Hergiswil: 3,5 kW Orange UMTS nur wenige Meter vor Schlafzim

The Future's black

Hergiswil: 3,5 kW Orange UMTS nur wenige Meter vor Schlafzim

Beitrag von The Future's black » 22. August 2005 12:37

© Neue Luzerner Zeitung; 22.08.2005; Seite 25

Nidwaldner Zeitung Beilagen

Mobilfunkantenne in Hergiswil

Die Gegner lassen nicht locker

In Sachen Mobilfunkantenne brodelt es nach wie vor in Hergiswil. Jetzt steigen die Gegner noch entschlossener auf die Barrikaden.

«Will Hergiswil diese Monsterantenne?» So steht es in grossen Lettern auf einem A3-Flugblatt, das heute in alle Hergiswiler Haushaltungen verteilt wird. Auf der Rückseite des Flugblattes geben die Antennengegner die Antwort gleich selber: «Stoppt den Wahnsinn» mit der Forderung «Keine zusätzlichen Mobilfunkantennen mehr im Wohngebiet». Über 4500 Franken habe die Produktion dieses Flugblattes gekostet, erklärte einer der Initianten, die sich gegen die Errichtung einer Mobilfunkantenne der Firma Orange wehren.

Verhandlung öffentlich

Auf der Gemeinde eingegangen sind 105 Einsprachen, die von 748 Personen unterzeichnet wurden. Unter den Einsprechern befinden sich nicht nur der Schulrat, sondern auch bekannte Hergiswiler, teilweise mit Anwälten im Rücken. Der Hergiswiler Gemeinderat ist sich des massiven Widerstandes bewusst. Deshalb hat er reagiert und auf nächsten Donnerstag zu einer Einspracheverhandlung eingeladen. Die Verhandlung ist öffentlich und für alle Interessierten offen, nicht nur für die 748 Einsprecher. Mit von der Partie sein werden nebst dem Gemeinderat auch Vertreter der Orange sowie des Kantons Nidwalden als Grundeigentümer.

UMTS bald auch bei Orange

Orange scheint vom Widerstand in Hergiswil wenig beeindruckt zu sein und will am Gesuch festhalten. So hält Jürg Sahli, Estates Coordinator bei Orange, nach Sichtung von drei Bundesordnern voll Einsprachen fest: «Tatsache ist, dass nicht die Konzessionäre wie Swisscom, Sunrise oder Orange für die Zunahme der Mobilfunktelefonie verantwortlich zu machen sind, sondern vielmehr das rasant wachsende Bedürfnis der Bevölkerung noch mobiler Kommunikation.» Und weiter: «Es besteht somit offensichtlich ein überwiegendes öffentliches Interesse an der Verfügbarkeit und dem Betrieb qualitativ hoch stehender Fernmeldenetze.» Der Firma Orange geht es in erster Linie um die Aufrüstung mit UMTS. Damit werden auch Videotelefonie und Handy-TV möglich. Vor allem im Hinblick auf die Fussball-WM 2006 erklärte Orange-Chef Andreas Wetter kürzlich in dieser Zeitung: «Fussball ist für die Mobilfunkanbieter eines der grossen Themen im kommenden Jahr.» Und selbst für Erotik-Angebote eignet sich UMTS. Wetter: «Erotik gehört wie andere Inhalte auch zu unserem Portal, denn es gibt ein breites Kundenbedürfnis.»

Tatsache ist, dass Orange nach Swisscom und Sunrise seinen UMTS-Dienst erstmals am 5. September aufschalten wird. Dies vorerst in 14 grösseren Städten, bis Ende Jahr sollen Luzern und Zug dazukommen. Somit bildet die Antenne in Hergiswil nur ein kleines Puzzleteil im Gesamtkonzept von Orange, das zum Ziel hat, die Schweiz flächendeckend mit UMTS abzudecken. Mit 3,5 Kilowatt würde die Antenne dann strahlen, und dies nur wenige Meter vor Schlafzimmern, neben Schule und Kindergarten.

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Gigaherz

Re: Achtung, Übermittlungsfehler! Berichtigung

Beitrag von Gigaherz » 25. August 2005 09:21

"......Mit 3,5 Kilowatt würde die Antenne dann strahlen, und dies nur wenige Meter vor Schlafzimmern, neben Schule und Kindergarten."

Wie uns ein aufmerksames Mitglied, ein Forumleser mitteilt, handelt es sich hier um einen Übermittlungsfehler.

3,5 Kilowatt = 3500 Watt. Es sind in Wirklichkeit aber 10 000 Watt Gesamtleistung. Das ist jedoch ein grosser Unterschied!

Gigaherz

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