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Abschaffung der Mobilfunkmasten
Verfasst: 7. Juni 2005 15:43
von Jürg Leus
Ich möchte nochmals auf die Handy-Zukunft zu sprechen kommen. Ist es technisch möglich, dass jedes einzelne Handy quasi die Mobilfunkantennen ersetzt? Für technische Erläuterungen danke ich!
Jürg Leus
Selbstorganisierende Handy-Netze
Verfasst: 7. Juni 2005 21:29
von A.Masson
Am 23. September 2001 war ein Interview mit ETH-Professor Martin Vetterli über die Ideen zu solchen selbstorganisierenden Netzen. Martin Vetterli leitet (oder leitete damals) das Labor für Audiovisuelle Kommunikation an der ETH Lausanne.
Es gab symbolische Zeichnungen dazu, wie das Gespräch munter von Handy zu Handy springt, immer weiter, bis es beim Empfänger ankommt.
Wie das Handy weiss, ob das Gespräch eher nach Norden oder nach Westen weitergeleitet werden muss, und wie eine solche gezielte Weiterleitung über eine Kette von unbeteiligten Passanten möglich ist, ohne dass sich alles verstopft, bleibt mir ein Rätsel. Wenn das Gespräch nach Westen muss, dürfen die benachbarten Handys im Osten nichts tun.
Etwas seriöser und englisch ist ein Artikel "Toward Self-Organized Mobile Ad Hoc Networks: The Terminodes Project" von J.P.Hubaux, Th. Gross, J.-Y. LeBoudec und M.Vetterli in IEEE Communications Magazine January 2001. Ich kann es auf die Schnelle nicht überfliegen. Unter diesen Stichworten (auch Terminodes) in Google suchen bringt vielleicht etwas.
Re: Selbstorganisierende Handy-Netze
Verfasst: 8. Juni 2005 08:11
von Karl
Liebe Leser,
die zuverlässige Funktion eines ad-hoc-Netzwerkes hängt unter anderem davon ab, dass die Maschen des Netzes zu jeder Zeit und an jedem Ort eng genug sind. Ob das NUR mit Mobilgeräten zu erreichen ist, darf bezweifelt werden. Wenn man einen solchen Lösungsansatz weiterverfolgt darf man sicherlich nicht die Extremlösung (den vollkommenen Verzicht auf Basisstationen) als Ziel ansehen, denn dann wäre die Netzabdeckung nicht mehr vorhersagbar.
Als weiterer Effekt eines ad-hoc-Netzes steigt die Belastung des Einzelnen, da sein Mobilgerät auch dann sendet, wenn es "nur" als Relaisstation für die weiterzureichenden Gespräche dient. Je nach Entfernung der Teilnehmer werden umso mehr Relaisstationen benötigt und umso mehr "unbeteiligte" unmittelbar befeldet. Die Belastung des Einzelnen durch Basisstationen kann im Vergleich dazu (i. d. R. mehre Zehnerpotenzen geringer) vernachlässigt werden. Unter dem Gesichtspunkt der Belastung durch EM-Felder ist der Ansatz ohne Zweifel ein Rückschritt.
Je nach Gesprächsdichte (Verkehrsdichte) in dem ad-hoc-Netz wird natürlich auch die Akkulaufzeit mit unter drastisch kürzer, denn das Gerät ist wie gesagt öfter in Betrieb, als das der Fall wäre, wenn nur der Besitzer telefoniert.
Es stellt sich die Frage, welche Vorteile am Ende herauskommen?
Karl
Re: Selbstorganisierende Handy-Netze
Verfasst: 8. Juni 2005 14:37
von Hans-U. Jakob
Ein solches Netz - Jedes Handy eine Basisstation - hätte den gewaltigen Vorteil, dass die Menschheit innert 2 Generationen vollständig ausgelöscht wäre. Etwas was nicht einmal ein Atomkrieg zustande bringen würde.
Die Handys in den Hosentaschen der Männer würden dauernd so immens strahlen (12 bis 120V/m) dass sämtliche Handyträger mit Sicherheit unfruchtbar würden. Wer's nicht glaubt kann gerne mal nachmessen. Die Strahlung meine ich.
Hans-U. Jakob