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Lommiswil: Fünf Einsprachen gegen Natelantenne

Verfasst: 4. April 2005 12:35
von The Future's Black
© Solothurner Zeitung / MLZ; 30.03.2005

LeBuWa Zeitung

Selzacher haben keine Freude an den Plänen

Lommiswil Fünf Einsprachen gegen Natelantenne

Gegen die Mobilfunkantenne beim «Tunneli» in Lommiswil gingen fünf Einsprachen ein. Dies bestätigte Meinrad Engesser, Präsident der Bau-, Planungs- und Werkkommission Lommiswil, auf Anfrage. «Der sechste Brief den wir erhalten haben, war keine Einsprache im eigentlichen Sinn, sondern mehr eine Anfrage.» Bei fünf Schreiben kommen die Absender aus Selzach, grösstenteils aus dem Gebiet «Känelmoos», das nahe beim «Tunneli» liegt. Die ausgeschriebene Mobilfunk-Basisstation ist geplant auf dem Bahnareal der Regionalverkehr Mittelland AG (RM) an der Selzacherstrasse neben der Unterführung der RM-Bahnlinie. Die Antenne soll allen drei Anbietern Orange, Swisscom und Sunrise dienen. Der Standort wurde nach langem Ringen gefunden, weil einer geplanten Antenne beim Bahnhof in Lommiswil grosser Widerstand erwuchs.

«Die Selzacher bemängeln in ihren Einsprachen unter anderem, dass in ihrer Gemeinde über das Bauprojekt nicht informiert worden ist», so Engesser. Lommiswil habe vor der Ausschreibung Rücksprache mit der Selzacher Bauverwaltung genommen. «Dort wurde bestätigt, dass die Information, wie wir sie vorgenommen haben, genügt. In Lommiswil haben wir zusätzlich ein Flugblatt verteilt.»

Haupteinsprachepunkt war laut Engesser allerdings Artikel 24 des Raumplanungsgesetzes (RPG) und damit die Tatsache, dass die Mobilfunkantenne ausserhalb der Bauzone geplant ist. «Wir haben vor der Ausschreibung Abklärungen mit dem Raumplanungsamt des Kantons vorgenommen. Die Antenne ist auf dem Areal der Bahn geplant und das Bahnareal ist im Bauzonenplan als spezielle Zone ausgeschieden. Es gibt ein Verwaltungsgerichtsurteil über einen ähnlichen Fall in Grenchen. Der Kanton ist der Auffassung, dass Artikel 24 hier nicht gilt», so Engesser. Nur sekundär eingesprochen wurde gegen die nichtionisierende Strahlung (Nis-Strahlen). «Es wurde natürlich auch auf die laufende ETH-Studie verwiesen und angefragt, ob es nicht möglich wäre, ein Moratorium auszusprechen, wie es beispielsweise in Langenthal geschehen ist.»

Die Einsprachen werden in der Baukommission behandelt und können - falls sie abgelehnt werden - an den Kanton weitergezogen werden. (rm)