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Presseschau 13.5.05: In Thalwil funkts bald noch mehr/«Und w

Verfasst: 13. Juni 2005 12:26
von The Future's black
© Tages-Anzeiger linkes Seeufer und Sihltal; 11.06.2005; Seite 9

Thalwil, Rüschlikon, Kilchberg

In Thalwil funkts bald noch mehr

Tele 2 erwägt in Thalwil den Bau von Mobilfunkanlagen. Anzahl und Standorte will der schwedische Telekomkonzern nicht verraten. Der Grund: Er befürchtet Rekurse.

VON STEFAN HÄNE

Thalwil. Am liebsten spräche er gar nicht darüber, so brisant scheint dem Pressesprecher von Tele 2 die Thematik zu sein. Am Ende lässt er es sich dennoch entlocken: «Ja», bestätigt er Recherchen des «Tages-Anzeigers», «wir wollen in Thalwil neue Mobilfunkanlagen aufstellen.»

Die defensive Kommunikationspolitik des schwedischen Telecomkonzerns kommt nicht von ungefähr: Die Gemeinden am linken Zürichseeufer gelten unter Mobilfunkanbietern als besonders heikles Terrain, wenn es um den Bau von Antennen geht. «Am linken Seeufer ist der Widerstand in der Bevölkerung besonders gross», weiss Tele 2-Geschäftsführer Roman Schwarz. Ein Teil des Problems sind für ihn die Medien: Je mehr die Zeitungen am linken Seeufer darüber schreiben würden, desto schwieriger werde es, eine Baubewilligung zu erhalten. Im Norden des Kantons Zürich präsentiert sich die Situation laut Schwarz anders: In Rümlang beispielsweise sind Mobilfunkanlagen kein Thema, bei dem die Emotionen hochgehen. Worauf dies zurückzuführen ist, kann Schwarz nicht erklären.

Bereits regt sich Widerstand

Bei Tele 2 zeigt man vordergründig zwar Verständnis für die Ängste der Bevölkerung vor einem Antennenwald, der seit Jahren wächst und wächst. Sind die Mikrofone jedoch erst einmal ausgeschaltet, tönt es anders: Es sei paradox, fast jeder trage heute ein Handy mit sich, doch niemand wolle den Preis dafür zahlen, wundert man sich.

In Thalwil dürfte das Mobilfunk-Terrain für Tele 2 besonders steinig sein. Der Grund: Die Interessengemeinschaft zum Schutz der Bevölkerung vor Mobilfunkantennen (ISBM) versucht seit Jahren, das Anwachsen des Antennenwaldes mit juristischen Mitteln zu unterbinden. Im Fall von Tele 2 wird das nicht anders sein. Konfrontiert mit den Recherchen des «Tages-Anzeigers», kündigt Gisela Kares von der ISBM Widerstand an: «Wir versuchen, den Bau von weiteren Antennen zu verhindern.» Die Strahlungsbelastung sei heute schon zu hoch und beeinträchtige die Lebensqualität der Bevölkerung. «Viele Thalwiler, die in der Nähe einer Antenne wohnen, leiden unter Schlafstörungen und haben übermässig häufig Kopfschmerzen», weiss sie. Sorgen bereitet Kares insbesondere das ungebremste Wachstum des Antennenwaldes. Ihre Forderung: «Wir müssen diese gefährliche Entwicklung sofort stoppen.» Wie genau die ISBM vorgehen wird - ob mit juristischen oder anderen Mitteln -, will Kares nicht verraten.

Weitere Seegemeinden betroffen

Ob die ISBM die Antennenoffensive von Tele 2 stoppen kann, bleibt fraglich. Denn Tele 2 plant nicht nur in Thalwil den Aufbau eines eigenen Mobilfunknetzes. Auch in den Gemeinden Kilchberg und Rüschlikon will der Telecomkonzern den drei Marktleadern Swisscom, Sunrise und Orange künftig die Stirn bieten. Wie viele Antennen geplant sind, will Tele-2-Geschäftsführer Schwarz nicht verraten. Ebenso bedeckt hält er sich, was die möglichen Standorte anbelangt.

Was Thalwil, Kilchberg und Rüschlikon in etwa erwarten könnte, ergibt sich aus einem Blick auf das bestehende Mobilfunknetz der drei Marktleader. Das Problem: Es lässt sich nicht so leicht feststellen, wie viele Anlagen die Telecomkonzerne in den drei Gemeinden betrieben. Exakte Zahlen liefert einzig Sunrise: In Thalwil sind es drei Antennen, in Kilchberg und Rüschlikon je eine. Swisscom spricht von durchschnittlich ein bis zwei Anlagen pro Gemeinde, Orange von insgesamt zehn in allen drei Gemeinden zusammen. In diesem Rahmen dürfte auch die Zahl der geplanten Tele-2-Antennen liegen.

Bis zum Ende dieses Jahres wird klar sein, wo Tele 2 wie viele Antennen aufzustellen gedenkt. Bis dann will der Telecomkonzern die Baugesuche bei den Gemeinden eingereicht haben. Ob allfällige Rekurse finanzielle Konsequenzen für Tele 2 nach sich ziehen werden, will Geschäftsführer Schwarz weder bestätigen noch dementieren.

bild patrick gutenberg

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© Berner Zeitung; 13.06.2005; Seite 23

BZ-Rund um Bern

leserbrief

«Und wer bezahlt die Zeche?»

Ausgabe vom 3. Juni

Ostermundigen «900 Personen fordern eine Sendepause für Antennen».

Die 900 Personen fordern keine Sendepause für Natelantennen. Die Motionäre stellen sich nicht gegen eine diesbezügliche Grundversorgung. Die zuständigen Behörden werden jedoch aufgefordert, Gesuche kritischer zu hinterfragen und restriktiver zu bewilligen. In Ostermundigen gibt es bereits heute im Zentrum Gebiete mit mehr als vierfacher Abdeckung durch Antennen verschiedener Anbieter. Diese müssen sich in ihren Frequenzen gegenseitig überbieten, um störungsfrei senden zu können. Die neuen UMTS-Antennen braucht es für Zusatzfunktionen (bewegliche Bilder via Natel senden und empfangen) oder für zukünftige Angebote (bezahlen an der Warenhauskasse per Handy). Ist dies Grundversorgung oder einfach nur Luxus einiger weniger User auf Kosten der Allgemeinheit? Dass Folgen aus der Elektrosmogsituation zu erwarten sind, ist in der unabhängigen Fachwelt heute nicht mehr bestritten. Wer bezahlt dereinst diese Zeche, gesundheitlich wie finanziell? Die Einsprecher werden abgekanzelt mit dem Argument, dass allen Anbietern die gleichen Rechte einzuräumen seien. Wie wärs, die Gesuchsteller aufzufordern, sich zusammenzuschliessen, Synergien zu nutzen?

Lucia Müller

Ostermundigen
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© Mittelland Zeitung; 11.06.2005

Tabloid Wynental Suhrental

Auch viele Geräte im Haushalt machen Elektrosmog

Mobilfunkantennen Der Regionalverband Wynental liess vier Fachleute zu Wort kommen. Das Publikum stellte nicht nur Fragen, es machte auch seinem Unmut Luft.

Ruth Merz
Informieren, nicht diskutieren, das wollte der Regionalverband Wynental mit einer Veranstaltung zum Thema Mobilfunkantennen im Reinacher Theater am Bahnhof (TaB). Vier Fachleute beantworteten Fragen zu Strahlung, Antennenstand-orten und Vorschriften. Die Zuhörer wollten allerdings mitreden und verschafften sich Gehör.

Der Antennenstreit gleicht einem Glaubenskrieg. Die Meinungen sind gemacht, die Stimmung ist emotional. In dieser Situation erschien es dem Regionalplanungsverband Wynental (Repla) angebracht, Informationen aus erster Hand zu bieten. Aktueller Anlass: Beim Schützenhaus Murweid in Menziken plant Sunrise eine UMTS-Antenne. Gegen dieses und andere Vorhaben hat sich eine breite Opposition formiert.

Vor dem Theater am Bahnhof verteilten Antennen-Gegner und Umweltaktivisten Argumentarien gegen den Bau weiterer Mobilfunkantennen. Auch die «Beobachter»-Grossauflage vom 27. Mai («Im Strahlenmeer - Der vergebliche Kampf der Bevölkerung gegen Handy-Antennen») erreichte die Besucher des Infoabends. «Wir führen diese Veranstaltung im Auftrag der Gemeinden durch», erklärte Repla-Präsident Maurice Perrinjaquet. Durch den Abend führte Regionalplaner Thomas Meier. Er habe im Internet rund fünf Millionen Einträge zum Suchbegriff «Mobilfunkantennen» erhalten. «Etwa gleich viele Menschen in der Schweiz telefonieren regelmässig mit dem Handy.»

Forschung erst am Anfang

Gregor Dürrenberger Geschäftsführer der Forschungsstiftung Mobilkommunikation, ETH, stellte die Stiftung vor und gab eine Übersicht über elektromagnetische Strahlungen. «Wir sind umgeben von Strahlenquellen», sagte Dürrenberger. Dazu gehörten AKWs, Sonne, Wolken, Hochspannungs- und Bahnleitungen, Verkehrsradar usw. «Nicht nur Mobilfunkantennen strahlen, auch Haushaltgeräte, Radiowecker, Lampen, Mikrowellengeräte, Computer, Fernsehen, Funk und Schnurlostelefone - und natürlich Handys.»

Die geltenden Grenzwerte für nichtionisierende Strahlung seien aufgrund ihrer thermischen Wirkung festgelegt worden. Gesicherte Erkenntnisse, insbesondere über Langzeit-Auswirkungen auf den menschlichen Organismus, lägen keine vor. «Da weiss man noch wenig», machte Dürrenberger deutlich, dass die Forschung noch in den Anfängen steckt. Der Wissenschafter räumte ein, dass biologische Reaktionen auftreten können, andererseits sei «nicht jeder biologische Effekt auch gesundheitlich relevant». Aus dem Publikum wurde bezweifelt, dass eine von Mobilfunk-Betreibern finanzierte Stiftung unabhängig forsche. «Das wäre gekaufte Forschung», konterte Dürrenberger. Strukturen mit klarer personeller Entflechtung garantierten die Unabhängigkeit. «Die Geldgeber nehmen keinen Einfluss, und die Resultate werden in jedem Fall veröffentlicht.» Sobald neue Erkenntnisse vorlägen, werde sie der Gesetzgeber in seine Entscheidungen einbeziehen - «daran zweifle ich keinen Moment».

Mehr Handys - mehr Antennen

Willy Koch, Vertreter der Schweizer Anbieter/Swisscom, informierte, nach welchen Kriterien Antennenstandorte festgelegt werden. Die Anbieter erfüllten ihre Konzessionspflicht, wenn sie die Versorgung sicherstellen. Jede Antenne lasse eine bestimmte Anzahl gleichzeitiger Telefonate zu. Diese Kapazität bestimme die Antennendichte: «Je mehr Leute an einem Ort telefonieren, desto mehr Antennen brauchts.»

«Elektrosmog herrscht überall»: Martin Joho (Abteilung Umwelt, im Baudepartement) erläuterte Vorschriften und Grenzwerte. Im Auftrag des Kantons kontrolliert er auch deren Einhaltung. Dass und wie man sich gegen Strahlen schützen kann, zeigte schliesslich Alfred Gloor, Präsident des Verbandes für Radiästhesie und Geobiologie.

Belegte Wirkungen von Strahlen im Gegensatz zu vermuteten (Bild links): Gregor Dürrenberger, Geschäftsführer der Forschungsstiftung Mobilkommunikation an der ETH, machte deutlich, dass die Forschung noch wenig Konkretes vorweisen kann. Fotos: Rolf Jenni

Skeptische Blicke im Publikum: Einer Forschung, die von Anbietern finanziert wird, mag man - Unabhängigkeitsbeteuerungen zum Trotz - nicht so recht trauen.

«Wer hat ein Schnurlostelefon?» Alfred Gloor ortet häusliche Strahlung.

« . . . im Auftrag der Gemeinden»: Repla-Präsi Maurice Perrinjaquet.

«Wir sind umgeben von Wellen»: Willy Koch (Swisscom/Sicta).

«Von Kopf bis Fuss im Strahlenmeer»: Martin Joho (Abt. Umwelt).

«Wir wollen informieren, nicht diskutieren»: Moderator Thomas Meier.
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© Grenchner Tagblatt / MLZ; 11.06.2005

Büren Zeitung

Leuzigen Versammlung der Einwohnergemeinde

Freileitungsprojekt

Auf weniger Gegenliebe stiess dagegen das neue Projekt der 132kV-Leitung Pieterlen-Leuzigen. Bereits 1999 hatte der Gemeinderat auf Geheiss der

Gemeindeversammlung hin erwirkt, dass die Leitung auf der gesamten Länge der Galerie entlang der A5 in den Boden verlegt würde. Im Jahre 2000 wurde vom Bund die NIS-Verordnung in Kraft gesetzt. Sie bestimmt, wie der Mensch bei öffentlichen Bauten von schädlicher oder nichtionisierender Strahlung zu schützen sei. Aufgrund dieser neuen Grundlagen stellten die Verantwortlichen der BKW ein neues, redimensioniertes Projekt einer Freileitung vor. Die Versammlung wünschte aber bei grosser Stimmenthaltung nach wie vor, dass die Leitung entlang des südlichen Dorfrandes in den Boden verlegt würde. Der Gemeinderat erhielt den Auftrag, mit allen Kräften dahin zu wirken.

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© Tages-Anzeiger linkes Seeufer und Sihltal; 11.06.2005; Seite 11

Adliswil, Langnau am Albis

Sonnenberg-Schulhaus mit Antenne

Swisscom hat neun, Sunrise vier und Orange zwei: Insgesamt stehen also 15 Mobilfunkanlagen in Adliswil - und es sollen noch mehr werden. Zumindest Sunrise sucht einen zusätzlichen Standort, «um die Kundenbedürfnisse abzudecken». Und hier stehen die Antennen: An der Albisstrasse, Badstrasse, Grütstrasse, Haldenstrasse, Säntisstrasse, am Sihlquai, an der Soodmattenstrasse, am Soodring, an der Soodstrasse, Webereistrasse, Zelgstrasse, Zopfstrasse und an der Zürichstrasse. In den meisten Fällen handelt es sich um Geschäftshäuser, in wenigen um Wohnhäuser, in einem Fall um ein Schulhaus. (tro)

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© Tages-Anzeiger linkes Seeufer und Sihltal; 11.06.2005; Seite 11

Adliswil, Langnau am Albis

15 Mobilfunkantennen stehen in Adliswil

Adliswil verfügt momentan über 15 Mobilfunkantennen, doch es sollen noch mehr werden. Was sagt die Bevölkerung dazu? Einige sind schockiert, andere freut der gute Empfang.

VON NICOLE TROSSMANN
Adliswil. «15 Antennen? Das schockiert mich ein bisschen - ich hätte 5 geschätzt», sagt eine Adliswilerin, die nicht genannt werden will. Sie ist hin und her gerissen. Einerseits will sie guten Empfang, andererseits erzeugen die vielen Mobilfunkanlagen ein «ungutes Gefühl». Dass eine Antenne auf einem Adliswiler Schulhausdach steht, hält sie für bedenklich. «Top-Empfang brauche ich nicht: Zu Gunsten einer Antenne weniger auf einem Schulhaus würde ich gerne schlechteren Empfang in Kauf nehmen.» Kinder seien sensibler als Erwachsene, darum findet sie: «Lieber eine Mobilfunkanlage auf dem Kirchendach als auf einem Schulhaus.»

Bernd Makasy hingegen stören die Antennen überhaupt nicht, obwohl er direkt neben einem Haus mit Antenne auf dem Dach wohnt. Im Gegenteil: «Ich freue mich über den guten Empfang.» Beunruhigt ist er nicht ob den 15 Adliswiler Antennen - er hätte eher gedacht, es stünden weitaus mehr hier. Auch Christian Fleisch, dessen Arbeitsort in Adliswil unmittelbar neben einer neuen Mobilfunkantenne liegt, zuckt nur mit den Schultern. Er habe schon über die Bauausschreibung davon erfahren, fühlt sich aber nicht sonderlich gestört. Dass es 15 sind, erstaunt ihn dann aber doch - er sei von einer einzigen ausgegangen. Und trotzdem: «Ein Handy im Hosensack ist sicher schlimmer als eine Antenne auf dem Dach.»

«Antennen sind überall»

Ganz anders sieht es Beatrice Engeler aus Adliswil. Sie hat kein Mobiltelefon, denn sie hält es für «schädlich». Würde auf ihrem Dach eine Antenne gebaut werden, sie zöge sofort aus. «Für die Hausbesitzer ist eine solche Mobilfunkanlage natürlich interessant - es geht ums Geld», bemängelt sie. Als Mieter bleibt einem fast nichts anderes übrig, als wegzuziehen. Doch wohin? «Die Antennen stehen ja schon überall.»

Manfred Speckert, Umweltbeauftragter der Sunrise, relativiert. Er sagt: «Paradoxerweise ist die Belastung einzelner Antennen umso geringer, je dichter das Netz ist.» Ausserdem: Telefoniere jemand weiter weg von einer Mobilfunkantenne, sei die Feldstärke höher, als wenn er in ihrer Nähe sei. Speckert versteht zwar die Befürchtungen, die ein Teil der Bevölkerung hegt, vermutet aber, dass Ängste in die Antennen hineinprojiziert würden: «Ein Handy am Ohr hat schliesslich eine höhere Feldstärke als eine nahe Antenne.» Der Widerstand gegen die Mobilfunkantennen sei letztlich auch etwas schizophren: «Alle wollen mobil telefonieren, doch wenige akzeptieren die Infrastruktur, die es für diese Technologie braucht.»

nicole trossmann

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Immer ähnliche Sprüche...

Verfasst: 14. Juni 2005 13:22
von Elisabeth Buchs
... haben die Mobilfunkbefürworter an Veranstaltungen wie derjenigen in der Mittelland Zeitung vom 11.6.2005 erwähnten.

Aehnlich ist oft auch die Situation: auf dem Podium sind auf Seiten der Befürworter bestens vorbereitete Fachleute mit jeder Menge Redezeit, Gegner auf dem Podium fehlen oft völlig. Doch wie im Text erwähnt, lassen sich die Gegner nicht mehr alles bieten, das Publikum wehrt sich, die Zuhörer wollen mitreden und verschaffen sich Gehör. Wenn die Gegnerseite auf dem Podium nicht vertreten sein darf, verteilen sie dafür am Eingang Argumentarien.

Auf das Argument von Hr. Dürrenberger der anderen Strahlungsquellen wie Sonne, aber auch Haushaltgeräte könnte man antworten, dass die Sonne ungepulst strahlt, dass Mauern vor der Sonne schützen, sich der Mensch während seiner Entwicklungsgeschichte daran gewöhnen konnte, und dass man dennoch Sonnenbrand und Hautkrebs bekommen kann. Ausserdem sollte man auf den Unterschied hinweisen zwischen kurzzeitig gebrauchten Haushaltgeräten und der unfreiwilligen Dauerbestrahlung. Dass zusätzlich zu den bereits vorhandenen Elektrosmog-Verursachern wie Hochspannungsleitungen und Bahnen nicht noch Mobilfunkantennen in einem Ausmass aufgestellt werden sollten, dass man ihnen nirgends mehr entgehen könne.

Auch wenn keine gesicherten Beweise vorliegen würden, sollten die unübersehbaren Hinweise bewirken, dass eine weitere Zunahme der Strahlung gestoppt werden sollte.

Das mieseste Argument ist das seit neustem gehörte von "biologische Effekte müssten nicht gesundheitlich relevant sein". Darauf könnte man antworten, dass für Betroffene genau diese Effekte gesundheitlich sehr relevant sein können, bzw. sich in starken Gesundheitsbeschwerden äussern können. (Und es wird erst noch versucht, Betroffene als eingebildete Kranke hinzustellen, nur weil nicht alle Menschen im selben Ausmass auf Elektrosmog reagieren). Was mir auffällt, an Versammlungen kommt das Argument der "Spinner" im Zusammenhang mit Elektrosensiblen kaum mehr, dafür dasjenige, es handle sich nur um eine Minderheit. Als ob man diese Minderheit einfach der Technologie opfern wolle.

Die Mobilfunk-Betreiber können sich unter dem Schutz der Behörden, als die neuen Saubermänner präsentieren: sie halten die NIS-Verordnung ein, sie erfüllen nur ihre Versorgungspflicht. Da könnte man entgegenhalten, dass UMTS überhaupt nicht mehr zur Grundversorgung gehört. Ausserdem soll mit immer neuen Angeboten und Pauschaltarifen mehr Verkehr auf die Netze gelotst werden: Preissenkungen bei stündigen Gesprächen durch die Swisscom (man sehe nur einmal die bescheuerte Werbung mit dem ungeschickten Mann, der beim Zeltaufbau laufend mit seiner Frau am Handy quasselt) unnütze Meldungen um die Combox herum, unnötig lange Ansagen bei Sport- und Wetterdiensten, Kurzwerbespots, die sich Teilnehmer vor dem Telefonieren anhören müssten. Mehr Verkehr heisst mehr Basisstationen und damit mehr Umsatz für die Aufrüster.

Unsere Forderung bleibt deshalb auch die gleiche:

Nicht noch mehr Mobilfunkmasten!

Mit freundlichen Grüssen

Elisabeth Buchs