«Es ist nun halt so: E-Smog ist ein Risiko»
Verfasst: 4. April 2005 12:55
© Neue Luzerner Zeitung; 02.04.2005; Seite 9
Luzerner Zeitung Forum
«Es ist nun halt so: E-Smog ist ein Risiko»
Zur «Mobilfunkantenne im Hochformat» am Rotsee
Anstelle der bestehenden Mobilfunkantenne auf dem Wohnturm an der Gopplismooshalde soll am Libellenrain ein 40 (!) Meter hoher freistehender Mast als Basisstation mit sechs GSM/UMTS- und acht Richtfunkantennen erstellt werden. Gesuchsteller ist die TDC Schweiz AG (Sunrise). Betreiber sind Sunrise und Orange. Das Projekt beinhaltet einen Turm mit einer Plattform inklusive zwei Containern für die Systemtechnik. So sieht es zumindest die Planauflage im Stadthaus vor. Wenn es einem einzelnen Quartier, vielleicht auch unter Mithilfe des Politfilzes, gelingt, ein Verbot für die Durchfahrt ihres Quartiers bei Stadt, Kanton und Bund zu erzwingen, dann dürfte auch der Schutz eines ganzen Stadtteils vor Elektrosmog von den Behörden erwartet werden dürfen. Zumal der Turm ganz in der Nähe des Kantonsspitals mit seinen hochsensiblen, lebenserhaltenden Geräten in unmittelbarem Einflussbereich steht. Wenn selbst Handys im Spitalareal verboten sind! Ob dieser Direktbestrahlung müsste man auch auf Seiten des Kantonsspitals hellhörig werden.
Wer ausser den Anwohnern im Libellenquartier und der Mozartstrasse nimmt dieses gut versteckte Bauprofil überhaupt wahr? Und was meinte der Baudirektor am 4. März an der Quartiervereins-GV mit der Andeutung über die Änderung des Bebauungsplans auf dem Areal der Firma Schild? Noch immer streiten sich vom Elektrosmog Betroffene und Antennenbetreiber über die tatsächlichen Auswirkungen des Smogs auf die Gesundheit. Da gibt es längst nichts mehr zu deuteln: Smog ist ein grosses Risiko für die Gesundheit, und sehr viele Menschen leiden darunter! Mehrere Baugesuche wurden schweizweit abgelehnt, und trotzdem sagt die städtische Baudirektion Ja zu dieser eindeutig provokativen Hochantenne. Ist es nicht etwas paradox, wenn sich ausgerechnet das kantonale Amt für Umweltschutz hier eingemietet hat? Und wenn man bedenkt, dass die Stadt Luzern 1939 das Areal für den Bau der damaligen Tuch AG an den Bauherrn Schild zu sehr kulanten Bedingungen verkaufte, steht die im Falle dieses Projekts gezeigte Grosszügigkeit gegenüber der Nachfolgefirma schon etwas schief in der Landschaft.
Hans Winiger, Luzern
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«Es ist nun halt so: E-Smog ist ein Risiko»
Zur «Mobilfunkantenne im Hochformat» am Rotsee
Anstelle der bestehenden Mobilfunkantenne auf dem Wohnturm an der Gopplismooshalde soll am Libellenrain ein 40 (!) Meter hoher freistehender Mast als Basisstation mit sechs GSM/UMTS- und acht Richtfunkantennen erstellt werden. Gesuchsteller ist die TDC Schweiz AG (Sunrise). Betreiber sind Sunrise und Orange. Das Projekt beinhaltet einen Turm mit einer Plattform inklusive zwei Containern für die Systemtechnik. So sieht es zumindest die Planauflage im Stadthaus vor. Wenn es einem einzelnen Quartier, vielleicht auch unter Mithilfe des Politfilzes, gelingt, ein Verbot für die Durchfahrt ihres Quartiers bei Stadt, Kanton und Bund zu erzwingen, dann dürfte auch der Schutz eines ganzen Stadtteils vor Elektrosmog von den Behörden erwartet werden dürfen. Zumal der Turm ganz in der Nähe des Kantonsspitals mit seinen hochsensiblen, lebenserhaltenden Geräten in unmittelbarem Einflussbereich steht. Wenn selbst Handys im Spitalareal verboten sind! Ob dieser Direktbestrahlung müsste man auch auf Seiten des Kantonsspitals hellhörig werden.
Wer ausser den Anwohnern im Libellenquartier und der Mozartstrasse nimmt dieses gut versteckte Bauprofil überhaupt wahr? Und was meinte der Baudirektor am 4. März an der Quartiervereins-GV mit der Andeutung über die Änderung des Bebauungsplans auf dem Areal der Firma Schild? Noch immer streiten sich vom Elektrosmog Betroffene und Antennenbetreiber über die tatsächlichen Auswirkungen des Smogs auf die Gesundheit. Da gibt es längst nichts mehr zu deuteln: Smog ist ein grosses Risiko für die Gesundheit, und sehr viele Menschen leiden darunter! Mehrere Baugesuche wurden schweizweit abgelehnt, und trotzdem sagt die städtische Baudirektion Ja zu dieser eindeutig provokativen Hochantenne. Ist es nicht etwas paradox, wenn sich ausgerechnet das kantonale Amt für Umweltschutz hier eingemietet hat? Und wenn man bedenkt, dass die Stadt Luzern 1939 das Areal für den Bau der damaligen Tuch AG an den Bauherrn Schild zu sehr kulanten Bedingungen verkaufte, steht die im Falle dieses Projekts gezeigte Grosszügigkeit gegenüber der Nachfolgefirma schon etwas schief in der Landschaft.
Hans Winiger, Luzern