Erhöhtes Leukämierisiko in der Nähe von Hochspannungsleitung
Verfasst: 29. Juni 2005 20:46
Gemäss Gesundheitstipp vom Juli/August sind im kleinen Dorf Jaun (Heimatort meines Mannes) in den letzten 50 Jahren zehn Menschen an Leukämie gestorben, darunter sechs Kinder, wie der neunjährige Matthias Schuwey, dessen Familie nur 36 m neben der Hochspannungsleitung wohnt (1 Mikrotesla). Das sind weit mehr, als für ein Dorf mit 723 Einwohnern normal wäre.
Dem Elektroingenieur Gérard Thürler sind die vielen Leukämie-Fälle im Dorf aufgefallen. In Jaun ist das Risiko an Leukämie zu erkranken 20-mal höher als im Rest der Schweiz. Und noch etwas fiel Thürler auf: Die meisten der Opfer hatten in der Nähe der Hochspannungsleitung gewohnt, die seit 1955 am Dorf vorbeiführt. Acht der zehn Opfer hatten höchstens 400 m davon entfernt gewohnt.
Menschen, die in der Nähe einer Hochspannungsleitung wohnen, klagen oft über Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Schlafstörungen. Gleichzeitig stellten mehrere Studien fest, dass die Anwohner ein höheres Leukämierisiko haben. Soeben veröffentlichte das Fachblatt "British Medical Journal" eine Studie zum Thema. Sie verglich 9700 Kinder, die an Leukämie erkrankten mit gesunden Kindern. Ergebnis: Je näher ein Kind an einer Hochspannungsleitung wohnt, desto grösser ist die Gefahr, dass es an Leukämie erkrankt. Kinder, die weniger als 200 m von einer Hochspannungsleitung entfernt leben, haben ein 70 % höheres Risiko. Die Forscher schätzen, dass 1 % aller Leukämiefälle auf Hochspannungsleitungen zurückzuführen sei.
Aldo Buchs, der jeweils den Sommer auf einer Alp oberhalb des Dorfes verbrachte, wo die Alphütte bloss 40 m neben der Hochspannungsleitung stand (0,3 Mikrotesla), erkrankte an Hirntumor, der herausoperiert werden konnte, sein Bruder verstarb an einem Hirntumor. Forscher vermuten, dass Elektrosmog nicht nur Leukämie sondern auch Hirntumore auslösen kann. Und in Jaun sind auch auffällig viele Menschen an Hirntumoren erkrankt. Mindestens sechs waren es in den letzten 50 Jahren, drei davon starben.
Laut Buwal besteht ab einer Langzeitbelastung von 0,4 Mikrotesla "ein Verdacht auf ein doppelt so hohes Risiko für Leukämie bei Kindern". Da die Leitung in Jaun jedoch vor dem Jahr 2000 in Betrieb war, gilt ein Grenzwert von 100 Mikrotesla.
Vom Gesundheitstipp auf die hohe Zahl von Leukämiefällen und Hirntumore angesprochen, sagte die BKW, solche Leitungen seien auch anderswo vorhanden und dort seien keine Erkrankungen bekannt geworden. Zudem seien bei den Leitungen alle Vorschriften eingehalten worden.
Kommentar: Man denke nur an die tragischen Fälle von Familie Silasi oder Familie Fankhauser. Herr Peter von IBES sagte mir einmal, dass z.B. bei Fankhausers auf Grund der geringen Distanz zur Leitung wegen Inhomogenität des Magnetfelds eine Magnetfeldkompensation nicht genügend nützen würde. Ich frage mich, ob und wie in Jaun den betroffenen Menschen nahe der Leitung geholfen werden könnte. Wenn schon die technische Möglichkeit von gasisolierten Leitungen besteht mit Reduktion der Magnetfelder um Faktor 10, sollte jedenfalls diese Möglichkeit bei der Hochspannungsleitung Wattenwil - Mühleberg unbedingt genutzt werden. Es darf doch nicht sein, dass aus Kostengründen Menschen diesem erhöhten Risiko von gesundheitlichen Beschwerden, ernsthaften Erkrankungen oder sogar Todesfällen aussetzt werden.
Elisabeth Buchs
Dem Elektroingenieur Gérard Thürler sind die vielen Leukämie-Fälle im Dorf aufgefallen. In Jaun ist das Risiko an Leukämie zu erkranken 20-mal höher als im Rest der Schweiz. Und noch etwas fiel Thürler auf: Die meisten der Opfer hatten in der Nähe der Hochspannungsleitung gewohnt, die seit 1955 am Dorf vorbeiführt. Acht der zehn Opfer hatten höchstens 400 m davon entfernt gewohnt.
Menschen, die in der Nähe einer Hochspannungsleitung wohnen, klagen oft über Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Schlafstörungen. Gleichzeitig stellten mehrere Studien fest, dass die Anwohner ein höheres Leukämierisiko haben. Soeben veröffentlichte das Fachblatt "British Medical Journal" eine Studie zum Thema. Sie verglich 9700 Kinder, die an Leukämie erkrankten mit gesunden Kindern. Ergebnis: Je näher ein Kind an einer Hochspannungsleitung wohnt, desto grösser ist die Gefahr, dass es an Leukämie erkrankt. Kinder, die weniger als 200 m von einer Hochspannungsleitung entfernt leben, haben ein 70 % höheres Risiko. Die Forscher schätzen, dass 1 % aller Leukämiefälle auf Hochspannungsleitungen zurückzuführen sei.
Aldo Buchs, der jeweils den Sommer auf einer Alp oberhalb des Dorfes verbrachte, wo die Alphütte bloss 40 m neben der Hochspannungsleitung stand (0,3 Mikrotesla), erkrankte an Hirntumor, der herausoperiert werden konnte, sein Bruder verstarb an einem Hirntumor. Forscher vermuten, dass Elektrosmog nicht nur Leukämie sondern auch Hirntumore auslösen kann. Und in Jaun sind auch auffällig viele Menschen an Hirntumoren erkrankt. Mindestens sechs waren es in den letzten 50 Jahren, drei davon starben.
Laut Buwal besteht ab einer Langzeitbelastung von 0,4 Mikrotesla "ein Verdacht auf ein doppelt so hohes Risiko für Leukämie bei Kindern". Da die Leitung in Jaun jedoch vor dem Jahr 2000 in Betrieb war, gilt ein Grenzwert von 100 Mikrotesla.
Vom Gesundheitstipp auf die hohe Zahl von Leukämiefällen und Hirntumore angesprochen, sagte die BKW, solche Leitungen seien auch anderswo vorhanden und dort seien keine Erkrankungen bekannt geworden. Zudem seien bei den Leitungen alle Vorschriften eingehalten worden.
Kommentar: Man denke nur an die tragischen Fälle von Familie Silasi oder Familie Fankhauser. Herr Peter von IBES sagte mir einmal, dass z.B. bei Fankhausers auf Grund der geringen Distanz zur Leitung wegen Inhomogenität des Magnetfelds eine Magnetfeldkompensation nicht genügend nützen würde. Ich frage mich, ob und wie in Jaun den betroffenen Menschen nahe der Leitung geholfen werden könnte. Wenn schon die technische Möglichkeit von gasisolierten Leitungen besteht mit Reduktion der Magnetfelder um Faktor 10, sollte jedenfalls diese Möglichkeit bei der Hochspannungsleitung Wattenwil - Mühleberg unbedingt genutzt werden. Es darf doch nicht sein, dass aus Kostengründen Menschen diesem erhöhten Risiko von gesundheitlichen Beschwerden, ernsthaften Erkrankungen oder sogar Todesfällen aussetzt werden.
Elisabeth Buchs