Geplante Mobilfunkantenne "gekippt"

Elisabeth Buchs

Geplante Mobilfunkantenne "gekippt"

Beitrag von Elisabeth Buchs » 4. Juli 2005 15:29

Die geplante Mobilfunkantenne von Sunrise in Forst wird nicht realisiert. Die Antenne mit 3000 W ERP pro Senderichtung wäre auf einem Hochspannungsmast in der Landwirtschaftszone zu stehen gekommen. Es liegt nun eine Abschreibungsverfügung des Eidg. Starkstrominspektorats vom 9. Juni 2005 an die BWK vor, welche besagt, dass die geplante Mobilfunkantenne in Forst nicht gebaut wird. Im Raumplanungsgesetz Artikel 24 steht, dass in Landwirtschaftszonen keine Mobilfunkantennen aufgestellt werden dürfen, die weit entfernte Wohngebiete versorgen. Die Sache hat einen Haken, dass durch dieses Gesetz noch mehr Personen in einem Wohngebiet verstrahlt werden und die Elektrosensiblen kaum mehr einen Ausweg finden können. Sunrise musste eine Netzabdeckungskarte zur Verfügung stellen. Baubewilligungen für Antennen in der Landwirtschaftszone sind so kaum mehr möglich. Die Versorgung unserer Gegend durch Swisscom und Orange ist gut, durch Sunrise jedoch weniger. Gegen eine Sunrise-Antenne von 500 W ERP pro Senderichtung auf der bereits mit den andern Antennen bestückten Mühle hätte ich deshalb keine Einsprache gemacht.

Der Widerstandsverein gegen Mobilfunkanlagen Forst und Umgebung, der auch zukünftig den Bau weiterer Mobilfunkanlagen in unserer Gegend verhindern will, schreibt dazu: "Das Engagement einer so grossen Gegnerschaft gegen das Projekt in Form von verschiedenen Einsprachen sowie auch die Haltung der Gemeinde Forst in Anbetracht der massiven Ablehnung eines solchen Vorhabens (95 % der Forster Bevölkerung) oder über 90 % der einspracheberechtigten Bürger von Forst nebst vielen Einsprachen aus Längenbühl und Wattenwil haben gezeigt, dass sich der Widerstand lohnt. Der Widerstandsverein gegen Mobilfunkanlagen Forst und Umgebung hilft auch zukünftig mit, den Bau weiterer Mobilfunkantennen in unserer Gegend zu verhindern. Die Gemeindebehörden Forst, insbesondere Gemeindepräsident Hans Burkhalter haben sich klar hinter ihre Bürger gestellt.

Geniessen wir daher zusammen einen stillen Moment der Freude und Erleichterung.

Aber bitte nur einen kurzen Moment: eine gesunde Portion Misstrauen ist angesagt. Der Bau der Anlage konnte zwar verhindert werden. Trotzdem müssen wir wachsam sein. Haben die Sunrise oder andere Mobilfunkanbieter das Interesse an unserer Gegend wirklich verloren oder denken sie an einen neuen Standort? Nehmen Sie mit anderen Grundbesitzern in der Nähe Verhandlungen auf? Wo? In Wattenwil, Forst/Längenbühl, Blumenstein, Gurzelen etc.? Es ist wichtig, dass wir Augen und Ohren offen halten, zusammen versuchen, mögliche Grundbesitzer für solche Projekte zu finden und zu informieren über die Nachteile solcher Anlagen, Aufklärungsarbeit leisten über Gesundheitsgefährdungen durch die Anlagen selber sowie auch der Handys. Viele Landbesitzer erfahren erst nach Vertragsabschluss oder bei der Publikation des Baugesuches auf was sie sich da eingelassen haben. Ein nachträglicher Ausstieg auf einem Vertrag mit einem Mobilfunkbetreiber ist fast nicht möglich oder mit Kosten verbunden, die kaum zu bezahlen sind. Darum ist es so immens wichtig, dass die Betreiber heute schon gar nicht zu Vertragsabschlüssen kommen."

Gemeinden und Kirchgemeinden können sich heute auch nicht mehr ohne grössten Widerstand zu riskieren leisten, gemeindeeigene Gebäude für Mobilfunkantennen zur Verfügung zu stellen. So gesehen wird das Risiko einer Antenne auf dem Feuerwehrgebäude neben der Schulanlage oder im Kirchturm versteckt, reduziert. Sollten dennoch solche Pläne entstehen, würde ich wie meine Kollegin in Bern-Bümpliz Flugblätter in alle Haushalte und Tag und Nacht Unterschriften sammeln, durch Gemeinde- oder Kirchgemeindeversammlung zu verhindern versuchen und in die weiteren Instanzen weiterziehen. Ansonsten nur Umziehen oder Harakiri bleiben würde, auf so nahe Distanz und vielleicht noch mit UMTS würde wohl nicht einmal ein Bunker genügend nützen.

Mit freundlichen Grüssen

Elisabeth Buchs