Elektrosensibilität: Abschlussbericht "Mainzer EMF-Wach

Elisabeth Buchs

Elektrosensibilität: Abschlussbericht "Mainzer EMF-Wach

Beitrag von Elisabeth Buchs » 14. Mai 2005 16:36

Der Mainzer Wachhund ist eine gemeinsame Initiative des Ministeriums für Umwelt und Forsten Rheinland-Pfalz und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Er hat sich zur Aufgabe gesetzt, ein wachsames Auge auf gesundheitliche Störungen zu werfen, die mit EMF in Zusammenhang gebracht werden.

Während 15 Monaten konnten Betroffene per Internt einen Fragebogen ausfüllen, zusätzlich gab es eine postalische Haushaltsbefragung bei fast 5 000 Haushalten in Mainz und es meldeten sich 189 Elektrosensible. Nun ist der Abschlussbericht von Phase 1 erschienen. (www.mainzer-emf-wachhund.de/wachhund/EMF-Bericht.pdf). Mögliche Gründe, weshalb sich nicht mehr Betroffene gemeldet haben: dass sie nicht ausreichend auf die Meldestelle aufmerksam gemacht wurden, sehen keinen persönlichen Vorteil darin, haben keinen Internet-Zugang, möchten nicht registriert werden, trauen der Institution nicht.

Am meisten Betroffene soll es bei der Altersgruppe der 40 bis 49 jährigen geben. Das Verhältnis zwischen Männern und Frauen ist etwa gleich. Als Faktoren für gesundheitliche Beeinträchtigungen werden Mobilfunkantennen, Handy oder DECT genannt, bei der Niederfrequenz Umspannwerke, Hochspannungsleitungen, Transformatoren, elektrische Haushaltgeräte und elektrische Einrichtungen der Bahn. Als Beschwerden werden Schlafstörungen, Konzentrationsstörung, Müdigkeit, Mattigkeit, Erschöpfung, Vergesslichkeit, Reizbarkeit, Migräne und Tinnitus genannt, bei den Haushaltbefragungen vor allem Schlafstörungen und Kopfschmerzen. Es zeigte sich ein hoher Schweregrad der gesundheitlichen Beschwerden. Die Betroffenen suchten deshalb Hausärzte, Fachärzte und Krankenhäuser auf. Mit etwa der Hälfte der Personen hat man eine Therapie zur Linderung der beschriebenen Symptome durchgeführt, nur 25 % beschrieben eine Verbesserung. In Phase 2 sollen in einem klinischen Projekt Betroffene aus Phase 1 ärztlich untersucht werden, falls dies durch das Ministerium bewilligt wird. Im Vergleich zu einem Kontrollkollektiv sollen die Symptomatiken medizinisch beschrieben werden und Ansätze für eine verbesserte Diagnostik sowie im Idealfall Vorschläge für Therapieansätze entwickelt werden.

Kommentar: Wenn nur nur möglich wäre, einen medizinisch eindeutigen Nachweis für Elektrosensibilität zu erbringen, dass wir wenigstens nicht auch noch als eingebildete Kranke verunglimpft werden könnten. Wenn die Regierung schon eine Zwangsverstrahlung dieses Ausmasses fördert, sollte sie als absolutes Minimum wenigstens den Elektrosensiblen elektrosmogfreie Gebiete anbieten. Hierzu noch die Frage einer Kollegin, bei der mitten im Wohngebiet auf dem Nachbarhaus eine starke UMTS und GSM-Antenne aufgestellt werden soll: Weshalb arbeitet eigentlich Frau Moser vom BAG nicht für die Mobilfunker? Mögliche Antwort: Wenn Sie beim BAG bleibt, nützt sie den Mobilfunkern mehr.

Ein mir bis dahin nicht bekannter Elektrosensibler sagte mir gestern: Die nicht sensiblen Leute können sich gar nicht vorstellen, wie mit der Elektrosensibilität das Leben zur Hölle wird. Er hat auf der Suche nach der Ursache und Behandlungen etwa 30 Aerzte aufgesucht, wurde von einigen als Spinner betrachtet, hat Amalgam per Infusion ausgeleitet. Ein ebenfalls elektrosensibler Kollege von ihm hat sich das Leben genommen, weil er aus finanziellen Gründen keine Möglichkeit hatte zu einer echten Verbesserung der Wohnsituation. Der Elektrosensible sagte weiter: Jetzt kommt dann W-Lan, das schaffen wir nicht mehr... In dieser Situation würde ich es zuerst versuchen mit abschirmen, dann zusätzlich eine zweite Wand und zuletzt einen Bunker aus armierungsfreiem Beton (weil ich die Armierung nicht gut vertrage) unter dem Haus. Ich hoffe nur, dass wir den weiteren Ausbau stoppen können und die Leute zur Einsicht kommen. Ein anderer Elektrosensibler sagte: die Elektrosensiblen sind wie die Kanarienvögel, die früher als Warner vor Grubengas von den Bergleuten mitgenommen wurden bzw. uns erwischt es als erste, aber wenn es so weitergeht, trifft es dann auch zunehmend die "Elektro-Resistenteren".

Mit freundlichen Grüssen

Elisabeth Buchs