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Hermetschwil-Staffeln: Antennenprojekt abgewiesen

Verfasst: 7. April 2005 12:44
von The Future's Black
© Mittelland Zeitung; 06.04.2005

Tabloid Wohlen

Antennenprojekt abgewiesen

Hermetschwil-Staffeln: Orange soll geplante Mobilfunktantenne anderswo im Gemeindebann erstellen.

Lukas Schumacher
Aus denkmalpflegerischen Überlegungen hat der Kanton dem Antennenvorhaben der Firma Orange in Hermetschwil eine Absage erteilt.

In «Aarau» sind die Würfel gefallen, die geplante 25 Meter hohe Antennenfixstation im Gewerbegebiet «Spilhof» in Hermetschwil-Staffeln soll nicht errichtet werden. So wies die Koordinationsstelle Baugesuche (Abteilung Raumentwicklung des Baudepartements) das Erstellungsbegehren des Kommunikationsunternehmens Orange ab. Der Kanton verweist auf Aspekte des Denkmalschutzes im Zusammenhang mit dem nahen Kloster Hermetschwil. Die Antennenanlage beeinträchtige optisch den Umgebungsschutz des Klosterbezirks, heisst es im Entscheid. Es gelte, einen anderen, besser geeigneten Standort in der Gemeinde Hermetschwil-Staffeln zu wählen.

Gespräche und Info-abend

Gestützt auf den kantonalen Entscheid wird die Gemeindebehörde Hermetschwil-Staffeln das Orange-Baugesuch demnächst ablehnen. Ob Orange den Fall dann mittels Beschwerde an den Rechtsdienst des Regierungsrates weiterziehen wird, ist ungewiss; unabhängige Experten stufen die Erfolgsaussichten einer Beschwerde als gering ein. Fest hingegen steht, dass der Gemeinderat Vertreter der beiden Telekom-Unternehmen Orange und Swisscom zu Gesprächen einlädt. Anders als Orange hegt Swisscom keine Neuanlage-Absichten. Die Swisscom will ihre vor rund sechs Jahren montierte Antenne auf einem Scheunendach an der Hermetschwiler Dorfstrasse aufrüsten. «Wir bemühen uns», sagt Gemeindeammann Pius With, «den beiden Unternehmen einen anderen Standort zuzuweisen.»

Am Mittwoch, 27. April, veranstaltet der Gemeinderat einen Informationsabend. Dabei will man die Dorfbewohner nicht nur über die Antennengeschichte ins Bild setzen, sondern auch andere aktuelle Gemeindethemen besprechen.

Protestwelle

Als die Firma Orange im Sommer 2004 das Antennen-Baugesuch für den Standort auf dem Gelände der Immobilienfirma Wirth im «Spilhof» einreichte, hagelte es Einsprachen. 460 Dorfbewohner und auswärts wohnhafte Landeigentümer unterzeichneten Sammeleinsprachen oder verfassten Einzeleinsprachen gegen das 25 Meter hohe Vorhaben. Nebst gesundheitlichen Bedenken wegen der Strahlenbelastung war insbesondere die «massive Beeinträchtigung des Ortsbildes» ins Feld geführt worden, was jetzt auch der Kanton beanstandet.

Technisch gibt es nichts zu bemängeln. Im Herbst 2004 stellte die kantonale Abteilung Umwelt fest, dass die geplante Hermetschwiler Antenne die NIS-Verordnung des Bundes erfüllt. Sowohl die Anlagegrenzwerte als auch die Immissionsgrenzwerte könnten eingehalten werden. Alles paletti also, wenn die Anlage an einer einigermassen passenden, unauffälligeren Stelle im Gemeindebann verwirklicht würde.