Politisch vorgehen

Elisabeth Buchs

Politisch vorgehen

Beitrag von Elisabeth Buchs » 25. August 2005 21:10

Gestern hatten eine betroffene Kollegin und ich ein Gespräch mit einem Anwalt und Haupteinsprecher. Er hat vor kurzem ein Haus gekauft und bevor seine Familie mit einem kleinen Mädchen richtig eingerichtet war, ragte auf dem Nachbardach nur etwa 50 m entfernt ein Holzantenneprofil für eine GSM und UMTS-Antenne in die Höhe, max. 1000 W ERP pro Senderichtung schon nur für UMTS, unterhalb diesem Wert fangen die schon gar nicht mehr an.

Wir haben mit ihm diverse Vorschläge besprochen und Fragen gestellt zu möglichem rechtlichem Vorgehen:

1) Sammelklage von Geschädigten

2) Schutz von Elektrosensiblen, Anbieten von Funklöchern

3) Steuern auf Sperrkonto einzahlen

4) Eigene Studie z.B. mit Tieren

5) Handymastensteuer in der Schweiz

6) Gespräch von Betroffenen mit Bundesrat Leuenberger

7) Suche nach biologischem Wirkmodell bei Elektrosensibilität

Zu den Punkten 1) und 2) sagte er, dass man dafür Beweise vorlegen müsste. Zu Punkt 7) ist das Hauptproblem die Finanzierung von Forschern und Studien, evt. durch europaweites Zusammenarbeiten von Widerstandsgruppen. Vielleicht gibt es schon Wissenschaftler, die auf diesem Gebiet tätig sind. Wenn sich ein Wissenschaftler finden würde, der dies auch aus Interesse und nicht nur zum Höchsttarif durchführen würde, sollten sich die Ergebnisse reproduzieren lassen durch andere (unabhängige) Wissenschafter und es wäre darauf zu achten auf in jeder Hinsicht genau dieselben Versuchsbedingungen, schon wenig Abweichung könnte ein anderes Ergebnis bewirken. Auch bei der Interpretation hat es einigen Spielraum. Ich erinnere mich an die Präsentation der Nemesis-Studie mit meinem Eindruck von leicht tendenziös in Richtung Psychoschiene und habe noch gegenüber Herrn Müller das angedeutet. Dann käme die Publikation in Fachzeitschriften, Peer Review, bei der Scientic Community tauchen immer wieder ähnliche Namen auf, es scheinen die "richtigen" Leute an den richtigen Positionen platziert zu sein. Wenn etwas gefunden würde, müsste ein solcher Wissenschaftler mit vollem Angriff durch die Mobilfunklobby rechnen. Elektrosensibilität wird wohl möglichst lange psychiatrisiert als Schutz vor Schadenersatzforderungen und Sammelklagen. Bei den 31 Studien des Herrn Repacholi sind nur 7 zum Mobilfunk und zwei Studien nur 2 und 3 Minuten mit mehrmaligen Wechsel von Exposition und Nichtexposition. Da die Elektrosensibilität eine langsame Entwicklung ist, wo der Organismus immer mehr Kraft verliert, um gegen die Felder gegenzusteuern und der Elektrosmog auch nachwirkt, sind solche Versuche ein Hohn. Die Wissenschaftler der TNO-Studie werden doch nicht so blöd gewesen sein und ein völlig unrealistisches UMTS-Signal verwendet haben. An der Unabhängigkeit von Herrn Dürrenberger, der die Betreiber bei Versammlungen als liebe Duzfreunde begrüsst, darf gezweifelt werden, das Vorstellen der Ergebnisse wird verschoben. Die Frau eines Probanden sagte mir, das sei, "damit sie dort in Ruhe mauscheln und die Ergebnisse anpassen können." Gegenüber der Scientic Community habe ich kein Vertrauen und mir bekannte Betroffene auch nicht, gibt es überhaupt Kontrollmechanismen bei solchen Versuchen?

Zum Steuern auf ein Sperrkonto zahlen, bis der Staat etwas unternimmt zum Schutz von Elektrosensiblen ist nur das von Herrn Jakob erwähnte Herauszögern möglich. Ansonsten müsste man mit Betreiben rechnen, so denn überhaupt noch Geld vorhanden wäre, denn ich kenne arbeitsunfähige Elektrosensible mit IV und Fürsorgeleistungen.

Der Anwalt empfiehlt vor allem politisches Vorgehen. Rechtlich muss man sich an die heute geltenden Gesetze wie NIS-Verordnung halten, der Widerstand in der Bevölkerung muss so gross werden z.B. durch Einsprachen und Weiterziehen in die nächsten Instanzen, Gemeindemoratorien, dass die Regierung Handlungsbedarf bekommt und den ständigen massiven Ausbau der drahtlosen Risikotechnologien stoppt. Das Problem der CEPT-Verträge, welche die Regierung in einem gewissen Mass einschränken, kam ebenfalls zu Sprache. Die Mobilfunkindustrie hat ihre Position in Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Staat zementiert, was man an der Gelassenheit ihrer Vertreter an Versammlungen merkt, wie sie sich zurücklehnen und die Staatsvertreter sie vertreten lassen.

Dass beim Elektrosmog die Zeichen auf Sturm stehen, merkt jeder, der sich eine Zeit lang mit der Entwicklung vor allem im letzten Jahr befasst hat. Vielleicht kommt eine Zeit, wo nur noch allein die Wirksamkeit einer Massnahme entscheidet und nicht ob sie erlaubt ist oder nicht.

Mit freundlichen Grüssen

Elisabeth Buchs

sibylle gabriel

Re: Politisch vorgehen

Beitrag von sibylle gabriel » 27. August 2005 22:53

Bravo, das war eine gute Sache mit einem Anwalt zu diskutieren.
Der von Dr. Heinrich ausgearbeitete Test wird vom Gericht als Beweis anerkannt und ab Mitte September wird alles einfacher, da der Test direkt in der Schweiz ausgewerdet wird. Ich kenne sehr viele Menschen, die Hautallergien heben und das ist oft der Anfang der Elektrosensibilität. Das Völklein (Unglaublich) der Elektrosensiblen nun mit jedem Tag zu und lange wird es nicht mehr gehen bis das Volk genug hat, ich komme aus meinen Kurzferien aus Frankreich zurück und dort sind sehr viele Menschen am Aufwachen. Ich habe Informationen erhalten, dass die Wahrheit über die UMTS- Antennen sehr bald unter die Menschen gebracht wird. Immer mehr Forscher äussern sich frei. Der ganze Schwindel wird aufliegen und das Beste ist, dass die Mobilfunkmenschen nicht mal wissen, um was es eigentlich geht. Die sehen nur den Profit.

Ich habe mich auch erkundigt, was wir rechtlich machen können.
Wenn wir unsere Nachbarn informieren, dass wir durch ihre DECT Telefone belässtigt werden und sie diese nicht entfernen, kann man
sich beschweren.
Sibylle

Hans-U. Jakob

Re: Politisch vorgehen

Beitrag von Hans-U. Jakob » 28. August 2005 18:17

Achtung:
Anwälte sind niemals neutral. Diese arbeiten gegen Honorar (bis zu 450 Franken pro Stunde) und haben stets die Interessen ihrer Auftraggeber zu wahren, auch wenn diese Interessen nicht denjenigen der übrigen Bevölkerung entsprechen.
Auch die Mafia hat ein Heer von Anwälten unter Vertrag.
Anwälte werden deshalb im Volksmund (wir betonen ausdrücklich: im Volksmund) etwa auch als "Berufslügner"
bezeichnet. Manchmal sogar zu Recht.
Wenn Sie sich an einen Anwalt wenden, wird dieser Ihnen ein Stück weit immer recht geben, denn damit verdient er sich ja schliesslich sein Geld. Sonst könnte er Ihnen ja gar keine Stunden in Rechnung stellen.
Hans-U. Jakob

Pragmatiker

Re: Politisch vorgehen

Beitrag von Pragmatiker » 29. August 2005 23:25

> Wenn Sie sich an einen Anwalt wenden, wird dieser Ihnen ein Stück
> weit immer recht geben, denn damit verdient er sich ja schliesslich
> sein Geld. Sonst könnte er Ihnen ja gar keine Stunden in Rechnung
> stellen.

So ist es: Selbst wenn der Fall aussichtslos ist, wird ein Anwalt Ihnen Hoffnung machen, Ihr Fall sei gewinnbar, denn solange er sie "berät", kann er Geld absahnen, egal wie falsch, nutzlos oder gar schädlich sein Rat ist. Das ist der grosse Unterschied zu Handwerkern, die nur für positive Leistung und richtige Resultate Geld erhalten. Das wirkt sich unweigerlich auf die Arbeitsethik aus.

Rechtsanwälte sind nicht etwa Anwälte des Rechts oder der Gerechtigkeit, sondern wurden dazu ausgebildet, jede denkbare unethische Position (z.B. Mörder) mit allen opportunen Winkelargumenten zu verteidigen. Entsprechend reden auch Politiker-Juristen daher, wenn es um unethische Sachen (wie Mobilfunk) geht...

Antworten