werte genau vergleichen zu können, müssten eigentlich Herr Peter und die Swisscom zur selben Zeit am genau selben Ort messen.

Mit freundlichen Grüssen

Elisabeth Buchs

"Strecke Yverdon-Basel: praktisch kein Mobilfunk-Elekt

Verfasst: 24. März 2005 16:36
von The Future's black
Public ignorance is Mobilfunker best friend, and both Saldo and the SBB lead to media and public confusion, assuming that leaking cables do not add to HF-electrosmog in trains.

Leaking cables, as it sounds, are coax cables with holes where the signal leak in and out.

Since dampening in the cable - at 2.2 Ghz for instance - are about 10db/100m which make signals unusable after about 100m of cable, repeaters are required in every passenger wagon. Such repeaters are located most of the time upon the automatic door ceiling next to the WC lighting signal. Average 15 V/m values can be measured there, just 30cm away from passengers' heads.

Built-in (on recent trains) or up-on-the roof (on old trains) mounted nosecones omnidirectionnal antennas stand on almost every train, regional trains included. Much recent low profile antennas (Kathrein Lok-Antennas) are no more than 10cm high but with typical 200-300W ERP!

Given the statement "Die Messung auf der Strecke Yverdon - Basel bestätigt: praktisch kein Mobilfunk-Elektrosmog", it is reasonable to assume that:
- The repeaters were out of order by the time of the measurement session
- Measurement stuff went havoc due to heavy ELF fields: typical 1-10 microTesla (directly above the floor)

Finally, the financial aim of the SBB is to plan its GSM-R network at practically no cost - using mast infrastructures already rented to the Mobilfunker on its own properties.

Raucher- in Mobilfunkabteile umwidmen

Verfasst: 24. März 2005 21:48
von Mike S.
Bei diesem Filmbeitrag war ich froh um die Gigaherz-Info über die sogenannten akkreditierten Messbüros. Ihr seid extreme Augen-Öffner.

Es gibt nur eins: Wir müssen von den SBB mobilfunkfreie Waggons fordern. Die Raucherabteile werden ja jetzt abgeschafft. Warum nicht die Mobilfunker dort rein setzen? Die eine Sucht gegen die andere austauschen?

Die Telefoniererei geht immer mehr Zugpassagieren auf den Wecker, soviel ist klar.

Re: Strahlende SBB

Verfasst: 25. März 2005 00:05
von Evi
Bisher kennen wir nur die Aussage von Herrn Georges, Swisscom, dass die Swisscom andere Werte gemessen hat. Das ist uns aber zu wenig. Die Öffentlichkeit hat bisher nicht erfahren, wer diese zweite Messung mit welchen Resultaten durchgeführt hat. Eine Nachfolgeprüfung müsste sich an der ersten Messung orientieren. Wenn das nicht geschehen ist, darf man wohl fragen, wer hier stümperhaft gearbeitet hat und nur Äpfel mit Birnen vergleicht und einfach nur irgendeine Behauptung in den Raum stellt.

Es ist ausserdem gar nicht relevant, sollte Swisscom zu etwas tieferen Werten gekommen sein. Denn so oder so sind diese viel zu hoch. Der Naturwissenschafter Alfred Walz von der Uni Bern sagt, dass viele bereits bei 0,2 V/m Gesundheitsbeschwerden bekämen (SALDO 05/4).

Evi

Re: Strahlende SBB

Verfasst: 25. März 2005 10:46
von mips
Wurde überhaupt in den selben Wagoons gemessen?

Re: Strahlende SBB

Verfasst: 25. März 2005 19:58
von Pegasus
Im zuoberst erwähnten Beitrag von 10 vor 10 sagte Herr Georges auch, dass er noch nie etwas gehört habe, dass der Mobilfunk einen Herzschrittmacher stören würde.
Da kommen mir wieder die 3 Affen in den Sinn: der Eine hält sich den Mund zu, der 2. die Augen und der 3. die Ohren. Wie heissen die doch gleich? Etwa Swisscom, Orange und Sunrise ?
Es ist richtig penetrant wie die verschiedenen Sprecher immer wieder alles verleugnen, was sie doch schon seit Jahren wissen! Aber macht nur so weiter: uns mobilisiert Ihr damit!
Ich weiss nur noch nicht ob ich bei meiner nächsten nicht vermeidbaren Zugfahrt Alufolie oder einen Hammer mitnehmen soll...
Das wäre dann wohl Notwehr!

Pegasus

Re: Strahlende SBB

Verfasst: 28. März 2005 21:04
von Karl
Hallo Pegasus,

Mobilfunk stört einen neueren Herzschrittmacher nur dann, wenn man ein mit voller Leistung sendendes Handy direkt an die Stelle des Körpers hält, wo der Schrittmacher implantiert ist. Bei älteren Schrittmachern sollte man etwas vorsichtiger sein und den Arzt befragen. I. d. R genügt es aber, das Mobiltelefon auf der Seite des Kopfes zu halten, die dem Schrittmacher abgewandt ist.
Eine Basistation stört einen Schrittmacher selbst dann nicht, wenn man am Rande der Sicherheitszone steht. Insofern sind Basisstationen für Schrittmacherträger unkritisch.

Alufolie können Sie ruhig mitnehmen - auch einen Hammer. Solange Sie
diese Utensilien nicht benutzten. Insbesondere beim Hammer würde ich
nicht von Notwehr sondern von Selbstjustiz sprechen...


Karl

Re: Strahlende SBB

Verfasst: 28. März 2005 22:57
von Evi
Schon erstaunlich, Karl, mit welcher Sicherheit Sie die Ungefährlichkeit von Handys und Antennenstrahlung für Träger von Herzschrittmachern angeben. Woher wollen Sie denn das so genau wissen? Wer in die Suchmaschine von www. gigaherz.ch das Wort 'Herzschrittmacher' eingibt, stösst da auf ganz andere Erfahrungen, und zwar von Betroffenen. Sind das nun alles Spinner? Oder wissen Sie etwa mehr als der deutsche Herzschrittmacherspezialist Dr. Ing. Michael Lampadius?

Sie könnten immerhin wieder ankündigen, Sie würden sich mit diesem unterhalten, wie vor kurzem mit Dr. Kröplin und dann neuerlich kalte Füsse bekommen. Seien Sie daher vorsichtig mit Ihren Kommentaren.

Wir sollten uns
1. auf das Urteil von Fachleuten verlassen und
2. auf die Erfahrungen von Herzschrittmacherträgern und
3. nicht stets alles ins Harmlose verkehren, was einem Teil unserer Mitmenschen ernsthafte Beschwerden und Gefahren verursachen kann.

Zum Schluss noch: Es soll jetzt keiner kommen und sagen, ich würde die Leute zur Gewaltanwendung auffordern. Ich tue es ganz ausdrücklich nicht, denn wir müssen versuchen, das Problem anders zu lösen. Aber verstehen könnte ich einen Herzschrittmacherträger schon, wenn er in höchster Not mit einem Hammer den ganzen Mist, der ihm ans Leben geht, herunterschlagen würde. Das ist sehr wohl Notwehr und nicht mehr Selbstjustiz, auch wenn die Massnahme drastisch erscheint. Mit welcher Arroganz die Sorgen und Bedürfnisse der Betroffenen nämlich andauernd ignoriert werden, lässt nicht verwundern, wenn sich die Wut zu stauen beginnt.

Evi

Re: Noch einmal: Wasser nimmt Strahlung eines Natels auf. We

Verfasst: 29. März 2005 20:16
von Sandy
Wir warten noch auf eine Antwort von Ihnen, Karl... Haben Sie sich nun mal bei Professor Kröplin erkundigt?

Sie scheinen gerne ins Wespennest zu stechen z.B. wie Sie neulich behaupten dass Basisstationen für Herzschrittmacher unkritisch seien. Ich schliesse mich Evi an mit der Frage woher Sie das so genau wissen wollen. Auch diese Antwort sind Sie Forumteilnehmern schuldig.

Re: Noch einmal: Wasser nimmt Strahlung eines Natels auf. We

Verfasst: 29. März 2005 22:03
von Karl
Hallo Evi und Sandy,

zu Ihren Fragen, woher ich das weiss, wie leicht oder schwer ein Schrittmacher zu beeinflussen ist: Ich habe mehrere Jahre integrierte Schaltungen entwickelt, die in Herzschrittmachern für die kurz- und langreichweitige Telemetrie sorgen sowie intrakardiale Impedanzmessungen durchführen. Im Schrittmacher selbst werden sowohl Langwellensignale als auch Signale im 400 MHz-Bereich erzeugt und abgestrahlt. Darüberhinaus habe ich selbst Messungen (auch mit Mobilfunksignalen) zur Störbeeinflussbarkeit von Schritmachern durch HF durchgeführt. Ich denke, diese Tätigkeit qualifiziert mich genug um eine Aussage über die Beeinflussbarkeit von Schrittmachern zu machen.
Falls Sie noch weitere Fragen zu diesem Thema haben stehe ich gerne mit weiteren Informationen zur Verfügung.

Karl

Re: Noch einmal: Wasser nimmt Strahlung eines Natels auf. We

Verfasst: 29. März 2005 22:11
von Karl
an Evi:

> Aber verstehen könnte ich einen Herzschrittmacherträger schon,
> wenn er in höchster Not mit einem Hammer den ganzen Mist,
> der ihm ans Leben geht, herunterschlagen würde.

Nochmal deutlich: Ich verstehe Ihren Text nicht als Aufforderung aber Ihre Haltung, so einer Handlungsweise Verständnis entgegenzubringen verurteile ich. Der Grund ist, dass ein Schrittmacher DEFINITIV nicht
durch eine Basisstation beeinflusst werden kann, wenn man sich ausserhalb der Sicherheitszone aufhält. Es kann also mitnichten von Not oder gar höchster Not gesprochen werden.
Ihre Aussage zeigt im Übrigen nur, dass Sie über die Funktionsweise eines Schrittmachers nicht Bescheid wissen.

> Das ist sehr wohl Notwehr und nicht mehr Selbstjustiz,

Da irren Sie sich gewaltig. Ich hoffe Sie sind sich dessen bewusst.

Karl

Re: Noch einmal: Wasser nimmt Strahlung eines Natels auf. We

Verfasst: 29. März 2005 23:41
von Evi
Es tut mir leid, dass ich nicht besonders beeindruckt bin von Ihren Ausführungen, solange es Träger von Herzschrittmachern gibt, die über Störungen unter dem Einfluss der elektromagnetischen Strahlung berichten, seien es nun Handys oder Antennen. Und diese gibt es, das ist Tatsache und Sie können es nicht leugnen. Es sei denn, Sie wollen diese Leute als Hypochonder abstempeln.

Wissen Sie was, Karl? Ich wünsche Ihnen wirklich nicht, dass Sie selbst eines Tages einen Herzschrittmacher eingepflanzt bekommen und dann in der Nähe dieser Strahlungsquellen leben und arbeiten müssen. Aber interessieren würde es mich dannzumal schon sehr, ob Sie bei Ihren Behauptungen bleiben.

Dass Sie meine Haltung, Verständnis für Notwehr zu zeigen,
die Sie als Selbstjustiz bezeichnen, missbilligen, tut mir auch nicht weh, denn ich stelle hier die Gegenfrage: Wer von den Mobilfunkbetreibern hat denn Skrupel, Mitmenschen zu schädigen, ja sogar zu gefährden? Welche Justiz wäre denn dann für diese Spezies zuständig?

Evi