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ETH-Projekt Risikowahrnehmung
Verfasst: 20. April 2008 08:59
von Ostschweiz
Hallo
Ich selbst habe bei der Studie teilgenommen. Dummerweise habe ich mir eingebildet, dass man da eine Möglichkeit hätte als normaler Einwohner und Betroffener von Sendeanlagen einen kleinen Beitrag zu leisten. Das in der irrigen Meinung die ETH Zürich würde da objektiv arbeiten. Mit dieser Einstellung habe ich sogar noch ein paar Kollegen motiviert bei dieser Studie mitzuwirken und sich für die Befragung zur Verfügung zu stellen. Nach der Darstellung von Gigaherz habe ich nun das Gefühl selbst verschaukelt worden zu sein und sogar noch Kollegen ans Messer geliefert zu haben (Wenn es stimmen sollte, dass die EHT versucht Verhaltensmuster zu finden, um Leute die Einsprachen gegen Sendeanlagen erheben möglichst schnell Mundtot zu machen, dann hat das nach meinem Empfinden Ähnlichkeiten mit dem Vorgehen im Dritten Reich. Da hat man auch unter dem Deckmantel der Wissenschaft und zu Gunsten der Machthaber Qualitäts-Eigenschaften für Menschen definiert. Da war man als Andersdenkender sehr schnell ‚entartet‘ (physisch und/oder psychisch). Was nicht konform mit diesen Kriterien war, konnte so schön schnell entsorgt werden.)
Jetzt stellt sich mir die Frage, wem kann man in diesem Spiel eigentlich noch trauen. Im Rahmen von verschiedenen Aktionen habe ich zahlreiche Menschen getroffen, die nach eigenen Aussagen unter Sendeanlagen in unserer Gemeinde leiden. Diese Leute hätte ich jetzt gern über das Umweltmedizinische Beratungsnetz orientiert.
Frage: Hat jemand direkte Erfahrungen mit diesem Netzwerk? Dass Gigaherz diese Beratungsstelle empfiehlt ist für mich schon ein hoher Vertrauensvorschuss. Aber ich hätte gerne noch eine Zweitmeinung.
Danke und Gruss
Re: ETH-Projekt Risikowahrnehmung
Verfasst: 20. April 2008 10:17
von Hans-U. Jakob
Ostschweiz hat geschrieben:Hallo
Ich selbst habe bei der Studie teilgenommen. Dummerweise habe ich mir eingebildet, dass man da eine Möglichkeit hätte als normaler Einwohner und Betroffener von Sendeanlagen einen kleinen Beitrag zu leisten. Das in der irrigen Meinung die ETH Zürich würde da objektiv arbeiten. Mit dieser Einstellung habe ich sogar noch ein paar Kollegen motiviert bei dieser Studie mitzuwirken und sich für die Befragung zur Verfügung zu stellen. Nach der Darstellung von Gigaherz habe ich nun das Gefühl selbst verschaukelt worden zu sein und sogar noch Kollegen ans Messer geliefert zu haben (Wenn es stimmen sollte, dass die EHT versucht Verhaltensmuster zu finden, um Leute die Einsprachen gegen Sendeanlagen erheben möglichst schnell Mundtot zu machen, dann hat das nach meinem Empfinden Ähnlichkeiten mit dem Vorgehen im Dritten Reich. Da hat man auch unter dem Deckmantel der Wissenschaft und zu Gunsten der Machthaber Qualitäts-Eigenschaften für Menschen definiert. Da war man als Andersdenkender sehr schnell ‚entartet‘ (physisch und/oder psychisch). Was nicht konform mit diesen Kriterien war, konnte so schön schnell entsorgt werden.)
Jetzt stellt sich mir die Frage, wem kann man in diesem Spiel eigentlich noch trauen. Im Rahmen von verschiedenen Aktionen habe ich zahlreiche Menschen getroffen, die nach eigenen Aussagen unter Sendeanlagen in unserer Gemeinde leiden. Diese Leute hätte ich jetzt gern über das Umweltmedizinische Beratungsnetz orientiert.
Frage: Hat jemand direkte Erfahrungen mit diesem Netzwerk? Dass Gigaherz diese Beratungsstelle empfiehlt ist für mich schon ein hoher Vertrauensvorschuss. Aber ich hätte gerne noch eine Zweitmeinung.
Danke und Gruss
Ein anerkannter Dr. der Psychologie (UNI-Dozent) welchen Gigaherz zu der Studie Siegrist befragt hat, sagte:
Die Studie könne, wenn diese seriös durchgeführt werde, nur zu Gunsten der Einsprechenden und Beschwerdeführenden ausfallen. Wir sollten den Herrn Siegrist doch ruhig einmal machen lassen. Eine NFP-Studie müsse am Schluss mit allen Details offen gelegt werden und da hätten die Mobilfunkgegner nichts zu befürchten.
Siegrist gehe klar von falschen Vorstellungen aus, wenn er meine, Einsprecher und Beschwerdeführer gegen Mobilfunkantennen handelten im Affekt. Denn Affekt heisse unzurechnugsfähiges Handeln hervorgerufen durch starke Gefühlsregungen und dadurch komplettes Ausblenden der Realitäten.
Einsprecher und Beschwerdeführer handelten viel mehr wohl überlegt und analytisch. Diese würden sich sehr wohl kundig machen und gut abwägen, bevor sie sich zu einer Einsprache oder Beschwerde entschliessen. Und eine Einsprache verfassen und absenden, könne gar nicht im Affekt stattfinden. Dafür stehe dem Einsprecher zu viel Zeit zur Verfügung um sich die Sache zu überlegen und Erwägungen anzustellen. Auch finanzielle. Wenn Siegrist mit dieser Studie Böses gegen uns im Sinn habe, werde er damit auf die Nase fallen.
Siehe auch
http://www.gigaherz.ch/1308 Der Effekt mit dem Affakt
Es war demnach überhaupt nicht falsch, wenn Sie da mitgemacht haben.
Wenn Siegrist die Resultate verdrehen oder uminterpretieren sollte, werden wir ihm gehörig eins auf die Finger hauen. Gigaherz verfügt über die nötigen Fachleute. Aber auch dies ist eine Tatsache, die von den Mobilfunkbetreibern aus ihrem Bewusstsein ausgeblendet wird. Auch ein Affekt!
Hans-U. Jakob
die willigen Helfer
Verfasst: 20. April 2008 10:57
von BLUE SKY
Der Effekt mit dem Affekt
http://gigaherz.ch/pages/posts/der-effe ... kt1308.php
Siehe in Bezug auf die Beweggründe solcher Machenschaften meine Ausführungen in
viewtopic.php?p=29820#29820
Kennzeichnend scheint mir eine Einstellung - im Sinne von Hannah Ahrendts These der "Banalität des Bösen" - zu sein, die das Erliegen vor einer hypnotisch selbstzerstörerischen Faszination des Totalitären gerechtfertigt erscheinen lässt.
Durch Dienstbarkeit erstrebt man eine Teilhabe an der totalitären Macht, wodurch man sich Sicherheit verschaffen möchte gegenüber der Totalitarität, der man dient.
Je mehr allerdings die Totalitarität dieser Technologiepolitik offen gelegt wird, desto dreister zu agieren werden die Bezeichneten sich genötigt sehen - und sich zu rechtfertigen wissen.
"Aufdeckung von Repression festigt Repression" hatte die "Frankfurter Schule" mit Blick auf die Herrschaftsform des Bürgertums diagnostiziert.
Die hier zur Diskussion stehende Angelegenheit enthält die Zutaten zur Eskalation.
Insofern bin ich nicht so schmunzelnd gestimmt, wie der "Herr Dr." von gigaherz, wenn ich auch nachempfinden kann, wie vordergründig lächerlich die Versuche der Lobby erscheinen.
Aber dass sie sich das getrauen, zeigt, dass sie es ernst meinen -
oder/und dass sie verrückt geworden sind.
In Anbetracht ihrer Macht reicht dieses als Indiz, dass noch schlimmere Zeiten kommen werden.
Wieviel Verstand muss erhalten geblieben sein, damit man bemerken kann, dass man auf einen Weg gekommen ist, ihn zu verlieren?
Gibt es noch höhere Werte?
Verfasst: 20. April 2008 17:39
von Ostschweiz
Hallo Blue Sky
Ja, irgendwo haben Sie wohl Recht andererseits aber hoffentlich nicht.
Einerseits ist mir klar, dass die Sendeanlagen irgendwo die Konsequenz aus der uneingeschränkten Nutzung von Handy & Co. sind (auch wenn sich für mich hier ganz klar die Huhn-Ei-Frage stellt).
Andererseits gibt es aber doch recht viele warnende Zeitgenossen, weshalb ich die heutige Entwicklung nicht nachvollziehen kann:
Warum kann es denn sein, dass der Bundesrat Warnhinweise auf Handys ablehnen, obwohl deren Schädlichkeit wohl unbestrittener ist als die von Sendeanlagen?
Der Kantonsrat von St. Gallen das Mitbestimmungsrecht der Gemeinden bei der Standortwahl von Sendeanlagen nicht erweitern will, obwohl Dr. Oberfeld eine Krebsstudie vorgelegt hat, die nahelegen würde, dass man die Anlagen nicht mehr in Wohnquartiere stellt.
Die Antennenbetreiber ihren Versorgungsauftrag hervorheben und deren Juristen bei Einsprachen gegen Antenne umgekehrt argumentieren können: ‚…der Versorgungsauftrag sei bei der Erteilung einer Baubewilligung unerheblich…‘. (Sie schreiben: ‚Durch Dienstbarkeit erstrebt man eine Teilhabe an der totalitären Macht, wodurch man sich Sicherheit verschaffen möchte gegenüber der Totalitarität, der man dient.‘ Ja, ich denke Ihre Aussage lässt sich bei den Juristen gut nachvollziehen. Während diese sich in diversen Projekten (Organisationsprojekte, Informatikprojekte) häufig als Oberbedenkenträger und Bremsschuh hervortun, öffnen diese den Antennenbauern jede erdenkliche Türe, um bedenkliche Projekte durchzudrücken.)
Warum schafft man es nicht die Menschen ausreichend über die möglichen Risiken von Handy & Co. zu informieren (Ich spreche in letzter Zeit mit vielen Leuten über das Thema. Insbesondere mit denen, die bereits Ihren 6 jährigen Kindern so ein Ding unter den Weihnachtbaum legen. Da ist keiner informiert! SAR-Wert ein Fremdwort…)
Warum bekomme ich den Eindruck nicht los, dass die Schweiz bei dem, was in verschiedenen anderen Ländern passiert, zu ignorieren versucht (Paris: stellt WLAN ab; Österreich: Handyverbot in Bussen, Österreich: Ärzte warnen vor Handynutzung durch Kindern….).
Es gibt Einsprachen über Einsprachen. Unzählige Unterschriftensammlungen…. Es kann doch nicht sein, dass wir auf den Supergau warten müssen, bis sich da etwas ändert. Teile dieser Einsprecher müssten sich doch mobilisieren lassen (Demos, Schreiben an die Kantons-/Bundesträte etc.), um da etwas zu erreichen. Ich dachte immer wir in der Schweiz hätten etwas um das uns die halbe Welt beneidet: Basisdemokratie.
Beim Rauchen konnte ich wenigstens entscheiden, ob ich ein Lokal betrete oder nicht. Aber jetzt macht man mit Mikrowellen einen Feldversuch bei dem es kein Entrinnen zu geben scheint.
Das kann doch nicht alleine daran liegen, dass der Bund als Aktionär der Swisscom bzw. über Steuereinnahmen an der ganzen Sache ein Vermögen verdient.
A
ls Vater von drei kleinen Kindern, dem man in absehbarer Zeit eine Super-Sendeanlage 40m vor das Schlafzimmer stellen will (auch wenn ich selbst kein Handy etc. verwende), kann ich mich mit einer solch banalen Erklärung alleine nicht abfinden. Auch nicht mit Ihrer Begründung dass das ganze nur deshalb funktioniert, weil alle auf der Seite der Mächtigen stehen wollen. Wo sind denn die höheren Werte geblieben?
Beste Grüsse
Re: Gibt es noch höhere Werte?
Verfasst: 21. April 2008 07:54
von BLUE SKY
Ostschweiz hat geschrieben:Hallo Blue Sky
Als Vater von drei kleinen Kindern, dem man in absehbarer Zeit eine Super-Sendeanlage 40m vor das Schlafzimmer stellen will (auch wenn ich selbst kein Handy etc. verwende), kann ich mich mit einer solch banalen [*] [/i][/b]Erklärung alleine nicht abfinden. Auch nicht mit Ihrer Begründung dass das ganze nur deshalb funktioniert, weil alle auf der Seite der Mächtigen stehen wollen. Wo sind denn die höheren Werte geblieben?
Beste Grüsse
Hallo "Ostschweiz":
Sie sind nicht angemeldet im Forum, sonst könnte ich Ihnen eine PN schicken. Wenn Sie mit mir korrespondieren möchten, melden Sie sich bitte an.
Ich weiss nicht ob Sie ohne Anmeldung selbst eine PN an mich hinterlegen können, auf der Sie mir eine Kontaktmöglichkeit mitteilen könnten.
*
P.S.: was ich unter
banal verstehe, ist dem Link meiner Signatur zu entnehmen.
Abfinden wäre bei 40m Abstand für mich nicht möglich. Ich - und nicht nur ich - würde umkommen.