Beitrag im Saldo Nr. 13 vom 31.August 2005:
Aufgrund der Befunde der Reflex-Studie (DNS-Strangbrüche gelten in der Medizin als mögliche Auslöser von Tumorerkrankungen und Leukämie) schlug die Wiener-Aerztekammer Alarm und warnte vor übermässigem Handy-Gebrauch, vor allem bei Kindern: "Würden Medikamente dieselben Prüfergebnisse wie Handy-Strahlen liefern, müsste man sie sofort vom Markt nehmen."
Jetzt schliesst sich auch die Schweizer Aerzteverbindung FMH dieser Warnung an. Mediensprecher Daniel Lüthi:"Die Schweizer Aerzteschaft ist sich des Problems der Strahlung seit langem bewusst. Ein vorsichtiger Umgang mit Handys ist sehr zu empfehlen. Wir unterstützen den Aufruf der Wiener Aerzte."
Für Bernhard Aufdereggen von den Aerzen für Umweltschutz sind die Resultate "ein weiteres Puzzleteil im Gesamtbild, das zeigt das Mobiltelefone krebsauslösend sein können." Der Präventivmediziner fordert:" Die Behörden müssen jetzt die Schutzinteressen der Bevölkerung höher gewichten und aktiver werden."
Doch in der aktuellen Broschüre des BAG steht:" Ob Tumorentwicklungen auch beim Menschen zu befürchten sind, kann weder bewiesen noch ausgeschlossen werden. Resultate liegen noch nicht vor." Konfrontiert mit den Studienergebnissen räumte Werner Zeller vom BAG ein "die Studie ist ein weiterer Hinweis auf gesundheitsschädigende Auswirkungen elektromagnetischer Felder". Dennoch verzichtet die Behörde auf eine Warnung an die Bevölkerung, Zeller verweist auf die BAG-Empkfehlungen beim Verbindungsaufbau das Telefon nicht ans Ohr zu halten oder strahlungsarme Handys zu kaufen.
Dies dürfte ganz im Sinne der Mobilfunkindustrie sein. Das Forum Mobil (Zusammenschluss von Telekomkonzernen und Handy-Herstellern) fordert die Behörden auf, nicht mit "undifferenzierten", überzogenen Einschränkungen und Verboten auf die Studie zu reagieren. Zudem sei unklar, ob der lebende Körper gleich auf Strahlung reagiert wie unter Laborbedingungen. Doch Studienleiter Adlkofer hält unmissverständlich fest:" Im Zweifel sprechen die Daten für eine gesundheitsschädigende Wirkung durch häufigen Gebrauch von Mobiltelefonen."
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Kommentar:
Reflex bezieht sich zwar auf Handys und nicht auf Sendemasten, doch wenn die Handys aus gesundheitlichen Gründen eingeschränkt werden, hat das auch Auswirkungen auf den Ausbau weiterer Mobilfunkantennen.
Nach der Formel "Leistung x Zeit = Energie" könnte bei den Antennen jedoch der Langzeiteffekt eine grosse Rolle spielen. Herr Oberfeld schreibt: Es geht wie bei vielen Umwelt- und Lebensstilfaktoren auch bei elektromagnetischen Feldern und Strahlungen um die Dosis und die kumuliert im Laufe der Jahre. Was mir auffällt, dass die meisten Elektrosensiblen eine gewisse Zeit ohne Beschwerden in den für sie zu hohen Feldern leben konnten, bis ganz starke gesundheitliche Probleme auftraten. Bei mir dauerte es z.B. ein halbes Jahr im hohen Magnetfeld am früheren Wohnort bis zum Ausbruch der Elektrosensibilität und für kurze Zeit kann ich mich auch heute fast überall beschwerdefrei aufhalten.
Mit freundlichen Grüssen
Elisabeth Buchs