Der falsche Standort
Verfasst: 3. April 2008 21:40
Gränichen. Auf dem Dach der Märki AG ist eine Mobilkommunikationsanlage geplant.
Mitten in einer Wohnzone will Tele 2 eine neue Mobilkommunikationsanlage bauen. Anwohner haben dafür gar kein Verständnis und sammeln seit Dienstag Unterschriften gegen das Bauvorhaben.
«Wir wollen keine Mobilfunkantenne mitten im Dorf, in einem Wohnquartier und in unmittelbarer Nachbarschaft der Schulen und Kindergärten. Das ist der falsche Standort», erklärt Sylvia Basler und betont, dass sie nicht grundsätzlich gegen Natelantennen sei. Es gelte aber, diese an einem geeigneten Ort und nicht mitten im Dorf zu platzieren.
Eine Anlage mit zwei Antennen
Profile auf dem Dach der Märki AG an der Lochgasse künden den Bau einer Mobilkommunikationsanlage an. Bauherr ist Tele 2, Zürich. Zu stehen kommen auf die Märki AG zwei Antennen: eine von Tele 2 und eine von Sunrise. «Gränichen nennt sich doch ‹das Dorf zum Daheimsein›. Warum schützt uns der Gemeinderat nicht vor einem solchen Bauvorhaben mitten in einer Wohnzone», fragt sich Beni Basler. Er ist übezeugt, dass sich eine solche Anlage abwertend auf die Einfamilienhäuser und ertragsmindernd auf Mietobjekte auswirkt. «Uns Anwohner hat niemand über das Bauvorhaben informiert. Als ich das Baugesuch im ‹Landanzeiger› las, bin ich erschrocken und hatte ein flaues Gefühl im Magen», sagt Sylvia Basler.
nicht kampflos akzeptieren
Der Schreck und das flaue Gefühl sind einer Entschlossenheit gewichen: Beni Basler und seine Frau Sylvia wollen die Mobilkommunikationsanlage im Blickfeld ihres Gartensitzplatzes nicht kampflos akzeptieren. Seit Dienstagabend werden Unterschriften gesammelt. Rund 200 sollen es bis zum 16. April werden. Beim Sammeln dürfen die beiden «Aktivisten» auf Mithilfe zählen. «Es ist wie ein Schneeball, der ins Rollen gerät. Ein Anruf nach dem anderen von Leuten, die unterschreiben oder selber Einsprache machen wollen», so Sylvia Basler.
Das Ehepaar Basler, Eltern des 7-jährigen Daniel und des 11-jährigen Dave, kann nicht verstehen, dass eine Mobilfunkantenne in unmittelbarer Nähe der Schulanlage und Kindergärten gebaut werden soll. «Alle Eltern, deren Kinder in Gränichen zur Schule gehen, sind davon betroffen», so Sylvia Basler. Mit Ortsplan und Zirkel hat sie die Distanz der Antenne zu den Schulanlagen, wo täglich rund 800 Schulkinder ein und aus gehen, gemessen. «Es sind nur 280 Meter. Zum Kindergarten im Gänstel 320 Meter, zum Kindergarten Oberdorf und Winkel je 410 Meter.» Im Umkreis von 500 Metern der geplanten Antennenanlage steht zudem eine grosse Anzahl von Wohnhäusern. «Bis 300 habe ich gezählt, dann habe ich aufgehört», erklärt Sylvia Basler.
Sich eine Mobilfunkantenne aufs Dach stellen zu lassen, ist heute nur noch etwas für Immobilienbesitzer mit starken Nerven. Schweizweit wird inzwischen gegen jede dritte Antenne Rekurs eingelegt. Rolf Märki scheint starke Nerven zu haben: «Ich wurde angefragt und habe Ja gesagt. Das Natel gehört zu unserer Gesellschaft», sagt Rolf Märki, Inhaber der Märki AG, auf Anfrage. Seine Bedingung an Tele2 war, dass die Antennen eingeschalt werden. «Wenn ich nicht ja zu einer Antenne sage, macht das eben ein anderer», ist Märki überzeugt.
«die leute laufen sturm»
«Die Leute laufen Sturm gegen die Antenne», erklärt Bauverwalter Franz von Matt und erklärt, dass die Unterlagen vorgängig zur Stellungnahme beim Kanton waren. Dieser traf Abklärungen betreffend die Grenzwerte. Diese würden bei der Märki AG eingehalten. «Die Antennenbetreiber müssen grundsätzlich einen Versorgungsauftrag gegenüber dem Bund erfüllen», gibt von Matt zu bedenken. Er erwartet nun die Einsprachen. Diese werden an die Bauherrschaft zur Stellungnahme weitergeleitet und diese wiederum den Einsprechern zur Kenntnisnahme unterbreitet. Dann folgen die Einspracheverhandlungen.
AZ Tabloid 3. April 08
Mitten in einer Wohnzone will Tele 2 eine neue Mobilkommunikationsanlage bauen. Anwohner haben dafür gar kein Verständnis und sammeln seit Dienstag Unterschriften gegen das Bauvorhaben.
«Wir wollen keine Mobilfunkantenne mitten im Dorf, in einem Wohnquartier und in unmittelbarer Nachbarschaft der Schulen und Kindergärten. Das ist der falsche Standort», erklärt Sylvia Basler und betont, dass sie nicht grundsätzlich gegen Natelantennen sei. Es gelte aber, diese an einem geeigneten Ort und nicht mitten im Dorf zu platzieren.
Eine Anlage mit zwei Antennen
Profile auf dem Dach der Märki AG an der Lochgasse künden den Bau einer Mobilkommunikationsanlage an. Bauherr ist Tele 2, Zürich. Zu stehen kommen auf die Märki AG zwei Antennen: eine von Tele 2 und eine von Sunrise. «Gränichen nennt sich doch ‹das Dorf zum Daheimsein›. Warum schützt uns der Gemeinderat nicht vor einem solchen Bauvorhaben mitten in einer Wohnzone», fragt sich Beni Basler. Er ist übezeugt, dass sich eine solche Anlage abwertend auf die Einfamilienhäuser und ertragsmindernd auf Mietobjekte auswirkt. «Uns Anwohner hat niemand über das Bauvorhaben informiert. Als ich das Baugesuch im ‹Landanzeiger› las, bin ich erschrocken und hatte ein flaues Gefühl im Magen», sagt Sylvia Basler.
nicht kampflos akzeptieren
Der Schreck und das flaue Gefühl sind einer Entschlossenheit gewichen: Beni Basler und seine Frau Sylvia wollen die Mobilkommunikationsanlage im Blickfeld ihres Gartensitzplatzes nicht kampflos akzeptieren. Seit Dienstagabend werden Unterschriften gesammelt. Rund 200 sollen es bis zum 16. April werden. Beim Sammeln dürfen die beiden «Aktivisten» auf Mithilfe zählen. «Es ist wie ein Schneeball, der ins Rollen gerät. Ein Anruf nach dem anderen von Leuten, die unterschreiben oder selber Einsprache machen wollen», so Sylvia Basler.
Das Ehepaar Basler, Eltern des 7-jährigen Daniel und des 11-jährigen Dave, kann nicht verstehen, dass eine Mobilfunkantenne in unmittelbarer Nähe der Schulanlage und Kindergärten gebaut werden soll. «Alle Eltern, deren Kinder in Gränichen zur Schule gehen, sind davon betroffen», so Sylvia Basler. Mit Ortsplan und Zirkel hat sie die Distanz der Antenne zu den Schulanlagen, wo täglich rund 800 Schulkinder ein und aus gehen, gemessen. «Es sind nur 280 Meter. Zum Kindergarten im Gänstel 320 Meter, zum Kindergarten Oberdorf und Winkel je 410 Meter.» Im Umkreis von 500 Metern der geplanten Antennenanlage steht zudem eine grosse Anzahl von Wohnhäusern. «Bis 300 habe ich gezählt, dann habe ich aufgehört», erklärt Sylvia Basler.
Sich eine Mobilfunkantenne aufs Dach stellen zu lassen, ist heute nur noch etwas für Immobilienbesitzer mit starken Nerven. Schweizweit wird inzwischen gegen jede dritte Antenne Rekurs eingelegt. Rolf Märki scheint starke Nerven zu haben: «Ich wurde angefragt und habe Ja gesagt. Das Natel gehört zu unserer Gesellschaft», sagt Rolf Märki, Inhaber der Märki AG, auf Anfrage. Seine Bedingung an Tele2 war, dass die Antennen eingeschalt werden. «Wenn ich nicht ja zu einer Antenne sage, macht das eben ein anderer», ist Märki überzeugt.
«die leute laufen sturm»
«Die Leute laufen Sturm gegen die Antenne», erklärt Bauverwalter Franz von Matt und erklärt, dass die Unterlagen vorgängig zur Stellungnahme beim Kanton waren. Dieser traf Abklärungen betreffend die Grenzwerte. Diese würden bei der Märki AG eingehalten. «Die Antennenbetreiber müssen grundsätzlich einen Versorgungsauftrag gegenüber dem Bund erfüllen», gibt von Matt zu bedenken. Er erwartet nun die Einsprachen. Diese werden an die Bauherrschaft zur Stellungnahme weitergeleitet und diese wiederum den Einsprechern zur Kenntnisnahme unterbreitet. Dann folgen die Einspracheverhandlungen.
AZ Tabloid 3. April 08