«Handy-Frust in den Zügen» (?)
Handytelefonieren ohne Freisprechanlage am Steuer ist verboten. Dennoch begegnet man häufig während der Fahrt telefonierenden Automobilisten. Es gibt sogar Fahrzeuglenker, die mit dem Handy am Ohr einhändig in einen Kreisel einfahren und damit eine echte Gefahr für die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer bilden. Auch hier gilt: Jede Vorschrift ist nur so viel wert, wie sie kontrolliert und bei Übertretung geahndet wird.
Wer viel mit der Bahn reist, muss dort täglich mehr echte Belästigungen durch telefonierende Mitreisende neben, hinter oder vor sich hinnehmen. Diese vertreiben sich die Fahrzeit mit langen Handygesprächen, in denen selten wirklich Wichtiges berichtet, sondern nur - leider oft lautstark - palavert wird. Immer seltener wird es daher wegen der immer mehr um sich greifenden Seuche möglich, im Zug zu lesen, zu arbeiten oder sich einfach auszuruhen.
Auf elektrosensible Personen, die die elektromagnetische Handy-Strahlung sehr schlecht vertragen, wird dabei schon gar keine Rücksicht genommen. Eine Anfrage bei den SBB, ob es nicht spezielle Wagen gebe, in denen Reisende ihre Ruhe vor handysierenden und drahtlos mit stark strahlenden Laptops arbeitenden Zeitgenossen haben, wurde leider abschlägig beantwortet.
Hier einige Beispiele:
1. Eine Frau telefoniert auf der Fahrt von Aarau nach Zürich permanent und erzählt dem Gesprächspartner den ganzen Wochenablauf, den Mitreisende zwangsläufig mithören müssen.
2. Eine junge Dame telefoniert auf der Strecke Zürich-Wien lautstark, bis ein Mitreisender laut ruft: «Alle mal still sein und hinhören! Das Fräulein da hinten erzählt ihre ganze Lebens- und Liebesgeschichte!»
3. In einem Doppelstockzug kurz vor Bern hält eine Reisende ihr Handy ans Ohr und sagt die bedeutsamen Worte: «Ich stah uf dr Stäge und gly gaht d'Türe uf.»
Die Klage wegen Handy-Unterbrüchen steht dem legitimen Bedürfnis ungestörten Reisens und Sicherheit auf den Strassen gegenüber, und es darf die Frage gestellt werden, wer unter dem Handy-Frust am meisten leidet. Hat man sich darüber auch schon Gedanken gemacht? Über Telefonieren mit UMTS sagen die neusten Studien übrigens aus, dass UMTS-Strahlung dreimal mehr genschädigend ist als GSM. Davon sagen die Betreiber dem breiten Publikum natürlich nichts oder behaupten sogar das Gegenteil. Es passt ihnen natürlich nicht, dass es deswegen zahlreiche Einsprachen gegen UMTS-Antennen gibt.
Für Interessierte: Über zwei wichtige neue Studien (Dr. Gerd Oberfeld und Prof. Franz Adlkofer) kann nachgelesen werden unter: http://www.buergerwelle-schweiz.org/ (Link: Wissenschaftliche Studien/Artikel).
1. Neuste Antennen-Studie: Stark erhöhtes Krebsrisiko um einen Mobilfunksender, Dr. Gerd Oberfeld. Bei Strahlungswerten über 0,6 V/m (1/5 des Schweizer Anlagegrenzwertes) war das Risiko für alle Krebsarten 5- bis 8-fach, für Brustkrebs 23-fach, für Gehirntumor 121-fach erhöht.
2. Kein Zweifel mehr - UMTS ist zehnmal mehr genschädigend als GSM-Handystrahlung, Professor Franz Adlkofer, Verum-Stiftung. Prof. Adlkofer sagt übrigens, dass heute die gleichen Fehler gemacht werden wie seinerzeit bei Tabak, Asbest und Röntgenstrahlung
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