Swisscom verschenkt WiFi-Karten an Parlamentarier
Verfasst: 21. April 2005 12:43
© HandelsZeitung; 20.04.2005; Seite 10; Nummer 16
Überbrückung durch Funk
Letzte Meile · Die Konzessionsvergabe für drahtlose Breitband-Anschlüsse steht bevor.
Matthias Niklowitz
Im Auftrag der Eidgenössischen Kommunikationskommission (ComCom) bereitet das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) gegenwärtig das Verfahren für die Konzessionserteilung von drahtlosen Breitbandanschlüssen vor. Soeben wurde an Telecom-Netzbetreiber und weitere potenzielle Interessenten wie etwa Ausrüster ein Fragebogen versandt.
Zur Debatte steht bei der Konzessionserteilung eine Auktion oder eine Vergabe aufgrund vorgängig festgelegter Kriterien («Schönheitswettbewerb»). Eine Vergabe von Konzessionen für die freien Frequenzen im 3,5 GHz-Bereich dürfte bereits im Herbst erfolgen. Das bedeutet, dass erste Anbieter wie Swisscom, Cybernet oder die österreichische Wimax Telecom etwa in einem Jahr drahtlose Breitbandanschlüsse auf den Markt bringen könnten.
Drahtloser Datenversand bis 50 Kilometer
Hinter solchen als «Broadband Wireless Access» (BWA) bezeichneten Anschlüssen steht die Mikrowellen-Funktechnologie «Wimax», die Fachleute als IEEE-802.16-Standard bezeichnen. Diese Technologie erweitert den Radius der «WiFi»-Wireless-LAN-Technologie, die heute bei Hotspots in Flughäfen und Hotellobbys weit verbreitet ist und nur im Bereich einiger Dutzend Meter funktioniert, beträchtlich: auf 50 Kilometer. In den USA betreiben erste Alternativ-Carrier wie TowerStream erfolgreich solche Mega-Hotspots.
Die Hersteller von WLAN-Karten haben an der 3GSM-Branchenmesse in Cannes im Februar für nächstes Jahr erste Wimax-taugliche Modelle angekündigt. Weil Wimax auf Mikrowellen basiert, dürfen sich Benutzer nicht rasch bewegen, sonst bricht die Verbindung ab. Wimax ist deshalb in der ersten Phase weniger eine Gefahr für die jetzt installierten 3G-UMTS-Kommunikationsnetze als vielmehr einen Ersatz für die im Boden verlegten Kupferkabel. Mit Übertragungsraten bis 70 Mbit pro Sekunde ist es ein potenzieller Bypass für die letzte Kupferdraht- oder Glasfaser-Meile. Denn ADSL wird heute nur mit Raten zwischen 500 Kbit und 2 Mbit angeliefert.
Durchbruch wahrscheinlich
Unter dieser Perspektive waren unter der Bezeichnung «WLL» («Wireless Local Loop») bereits vor fünf Jahren einmal Lizenzen versteigert worden. Der Bund kassierte damals über 300 Mio. Fr.
Die Lizenzkäufer - alles Jungunternehmen mit ehrgeizigen Business-Plänen - konnten ihre Vorhaben allerdings nie umsetzen. Auch weil es nicht gelang, WLL zum Infrastruktur-Thema bei Geschäftsliegenschaften-Verwaltungen zu machen. Jetzt sind die Voraussetzungen für einen Durchbruch viel besser: Für viele kleinere alternativen Netzbetreiber bildet Wimax einen Ausweg aus dem Investitionsdilemma im Nachgang zur absehbaren Entbündelung der Letzten Meile, weil sie die Auslagen für die Ausrüstung und die hohen Platzmieten in den Swisscom-Ortszentralen gar nicht aufbringen könnten.
Swisscom verschenkt Karten an Parlamentarier
Zudem haben sich viele Notebook-Benutzer an den Zugangs-Komfort mit den heute eingebauten WiFi-Karten gewöhnt. Neuere Laptop-Modelle werden sich problemlos auf Wimax umrüsten lassen.
Wenn das nicht genügt, sorgt Swisscom selber für die nötige politische Unterstützung. Sämtliche Parlamentarier hatten im letzten Jahr Notebook-Karten für den Zugang zu den WiFi- und UMTS-Netzen bekommen. Einziger flächendeckender Betreiber ist natürlich die Swisscom.
Überbrückung durch Funk
Letzte Meile · Die Konzessionsvergabe für drahtlose Breitband-Anschlüsse steht bevor.
Matthias Niklowitz
Im Auftrag der Eidgenössischen Kommunikationskommission (ComCom) bereitet das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) gegenwärtig das Verfahren für die Konzessionserteilung von drahtlosen Breitbandanschlüssen vor. Soeben wurde an Telecom-Netzbetreiber und weitere potenzielle Interessenten wie etwa Ausrüster ein Fragebogen versandt.
Zur Debatte steht bei der Konzessionserteilung eine Auktion oder eine Vergabe aufgrund vorgängig festgelegter Kriterien («Schönheitswettbewerb»). Eine Vergabe von Konzessionen für die freien Frequenzen im 3,5 GHz-Bereich dürfte bereits im Herbst erfolgen. Das bedeutet, dass erste Anbieter wie Swisscom, Cybernet oder die österreichische Wimax Telecom etwa in einem Jahr drahtlose Breitbandanschlüsse auf den Markt bringen könnten.
Drahtloser Datenversand bis 50 Kilometer
Hinter solchen als «Broadband Wireless Access» (BWA) bezeichneten Anschlüssen steht die Mikrowellen-Funktechnologie «Wimax», die Fachleute als IEEE-802.16-Standard bezeichnen. Diese Technologie erweitert den Radius der «WiFi»-Wireless-LAN-Technologie, die heute bei Hotspots in Flughäfen und Hotellobbys weit verbreitet ist und nur im Bereich einiger Dutzend Meter funktioniert, beträchtlich: auf 50 Kilometer. In den USA betreiben erste Alternativ-Carrier wie TowerStream erfolgreich solche Mega-Hotspots.
Die Hersteller von WLAN-Karten haben an der 3GSM-Branchenmesse in Cannes im Februar für nächstes Jahr erste Wimax-taugliche Modelle angekündigt. Weil Wimax auf Mikrowellen basiert, dürfen sich Benutzer nicht rasch bewegen, sonst bricht die Verbindung ab. Wimax ist deshalb in der ersten Phase weniger eine Gefahr für die jetzt installierten 3G-UMTS-Kommunikationsnetze als vielmehr einen Ersatz für die im Boden verlegten Kupferkabel. Mit Übertragungsraten bis 70 Mbit pro Sekunde ist es ein potenzieller Bypass für die letzte Kupferdraht- oder Glasfaser-Meile. Denn ADSL wird heute nur mit Raten zwischen 500 Kbit und 2 Mbit angeliefert.
Durchbruch wahrscheinlich
Unter dieser Perspektive waren unter der Bezeichnung «WLL» («Wireless Local Loop») bereits vor fünf Jahren einmal Lizenzen versteigert worden. Der Bund kassierte damals über 300 Mio. Fr.
Die Lizenzkäufer - alles Jungunternehmen mit ehrgeizigen Business-Plänen - konnten ihre Vorhaben allerdings nie umsetzen. Auch weil es nicht gelang, WLL zum Infrastruktur-Thema bei Geschäftsliegenschaften-Verwaltungen zu machen. Jetzt sind die Voraussetzungen für einen Durchbruch viel besser: Für viele kleinere alternativen Netzbetreiber bildet Wimax einen Ausweg aus dem Investitionsdilemma im Nachgang zur absehbaren Entbündelung der Letzten Meile, weil sie die Auslagen für die Ausrüstung und die hohen Platzmieten in den Swisscom-Ortszentralen gar nicht aufbringen könnten.
Swisscom verschenkt Karten an Parlamentarier
Zudem haben sich viele Notebook-Benutzer an den Zugangs-Komfort mit den heute eingebauten WiFi-Karten gewöhnt. Neuere Laptop-Modelle werden sich problemlos auf Wimax umrüsten lassen.
Wenn das nicht genügt, sorgt Swisscom selber für die nötige politische Unterstützung. Sämtliche Parlamentarier hatten im letzten Jahr Notebook-Karten für den Zugang zu den WiFi- und UMTS-Netzen bekommen. Einziger flächendeckender Betreiber ist natürlich die Swisscom.