Der ehemalige Swisscom-Mitarbeiter Bernhard Mösching will wi
Verfasst: 3. Juni 2005 12:31
© Der Bund; 03.06.2005; Seite 29
Stadt-Region
Der Bund
Aufstand der Strahlungsgegner
Mehr als 900 Menschen haben in Ostermundigen für ein Antennen-Moratorium unterschrieben
Bis eine Studie zur möglichen Schädigung durch die UMTS-Antennenstrahlung vorliegt, soll in Ostermundigen keine Baubewilligung mehr für neue Anlagen erteilt werden. Dies fordern 900 Ostermundiger.
Christian von Burg
Bernhard Mösching hat sich tüchtig ins Zeug gelegt: Mehr als 900 Unterschriften hat der ehemalige Swisscom-Mitarbeiter mit seinen Helferinnen und Helfern in drei Wochen zusammengetragen. Mit Hilfe von Stecknadeln und farbigen Plastikscheiben hat er ein Modell gebastelt, um die Strahlenbelastung durch Mobilfunkantennen in Ostermundigen zu veranschaulichen. «25 Sendeanlagen auf einer Fläche von knapp zwei Quadratkilometern gibt es in Ostermundigen», erklärte er gestern bei der Übergabe der Unterschriften vor der Gemeindeverwaltung, «und dazwischen liegen Schulen, Kindergärten und Siedlungen, die teils unter Ortsbildschutz stehen.» Er selber schlafe im eigenen Bett viel schlechter als im Wohnwagen im Garten. «Der Wohnwagen wirkt als faradayscher Käfig und schirmt mich von den Strahlen ab.»
Drei Forderungen stellen die Unterzeichner der Volksmotion dem Gemeinderat: Für UMTS-Mobilfunkantennen sollen keine Baubewilligungen mehr erteilt werden, bis die Resultate einer Studie vorliegen, die im Auftrag der Forschungsstiftung Mobilkommunikation durchgeführt wird. Zudem soll die Gemeinde ein Antennenreglement erstellen, um die Planung zu verbessern. Schliesslich fordern die Motionäre, dass die Betreiber von Mobilfunkantennen die Haftung für Langzeitschäden gesundheitlicher Art, aber auch für entstehende Wertverluste betroffener Liegenschaften übernehmen. «Meine Kinder haben kein Interesse mehr an meinem verstrahlten Haus.»
Gleicher Fall in Langenthal
Gemeindeschreiberin Marianne Meyer und Parlamentspräsident Bruno Schröter nahmen die Unterschriften entgegen. Am 8. September wird die Volksmotion im Parlament diskutiert. Da gemäss den Motionären mehr als die Hälfte der Parlamentarier unterschrieben hat, ist davon auszugehen, dass die zweite Volksmotion Ostermundigens auch an den Gemeinderat überwiesen wird.
In Langenthal, wo bereits im Februar ein vergleichbares Moratorium beschlossen worden ist, haben die Behörden allerdings nicht aufgehört, Baugesuche für Mobilfunkantennen zu bearbeiten. «Wir prüfen sie zwar, erteilen aber bis Ende Jahr keine Baubewilligungen», sagte Stadtpräsident Hans-Jürg Käser gestern auf Anfrage.
Zur letzten Forderung der Motionäre sagt Markus Rindlisbacher, Leiter der Ostermundiger Baupolizei: «Die Haftung für Langzeitschäden kann nicht auf der Ebene der Gemeinde geregelt werden.» Das Verursacherprinzip sei aber im nationalen Umweltschutzgesetz verankert. «Das heisst, diese Forderung ist bereits erfüllt.»
Der ehemalige Swisscom-Mitarbeiter Bernhard Mösching will wieder ruhig schlafen - ohne Mobilfunkstrahlung.
Adrian Moser
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Aufstand der Strahlungsgegner
Mehr als 900 Menschen haben in Ostermundigen für ein Antennen-Moratorium unterschrieben
Bis eine Studie zur möglichen Schädigung durch die UMTS-Antennenstrahlung vorliegt, soll in Ostermundigen keine Baubewilligung mehr für neue Anlagen erteilt werden. Dies fordern 900 Ostermundiger.
Christian von Burg
Bernhard Mösching hat sich tüchtig ins Zeug gelegt: Mehr als 900 Unterschriften hat der ehemalige Swisscom-Mitarbeiter mit seinen Helferinnen und Helfern in drei Wochen zusammengetragen. Mit Hilfe von Stecknadeln und farbigen Plastikscheiben hat er ein Modell gebastelt, um die Strahlenbelastung durch Mobilfunkantennen in Ostermundigen zu veranschaulichen. «25 Sendeanlagen auf einer Fläche von knapp zwei Quadratkilometern gibt es in Ostermundigen», erklärte er gestern bei der Übergabe der Unterschriften vor der Gemeindeverwaltung, «und dazwischen liegen Schulen, Kindergärten und Siedlungen, die teils unter Ortsbildschutz stehen.» Er selber schlafe im eigenen Bett viel schlechter als im Wohnwagen im Garten. «Der Wohnwagen wirkt als faradayscher Käfig und schirmt mich von den Strahlen ab.»
Drei Forderungen stellen die Unterzeichner der Volksmotion dem Gemeinderat: Für UMTS-Mobilfunkantennen sollen keine Baubewilligungen mehr erteilt werden, bis die Resultate einer Studie vorliegen, die im Auftrag der Forschungsstiftung Mobilkommunikation durchgeführt wird. Zudem soll die Gemeinde ein Antennenreglement erstellen, um die Planung zu verbessern. Schliesslich fordern die Motionäre, dass die Betreiber von Mobilfunkantennen die Haftung für Langzeitschäden gesundheitlicher Art, aber auch für entstehende Wertverluste betroffener Liegenschaften übernehmen. «Meine Kinder haben kein Interesse mehr an meinem verstrahlten Haus.»
Gleicher Fall in Langenthal
Gemeindeschreiberin Marianne Meyer und Parlamentspräsident Bruno Schröter nahmen die Unterschriften entgegen. Am 8. September wird die Volksmotion im Parlament diskutiert. Da gemäss den Motionären mehr als die Hälfte der Parlamentarier unterschrieben hat, ist davon auszugehen, dass die zweite Volksmotion Ostermundigens auch an den Gemeinderat überwiesen wird.
In Langenthal, wo bereits im Februar ein vergleichbares Moratorium beschlossen worden ist, haben die Behörden allerdings nicht aufgehört, Baugesuche für Mobilfunkantennen zu bearbeiten. «Wir prüfen sie zwar, erteilen aber bis Ende Jahr keine Baubewilligungen», sagte Stadtpräsident Hans-Jürg Käser gestern auf Anfrage.
Zur letzten Forderung der Motionäre sagt Markus Rindlisbacher, Leiter der Ostermundiger Baupolizei: «Die Haftung für Langzeitschäden kann nicht auf der Ebene der Gemeinde geregelt werden.» Das Verursacherprinzip sei aber im nationalen Umweltschutzgesetz verankert. «Das heisst, diese Forderung ist bereits erfüllt.»
Der ehemalige Swisscom-Mitarbeiter Bernhard Mösching will wieder ruhig schlafen - ohne Mobilfunkstrahlung.
Adrian Moser