Strommasten fallen reihenweise/Greenconnector:Die Bevölkerun

The Future's black

Strommasten fallen reihenweise/Greenconnector:Die Bevölkerun

Beitrag von The Future's black » 25. August 2005 12:24

© Tages-Anzeiger; 24.08.2005; Seite 15

Zürich

Strommasten fallen reihenweise

Die EKZ reissen jedes Jahr mehrere Dutzend Kilometer Freileitungen ab und verkabeln sie. Freiwillig. Das war vor noch nicht allzu langer Zeit anders.

Von Roger Keller

Zürich. - Strommasten und Stromleitungen sind keine Zierde für die Landschaft; immer wieder gibt es deswegen erbitterten Streit. Lange Zeit wehrten sich die Stromverteiler gegen unterirdische Versorgungsleitungen und sagten, diese seien zu teuer. Inzwischen tönt es anders: Unterirdische Kabelleitungen sind zwar nach wie vor teurer als Freileitungen, aber der Unterschied ist kleiner geworden. Kabel sind heute zumindest bei Nieder- und Mittelspannungsleitungen auch wirtschaftlich attraktiv: Die höhere Investition zahlt sich langfristig aus - weil die Störungsanfälligkeit unter Boden geringer ist.

Hunderte von Masten verschwinden

Die Statistik der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) veranschaulicht diesen Wandel (siehe Grafik): In den 60er-Jahren bauten die EKZ im Mittelspannungsbereich (16 kV) aus Kostengründen zunächst nur zaghaft unterirdische Kabelleitungen. Noch bis zu Beginn der 70er-Jahre haben die EKZ neue Mittelspannungsleitungen auf Masten erstellt. Erst ab Mitte der 70er-Jahre hat das kantonale Energieunternehmen begonnen, Freileitungen durch Kabel zu ersetzen. Neue Zuleitungsstränge, vor allem in Siedlungen, haben die EKZ seither ohnehin fast durchwegs unterirdisch angelegt.

Das Resultat dieses Strategiewechsels ist beachtlich: Die EKZ haben die Netzlänge ihrer Freileitungen im Mittelspannungsbereich von rund 1200 auf 790 Kilometer reduziert. Im Geschäftsjahr 2003/04 haben die EKZ rund 20 Kilometer solcher Leitungen samt 520 Holz- und Betonmasten aus der Landschaft eliminiert. Und bei den Niederspannungsleitungen bauten sie allein in derselben Periode nahezu 50 Kilometer Leitungen sowie knapp 1200 Masten ab - bei der Niederspannung gibt es noch rund 850 Kilometer Freileitungen

Freileitungen sind störungsanfällig

Günstigere Kabelpreise ab den 70er-Jahren haben diese Entwicklung ermöglicht. Und der Tiefbau als Hauptkostenfaktor für Kabelleitungen ist laut Ernst Steiner, Leiter der Energieverteilung und Mitglied der EKZ-Geschäftsleitung, günstiger und rationeller geworden. Heute kommt unter anderem das Pflugverfahren zur Anwendung: Eine Maschine wirft den Boden pflugartig auf und hinter dem verlegten Kabelrohr wird er gleich wieder geschlossen. Zudem gibt es bei Querungen von Strassen oder Bahnlinien neue, rationelle Verfahren mit Pressen und Stossen, sodass keine teuren Gräben mehr aufgerissen werden müssen.

Kabelleitungen sind für die EKZ zwar nach wie vor teurer als Freileitungen - laut Steiner im Durchschnitt aller Gelände- und Trasseearten etwa fünfmal. Dafür aber sind die Leitungen unter Boden praktisch unterhaltsfrei: Störungen durch Wind und Sturm sowie umstürzende Bäume und altersschwache Masten fallen weg, ebenso Störungen durch Automobilisten, die ihre Fahrt unfreiwillig an einem Holzmasten beenden. Eine Gefahr sind unter Boden nur unvorsichtige Bauarbeiter, die Leitungen beschädigen. Der einzige Nachteil von Kabelleitungen: Bei Störungen ist es nicht immer einfach, diese zu lokalisieren; die EKZ rücken dazu jeweils mit Messwagen aus.

EKZ erhöhen Leitungsinvestitionen

Eine unterirdische Leitung drängt sich für die EKZ auf, wenn die Freileitung ohnehin verlegt werden müsste, wenn mehrere Masten morsch sind, wenn die Leitung überlastet ist oder wenn sie sich als besonders störungsanfällig erweist. In letzter Zeit haben die EKZ zum Beispiel die Freileitung nach Regensberg durch ein Kabel ersetzt, ebenso die Verbindung von Nürensdorf nach Lindau. Zurzeit arbeiten sie zwischen Schöfflisdorf und Steinmaur an einem Ersatz der Freileitung. Nächstes Jahr soll die Verbindung Bülach-Glattfelden folgen, wo die Freileitung sechsmal die Glatt quert, ebenso der Abschnitt von Adlikon nach Thalheim an der Thur.

Ernst Steiner warnt aber vor überhöhten Erwartungen: «Es wird uns nicht möglich sein, alle Masten innert weniger Jahre abzubauen.» Bei gut funktionierenden Leitungen sei dies auch nicht sinnvoll und nicht wirtschaftlich. Trotz wiederholt reduzierter Stromtarife haben die EKZ ihre Investitionen ins Leitungsnetz in den letzten Jahren nicht etwa reduziert, sondern stark gesteigert - von rund 10 Millionen Franken im Geschäftsjahr 2000/01 auf derzeit etwa 18 Millionen Franken. Und für das Geschäftsjahr 2005/06 hat der kantonale Energieversorger eine weitere Zunahme auf 23 Millionen Franken geplant. Dank stetiger Investitionen ist das EKZ-Netz viel enger geknüpft als jenes der SBB und verfügt nur noch über wenige Stichleitungen (vor allem im Berggebiet), die nicht in eine Ringstruktur integriert sind.

Höchstspannung bleibt in der Luft

Anders ist die Situation bei der Axpo-Holding, zu der die Nordostschweizerischen Kraftwerke (NOK) gehören, die den EKZ den Strom liefern. Sie transportieren die Energie in Höchst- und Hochspannung (220/380 bzw. 110 kV). Axpo-Mediensprecher Hansjörg Schnetzer: «Je höher die Spannung, desto teurer eine Verkabelung.» Bei Höchstspannung rechnet er mit einem Faktor von 10 bis 20, bei Hochspannung immer noch mit 3 bis 8, weil wegen der grösseren Hitzeabstrahlung betonierte und belüftete Schächte gebaut werden müssten; deshalb seien Unterhalt und Betrieb komplizierter. Zudem sei der Elektrosmog entgegen landläufiger Meinung nicht einfach weg, sondern - in geringer Distanz unter dem Boden - eher grösser.

Axpo und NOK verfügen daher nur über ganz wenige Kabelleitungen in städtischen Gebieten. Die Axpo betreibt landesweit etwa 2400 Kilometer Höchstspannungsleitungen, die NOK in der gesamten Ostschweiz rund 1900 Kilometer Hochspannungsleitungen (50/110 kV).
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© Die Südostschweiz; 25.08.2005

Region Graubünden

Ausgabe Graubünden

Die Bevölkerung hat Fragen

In Thusis hat die Diskussion über die Greenconnector-Idee begonnen

Eine Informationsveranstaltung über das Greenconnector-Projekt hat am Dienstagabend in Thusis neue Fakten über das Vorhaben an die Öffentlichkeit gebracht – und die Skepsis der Einheimischen aufgezeigt.

· Von Jano Felice Pajarola
Für den Thusner Gemeindeammann Oscar Prevost ist eines klar: «Greenconnector ist ein aussergewöhnliches Projekt.» Ein Projekt, das in der Bevölkerung zum Gesprächsthema werden sollte – doch genau das ist bislang laut Gemeinderat noch zu wenig der Fall. Um die Diskussionen jetzt definitiv anzukurbeln, ist am Dienstagabend eine erste Orientierungsversammlung mit den Projektverantwortlichen über die Bühne gegangen. Thusis ist neben Cazis eine potenzielle Standortgemeinde für den Bau der Greenconnector-Konverterstation (siehe Kasten links). Und deshalb gibt es tatsächlich einiges zu diskutieren, wie der Abend bewies.

«Idee ist faszinierend»

Was schnell deutlich wurde: Der Gemeinderat von Thusis steht hinter dem Projekt. Auch wenn die Realisierbarkeit noch keineswegs gesichert sei: Die unternehmerische Idee sei faszinierend und müsse gefördert werden, natürlich mit der gebührenden Sorgfalt, sagte Prevost. Was ebenfalls deutlich wurde: Das Vorhaben soll aktiv nach Thusis geholt werden. «Wir befinden uns in einem Standortwettbewerb mit Cazis», so Prevost. Der Gemeindeammann wollte denn auch weder strategische Angaben machen noch konkrete Zahlen nennen, die aufzeigen würden, welchen Profit Thusis als Greenconnector-Standort hätte. So viel immerhin liess er sich entlocken: Dank Baurechtszins und Umsatzbeteiligung wären es weit mehr als 100 000 Franken pro Jahr für die Gemeindekasse. Der Kanton wiederum soll laut Greenconnector-Ingenieur Claudio Gianotti von Transportgebühren und von einer besseren Bewirtschaftung der einheimischen Wasserkraft profitieren. Gegen diese Darstellung regen sich allerdings Zweifel (siehe Kasten rechts).

Neben dem Gemeinderat ist in Thusis eine Kommission mit der Begleitung des Greenconnector-Projekts betraut. Ihr ist bewusst, dass die Standortgemeinde nur eingeschränkte Möglichkeiten der Einflussnahme hat (siehe Front). «Wir wollen aber eine optimale Handlungsfreiheit für Thusis erreichen», betonte Kommissionspräsident Marco Ronchetti. Franco Quinter, von der Firma Greenconnector AG mit der regionalen Projektleitung beauftragt, stellte denn auch fest: «Die Kommission hat uns immer wieder gefordert.» So ist es zu verschiedenen Anpassungen des Vorhabens gekommen, beispielsweise konnten die Lärmemissionen der Konverterstation reduziert werden. Dass das Ein- und Ausschalten der Transformatoren im normalen Geräuschpegel des A13-nahen Standorts untergeht, wurde den Anwesenden vor und nach der Orientierung von Spezialisten in einer Hördemonstration aufgezeigt. Dass das Projekt weitere Pluspunkte hat, wird kaum mehr bestritten: keine neuen Masten, wenig Elektrosmog entlang der Leitung.

Untauglich für Naherholung

Grundsätzlich positiv sind laut Gianotti auch die Rückmeldungen der Begleitgruppen von Bund und Kanton – inklusive Umweltorganisationen. Diese hätten keine Grundsatzbedenken in Sachen Natur und Landschaft. Gefordert werde aber eine ökologische Baubegleitung und eine hochstehende architektonische Gestaltung der Konverterstation. Für den Kulturlandverlust der Bauern sei Realersatz geplant.

Nach den Referaten von Gemeinde- und Greenconnector-Vertretern zeigte sich, dass die Diskussion in Thusis nun tatsächlich vehement anlaufen könnte: Es kamen Fragen über Fragen. Profitiert die Gemeinde wirklich vom Projekt? Liesse sich die Konverterstation landschaftlich besser einpassen? Wird sie visuell nicht einfach eine Katastrophe sein? Weshalb baut man mit derart viel Geld nicht gleich ein Kraftwerk in Italien? Ist Thusis bereit, den sowieso knappen Boden für ein solches Vorhaben herzugeben? Wird das Gebiet in der Nähe der Konverterstation weiterhin für die Naherholung taugen? Zumindest in diesem Punkt gab es eine deutliche Antwort von Kommissionsmitglied Monica Kaiser-Benz: «Für die Naherholung wird es» – nahe der Station ist auch die Raststätte Viamala geplant – «nicht mehr viel wert sein.»

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© Zofinger Tagblatt / MLZ; 25.08.2005

Hinweise Region Zeitung

Sind Mobilfunkanlagen gefährlich?

Murgenthal Öffentlicher Informationsabend mit einem Fachmann

Gegen zwei Baugesuche der Swisscom Mobile AG, welche insbesondere den UMTS-Ausbau von bestehenden Mobilfunkanlagen in der Moosmatt und an der Hauptstrasse 147/151 in Murgenthal zum Gegenstand haben, wurden rund 800 Unterschriften gesammelt. Die Unterzeichner verlangen vom Gemeinderat, dass er für diese Baugesuche ein Moratorium (Aufschub) beschliesst, bis eine gegenwärtig laufende Studie, welche die gesundheitlichen Auswirkungen des Mobilfunks aufzeigen soll, vorliegt. Der Gemeinderat Murgenthal möchte die Bevölkerung in diesem Zusammenhang orientieren und lädt zu einem öffentlichen Informationsabend ein.

Am kommenden Montag, 29. August, um 19 Uhr, wird Dr. Gregor Dürrenberger zum Thema «Nichtionisierende Strahlung: Grundlagen und Wirkungen - Stand der Forschung» referieren. Die Veranstaltung findet im Kirchgemeindehaus in Riken statt. Es besteht die Möglichkeit für Fragestellungen. Gregor Dürrenberger ist Leiter der Forschungsstiftung Mobilkommunikation an der ETH Zürich. Diese Stiftung hat die erwähnte Studie in Auftrag gegeben. Dr. Dürrenberger orientiert, was geschehen kann, wenn zum Beispiel das Handy gebraucht wird oder wenn man den Strahlen von Antennen ausgesetzt ist. Die Bevölkerung von Murgenthal ist vom Gemeinderat eingeladen, an diesem Informationsanlass teilzunehmen. (hf)
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© Mittelland Zeitung; 25.08.2005

Tabloid Wohlen

Gemeinsam gegen die neue UMTS-Antenne

Bremgarten Am Samstag, 27. August, gibt es um 11 Uhr am Bogen eine Protestaktion.

Der aktuelle Anlass für die Gruppenfoto-Aktion, die vom Bremgarter Einsprachekomitee «Antenne Bremgarten», Läbigs Bremgarten und weiteren besorgten Personen organisiert ist, ist die Einspracheverhandlung vom 6. September betreffend die UMTS-Mobilfunkantenne von Orange auf dem Staubli-Wohnblock an der Zürcherstrasse sowie das Moratorium für die Bewilligung von weiteren UMTS-Antennen, das an der nächsten Bremgarter Gmeind behandelt werden soll. Mit einem Gruppenfoto - dieses wird um 11 Uhr am Bogen geschossen - solle dem Stadtrat Mut gemacht werden, im Konflikt zwischen der gesetzlichen Grundlage für die baurechtliche Beurteilung und der gesetzlichen Aufgabe, die Gesundheit des Volkes zu fördern und seine Gefährdung zu verhüten, sich für Letzteres zu entscheiden, schreiben die Organisatoren. Je mehr Personen kämen, geben sie gleichzeitig zu bedenken, umso stärker sei die Wirkung auf den Entscheid des Stadtrates. (az/sv)
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© Berner Zeitung; 25.08.2005; Seite 32

SO-Region Solothurn

derendingen

Was ist schön und was nicht?

Seit gut zweieinhalb Jahren erregt die geplante Mobilfunkantenne an der Hauptstrasse im Derendinger Oberdorf die Gemüter. Gestern trafen sich Betreiber und Antennengegner bei einem Augenschein vor Ort.

Ganze 32 Meter hoch soll die umstrittene Mobilfunkantenne der Firma Orange in Derendingen werden. «Schön, dass man die rechtlichen Mechanismen auch einmal den Betroffenen erklären kann», sagte gestern Rudolf Eng vom Rechtsdienst des Bau- und Justizdepartementes bei einem Augenschein vor Ort. Eng schilderte kurz das bisher Geschehene: Gegen das Baugesuch gingen 139 Einsprachen bei der Derendinger Baukommission ein. Deren 133 wurden gutgeheissen und der Antennenbau abgelehnt. Gegen diesen Beschluss legte Orange beim Kanton Beschwerde ein. Darauhin beteiligten sich 35 Einsprecher als Beschwerdegegner am Beschwerdeverfahren.

«Antenne ist nötig»

Die Gegner rügten damals, dass eine Gefährdung durch Mobilfunkimmissonen nicht auszuschliessen sei, dass das Dorfbild verunstaltet werde, dass die Antenne nicht zonenkonform sei, und dass die umliegenden Liegenschaften an Wert verlören.

Gut die Hälfte der Gegner konnte sich gestern von Markus Chastonay vom kantonalen Amt für Umweltschutz anhören, dass bei der geplanten Antenne die Strahlengrenzwerte eingehalten würden. «Warum muss die Antenne in einem Wohnquartier stehen?», fragte darauf eine Antennengegnerin. Denn die Handys würden bisher ja auch ohne die Antenne funktionieren. «Wir haben festgestellt, dass für unsere Kapazitäten eine Antenne in Derendingen nötig ist», entgegnete Orange-Vertreter Martin Eggen. Zudem dürften Antennen nur in der Bauzone erstellt werden, erklärte Jurist Eng die Rechtslage. Und zum monierten Punkt der Wertverminderung sei zu sagen, so Eng, dass dies eine zivilrechtliche Angelegenheit sei. «Dieser Aspekt kann in einem Bauverfahren nicht berücksichtigt werden.»

«Grenze überschritten»

Diffuser wurde es dann bei der Frage des Ortsbildes. «Es ist schwierig, mit einem allgemeinen Ästhetikartikel zu operieren, wenn in der Nachbarschaft der Antenne eine relative hässliche Werkstatt und ein ebensolcher Block stehen», sagte Markus Schmid. Er ist im Amt für Raumplanung mit dem Heimatschutz betraut. «Ja danke vielmals. Da ist man seit 30 Jahren Steuerzahler in dieser Gemeinde und muss sich solches anhören», entrüstete sich Peter Kunz, dessen Karrosseriewerkstatt gemeint war, die an einem unter Schutz stehenden Bauernhaus angebaut ist. Gerade aber die Südansicht dieses Bauernhauses würde durch die im Hintergrund empor ragende Antenne verunstaltet, zeigte sich Heimatschützer Schmid versöhnlich. «Aus meinem Blickwinkel ist die Grenze der Ästhetik bei einer derart hohen Antenne überschritten», sagte er.

Ob die Antenne aufgestellt werden kann oder nicht, entscheidet das Bau-und Justizdepartement. Der Entscheid, wie immer er ausfallen wird, kann beim Verwaltungsgericht angefochten werden. dan

Adriana Bella

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© St. Galler Tagblatt; 25.08.2005

Uzwil

Wiler Zeitung / Volksfreund

IG macht gegen Antennen mobil

Interessengemeinschaft in Oberuzwil gegründet

Oberuzwil. Die Interessengemeinschaft gegen unnötige Antennen (IGgA) wehrt sich gegen das Bauvorhaben der Firma Orange, an der Talstrasse 2 eine zusätz-liche UMTS-Mobilfunkantenne aufzustellen.

Die Liste der Standorte von Mobilfunkanlagen in und um Oberuzwil ist laut Mitteilung der Interessengemeinschaft bereits heute lang: Buechen, Städeli, Homberg, Bahnhof, Talstrasse, Platanenhof, Dammweg, Bühler. Weitere seien geplant, andere vielleicht sogar in Betrieb, ohne dass die Bevölkerung darüber informiert worden sei.

Widerstand hat sich formiert

Gegen das Baugesuch der Firma Orange, an der Talstrasse 2 in Oberuzwil eine weitere Mobilfunkanlage zu errichten, hat die Bevölkerung massiv reagiert. Obwohl das Gesuch - wohl nicht zufällig - unmittelbar vor Ferienbeginn eingereicht wurde, haben sich 660 Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Unterschrift dagegen ausgesprochen. Mit allein 386 Unterschriften hat die «Interessengemeinschaft gegen unnötige Antennen» Einsprache erhoben.

Gesundheitliche Risiken

Nachdem die Mobilfunknetze für Sprachtelefonie, SMS und Bildübertragung weitgehend fertig gestellt sind, sollen neue Geldquellen erschlossen werden. Das dafür vorgesehene Netzwerk heisst UMTS (Universal Mobile Telephony System). UMTS dient nicht der Sprachtelefonie, sondern dem drahtlosen Internetzugang und der Videotelefonie. «Diese neue Technologie wird allerdings mit grossen gesundheitlichen Risiken erkauft», schreibt die IGgA. Zwar fehlten Langzeitstudien noch, aber bereits heute klagten Personen, die in der Nähe von UMTS-Antennen wohnen, über Schlafstörungen, Gliederschmerzen und andere Probleme - auch in Oberuzwil! Eine Studie der ETH soll diese Auswirkungen erstmals wissenschaftlich untersuchen.

Langzeitwirkung?

Die von UMTS-Antennen erzeugte Strahlung unterscheidet sich in Form und Wirkung von andern Quellen von Elektrosmog wie zum Beispiel Hochspannungsleitungen. «Die Auswirkungen auf biologische Zellen sind noch wenig erforscht», schreibt die IGgA. Deshalb liesssen sich auch keine gesicherten Aussagen über die Langzeitwirkung machen. Immerhin sei heute generell anerkannt, dass Menschen sehr individuell auf die Strahlung reagieren. Mögliche gesundheitliche Folgen - insbesondere für elektrosensible Personen - werden sogar von den Mobilfunkanbietern und dem Bundesamt für Gesundheit nicht mehr ausgeschlossen. Trotzdem sei die Politik noch nicht bereit, die 1999 vom Bund erlassenen veralteten und umstrittenen Grenzwerte anzupassen. «Die Mobilfunkanbieter operieren in einem für sie sehr vorteilhaften Umfeld», schreibt die IGgA weiter. So seien sie - im Gegensatz etwa zur Pharmaindus-trie - nicht verpflichtet, die Schadlosigkeit ihrer Produkte nachzuweisen. Bei Baugesuchen gelten für Mobilfunkantennen normalerweise keine Höhenbeschränkungen, und die Strahlungsgrenzwerte werden für jede Anlage gesondert ermittelt; der Einbezug aller umliegenden Anlagen wird nicht verlangt.

«In immer mehr schweizerischen Gemeinden nehmen die Behörden die Bedenken ihrer Bürger vor gesundheitlichen Schäden durch UMTS-Antennen ernst», schreibt die IGgA weiter. Dabei legten sie nicht nur Lippenbekenntnisse ab, sondern suchten gemeinsam mit den Mobilfunkbetreibern nach geeigneten Standorten für deren Antennen. Langenthal, Hedingen, Stäfa und andere seien nicht mehr bereit, ihre Bevölkerung ungewissen Risiken auszusetzen, und warteten das Ergebnis der zurzeit laufenden ETH-Studie ab, bevor sie Baugesuche für UMTS-Antennen behandeln. Dass sie damit nicht einfach dem Buchstaben des Gesetzes folgen, sondern «illegal» die Gesundheit über kommerzielle Interessen stellen, brauche Mut.

Aufgabe der Behörde

Allerdings scheint der IGgA genau dies eine Aufgabe jeder politischen Behörde: nicht bloss verwalten und Baugesuche mit Normen abgleichen, sondern für die Bevölkerung handeln. Das im Leitbild der Gemeinde Oberuzwil formulierte Ziel einer «möglichst intakten Erhaltung unse-rer natürlichen Lebensräume» müsste auch den Schutz vor Fluglärm, die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer und den Schutz der Gesundheit vor Elektrosmog umfassen. Eine politische Behörde könne diese Lebensräume aktiv verteidigen oder ihre Einschränkung passiv hinnehmen, hält die IGgA fest.

Jurist beiziehen

Die «Interessengemeinschaft gegen unnötige Antennen» ist überzeugt vom Nutzen sinnvoll verwendeter Mobilfunktelefonie. Allerdings diene die geplante Anlage an der Talstrasse 2 nicht primär der Sprachtelefonie. «Wir sind deshalb überzeugt, dass die gesundheitlichen Gefahren stärker zu gewichten sind als die vermeintlichen Vorteile. Um uns und die Bevölkerung von Oberuzwil vor diesen Risiken zu schützen, kämpfen wir gegen den Bau der UMTS-Anlage. Mit Hilfe eines erfahrenen Juristen versuchen wir, den Bau der Anlage zu verhindern.» Für die Finanzierung dieser Rechtsberatung ist die IGgA auf Unterstützung angewiesen und dankt für jeden Beitrag.» Auf Wunsch verschickt die Interessengemeinschaft auch gerne weiteres Informationsmaterial. (ig./stu.)

Interessengemeinschaft gegen un-nötige Antennen (IGgA), Lelechtenstrasse 3, 9242 Oberuzwil: Hans-René Moosberger, Ruedi Berger, Marcel Hollenstein, Reto Stähli, E-Mail: igga@gmx.ch.

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Gigaherz

Re: Zur Meldung Informationsabend in Murgenthal

Beitrag von Gigaherz » 25. August 2005 13:24

In Murgenthal wurde Dr. Gregor Dürrenberger, der in der Art eines Wanderpredigers derzeit von Ort zu Ort reist, vom Gemeinderat für einen Vortrag eingeladen. Das Begehren der Einsprecher, einem von ihnen bestimmten Referenten die gleiche Redezeit zuzugestehen, wurde vom Gemeinderat strikte abgelehnt. Das heisst, es dürfen nur aus dem Publikum Fragen gestellt werden.(!!)

Wer 2 und 2 zusammenzählen kann, weiss, warum dies so gehandhabt wird. Ein anderer Referent hätte ja die Bevölkerung über die wahre Sachlage aufklären können und das will der Gemeinderat ganz offensichtlich vermeiden.

Schade, dass die Murgenthaler auf diesen Deal eingegangen sind (oder eingehen) , sie würden bei einer so ungleichen Verteilung der Interessen diese Veranstaltung besser boykottieren.

Gigaherz

Markus Durrer

Re: Stellungsnahme der IG Stopp Elektrosmog

Beitrag von Markus Durrer » 25. August 2005 17:00

Stellungsnahme zum Projekt der Firma Greenconnector AG

Die IG Stopp Elektrosmog ist nicht grundsätzlich gegen eine Hochspannungs- Gleichstrom- Übertragung (HGÜ) nach Italien. Die HGÜ hat gegenüber einer Wechselspannungsübertragung den Vorteil von schwä-cheren (nicht keinen) Magnetfeldern und geringeren Übertragungsverlusten. Auch haben erdverlegte Trasse unbestrittene Vorteile gegenüber Freileitungen. Das Projekt der Firma Greenconnector AG darf aber nicht nur allein betrachtet werden. Die neue alpenquerende Übertragungsleitung nach Italien ersetzt keine der bestehenden Freileitungen und einen Ausbau des Strom- Alpentransit ist umstritten. Die Schweiz hat keine Überkapazitäten in der Stromerzeugung, die diese Transitleitung rechtfertigen – im Gegenteil, die jährliche Überproduktion in der Schweiz wird immer kleiner. Der Strom, der über diese HGÜ transportiert wird, wird zu einem kleinen Anteil in Graubünden produziert werden. Er wird vor allem über bestehende Freileitungen durch das Domleschg geleitet, was zu einer Massierung der Belastungen entlang dieser Leitungen führen wird. Dabei wird es sich vorwiegend um Strom aus Atom- und Kohlenkraftwerken handeln.

Die IG Stopp Elektrosmog fordert zur Beurteilung des Projektes eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung durch neutrale Sachverständige.

Die Umweltverträglichkeitsprüfung hat folgende Punkte zu beurteilen:

*Bedarfsnachweis*

*Elektromagnetische Umweltverträglichkeit (EMVU) der HGÜ- Konverterstation und des Kabeltrasses, inkl. möglichen Stromflüssen durch das Erdreich (Vagabundierende Ströme) während des Betriebs, als auch in einem Störfall*

*Berechnung der Belastung durch nichtionisierende Strahlung für alle Orte mit empfindlicher Nutzung, die sich näher als 100m zur Konverterstation oder näher als 30m zum Kabeltrasse befinden. Dabei ist die Belastung alleine durch die Anlagen der Firma Greenconnector AG, als auch die Gesamtbelastung durch niederfrequente und statische Magnetfelder, die aus Anlagen von Elektrizitätswerken und Bahn stammen auszuweisen*

*Einfluss der neuen Übertragungsleitung auf die Auslastung bestehender Zuleitungen und insbesondere dessen Einfluss auf die Magnetfeldbelastung an Orten mit empfindlicher Nutzung, bei denen die Anla-gegrenzwerte der NSIV heute bereits bei normalen Lastfüssen nicht eingehalten werden*

*Entstehung von Ozon, NOx und Ionisation von Aerosolen in der Konverterstation und der Kabeltrasselüftung*

*Geräuschimmissionen in der ummittelbaren Umgebung (Lüftungs- und Koronageräusche) der HGÜ-Station und Freiluftanlage*

*Erwärmung des Erdreiches durch das Kabeltrasse und Folgen für alpine Permafrostgebiete, Wasserfluss und Fauna*

*Mögliche Belastung der Umwelt bei einem Störfall (z.B. Brand, Explosion) durch Isoliergas SF6, Transformatorenöl, Kohlenwasserstoffe, Partikel oder andere Schadstoffe*

*Betrachtung alternativer Standorte für die HGÜ- Konverterstation – z.B. beim UW Sarelli (Bad Ragaz), mit Verbindungsleitung (in Stollen) zum Kraftwerk Mapragg (Pumpspeicher). Evt. mit der Option einer Verlängerung des HGÜ- Trasses als Ersatz für die Bauvorhaben der NOK, Ausbau der Leitungszüge Sarelli-Montlingen und Montlingen- Rehag*

Die Belastungen sind quantitativ auszuweisen und die Studie muss vollumfänglich veröffentlicht werden!


IG Stopp Elektrosmog, 23.August 2005

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