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Angebliche und tatsächliche Manipulationen

Verfasst: 16. Juni 2008 15:53
von Elisabeth Buchs
Angebliche und tatsächliche Manipulationen
16.06.2008

Von der Kompetenzinitiative zur Weiterverbreitung empfohlen
Siehe: http://www.kompetenzinitiative.de/033ea ... 4d209.html

Angebliche und tatsächliche Manipulationen im UMTS-Staat [256 KB]

oder

Wie Strahlenschutz das Strahlenrisiko verdoppelt

1. Das Problem

Die Handy-Netze unter dem Kürzel UMTS sollen die herkömmlichen GSM-Netze möglichst rasch, möglichst vollständig und möglichst flächendeckend ersetzen. Sie suchen auch deshalb eine neue Nähe von Mensch und Antenne, weil die Übertragung großer Datenmengen kurze Abstände fordert. WLAN, DECT-Telefone und TETRA-Funk, um nur einige der wichtigsten Schnurlos-Techniken zu nennen, ergänzen den Strahlencocktail. Die WiMAX-Technik soll ihn um eine besonders weit reichende Strahlung ergänzen, die letzte Funklöcher auch in rein ländlichen Gebieten beseitigt.

Als das Wissen um die schädigende Wirkung elektromagnetischer Felder noch bis zu den Verantwortlichen vordrang, wurden elektromagnetische Felder – z. B. im Gefolge von Starkstromleitungen – möglichst aus den Wohngebieten herausgehalten. Seit die Techniken des Mobil- und Kommunikationsfunks zum großen Geschäft geworden sind, werden elektromagnetische Felder möglichst in die Wohngebiete gebracht. Die sich daraus ergebenden Probleme sind um so größer, als die eingesetzten Arten der Strahlung fast alles durchdringen, so dass ein wirksamer Schutz auch in den eigenen vier Wänden schwer möglich ist.

Man muss kein Wissenschaftler sein, um auf die logischen, gesundheits- und umweltpolitischen Brüche dieses Systems elektromagnetischer „Versorgung“ aufmerksam zu werden:

1. Alle in Frage stehenden Techniken wurden unter Gesichtspunkten ihrer technischen und kommerziellen Nutzung eingeführt - vor einer zureichenden Erforschung ihrer Risiken für Mensch und Natur.

2. Soweit dabei bekannte Risiken ignoriert, verdrängt oder dementiert werden, hat der Einsatz dieser Techniken den Charakter einer Zwangsbestrahlung, die verantwortungslos mit Wahrheit, Bürgern und dem Verfassungsauftrag der Schutzgesetze umgeht.

3. Wie weit jemand das „Handy-Fernsehen im Mäuseformat“ (Der Spiegel), das lautstarke Telefonieren in Zügen oder das WLAN-Surfen in Hotels und Restaurants für die Definition seiner Identität braucht, ist zunächst seine persönliche Entscheidung. Zur Frage eines demokratischen Gemeinwesens wird sie dort, wo andere von den Wirkungen betroffen sind.

4. Der Staat hat seinen Zynismus im Umgang mit der Gesundheit seiner Bürger bisher nirgends deutlicher zur Schau gestellt als auf dem Gebiet der weit verbreiteten Schnurlostelefone. Er hat die Telefone nach dem DECT-Standard, die rund um die Uhr und bis in Entfernungen von 300 m strahlen, zur gesetzlichen Norm erhoben, den weitaus belastungsärmeren sog. CT1+Standard, der nur während des Telefonierens strahlt, ab dem 1.1.2009 verboten. Die Entscheidung entspricht einer Gesundheitspolitik, die Krankheitskosten „deckelt“, statt sie vermeiden zu helfen.

Die folgenden Analysen zeigen den ebenso geschäftstüchtigen wie zynischen Umgang mit Gesundheit und Umwelt der Bürger am Beispiel der UMTS-Politik. Der Staat hat sich ihre Durchsetzung bekanntlich mit 100 Milliarden DM bezahlen lassen. Für einen Erlös von umgerechnet rund 1200 DM pro Kopf hat er damit jeden seiner 80 Millionen Bürger einem noch ungeklärten gesundheitlichen Risiko ausgesetzt. Konnte er nicht wenigstens je 1 DM dieser Summe in eine wirklich unabhängige Forschung investieren, die weder von der Industrie mitfinanziert noch mitbestimmt wird? Er hätte sich den Vorwurf erspart, die Gesundheit des Volks an die Mobilfunkindustrie verkauft zu haben.

Die folgenden Analysen beobachten Fortsetzungen, Techniken und Netzwerke dieses Handels mit der Gesundheit.


2. Zum Stand der UMTS-Forschung

Die Verantwortlichen aus Politik, Industrie und Wissenschaft bescheinigen der Öffentlichkeit und betroffenen Bürgern die besondere Bekömmlichkeit der UMTS-Strahlung. Doch nach dem Stand der Forschung ist das eine Lüge. Denn fast alle vorliegenden UMTS Studien belegen schwerwiegende Schädigungspotenziale dieser Technik; ihre Rechtfertigungen typische Strategien der Manipulation.

Zunächst zu den Nachweisen der Schädlichkeit:

● 2003 bestätigt eine von drei niederländischen Ministerien in Auftrag gegebene Studie („TNO-Studie“) u. a. Tinnitus, Kopfschmerzen und Übelkeit als mögliche Sofortwirkungen

● der neuen Technik – was europäische Regierungen nicht davon abhält, diese flächendeckend einzuführen.

● 2005 gelangen schwedisch-russische Forschungen von I. Belyaev, E. Markova und anderen Wissenschaftlern zu dem Ergebnis, dass UMTS-Mikrowellenstrahlung auf Grund ihrer Signalcharakteristik deutlich größere zellschädigende biologische Effekte bewirken kann als GSM-Strahlung.

● 2006 machen die Professoren F. Adlkofer und H. W. Rüdiger erstmals mit Ergebnissen ihrer UMTS-Forschungen bekannt. Die UMTS-Strahlung ist danach schon bei einer zehnmal niedrigeren Intensität (SAR) so gentoxisch, wie nach den Ergebnissen der Reflex-Studie die GSM-Strahlung.

● 2008 belegt eine Studie des Fraunhofer Instituts für Toxikologie und Experimentelle Medizin Hannover am Beispiel von Mäusen die tumorfördernde Wirkung von UMTS.

Wie der Überblick zeigt, haben sich die Indizien einer besonderen Fragwürdigkeit der UMTS-Technik seit ihrer Versteigerung 2002 kontinuierlich verdichtet. Den Gefährdungen der beschlossenen UMTS-Politik wirken rasch aber auch Rettungsversuche entgegen:

● Nach dem Bekanntwerden der niederländischen TNO-Studie gibt die Mobilfunkindustrie eine angebliche Wiederholung und Prüfung der Ergebnisse dieser Studie an der ETH Zürich in Auftrag, verändert die Projektvorgaben (u. a. in der Auswahl der Probanden) aber so, dass andere Ergebnisse herauskommen müssen. Aus der angeblichen „Replik“ der TNO-Studie wird das klassische Beispiel eines manipulativen Missbrauchs von Wissenschaft für die Bedürfnisse der Mobilfunkindustrie.

● Als Prof. Adlkofer Bundesumweltminister Gabriel im Dezember 2006 mit den Ergebnissen der neuen UMTS-Studie bekannt macht, sieht sich Prof. Alexander Lerchl von der privaten Jacobs University Bremen ein erstes Mal aufgefordert, die angeblichen UMTS-Risiken zu widerlegen. Ob er dabei einer zeitnahen inneren oder äußeren Berufung folgt, entzieht sich unserer Kenntnis. Tatsache ist, dass eine Pressemitteilung seiner Universität bereits am 29.06.2007 der Öffentlichkeit berichtet, in „Langzeitversuchen“ an Mäusen habe der Forscher „keinen Nachweis für eine Schädigung durch UMTS-Strahlung“ gefunden. Analog liest man es fortan in einer ganzen Reihe von Medien-Aussagen, z. B. in einem PC-Magazin: Was immer die UMTS-Kritiker an Störungen und Schädigungen vermuten – „Wissenschaftler der Jacobs University […] unter Leitung von Alexander Lerchl, Professor of Biology, in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Universität Wuppertal […] gaben nun Entwarnung“. Die Rede von „Langzeitversuchen“ bezieht sich dabei offenkundig auf die Lebensdauer der Mäuse und versucht vom ad hoc-Charakter der Studie abzulenken. Zu deren vielen Anfechtbarkeiten gehört auch die bislang ungeklärte Frage, warum Prof. Lerchl die Bestrahlung der UMTS-Mäuse knapp vier Wochen früher abbrechen ließ als die der GSM-Mäuse.

Gut eineinhalb Jahre später sieht sich Prof. Lerchl abermals berufen, gegen prominente UMTS-Kritiker zu Felde zu ziehen. Wir gehen auf seinen Vorstoß im Folgenden näher ein.




3. Etappen einer konzertierten Intrige

Seit Anfang 2008 ist die UMTS-Studie der Professoren Adlkofer, Rüdiger und weiterer Mitarbeiter in einem wissenschaftlichen Fachjournal zugänglich. Seit dem 25. Februar 2008 liegt der EU auch ein Antrag Adlkofers auf Bewilligung und Finanzierung eines Projekts vor, das die Wirkungen der UMTS-Strahlung in einem europaweiten Rahmen nach dem (weiterentwickelten) Modell der Reflexstudie verlässlich klären soll. In einer Überschau der Forschungslage fassen die Professoren Adlkofer, Kundi und Rüdiger den zu diesem Zeitpunkt gegebenen Stand der Erkenntnis wie folgt zusammen: „Die von der Strahlenschutzkommission vertretene Vorstellung über die Unschädlichkeit von der Mobilfunkstrahlung kann nach unserer Überzeugung aufgrund der Datenlage nicht mehr aufrechterhalten werden. Die vorliegenden in-vitro-Forschungsergebnisse belegen sowohl ein gentoxisches als auch ein die Genfunktion modulierendes Potential von HF-EMF. Sie bilden damit die theoretische Grundlage für die Annahme eines Tumorrisikos, wie es sich in epidemiologischen Studien bereits andeutet.“

Nun aber sieht sich Prof. Alexander Lerchl zum zweiten Mal zum Retter der UMTS-Industrie und –Politik berufen. Vorwürfe der Manipulation sollen die UMTS-Erkenntnisse von Adlkofer und Rüdiger entkräften und die UMTS-Diskussion aus der Welt schaffen - die Erkenntnisse der Reflex-Studie, die Glaubwürdigkeit der Professoren Adlkofer und Rüdiger sowie einen für Industrie und Staat höchst unbequemen europäischen Projektantrag gleich mit.

Die Professoren Adlkofer und Rüdiger haben mit einer Gegendarstellung inzwischen auch eine eingehende Dokumentation der Ereignisse vorgelegt, die auf den Internetseiten von Diagnose-Funk und h.e.s.e. eingesehen werden kann. Hier genüge es, die Gelenkstellen der Entwicklung festzuhalten:

● Prof. Alexander Lerchl wendet sich an den Rektor der Medizinischen Wiener Universität und an die Herausgeber zweier wissenschaftlicher Zeitschriften mit dem gegen die Professoren Adlkofer und Rüdiger gerichteten Vorwurf der Datenmanipulation.

● Tatsächlich wird dem Rektorat der Medizinischen Universität Wien im Mai 2008 vom Nachfolger Prof. em. Rüdigers gemeldet, eine Laborantin der Arbeitsmedizin habe Daten gefälscht. Die als hoch qualifiziert geltende und seit fast 10 Jahren im Labor der Arbeitsmedizin beschäftigte Mitarbeiterin räumt ein zeitlich genau lokalisiertes Fehlverhalten im April 2008 ein. Sie betont aber die Einmaligkeit dieses Vorgangs und die Sauberkeit aller früheren Arbeiten.

● Ohne den früheren Vorgesetzten der Laborantin, Prof. Rüdiger, auch nur anzuhören und die Rohdaten der Untersuchungen selbst anzusehen, kommt eine an der Universität bestehende Kommission für Wissenschaftsethik zu dem Schluss, dass alle Publikationen, an denen die Laborantin mitgewirkt hat, wegen des Verdachts der Datenmanipulation zurückgezogen werden müssen. Der Rektor, dem diese Empfehlung mitgeteilt wird, fordert merkwürdigerweise jedoch nur die Rücknahme der beiden Studien zur Wirkung der Mobilfunkstrahlung - zu UMTS wie GSM. Die sechs anderen Studien, an denen die Laborantin mitgewirkt hat, werden nicht beanstandet.

● Dem Einwand, dass die Ergebnisse ordnungsgemäß zustande gekommen, auch anderweitig längst bestätigt seien, begegnet der Rektor der Universität mit dem Argument, Prof. Rüdiger habe sich dem Votum einer unabhängigen wissenschaftsethischen Kommission zu beugen und die Ergebnisse der 2008 publizierten UMTS-Studie wie die Reflex-Ergebnisse von 2005 zurückzuziehen.

● Überraschend stellt sich zwei Tage später heraus, dass der gerade berufene Vorsitzende der dreiköpfigen Kommission für Wissenschaftsethik als Jurist bei einem Unternehmen der Mobilfunkindustrie beschäftigt ist.

● Ungeachtet dieser Tatsache, dass der Glaube an die angebliche Unabhängigkeit der Untersuchungskommission längst zerstört ist, gibt der Rektor der Universität an den Professoren Adlkofer und Rüdiger vorbei eine Pressemitteilung heraus, die unter Berufung auf Geständnisse - die es nie gegeben hat - die Vermutung in Umlauf bringt, die Arbeiten über erbgutändernde Wirkungen von Mobilfunkfeldern seien gefälscht.

● In ihrer Gegendarstellung betonen die Professoren Adlkofer und Rüdiger mit der Unhaltbarkeit der unterstellten Manipulationsvorwürfe auch ihre Überzeugung von der Richtigkeit und allgemeineren Absicherung ihrer Ergebnisse: „Wir halten es nicht für gerechtfertigt, die genannten beiden Studien zur erbgutschädigenden Wirkung von Mobilfunkfeldern aufgrund der Anweisung des Rektors der Medizinischen Universität Wien zurückzuziehen, weil wir überzeugt sind, dass die wissenschaftlichen Aussagen in diesen Publikationen korrekt sind.

Für diese unsere Auffassung spricht, dass Ergebnisse beider Studien inzwischen von anderen unabhängigen Arbeitsgruppen bestätigt sind. Damit kann an der grundsätzlichen Richtigkeit der publizierten Daten kaum ein Zweifel bestehen. […]

Erbgutschädigende Wirkung von Mobilfunkfeldern ist bedeutsam für die Risikobewertung dieser neuen Technologie. Die Publikationen zu diesem Thema, von deren Richtigkeit wir überzeugt sind, ohne triftigen Grund zurückzuziehen, entspricht nicht unserer Auffassung von der Verantwortung des Wissenschaftlers gegenüber der Öffentlichkeit. Das könnte als falsches Signal verstanden werden, dass nämlich damit auch alle gesundheitlichen Bedenken ausgeräumt wären.“

● Doch die Drahtzieher der Aktion, allen voran Prof. Alexander Lerchl, haben inzwischen über DPA und den Spiegel in die Medienöffentlichkeit gebracht, worauf sie es abgesehen hatten. Spiegel-Redakteuer und Mobilfunk-Freund Manfred Dworschak verkündet es triumphierend: „Gleich zwei vieldiskutierte Studien sind nach dem Geständnis praktisch wertlos geworden.“ Wie habe man nur auf so dürftiger Grundlage eine Senkung der Grenzwerte fordern können!

Die Schlüsselfunktion von Prof. Lerchl bei Vorbereitung und Durchführung der konzertierten Aktion ist nach allem offensichtlich. Ausdrücklich rühmt Manfred Dworschak Lerchls Vorreiterrolle im so gesehenen Eintreten für die Sauberkeit der Wissenschaft. Die Aktion scheint am Ziel aller Wünsche: Rettung der UMTS-Technik und Vernichtung der Reflex-Studie, beides verbunden mit einer Selbstinszenierung überlegener Wissenschaftlichkeit.

Doch die Drahtzieher haben dabei nicht nur die Attribute von „Wissenschaftsethik“ und „Unabhängigkeit“ missbraucht. Sie haben auch zahlreiche Indizien einer fein gesponnenen großen Intrige hinterlassen. Nicht die beiden Wiener Studien sind manipuliert, sondern Prof. A. Lerchl versuchte mit einer Reihe von Helfern Politik und Öffentlichkeit im Interesse der Mobilfunkindustrie zu manipulieren!



4. Industrienähe und Ethikferne am konkreten Beispiel

Geht man weit genug zurück, entdeckt man Prof. Lerchl (fortan AL) noch als Beförderer mobilfunkkritischer Einsichten. 1999 - 2001 wirkt er maßgeblich an einem Projekt mit, das die schädigende Wirkung gepulster hochfrequenter Strahlung auf einjährige Pflanzen dreier Nadelbaumarten nachweist. Beobachtet wird dabei auch, dass Pinus pumila mit ihrem größten Anteil vertikal stehender Nadeln auch die größte Schädigungsrate aufweist - was die Annahme einer kausalen Wirkung unmittelbar über die Nadeln nahe legt. Als wir AL 2007 fragen, warum die Ergebnisse des mit öffentlichen Mitteln geförderten Projekts erst nach mühsamen Recherchen und auch dann nur in einer Kurzzusammenfassung erreichbar sind, bekommen wir u. a. auf dem Umweg über eine Zwischenschaltung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz die folgenden beiden Auskünfte: Private Gründe hätten die Ausformulierung der Ergebnisse bislang hinausgezögert. Außerdem deute AL die Beobachtungen heute ganz anders, nämlich als indirekte, „durch thermische Wirkungen auf die Anzuchterde“ bedingte Schädigung infolge z. B. von „Wasserstress“ oder „Nährstoffmangel“. In keiner Weise sei aus den Projektergebnissen zu folgern, „dass die Experimente an Keimlingen unter den geschilderten Versuchsbedingungen für relevante Expositionen von Bäumen Schäden oder ursächliche Zusammenhänge vermuten lassen“. Diese Interpretation widerspricht nicht nur klar den früheren Beobachtungen. Sie zeigt auch ein krampfhaftes Bemühen, alles auf thermische Wirkungen umzubiegen – die einzige Gruppe von Wirkungen, die deutsche Grenzwerte berücksichtigen. Offenbar soll auch die Pflanzenwelt nicht die geringste Handhabe für die Annahme schädigender und nicht-thermischer Wirkungen bieten.

In seinem 2007 erschienen Bändchen Macht Mobilfunk krank? Daten, Fakten, Hintergründe fasst AL die Summe seiner eigenen und aller ihm bekannten Erkenntnisse unter der Überschrift „Kritische Einsichten“ zusammen: „Die Resultate der wissenschaftlichen Studien belegen insgesamt bislang keinen Verdacht auf einen Zusammenhang zwischen Mobilfunkstrahlen innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte und Gesundheitsschäden, weder in Zell- oder Tierexperimenten noch anhand epidemiologischer Untersuchungen.“ Jeder auch nur halbwegs Informierte weiß, wie gut solche Einsichten industrielle Interessen bedienen, wie falsch und tendenziös sie die Öffentlichkeit unterrichten. Eine Rezension des Buches weist darauf hin, dass „Daten, Fakten, Hintergründe“ in dem Buch „einseitig und unvollständig dargestellt“ seien und unerwünschte Erkenntnisse - z. B. in Sachen Elektrosensibilität -„ausgeblendet“ werden. Sie verweist ihrerseits auf den Hintergrund der privat finanzierten Jacobs-Universität, an der sechs Vodafone-Stipendiaten seit September 2007 ihr Studium aus einem „Vodafone-Chancen-Programm“ finanzieren.

Zusammenhänge dieser Art widerlegen aber nicht nur die behauptete „Kritische Einsicht“, sondern die angebliche Unabhängigkeit des Forschens mindestens ebenso. Wie es darum bestellt ist, zeigen im ereignisreichen Jahr 2007 u. a. Pressemitteilungen, der Telekommunikationsausrüster Huawei und die Jacobs Universität Bremen seien als Mitglieder 55 und 56 der Forschungsgemeinschaft Funk e. V. beigetreten: „Seit dem 12. September 2007 sind die beiden Organisationen Mitglieder der Forschungsgemeinschaft Funk e. V. [...]. Huawei Technologies ist ein führender Hersteller von Telekommunikationsnetzen der nächsten Generation und bedient Telekommunikationsanbieter mit über einer Milliarde Nutzern weltweit. Die Jacobs
University Bremen ist eine private, unabhängige Hochschule mit höchsten Ansprüchen in Forschung und Lehre.“ Eine Universität, Seite an Seite mit weltweit führenden Telekommunikationsanbietern, aber unabhängig und auf höchstem Forschungsniveau! Wer von dieser Dreifaltigkeit überzeugt sein will, braucht einen starken Glauben.

Aufgefallen ist AL unserer Initiative unabhängiger Wissenschaftler, Ärzte und Techniker zuerst mit seinem ungewöhnlichen Engagement für Ärzte-Fortbildungen in der Regie und Finanzierung des IZMF, des Informationszentrums der Mobilfunkindustrie. Veranstaltungen dieser Art wurden bisher in den verschiedensten deutschen Regionen durchgeführt – als Workshop auch im Rahmen der Jacobs University. Den Grundtenor solcher Veranstaltungen hat Frau Prof. C. Herr der Presse gegenüber so formuliert: „Mediziner geben Entwarnung.“ Dagmar Wiebusch, die Geschäftsführerin des IZMF, betont das im Zusammenhang solcher umweltmedizinischen Ärzte-Fortbildungen regelmäßig mit ganz ähnlichen Worten.

Die Instrumentalisierung der Wissenschaft für Bedürfnisse von Staat und/oder Industrie ist eine geläufige Zeiterscheinung. Zu einem Phänomen absoluter Ethikferne und intellektueller Kriminalität wird sie aus unserer Sicht dort, wo es um Gesundheit und Umwelt geht, die professionellen Verharmloser aber auch in den einschlägigen Schutz-Gremien sitzen.



5. Irrwege des deutschen Strahlenschutzes

Unsere Grenzwerte, die von Regierungen, Konzernen und ihren Helfern zum Schutz geschäftlicher Interessen pervertiert wurden, sind so fragwürdig wie ihre Geschichte. Sie gehen auf Empfehlungen der ICNIRP zurück, eines industriefreundlichen und demokratisch nicht legitimierten Privatvereins. WHO und SSK haben seine Empfehlungen übernommen. Der Staat hat sie in eine Verwaltungsverordnung überführt und hält gegen alle Gebote der Vernunft eisern daran fest. Möglich ist das nur, weil seine angeblichen „Schutz-Gremien“ in geeigneter Weise besetzt sind.

Das gilt in zweifacher Hinsicht. Wie ein Gutachten des Wissenschaftsrats festgestellt hat, ist der überwiegende Teil der über 600 Stellen des Bundesamtes für Strahlenschutz mit Beamten und Angestellten besetzt, die keinerlei eigenständige wissenschaftliche Kreativität zeigen. Das aber widerspricht nicht nur – wie das Gutachten betont - dem Errichtungsgesetz der Behörde. Es wird zum Problem, wenn just Beamte dieser Behörde dann immer wieder auf angeblichen Fehler renommierter Wissenschaftler schließen, deren Erkenntnisse nicht den Erkenntnissen des BfS entsprechen.

Noch gefährlicher aber sind tatsächliche Wissenschaftler, die gut und lukrativ mit der Industrie zusammenarbeiten, aber zugleich wichtigste Schaltstellen im Gesundheits- und Umweltschutz besetzen. Prof. Lerchl gehört zu ihnen und beleuchtet das Problem eindrucksvoll. Seine Projekte, Aussagen und Beziehungen machen ihn zu einer der wichtigsten Stützen der Mobilfunkindustrie. Aber er sitzt auch im Ausschuss für Nichtioniesierende Strahlung der Strahlenschutzkommission des Bundesumweltministeriums. Ebenso ist er einer der wichtigsten Auftragnehmer des Deutschen Mobilfunksforschungsprogramms, das an das Bundesamt für Strahlenschutz angebunden ist.

Was für den Schutz der Bürger bei solchen Vernetzungen herauskommt, hat AL im Rahmen eines in Ritterhude gehaltenen Vortrags gezeigt, den das Osterholzer Kreisblatt vom 16. Juni 2007 unter der Überschrift zusammengefasst hat: Professor Lerchl appelliert an alle Kommunen: Keine Steuergelder für weitere Mobilfunk-Studien ausgeben. Der „dringende Appell“ an die Kommunen, „keine zusätzlichen Steuergelder für Mobilfunk-Studien“ zu vergeuden, wird um Standortempfehlungen ergänzt: „In dem Gespräch mit unserer Zeitung empfiehlt der Grohner Strahlenschutzexperte sogar, die Masten auf öffentlichen Gebäuden mitten im Ort aufzustellen: Schulen, Kindergärten, andere öffentliche Gebäude mit Publikumsverkehr.“ Ist das die Art von Gesundheitsschutz, für den wir als Steuerzahler aufkommen sollen?

AL ist nicht der einzige Wissenschaftler, der Interessenvertretungen kombiniert, die sich ausschließen. Die bereits zitierte Ärzte-Fortbildung des IZMF in Berlin vom 7.11.2007 nennt z. B. als Referenten neben Dagmar Wiebusch, der Geschäftsführerin des IZMF, und Alexander Lerchl noch Prof. Dr. med. Caroline Herr und Dr. rer. nat. Matthias Otto. Wie Herrn Lerchl findet man dann aber auch Frau Herr und Herrn Otto in der SSK wieder. Muss die Bevölkerung heute schon dankbar sein, dass nicht auch Dagmar Wiebusch berufen wird?

Ein anderes Mitglied der SSK, Prof. Dr. Jürgen Kiefer, hielt am 29.11.2006 in der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes einen Vortrag Mobilfunk – die unerkannte Gefahr? Was immer an Risiken bekannt ist, wurde darin zitiert, zerredet, dementiert. Herr Kiefer schreckte nicht einmal davor zurück, die Unschädlichkeit eines Handys mit einem Geigerzähler zu „beweisen“. Ein in jeder Hinsicht betroffener Wissenschaftler urteilt nach diesem Vortrag: „Der Kommunikationsfunk hat uns eine gesellschaftliche Demenz beschert, die mindestens drei Ursachen hat: eine Strahlung, die man nicht sieht; einen Glanz des Geldes, der angeblich nicht stinkt; einen sichtbar-anrüchigen Strahlenschutz, dessen moralisches Format der Höhe deutscher Grenzwerte umgekehrt proportional ist!“

Die Reihe solcher janusköpfigen Gestalten im Umfeld der Bundes- und Länderpolitik ließe sich vervielfachen. Sie engagieren sich für die Produktinteressen der Mobilfunkindustrie, werden aber gleichzeitig in Gremien und Funktionen berufen, die ihrem gesetzlichen Auftrag nach die Bevölkerung vor den Risiken dieser Produkte schützen sollten. Das Personal und die Strukturen dieser Art haben dem einschlägigen deutschen Verbraucher- und Umweltschutz von Bund und Ländern den Ruf einer überdurchschnittlichen Verlogenheit und geistig-ethischen Armut eingebracht. Wir beurteilen die damit verbundene Pervertierung des gesetzlichen Schutzauftrags unumwunden auch als Veruntreuung von Steuergeldern und als Zumutung für kritische Demokraten.



6. Das Deutsche Mobilfunkforschungsprogramm und die Frage der Prioritäten

Die gegen die Forscher Adlkofer und Rüdiger ausgeworfene Intrige ist u. E. im Vorfeld eines Ereignisses zu sehen, mit dem am 17. und 18. Juni die Ergebnisse des Deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramms (DMF) der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Vieles spricht für systematisch geplante Akte einer konzertierten Regie: „Volkshelden“ (Dworschak) wie die Professoren Adlkofer und Rüdiger oder auch Dr. med. Oberfeld sollen samt ihren bisherigen Erkenntnissen demontiert werden und ihre Forschungsgelder verlieren. Im nächsten Akt erlebt die europäische Öffentlichkeit dann die großartige Inthronisation des Deutschen Forschungsprogramms und seiner Ergebnisse. Das staatliche Engagement für die Erforschung der Risiken soll damit dann abgeschlossen sein. Und just ein Vertreter von Siemens hat Bundestagsabgeordneten, die jeden weiteren Aufwand für Forschung und Aufklärung als Zumutung betrachten, bereits zugesagt, die Aufklärung der Gesellschaft aus den finanziellen Etats der Mobilfunkindustrie kostenfrei zu übernehmen.


Wie ein interdisziplinäres Team von Medizinern, Biowissenschaftlern und Physikern anhand einer ersten Durchsicht von ca. 50 verfügbaren Kurzfassungen beobachtet, verzichtet das DMF weitestgehend auf wirkliche Ursachenforschung. Besonders häufig geht es um die Reduplikation bereits bekannter Ergebnisse. Z. T. wird eine Überprüfung von Erkenntnissen in Angriff genommen, die bestens gesichert sind – etwa die seit der Mitte der 90er Jahre bekannten störenden Einwirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder auf die Melatoninproduktion. Eine einzige Arbeit wollte im Sinne einer Kausalanalyse die möglichen Folgen naher Basisstationen für Schlafstörungen durch An- und Abschalten prüfen. Aber genau dieses Projekt wurde durch die mitfinanzierende Mobilfunkindustrie gestoppt.

Wer nach den beobachtbaren personellen Prioritäten fragt, erkennt rasch die Wirkung der Mitbestimmung, die sich die Mobilfunkindustrie nach Aussage von Insidern als Gegenleistung für die hälftige Mitfinanzierung des DMF ausbedungen hat. Prof. Lerchl begegnet man an repräsentativer Stelle wieder; Vertretern der Gegenseite nirgends.

Die Lenkung der Wahrheitssuche bedient sich ergänzend aber auch der grundsätzlichen Anerkennung oder Verweigerung von Prioritäten der Forschungsförderung. So liegen uns Stellungnahmen des BfS vor, mit denen z. B. der Erforschung der Risiken für Tiere und Pflanzen die Priorität abgesprochen wird, die geltend gemachten Erkenntnisse einer jahrzehntelangen Forschung einfach ignoriert oder dementiert werden. Prof. Frentzel-Beyme sah sich sogar im Fall von Anträgen zur Erforschung der Risiken für Kinder mit dem Argument abgewiesen, „Kinderstudien“ seien „nicht prioritär“.

Die sich abzeichnende Logik des deutschen Strahlenschutzes folgt dabei einer merkwürdig zirkulären Struktur: Ernst zu nehmende Risiken seien den zuständigen Schutz-Gremien nicht bekannt. Ihre Erforschung könne also keine Priorität beanspruchen. Der Verzicht auf weitere Forschung versteht sich dann wiederum als öffentlicher Beweis, dass es ernst zu nehmende Risiken nicht gibt.

Niemand wird in Abrede stellen, dass sich in der gegenwärtigen Situation Annahmen der Unbedenklichkeit und solche höchster Gefährdung unserer Lebenswelt unversöhnlich gegenüberstehen. Wo die einen beschwichtigend von deutlich unterbotenen Grenzwerten reden, schließen die anderen auf eine schädigende Zwangsbestrahlung, der man auch in den eigenen vier Wänden ausgesetzt ist und die für immer mehr Menschen mit gravierenden Einbußen an Gesundheit, Eigentum und Lebensqualität verbunden ist. Wo die einen die Vermietung von Antennendächern als marktwirtschaftlichen Handel werten, schließen andere auf makabre Geschäfte zu Lasten von Gesundheit und Eigentum unbeteiligter Dritter. Wo die Verantwortlichen von einem Auftrag möglichst lückenloser Versorgung reden, folgern andere längst eine möglichst gleichmäßige Verstrahlung der Bevölkerung, die Nachweise der Schädigung und Regelungen der Haftung erschweren soll, weil es keine unbestrahlten Vergleichsgruppen mehr gibt.


In Kooperation mit der BioInitiative Working Group, die mit ihrer Auswertung von 2000 Studien bekannt geworden ist, und zahlreichen anderen umweltengagierten Vereinigungen sind wir dabei, die Lücken auszufüllen, die das DMF nicht ausfüllen konnte oder wollte. U. a. mit unserer Schriftenreihe Wirkungen des Mobil und Kommunikationsfunks werden wir den Zugang zu jener Seite der Wahrheit ermöglichen, die von Staat, Industrie und ihren Helfershelfern verschwiegen wird. Im ersten Heft dieser Reihe, Bienen, Vögel und Menschen. Die Zerstörung der Natur durch ‚Elektrosmog’, das im Dezember 2007 erschienen ist, zeigt der Biowissenschaftler Dr. rer.nat. Ulrich Warnke auf der Grundlage nachprüfbarer Wirkungsmechanismen, dass die Verantwortlichen dabei sind, in wenigen Jahrzehnten aufs Schwerste zu schädigen, was die Natur im Verlauf von Jahrmillionen aufgebaut hat. In einer vorangegangenen Broschüre hatten die Ärzte Dr. med. Wolf Bergmann und Dr. med. Horst Eger bereits die Einwirkungen auf die menschliche Gesundheit zusammengefasst. In den nächsten Heften unserer neuen Reihe werden wir zeigen, was einer weltweiten Forschung zur Schädigung der Kinder, der Tiere und Pflanzen bekannt ist. Angesichts bereits vorliegender Rohfassungen können wir schon heute sagen: Was unser Strahlenschutz ignoriert, verdrängt oder weg lügen lässt, ist gespenstisch. Wer übernimmt die Verantwortung für die Folgen?



7. „Gekaufter Staat“ – „verkaufte Gesundheit“

Gesundheit als Problem eines kranken Systems

Wir recherchieren weiter und werden das Zusammenspiel von Mobilfunkindustrie, Wissenschaft und medialen Verstärkern in seinen Wurzeln, Trieben und Früchten noch weiter offen legen. Das gilt für den hier beleuchteten Beispielfall, aber auch im Rahmen unseres Projekts Mobilfunk und Medien. Doch schon die hier vorgelegten Beobachtungen gestatten für das Funktionieren des deutschen Verbraucher- und Umweltschutzes ein ernüchterndes Fazit: Ein Wissenschaftler, der gut mit Mobilfunkindustrie und ausgewählten Medien zusammenarbeitet, reicht aus, den Stand der Forschung in öffentlichkeitswirksamer Weise zu manipulieren. Drei deutsche Strahlenschutz-Gremien liefern einer fahrlässigen Gesundheits- und Umweltpolitik die benötigten Persilscheine. 80 Millionen Bürger aber sind die potentiellen Opfer dieses wissenschaftlich wie ethisch gleichermaßen fragwürdigen „Schutz“-Systems!

Bereits die internationale Benevento-Resolution von 2006 warnt vor den Folgen der Tatsache, dass der Einfluss der Mobilfunkindustrie das Wissen einer industrieunabhängigen Forschung unterdrückt. Eine Schrift, von der Europäischen Umweltagentur herausgegeben und vom deutschen Umweltbundesamt übersetzt - Späte Lehren aus frühen Warnungen: Das Vorsorgeprinzip 1896-2000 -, konstatiert ein hundertjähriges Versagen der Politik vor der Aufgabe der Vorsorge, als Folge horrende Opfer an Leben und volkswirtschaftlichen Verlusten. Aus den Analysen des Versagens werden 12 Lehren abgeleitet, deren Beherzigung als Voraussetzung einer realistischen Schutzpolitik gesehen wird, darunter die frühzeitige Wahrnehmung von Warnungen. Heute geht es nicht mehr nur um Warnungen, sondern um eine längst überfällige Kenntnisnahme nachprüfbarer Wirkungsmechanismen der Schädigung durch elektromagnetische Felder. Aber noch immer finden wir keine einzige der 12 Lehren berücksichtigt. Die Verstrickung in Milliardengeschäfte macht skrupellos oder blind.

Wir recherchieren seit langem, wie weit das Geld und die Agenten der Mobilfunkindustrie auch über die Wissenschaft hinaus und bis in sensibelste Bereiche hinein die Gesellschaft nach ihren Bedürfnissen gestalten. Ob im Kinderschutz, in Medienbeiräten, in der „Aufklärung“ von Ärzten, Eltern und Schulen oder auch im Austausch mit der höheren Politik: Überall begegnet man den Agenten der Mobilfunkindustrie und der Arbeit ihres Kapitals. Das Ergebnis der Entwicklung kann man im Anschluss an drei bekannte Buchtitel formulieren. Der „gekaufte Staat“ ist auf keinem anderen Gebiet konsequenter verwirklicht. Die „verkaufte Gesundheit“ ist nur die logische Folge. Mit dem Journalisten Hans Leyendecker dürfen wir folgern: Die Zukunft unserer Wirtschaft - einschließlich der Sicherung von Profiten - braucht nichts so sehr wie eine „neue Moral“.

Unter „Machiavellismus“ versteht man in der Geschichte der Neuzeit eine Machtpolitik ohne moralische Skrupel. Sie folgt dem Prinzip „Der Zweck heiligt die Mittel“. Die Mobilfunkpolitik der Gegenwart hat einen ökonomischen Machiavellismus der Moderne zu höchster Perfektion entwickelt. Er ist mit dem Sozialdarwinismus unserer Tage logisch verbunden. Beide sind Ausdruck der Bürger- und Ethikferne der hier kritisierten Technik- und Wirtschaftspolitik.



8. Thesen zum deutschen Gesundheits- und Verbraucherschutz in Sachen ‚Elektrosmog’

1. Der „gekaufte Staat“ verkauft die Gesundheit seiner Bürger:

1.1 Die Infiltration des Mobilfunk-Kapitals in sensibelste Bereiche der Gesundheits- und Umweltpolitik hat ein angebliches „Schutz“-System geschaffen, das die Risiken der Technik verdoppelt.

1.2 Eine pseudowissenschaftliche Ideologie von angeblich schützenden Grenzwerten und fehlenden Beweisen verschleiert die faktische Schädigung von Volksgesundheit und Volkswirtschaft.

1.3 Die Einkünfte aller Profiteure dieses Systems, die sich gemeinschaftlich bis heute jeder Haftung entziehen, müssen betroffene Bürger mit Einbußen an Gesundheit, Eigentum und Lebensqualität teuer bezahlen.

1.4 Wir sind nicht gegen den Mobil- und Kommunikationsfunk. Aber wir fordern seine Umstellung auf gesundheits- und umweltverträgliche Technologien und seine Verankerung in einem Schutz-Konzept, das die Demokratie der Bürger nicht in eine Diktatur kommerzieller Interessen pervertiert.


2. Eine neue Gesundheits- und Umweltpolitik braucht eine neue geistige Grundlage:

2.1 Umwelt- und Verbraucherschutz setzen eine intakte Demokratie voraus. Die Unantastbarkeit der Menschenwürde gemäß Art. 1 GG und Art. 1 der EU-Grundrechtecharta ist nicht nur das Fundament jeder Demokratie, sondern auch der wichtigste Schutz vor kapitalistischen Entgleisungen der Marktwirtschaft.

2.2 Umweltpolitik muss integraler Bestandteil einer umfassenden Friedenspolitik werden; sie macht die Natur nicht zum Objekt von Ausbeutung und Unterwerfung. „Mitverantwortung für den Nächsten“ und „Ehrfurcht vor der Schöpfung“ sind ihre wichtigsten Grundlagen.

2.3 Technik und Politik bedürfen einer ethischen Fundierung. Kern jeder Ethik der Technik ist nach Carl Friedrich von Weizsäcker die Nächstenliebe. Nächstenliebe und Ehrfurcht vor der Schöpfung sind unverzichtbare Bedingungen auch jeder Ethik der Politik.
Vor allem aber braucht der Schutz des Lebens neue Menschen: Politiker, die die Bestimmungen des Grundgesetztes nicht ihren kurzsichtigen ökonomischen Interessen opfern;


3. Vor allem aber braucht der Schutz des Lebens neue Menschen:

3.1 Politiker, die die Bestimmungen des Grundgesetztes nicht ihren kurzsichtigen ökonomischen Interessen opfern;

3.2 Gesundheitsbeamte, die sich über den elektromagnetischen Haushalt alles Lebens informieren, um ihn nicht mit tausendfach stärkeren Überlagerungen zu zerstören;

3.3 Wissenschaftler, die sich Ethos und gesellschaftliche Verantwortung nicht abkaufen lassen;

3.4 Medien, die an vorderster Front wieder recherchieren, statt mitzumachen;

3.5 Juristen, die eine staatskonforme Grenzwertpflege nicht mit unabhängiger Urteilskraft verwechseln;

3.6 Kommunen, die ihre Handlungsspielräume zum Schutz der Bevölkerung nutzen;

3.7 allem voran aber mündige Demokraten, die sich nicht einem kulturarmen Konsum zuliebe zu Objekten leichtsinniger Freilandversuche degradieren lassen und ihre Rechte als Wähler und Verbraucher nutzen!


Quellen und Hinweise entnehmen Sie bitte der PDF-Fassung [256 KB]


Prof. K. Richter - Uwe Dinger - Prof. K. Hecht - Dr. med. M. Kern - Prof. Dr. G.Zimmer
Redaktion der Reihe: Preußenstr. 11, 66386 St. Ingbert


PS: Unter www.kompetenzinitiative.net finden Sie das Grundsatzprogramm unserer Initiative, eine Dokumentation bisheriger Arbeit, auch Informationen dazu, wie Sie unserer Bewegung beitreten oder sie unterstützen können.




Berichte und Stellungnahmen

Aktuelle Berichte und Stellungnahmen

Verfasst: 21. Juni 2008 09:51
von Tilly
1
Aktuelle Berichte und Stellungnahmen
Nr. 3, 20.06.2008
Angebliche und tatsächliche Manipulationen im
UMTS-Staat
oder
Wie das Deutsche Mobilfunkforschungsprogramm
das Volk über die Risiken täuscht
Als die weiter unten folgenden Analysen geschrieben und als Nr. 2 der Aktuellen Berichte
verbreitet wurden, lag die Vorstellung des Deutschen Mobilfunkforschungsprogramms am
17. und 18. Juni 2008 in Berlin noch in der Zukunft. Jetzt ist sie Vergangenheit. Sie bestätigt
unsere Aussagen zur Gefährdung der Bürger durch ein System des angeblichen „Strahlenschutzes“
eindrucksvoll.
Als Nr. 3 unserer Aktuellen Berichte haben wir die früheren Analysen deshalb um eine erste
kritische Auseinandersetzung mit dem Deutschen Mobilfunkforschungsprogramm ergänzt,
auch um Zeugnisse, die den Stand der internationalen Forschung dokumentieren. Wir machen
kein Hehl daraus, dass uns die große Diskrepanz zwischen dem Stand des internationalen
Wissens und dem soeben verkündeten Arsenal gesamtdeutscher Entwarnungen und
Verharmlosungen als einzigartiger politischer Skandal erscheint. Noch mehr: Er ist auch die
Selbstentlarvung eines durch zu große Industrienähe geistig-moralisch korrumpierten
politischen Systems und eine logische Folge der Überordnung ökonomischer über kulturelle
Interessen.
1. Zum Stand des Wissens und den Forderungen einer
zukunftsfähigen Vorsorge
1.1. Der Report der BioInitiative Working Group
Eine internationale Arbeitsgruppe von Wissenschaftern und Fachleuten für öffentliche
Gesundheitspolitik, die BioInitiative Arbeitsgruppe, hat am 31.08.2007 einen 600–seitigen
Bericht über den Einfluss elektromagnetischer Felder (EMF) auf die Gesundheit
herausgegeben: Schwerwiegende Bedenken bezüglich Schädigung der öffentlichen Gesundheit
durch Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern (EMF) von Hochspannungsleitungen
und Mobiltelefonen.
Eine Pressemitteilung vom 31. August 2007 fasst zusammen:
„Der Bericht äußert schwerwiegende Bedenken bezüglich der Sicherheit der
heutigen öffentlichen Grenzwerte für den Schutz vor EMF von Hochspannungsleitungen,
Mobiltelefonen und vielen anderen EMF-Expositionsquellen des täglichen
Lebens. […]
2
Die Autoren überprüften mehr als 2000 wissenschaftliche Studien und Literaturübersichten
und schlossen daraus, dass die derzeit gültigen öffentlichen Sicherheitsgrenzwerte
für den Schutz der öffentlichen Gesundheit untauglich sind. […]
Der Spezialist für Gehirntumore, Dr. Lennart Hardell, Dr. med., Dr. phil. und Professor
am Universitätsspital von Orebro (Schweden), ist ebenfalls Mitglied der BioInitiative
Arbeitsgruppe. Seine Studien über Mobiltelefone, Schnurlostelefone und Gehirntumore
sind weitherum bekannt als ausschlaggebend in der Debatte über die Sicherheit
gegenüber Hochfrequenz- und Mikrowellenstrahlung. „Die Risiken bei länger
andauerndem Gebrauch von Mobil- und Schnurlostelefonen sind evident, wenn man
auf die Menschen sieht, die solche Geräte über 10 Jahre und länger benutzt haben und
dies meist auf derselben Kopfseite." […]
Drahtlose, auf Mikrowellenstrahlung gestützte Technologien zum Senden von EMails
und zur Übertragung von Gesprächen strahlen Tausende Male stärker als die
Strahlungsquellen, die in Studien gesundheitliche Auswirkungen zeigten. […] Auf
biologische Effekte abgestützte Expositionsgrenzwerte sind nötig, um organischen
Funktionsstörungen vorzubeugen.
Effekte werden genannt bezüglich DNA-Schäden (Gentoxizität, die direkt mit der
Integrität des menschlichen Genoms zusammenhängt), Zellkommunikation, zellulärem
Stoffwechsel und Reparaturmechanismen, Krebsüberwachung innerhalb des Körpers.
Sie sind auch nötig für den Schutz vor Krebs und neurologischen Krankheiten.
Ebenfalls berichtet wird über neurologische Auswirkungen einschließlich Veränderungen
der Gehirnstrom-Aktivitäten während Mobiltelefongesprächen, ferner über
Gedächtnisstörungen, Störung von Aufmerksamkeit und kognitiven Funktionen,
Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Effekte und Veränderungen der Immunfunktionen
(allergische und entzündliche Reaktionen).
Der beteiligte Autor, Dr. Martin Blank von der Columbia University. Professor und
Forscher auf dem Gebiet der Elektrobiologie betont: […] ,Die wissenschaftlichen
Ergebnisse sagen uns, dass unsere Sicherheitsgrenzwerte untauglich sind und dass wir
uns gegen die Exposition durch EMF infolge Hochspannungsleitungen, Mobiltelefonen
und Ähnlichem selber schützen müssen.’"
1.2. Der Appell „Kinder und Mobilfunktelefone: Die Gesundheit der
nachfolgenden Generation ist in Gefahr“
Der Appell des Russischen Nationalen Komitees zum Schutz vor Nicht-Ionisierender
Strahlung (RCNIRP) vom 14. April 2008 warnt:
„Das elektromagnetische Feld (EMF) ist ein wichtiger biologischer Faktor, der nicht
nur die menschliche Gesundheit im Allgemeinen angreift, sondern auch die Prozesse
der höheren Nervenaktivität, einschließlich des Verhaltens und des Denkens. Strahlung
beeinflusst direkt das menschliche Gehirn, wenn Menschen mobil telefonieren. […]
Die gegenwärtigen Sicherheitsstandards für die Exposition von Mikrowellen der
Mobilfunktelefone sind für Erwachsene entwickelt worden und berücksichtigen nicht die
wesentlichen Merkmale des kindlichen Organismus. Die WHO sieht den Schutz der
Gesundheit von Kindern vor einem möglichen negativen Einfluss durch EMF der
Mobiltelefone als eine Aufgabe von höchster Priorität. […]
Nach Meinung des Russischen Nationalen Komitees zum Schutz vor nichtionisierender
Strahlung sind die folgenden Gesundheitsgefahren für mobil telefonierende
Kinder in naher Zukunft wahrscheinlich: Gedächtnisstörungen, nachlassende
Aufmerksamkeit, verringerte Lern- und Denkfähigkeiten, zunehmende Reizbarkeit,
Schlafprobleme, zunehmende Stressemfpindlichkeit, zunehmende Bereitschaft für
Epilepsie.
In ferner Zukunft zu erwartete (mögliche) Gesundheitsrisiken: Gehirntumoren,
Tumore der Hör- und Eingangsnerven (im Alter von 25 – 30 Jahren), Alzheimer
Krankheit, fortschreitende Demenz, depressive Syndrome und andere Arten der
Degeneration von Nervenstrukturen des Gehirns (im Alter von 50 – 60).“
3
Die dramatische Warnung wurde von Wissenschaftlern eines Landes formuliert, das aus
Langzeituntersuchungen an Tausenden von Menschen über die weltweit umfassendsten
Kenntnisse der Langzeitwirkung elektromagnetischer Felder verfügt.
1.3 Die “Venedig-Resolution” der International Commission on
Electromagnetic Safety (ICEMS)
Die ICEMS besteht aus einer Gruppe führender Wissenschaftler aus aller Welt, die sich mit den
Auswirkungen der Exposition elektromagnetischer Felder auf die menschliche Gesundheit befassen.
Ihre jüngste Resolution wurde am 5. Juni 2008 veröffentlicht. Sie fordert biologisch begründete
Standards des Schutzes vor elektromagnetischen Feldern. In einer Pressemitteilung fordern die
Wissenschaftler einen wirksameren Schutz und mehr Sicherheit vor den Wirkungen
elektromagnetischer Felder. Sie betonen in ihrer Resolution, „dass die epidemiologische Forschung
kürzlich deutlichere Beweise als bisher für negative gesundheitliche Auswirkungen der EMFs
gefunden habe. Sie wehren sich damit gegen die Behauptung der Industrie, es gäbe keine
glaubwürdigen wissenschaftlichen Belege, die auf ein Risiko schließen ließen.“1
1.4. Ein französischer Appell von 20 Krebsspezialisten
Am 20. Juni haben 20 internationale Wissenschaftler, die meisten von ihnen Krebsspezialisten, auf
Initiative des Arztes Dr.David Servan-Schreiber in einem Appell im Journal du Dimanche vor den
Gefahren der Mobilfunktelefone gewarnt – insbesondere im Fall von Kindern, aber auch im Hinblick
auf die Erwachsenen. Angesichts jüngerer Studien und beobachteter Akustikus-Neurinome stellen
sie fest, dass das Risiko „sehr hoch“ sei – dem Lungenkrebsrisiko von Rauchern vergleichbar. 10
einfache Regeln sollen dieses Risiko mindern, so u. a.: Handys gehören nicht in die Hand von
Kindern unter 12 Jahren; niemand sollte länger als wenige Minuten am Tage schnurlos
telefonieren, manches Gespräch durch eine SMS ersetzt werden. Die Schwierigkeiten exakter
Beweise werden angesichts bekannter Latenzzeiten der Krebsentwicklung zwischen 15 und 35
Jahren eingeräumt. Aber es wird auch deutlich gemacht, dass es zu Vorsicht und Vorsorge bei dem
Stand der Erkenntnis keine Alternative gibt.
1.5 Die BUND-Position 2008
Die BUND-Position 2008 Für eine zukunftsfähige mobile Kommunikationstechnik.
Begründungen und Forderungen zur Begrenzung der Gefahren und Risiken durch hochfrequente
elektromagnetische Felder wurde am 24. Mai erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach der
Verabschiedung durch die BUND-Gremien soll sie voraussichtlich ab Juli 2008 über die Homepage
des BUND (www.bund.net) zugänglich sein.
Manches ist offenbar bis zuletzt auch innerhalb des BUND strittig geblieben, so etwa die Frage, ob
die geltenden deutschen Grenzwerte nur auf ein einklagbares Hunderttausendstel geltender Werte
abgesenkt werden müssen oder nicht sogar auf einen Wert noch deutlich darunter. Einig aber war
man sich stets in der Kritik, dass der Staat in seiner Politik des Mobil- und Kommunikationsfunks
unverantwortlich mit der Wahrheit, mit Menschen und unserem demokratischen Gemeinwesen
umgeht;
einig deshalb auch in der Forderung einer radikalen Umkehr. Der Textentwurf fasst Kritik und
Forderung wie folgt zusammen:
„Der menschliche Organismus und der anderer Lebewesen ist auf ein funktionsfähiges,
möglichst ungestörtes bio-elektrisches System angewiesen. Aufgrund technischer
Entwicklungen wird heute durch verschiedene elektromagnetische Felder störend bis
schädigend in diese lebenden Systeme eingegriffen. Da diese Felder feste Körper (wie
Wände) durchdringen, ist im Gegensatz zu anderen wahrnehmbaren Umwelteinwirkungen
1 Diese Die Stellungnahme war ein Ergebnis des 6. ICEMS Scientific Workshops, der unter dem Thema
Foundations of Bioelectromagnetics: Towards a New Rationale for Risk Assessment am 17. Dezember 2007 in
Venedig statt fand. Das vollständige Programm und die Proceedings des Workshops unter
www.icems.eu/workshops.htm, die Venice-Resolution unter www.icems.eu/resolution.htm.
4
(wie z. B. Lärm) kein wirksamer Schutz der Betroffenen möglich. Die vorliegenden
Erkenntnisse, Erfahrungen und Beobachtungen zeigen unmissverständlich, dass dringend
ein ausreichender Schutz und eine wirksame Vorsorge vor schädlichen elektromagnetischen
Feldern für Menschen, Tiere und Pflanzen erreicht werden muss. […]
Die bereits eingeleiteten weiteren Entwicklungen zum Ausbau weiterer Funknetze und –
technologien geben Anlass zu größter Sorge, dass zukünftig noch intensiver auf die
biologische Regulation von Lebewesen eingewirkt werden wird. Eine Wende in der mobilen
Kommunikationstechnik ist daher dringend erforderlich und wird mit dieser Position
skizziert. Da die hochfrequenten Felder feste Körper (wie Wände) durchdringen, ist im
Gegensatz zu anderen wahrnehmbaren Umwelteinwirkungen (wie z. B. Lärm) ein effektiver
passiver Schutz der Betroffenen kaum möglich. Notwendig wird daher ein rechtskonformes
und funktionierendes Schutz- und Vorsorgekonzept. […] Die Umsetzung dieses BUNDSchutz-
und Vorsorgeanspruchs bedeutet daher eine weitgehende Abkehr von
herkömmlichen Übertragungstechnologien hin zu zukunftsfähigen
Kommunikationstechniken“.2
Wie das alles erreicht werden soll, wird in dem BUND-Entwurf auf rund 40 Seiten beschrieben.
Minister Gabriel findet darin auch zusammenfassende Informationen, was aus nahezu einem
Jahrhundert der Forschung an Hinweisen, Nachweisen und Beweisen der Gefährdung und
Schädigung von Menschen, Tieren und Pflanzen bekannt ist. Auch Hinweise darauf, wie weit eine
für geschäftliche Interessen instrumentalisierte kurzsichtige Umweltpolitik nicht nur Gesundheit
und Umwelt, sondern auch Volkswirtschaft und Zukunft gefährdet.
2. Zum Vergleich: Die Ergebnisse des Deutschen
Mobilfunkforschungsprogramms
Die voraussichtliche Verabschiedung der BUND-Position Ende Juni / Anfang Juli stellte
Bundesumweltminister Gabriel vor eine schwierige Situation. Wie war der Öffentlichkeit
plausibel zu machen, dass die Erkenntnisse der Deutschen Umweltpolitik und der deutschen
Umweltschützer so weit auseinander gehen? Minister Gabriel hoffte offenbar auf die größere
öffentliche Wirkung und den kleineren politischen Flurschaden, wenn er die Entwarnungen des
Deutschen Mobilfunkforschungsprogramms vorsorglich vor den BUND-Erkenntnissen in die
Öffentlichkeit brachte.
Den mit 8,5 Millionen EUR aus Kassen der Industrie und mit weiteren 8,5 Millionen aus
Steuergeldern erwirtschafteten Entwarnungen waren in den voraus liegenden Wochen weit
ausholende Versuche vorangegangen, wenigstens die Erkenntnisse über erbgutschädigende
Wirkungen elektromagnetischer Felder aus dem Weg zu räumen. Die Vorgänge werden in den
Abschnitten 3 – 9 eingehender beschrieben und auf strukturelle Voraussetzungen hin befragt.
Kenner der Materie haben seit Langem vorausgesagt, dass das auch ein sorgfältig inszeniertes
Vorspiel zum pompösen Auftritt des Deutschen Mobilfunkforschungsprogramms (DMF) war.
Die deutsche Presseagentur (dpa; ähnlich AFP) hat die Öffentlichkeit in hellsten Farben und
nicht ganz ohne unterschwellige Genugtuung über den in Deutschland erreichten Stand
gesundheits- und umweltpolitischer Erkenntnis informiert: „Die Betroffenen können jetzt
etwas entspannen. Am Dienstag präsentierte das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in
Berlin die Ergebnisse des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms (DMF). [...] Dabei kam
laut Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) heraus:
Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass Handy-Nutzung und Funkmasten bei
Einhaltung der Grenzwerte die Gesundheit gefährden.“
Vergleicht man die Ergebnisse dieses Forschungsprogramms mit den oben vorangestellten
Stimmen internationaler Forschung, so entsprechen sie genau jenem Typus industrieseitiger
Information, vor dem z. B. die Venedig-Resolution warnt. Mit einem Unterschied:
2 Der Text Die Zusammenfassung des Entwurf wurde in dem Tagungsband des BUND Mobilfunksymposiums
2008 publiziert.
5
Die Entwarnungen verdanken sich nicht wie dort angenommen direkt der Industrie, sondern
einem angeblich industrieunabhängigen staatlichen Forschungsprogramm.
Laut DPA-Meldung war der eine Forschungsschwerpunkt des Programms die Erforschung
von „Wirkungsmechanismen hochfrequenter elektromagnetischer Felder“, der andere die
Widerlegung von beunruhigenden Erkenntnissen etwa zur Durchlässigkeit der Blut-Hirn-
Schranke, der Existenz elektrosensibler Menschen oder der Behauptung einer Krebsgefahr.
Bundesumweltminister Gabriel war den ganzen Tag über mit Botschaften zu vernehmen,
die sich anhörten, als ob sie ihm die Industrie in die Feder diktiert hätte: Entwarnungen noch
und noch; mehr Mobilfunkmasten in den Wohngebieten verringern das Risiko;
Bürgerinitiativen, die sich noch immer gegen den deutschen Stand der Erkenntnis sträuben,
denken und handeln verantwortungslos. Ein würdiges Programm deutscher Gesundheits- und
Umweltpolitik, aber auch regierungsamtlicher Vorstellungen von politischer Kultur!
Wir präzisieren hier richtiger die Verantwortungslosigkeit eines Bundesumweltministers und
seines Forschungsprogramms. Statt „Wirkungsmechanismen“ zu suchen, werden in Wahrheit
längst bekannte und gut nachprüfbare Wirkungsmechanismen ignoriert, dementiert oder
verschleiert. Studien weniger Jahre und kategorische Begrenzungen des Fragehorizonts auf
10 Jahre sollen darüber täuschen, was aus über 1000 russischen Langzeitstudien über die
chronischen Folgen der Wirkung elektromagnetischer Felder bekannt ist.
Wer übernimmt die Verantwortung für die Folgen eines solchen Programms systematischer
Verharmlosung, die einem Volk von rund 80 Millionen Menschen erwachsen: Sigmar Gabriel,
seine Gehilfen oder die Deutsche Bundesregierung?
Sigmar Gabriel hat dem Volk, der Wissenschaft einen schlechten Dienst erwiesen. Nach
dem Stand unabhängiger Wissenschaft hat er 80 Millionen Menschen und ihre Umwelt für
unabsehbare Schädigungen freigegeben – von einigen anpassungsbereiten oder
profitorientierten Medien unterstützt, die das Recherchieren zweifelhafter Hintergründe
verlernt zu haben scheinen. Er hat kritischen Bürgern Recht gegeben, die sich auf Bert Brecht
berufen und in Wissenschaftlern zuweilen ein „Geschlecht erfinderischer Zwerge“ sehen, „die
für alles gemietet werden können“ (Leben des Galilei). Sich selbst aber hat er mit dieser
Präsentation endgültig als Umweltminister disqualifiziert. Die einen beurteilen ihn heute als
schlecht informierten und industriegefälligen Technokraten, die anderen als politischen Judas
unserer Tage. Einig sind sich alle darin, dass eine solche Umweltpolitik für demokratische
Bürger eine Zumutung ist.
Die deutsche Mobilfunkpolitik hat sich seit langem hinter der Forderung von „Beweisen“
verschanzt, die unter einem akzeptablen Beweis verstehen, dass wir alle gleichmäßig
erkranken und andere Mitursachen der Erkrankung nicht in Betracht kommen. Minister Gabriel
ist am 17. Juni in deutschen Nachrichtensendungen noch einen Schritt weiter gegangen, wenn
er sogar von fehlenden „Hinweisen“ auf Gefährdungen und Schädigungen gesprochen hat.
Warum sagt ihm niemand aus seiner ministerialen Nähe, dass es solche Hinweise seit fast
acht Jahrzehnten in Hülle und Fülle gibt, dass sie auch jedem Politiker grundsätzlich
zugänglich sind? Warum muss sich ein Volk ein solches intellektuelles und moralisches Format
einer Regierungspolitik gefallen lassen, wo es um Fragen seiner Gesundheit und Umwelt geht?
Warum hat die deutsche Gesundheits- und Umweltpolitik diesbezüglich nicht den geringsten
Kontakt zur weltweiten Forschungslage und macht Deutschland stattdessen zu einer Provinz
besonderer Industrienähe und Ethikferne?
Die zitierten internationalen Stimmen fordern Maßnahmen der Vorsorge, um Katastrophen
zu verhindern. Eine als „Strahlenschutz“ getarnte deutsche Wirtschaftspolitik aber marschiert
in die genau entgegengesetzte Richtung: Entwarnungen auf ganzer Linie, und Herunterspielen
von Restrisiken, die sich nicht ganz weglügen lassen! Muss die gesetzlich geforderte Vorsorge
bei uns immer erst im Zuge einer Nachsorge in Erinnerung kommen, für die das Volk die
nächsten 800 Milliarden zu bezahlen hat – die Opfer an Leben nicht mitgerechnet?
Warum denkt ein heutiger Bundesumweltminister so wenig europäisch, dass ihm Appelle,
wie wir sie zitiert haben, ganz unbekannt bleiben? Oder gilt noch immer, was Brecht seinem
Galilei in den Mund legt: „Gib acht auf dich, wenn du durch Deutschland kommst, die
Wahrheit unter dem Rock“?
Wir präzisieren die Defizite und Irrwege des deutschen Gesundheits- und Umweltschutzes im
Folgenden am Beispiel der UMTS-Politik und am Wirken deutscher Strahlenschutz-Gremien.
6
3. Der UMTS-Handel und die Defizite deutscher Gesundheits- und
Umweltpolitik
Die Handy-Netze unter dem Kürzel UMTS sollen die herkömmlichen GSM-Netze möglichst rasch,
möglichst vollständig und möglichst flächendeckend ersetzen. Sie suchen auch deshalb eine neue
Nähe von Mensch und Antenne, weil die Übertragung großer Datenmengen kurze Abstände fordert.
WLAN, DECT-Telefone und TETRA-Funk, um nur einige der wichtigsten Schnurlos-Techniken zu
nennen, ergänzen den Strahlencocktail. Die WiMAX-Technik soll ihn um eine besonders weit
reichende Strahlung ergänzen, die letzte Funklöcher auch in rein ländlichen Gebieten beseitigt.
Als das Wissen um die schädigende Wirkung elektromagnetischer Felder noch bis zu den
Verantwortlichen vordrang, wurden elektromagnetische Felder – z. B. im Gefolge von
Starkstromleitungen – möglichst aus den Wohngebieten herausgehalten. Seit die Techniken des
Mobil- und Kommunikationsfunks zum großen Geschäft geworden sind, werden elektromagnetische
Felder möglichst in die Wohngebiete gebracht. Die sich daraus ergebenden Probleme sind um so
größer, als die eingesetzten Arten der Strahlung fast alles durchdringen, so dass ein wirksamer
Schutz auch in den eigenen vier Wänden schwer möglich ist.
Man muss kein Wissenschaftler sein, um auf die logischen, gesundheits- und umweltpolitischen
Brüche dieses Systems elektromagnetischer „Versorgung“ aufmerksam zu werden:
1. Alle in Frage stehenden Techniken wurden unter Gesichtspunkten ihrer technischen und
kommerziellen Nutzung eingeführt - vor einer zureichenden Erforschung ihrer Risiken für
Mensch und Natur.
2. Soweit dabei bekannte Risiken ignoriert, verdrängt oder dementiert werden, hat der Einsatz
dieser Techniken den Charakter einer Zwangsbestrahlung, die verantwortungslos mit Wahrheit,
Bürgern und dem Verfassungsauftrag der Schutzgesetze umgeht.
3. Wie weit jemand das „Handy-Fernsehen im Mäuseformat“ (Der Spiegel), das lautstarke
Telefonieren in Zügen oder das WLAN-Surfen in Hotels und Restaurants für die Definition seiner
Identität braucht, ist zunächst seine persönliche Entscheidung. Zur Frage eines demokratischen
Gemeinwesens wird sie dort, wo andere von den Wirkungen betroffen sind.
4. Der Staat hat seinen Zynismus im Umgang mit der Gesundheit seiner Bürger bisher nirgends
deutlicher zur Schau gestellt als auf dem Gebiet der weit verbreiteten Schnurlostelefone. Er hat
die Telefone nach dem DECT-Standard, die rund um die Uhr und bis in Entfernungen von 300 m
strahlen, zur gesetzlichen Norm erhoben, den weitaus belastungsärmeren sog. CT1+Standard,
der nur während des Telefonierens strahlt, ab dem 1.1.2009 verboten.3 Die Entscheidung
entspricht einer Gesundheitspolitik, die Krankheitskosten „deckelt“, statt sie vermeiden zu
helfen.
Die folgenden Analysen zeigen den ebenso geschäftstüchtigen wie zynischen
Umgang mit Gesundheit und Umwelt der Bürger am Beispiel der UMTS-Politik. Der
Staat hat sich ihre Durchsetzung bekanntlich mit 50 Milliarden Euro bezahlen
lassen.
Für einen Erlös von umgerechnet rund 600 Euro pro Kopf hat er damit jeden seiner
80 Millionen Bürger einem noch ungeklärten gesundheitlichen Risiko ausgesetzt.
Konnte er nicht wenigstens je 50 cent dieser Summe in eine wirklich unabhängige
Forschung investieren, die weder von der Industrie mitfinanziert noch mitbestimmt
wird? Er hätte sich den Vorwurf erspart, die Gesundheit des Volks an die Mobilfunkindustrie
verkauft und verraten zu haben.
3 Ab 1. Januar 2009 dürfen Schnurlostelefone mit den technischen Standards CT1+ (analog) und CT2 (digital)
nicht mehr betrieben werden. Die Bundesnetzagentur hat im Amtsblatt 51/2000 verfügt, dass die Betriebszulassung
dieser Geräte am 31.12.2008 endet. Die für die CT1+ und CT2-Schnurlostelefone verwendeten
Frequenzen (885-887 MHz, 930-932 MHz für CT1+ und 864,1–868,1 MHz für CT2) wurden bereits an
Mobilfunkdienstleister zum Ausbau der GSM 900-Netze verkauft. Der weitere Betrieb solcher Schnurlostelefone
stellt deshalb ab dem 1.1.2009 eine Ordnungswidrigkeit dar, die nach Mitteilung der BNA vom
6.9.2003 mit einem Bußgeld geahndet werden kann.
7
4. Zum Stand der UMTS-Forschung
Die Verantwortlichen aus Politik, Industrie und Wissenschaft bescheinigen der Öffentlichkeit
und betroffenen Bürgern die besondere Bekömmlichkeit der UMTS-Strahlung. Doch nach dem
Stand der Forschung ist das eine Lüge. Denn fast alle vorliegenden UMTS Studien belegen
schwerwiegende Schädigungspotenziale dieser Technik; ihre Rechtfertigungen typische
Strategien der Manipulation.
Zunächst zu den Nachweisen der Schädlichkeit:
• 2003 bestätigt eine von drei niederländischen Ministerien in Auftrag gegebene Studie
(„TNO-Studie“) u. a. Tinnitus, Kopfschmerzen und Übelkeit als mögliche Sofortwirkungen
der neuen Technik – was europäische Regierungen nicht davon abhält, diese
flächendeckend einzuführen.
• 2005 gelangen schwedisch-russische Forschungen von I. BELYAEV, E. MARKOVA und anderen
Wissenschaftlern zu dem Ergebnis, dass UMTS-Mikrowellenstrahlung auf Grund ihrer
Signalcharakteristik deutlich größere zellschädigende biologische Effekte bewirken kann
als GSM-Strahlung.
• 2006 machen die Professoren F. ADLKOFER und H. W. RÜDIGER erstmals mit Ergebnissen
ihrer UMTS-Forschungen bekannt. Die UMTS-Strahlung ist danach schon bei einer
zehnmal niedrigeren Intensität (SAR) so gentoxisch, wie nach den Ergebnissen der Reflex-
Studie die GSM-Strahlung.
• 2008 belegt eine Studie des Fraunhofer Instituts für Toxikologie und Experimentelle
Medizin Hannover am Beispiel von Mäusen die tumorfördernde Wirkung von UMTS.
Wie der Überblick zeigt, haben sich die Indizien einer besonderen Fragwürdigkeit der UMTSTechnik
seit ihrer Versteigerung 2002 kontinuierlich verdichtet. Den Gefährdungen der
beschlossenen UMTS-Politik wirken rasch aber auch Rettungsversuche entgegen:
• Nach dem Bekanntwerden der niederländischen TNO-Studie gibt die Mobilfunkindustrie
eine angebliche Wiederholung und Prüfung der Ergebnisse dieser Studie an der ETH Zürich
in Auftrag, verändert die Projektvorgaben (u. a. in der Auswahl der Probanden) aber so,
dass andere Ergebnisse herauskommen müssen. Aus der angeblichen „Replik“ der TNOStudie
wird das klassische Beispiel eines manipulativen Missbrauchs von Wissenschaft für
die Bedürfnisse der Mobilfunkindustrie.4
• Als PROF. ADLKOFER Bundesumweltminister GABRIEL im Dezember 2006 mit den Ergebnissen
der neuen UMTS-Studie bekannt macht, sieht sich PROF. ALEXANDER LERCHL von der privaten
Jacobs University Bremen ein erstes Mal aufgefordert, die angeblichen UMTS-Risiken zu
widerlegen. Ob er dabei einer zeitnahen inneren oder äußeren Berufung folgt, entzieht
sich unserer Kenntnis. Tatsache ist, dass eine Pressemitteilung seiner Universität bereits
am 29.06.2007 der Öffentlichkeit berichtet, in „Langzeitversuchen“ an Mäusen habe der
Forscher „keinen Nachweis für eine Schädigung durch UMTS-Strahlung“ gefunden.5 Analog
liest man es fortan in einer ganzen Reihe von Medien-Aussagen, z. B. in einem PCMagazin:
Was immer die UMTS-Kritiker an Störungen und Schädigungen vermuten –
„Wissenschaftler der Jacobs University […] unter Leitung von ALEXANDER LERCHL, Professor
of Biology, in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Universität Wuppertal […] gaben
nun Entwarnung“.6 Die Rede von „Langzeitversuchen“ bezieht sich dabei offenkundig auf
die Lebensdauer der Mäuse und versucht vom ad hoc-Charakter der Studie abzulenken.
Zu deren vielen Anfechtbarkeiten gehört auch die bislang ungeklärte Frage, warum Prof.
Lerchl die Bestrahlung der UMTS-Mäuse knapp vier Wochen früher abbrechen ließ als die
der GSM-Mäuse.
4 Vgl. R. Frentzel-Beyme: Zwei neue Studien über subjektive Symptome durch Mobilfunksender, in: Umwelt –
Medizin - Gesellschaft 3/2006; auch die Auseinandersetzung von Schweizer Wissenschaftlern mit der
angeblichen Replik unter http://www.diagnose-funk.ch/gesundheit/ ... 48401.html .
5 Ähnlich in mehreren Zeitschriften.
6 www.golem.de/0707/53206.html, gez.: ad – powered by golem.
8
Gut eineinhalb Jahre später sieht sich PROF. LERCHL abermals berufen, gegen prominente
UMTS-Kritiker zu Felde zu ziehen. Wir gehen auf seinen Vorstoß im Folgenden näher ein.
5. Etappen einer konzertierten Intrige
Seit Anfang 2008 ist die UMTS-Studie der PROFESSOREN ADLKOFER, RÜDIGER und weiterer
Mitarbeiter in einem wissenschaftlichen Fachjournal zugänglich.7 Seit dem 25. Februar 2008
liegt der EU auch ein Antrag ADLKOFERS auf Bewilligung und Finanzierung eines Projekts vor,
das die Wirkungen der UMTS-Strahlung in einem europaweiten Rahmen nach dem
(weiterentwickelten) Modell der Reflexstudie verlässlich klären soll. In einer Überschau der
Forschungslage fassen die PROFESSOREN ADLKOFER, KUNDI und RÜDIGER den zu diesem Zeitpunkt
gegebenen Stand der Erkenntnis wie folgt zusammen: „Die von der Strahlenschutzkommission
vertretene Vorstellung über die Unschädlichkeit von der Mobilfunkstrahlung kann nach
unserer Überzeugung aufgrund der Datenlage nicht mehr aufrechterhalten werden. Die
vorliegenden in-vitro-Forschungsergebnisse belegen sowohl ein gentoxisches als auch ein die
Genfunktion modulierendes Potential von HF-EMF. Sie bilden damit die theoretische Grundlage
für die Annahme eines Tumorrisikos, wie es sich in epidemiologischen Studien bereits
andeutet.“8
Nun aber sieht sich PROF. ALEXANDER LERCHL zum zweiten Mal zum Retter der UMTS-Industrie
und –Politik berufen. Vorwürfe der Manipulation sollen die UMTS-Erkenntnisse von Adlkofer
und Rüdiger entkräften und die UMTS-Diskussion aus der Welt schaffen - die Erkenntnisse der
Reflex-Studie, die Glaubwürdigkeit der PROFESSOREN ADLKOFER und RÜDIGER sowie einen für
Industrie und Staat höchst unbequemen europäischen Projektantrag gleich mit.
Die Professoren Adlkofer und Rüdiger haben mit einer Gegendarstellung inzwischen auch eine
eingehende Dokumentation der Ereignisse vorgelegt, die auf den Internetseiten von
Diagnose-Funk und h.e.s.e. eingesehen werden kann.9 Hier genüge es, die Gelenkstellen der
Entwicklung festzuhalten:
• PROF. ALEXANDER LERCHL wendet sich an den Rektor der Medizinischen Wiener Universität und an
die Herausgeber zweier wissenschaftlicher Zeitschriften mit dem gegen die Professoren
Adlkofer und Rüdiger gerichteten Vorwurf der Datenmanipulation.
• Tatsächlich wird dem Rektorat der Medizinischen Universität Wien im Mai 2008 vom Nachfolger
PROF. EM. RÜDIGERS gemeldet, eine Laborantin der Arbeitsmedizin habe Daten gefälscht. Die als
hoch qualifiziert geltende und seit fast 10 Jahren im Labor der Arbeitsmedizin beschäftigte
Mitarbeiterin räumt ein zeitlich genau lokalisiertes Fehlverhalten im April 2008 ein. Sie betont
aber die Einmaligkeit dieses Vorgangs und die Sauberkeit aller früheren Arbeiten.
• Ohne den früheren Vorgesetzten der Laborantin, PROF. RÜDIGER, auch nur anzuhören und die
Rohdaten der Untersuchungen selbst anzusehen, kommt eine an der Universität bestehende
Kommission für Wissenschaftsethik zu dem Schluss, dass alle Publikationen, an denen die
Laborantin mitgewirkt hat, wegen des Verdachts der Datenmanipulation zurückgezogen werden
müssen. Der Rektor, dem diese Empfehlung mitgeteilt wird, fordert merkwürdigerweise jedoch
nur die Rücknahme der beiden Studien zur Wirkung der Mobilfunkstrahlung - zu UMTS wie
GSM. Die sechs anderen Studien, an denen die Laborantin mitgewirkt hat, werden nicht
beanstandet.
• Dem Einwand, dass die Ergebnisse ordnungsgemäß zustande gekommen, auch anderweitig
längst bestätigt seien, begegnet der Rektor der Universität mit dem Argument, PROF. RÜDIGER
habe sich dem Votum einer unabhängigen wissenschaftsethischen Kommission zu beugen und
die Ergebnisse der 2008 publizierten UMTS-Studie wie die Reflex-Ergebnisse von 2005
zurückzuziehen.
7 Radiofrequency electromagnetic fields (UMTS 1950 MHz) induce gentoxic effects in vitro in human fibroblasts,
but not in lymphocytes, in: International Archives of Occupational and Environmental Health 81 (2008) S. 755 – 767.
8 Umwelt - Medizin - Gesellschaft 2/2008, S. 218.
9 http://www.hese-project.org/Forum/index ... forum_id=1
http://www.diagnose-funk.ch/gesundheit/ ... 04701.html
9
• Überraschend stellt sich zwei Tage später heraus, dass der gerade berufene Vorsitzende der
dreiköpfigen Kommission für Wissenschaftsethik als Jurist bei einem Unternehmen der Mobilfunkindustrie
beschäftigt ist.
• Ungeachtet dieser Tatsache, dass der Glaube an die angebliche Unabhängigkeit der
Untersuchungskommission längst zerstört ist, gibt der Rektor der Universität an den
PROFESSOREN ADLKOFER und RÜDIGER vorbei eine Pressemitteilung heraus, die unter Berufung auf
Geständnisse - die es nie gegeben hat - die Vermutung in Umlauf bringt, die Arbeiten über
erbgutändernde Wirkungen von Mobilfunkfeldern seien gefälscht.
• In ihrer Gegendarstellung betonen die Professoren Adlkofer und Rüdiger mit der Unhaltbarkeit
der unterstellten Manipulationsvorwürfe auch ihre Überzeugung von der Richtigkeit und
allgemeineren Absicherung ihrer Ergebnisse:
„Wir halten es nicht für gerechtfertigt, die genannten beiden Studien zur erbgutschädigenden
Wirkung von Mobilfunkfeldern aufgrund der Anweisung des Rektors der
Medizinischen Universität Wien zurückzuziehen, weil wir überzeugt sind, dass die
wissenschaftlichen Aussagen in diesen Publikationen korrekt sind.
Für diese unsere Auffassung spricht, dass Ergebnisse beider Studien inzwischen von
anderen unabhängigen Arbeitsgruppen bestätigt sind. Damit kann an der grundsätzlichen
Richtigkeit der publizierten Daten kaum ein Zweifel bestehen. […]
Erbgutschädigende Wirkung von Mobilfunkfeldern ist bedeutsam für die Risikobewertung
dieser neuen Technologie. Die Publikationen zu diesem Thema, von deren Richtigkeit wir
überzeugt sind, ohne triftigen Grund zurückzuziehen, entspricht nicht unserer Auffassung
von der Verantwortung des Wissenschaftlers gegenüber der Öffentlichkeit. Das könnte als
falsches Signal verstanden werden, dass nämlich damit auch alle gesundheitlichen Bedenken
ausgeräumt wären.“
• Doch die Drahtzieher der Aktion, allen voran PROF. ALEXANDER LERCHL, haben inzwischen über
DPA und den Spiegel in die Medienöffentlichkeit gebracht, worauf sie es abgesehen hatten.
Spiegel-Redakteuer und Mobilfunk-Freund Manfred Dworschak verkündet es triumphierend:
„Gleich zwei vieldiskutierte Studien sind nach dem Geständnis praktisch wertlos geworden.“
Wie habe man nur auf so dürftiger Grundlage eine Senkung der Grenzwerte fordern können!10
Die Schlüsselfunktion von PROF. LERCHL bei Vorbereitung und Durchführung der konzertierten
Aktion ist nach allem offensichtlich. Ausdrücklich rühmt Manfred Dworschak
LERCHLS Vorreiterrolle im so gesehenen Eintreten für die Sauberkeit der Wissenschaft. Die
Aktion scheint am Ziel aller Wünsche: Rettung der UMTS-Technik und Vernichtung der
Reflex-Studie, beides verbunden mit einer Selbstinszenierung überlegener
Wissenschaftlichkeit.
Doch die Drahtzieher haben dabei nicht nur die Attribute von „Wissenschaftsethik“ und
„Unabhängigkeit“ missbraucht. Sie haben auch zahlreiche Indizien einer fein gesponnenen
großen Intrige hinterlassen. Nicht die beiden Wiener Studien sind manipuliert,
sondern PROF. A. LERCHL versuchte mit einer Reihe von Helfern Politik und Öffentlichkeit
im Interesse der Mobilfunkindustrie zu manipulieren!
6. Industrienähe und Ethikferne am konkreten Beispiel
Geht man weit genug zurück, entdeckt man PROF. LERCHL (fortan AL) noch als Beförderer
mobilfunkkritischer Einsichten. 1999 - 2001 wirkt er maßgeblich an einem Projekt mit, das die
schädigende Wirkung gepulster hochfrequenter Strahlung auf einjährige Pflanzen dreier
Nadelbaumarten nachweist. Beobachtet wird dabei auch, dass Pinus pumila mit ihrem größten
Anteil vertikal stehender Nadeln auch die größte Schädigungsrate aufweist - was die Annahme
einer kausalen Wirkung unmittelbar über die Nadeln nahe legt.11
Als wir AL 2007 fragen, warum die Ergebnisse des mit öffentlichen Mitteln geförderten Projekts erst
nach mühsamen Recherchen und auch dann nur in einer Kurzzusammenfassung erreichbar sind,
bekommen wir u. a. auf dem Umweg über eine Zwischenschaltung des Bayerischen
10 M. Dworschak: Beim Tricksen ertappt, in: Spiegel 2008 / H. 22; auch Spiegel online vom 26.5.08.
11 Lerchl, D., Lerchl, A., Hantsch, P., Bitz, A., Streckert, J., Hansen, V. (2000): Studies on the Effects of Radio
Frequency Fields on Conifers, Kurzmitteilung auf der Tagung der Bioelectro-magnetics Society in München
(bisher nicht als vollständige Publikation veröffentlicht).
10
Staatsministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz die folgenden beiden
Auskünfte: Private Gründe hätten die Ausformulierung der Ergebnisse bislang hinausgezögert.
Außerdem deute AL die Beobachtungen heute ganz anders, nämlich als indirekte, „durch
thermische Wirkungen auf die Anzuchterde“ bedingte Schädigung infolge z. B. von „Wasserstress“
oder „Nährstoffmangel“. In keiner Weise sei aus den Projektergebnissen zu folgern, „dass die
Experimente an Keimlingen unter den geschilderten Versuchsbedingungen für relevante
Expositionen von Bäumen Schäden oder ursächliche Zusammenhänge vermuten lassen“.12 Diese
Interpretation widerspricht nicht nur klar den früheren Beobachtungen. Sie zeigt auch ein krampfhaftes
Bemühen, alles auf thermische Wirkungen umzubiegen – die einzige Gruppe von Wirkungen,
die deutsche Grenzwerte berücksichtigen. Offenbar soll auch die Pflanzenwelt nicht die geringste
Handhabe für die Annahme schädigender und nicht-thermischer Wirkungen bieten.
In seinem 2007 erschienen Bändchen Macht Mobilfunk krank? Daten, Fakten, Hintergründe fasst AL
die Summe seiner eigenen und aller ihm bekannten Erkenntnisse unter der Überschrift „Kritische
Einsichten“ zusammen: „Die Resultate der wissenschaftlichen Studien belegen insgesamt bislang
keinen Verdacht auf einen Zusammenhang zwischen Mobilfunkstrahlen innerhalb der gesetzlichen
Grenzwerte und Gesundheitsschäden, weder in Zell- oder Tierexperimenten noch anhand epidemiologischer
Untersuchungen.“13 Jeder auch nur halbwegs Informierte weiß, wie gut solche
Einsichten industrielle Interessen bedienen, wie falsch und tendenziös sie aber die Öffentlichkeit
unterrichten. Eine Rezension des Buches weist darauf hin, dass „Daten, Fakten, Hintergründe“
darin „einseitig und unvollständig dargestellt“ seien und unerwünschte Erkenntnisse - z. B. in
Sachen Elektrosensibilität -„ausgeblendet“ werden. Sie verweist ihrerseits auf den Hintergrund der
privat finanzierten Jacobs-Universität, an der sechs Vodafone-Stipendiaten seit September 2007 ihr
Studium aus einem „Vodafone-Chancen-Programm“ finanzieren.14
Zusammenhänge dieser Art widerlegen aber nicht nur die behauptete „Kritische Einsicht“, sondern
die angebliche Unabhängigkeit des Forschens mindestens ebenso. Wie es darum bestellt ist, zeigen
im ereignisreichen Jahr 2007 u. a. Pressemitteilungen, der Telekommunikationsausrüster Huawei
und die Jacobs Universität Bremen seien als Mitglieder 55 und 56 der Forschungsgemeinschaft
Funk e. V. beigetreten: „Seit dem 12. September 2007 sind die beiden Organisationen Mitglieder
der Forschungsgemeinschaft Funk e. V. [...]. Huawei Technologies ist ein führender Hersteller von
Telekommunikationsnetzen der nächsten Generation und bedient Telekommunikationsanbieter mit
über einer Milliarde Nutzern weltweit. Die Jacobs University Bremen ist eine private, unabhängige
Hochschule mit höchsten Ansprüchen in Forschung und Lehre.“15 Eine Universität, Seite an Seite
mit weltweit führenden Telekommunikationsanbietern, aber unabhängig und auf höchstem
Forschungsniveau! Wer von dieser Dreifaltigkeit überzeugt sein will, braucht einen starken
Glauben.
Aufgefallen ist AL unserer Initiative unabhängiger Wissenschaftler, Ärzte und Techniker zuerst mit
seinem ungewöhnlichen Engagement für Ärzte-Fortbildungen in der Regie und Finanzierung des
IZMF, des Informationszentrums der Mobilfunkindustrie. Veranstaltungen dieser Art wurden bisher
in den verschiedensten deutschen Regionen durchgeführt – als Workshop auch im Rahmen der
Jacobs University.16 Den Grundtenor solcher Veranstaltungen hat Frau PROF. C. HERR der Presse
gegenüber so formuliert: „Mediziner geben Entwarnung.“17 DAGMAR WIEBUSCH, die Geschäftsführerin
des IZMF, betont das im Zusammenhang solcher umweltmedizinischen Ärzte-Fortbildungen
regelmäßig mit ganz ähnlichen Worten.
Die Instrumentalisierung der Wissenschaft für Bedürfnisse von Staat und/oder
Industrie ist eine geläufige Zeiterscheinung. Zu einem Phänomen absoluter
Ethikferne und intellektueller Kriminalität wird sie aus unserer Sicht dort, wo es um
Gesundheit und Umwelt geht, die professionellen Verharmloser aber auch in den
einschlägigen Schutz-Gremien sitzen.
12 So A. Lerchl am 9.1.2007 in einem Brief an Frau Dr. E. Vogel vom Bayer. Staatsministerium für Umwelt,
Gesundheit und Verbraucherschutz.
13 S. 72 des angegebenen Buches.
14 In: Elektrosmog-Report Nov. 2007.
15 www.huawei.com/, http://www.jacobs-university.de.
16 Titel des Workshops vom 20.-21. Juni 2007 lt. Veranstaltungsprogramm: Mobilfunk – reale Gefahr oder
irreale Diskussion? Veranstalter: Jacobs University Bremen; Begrüßung: Prof Lerchl; Grußwort: Dagmar
Wiebusch (IZMF).
17 ad-hoc news vom 07.11.07; http://www.ad-hoc-news.de/Aktuelle-Nach ... Entwarnung.
11
7. Irrwege des deutschen Strahlenschutzes
Unsere Grenzwerte, die von Regierungen, Konzernen und ihren Helfern zum Schutz geschäftlicher
Interessen pervertiert wurden, sind so fragwürdig wie ihre Geschichte. Sie gehen auf Empfehlungen
der ICNIRP zurück, eines industriefreundlichen und demokratisch nicht legitimierten
Privatvereins. WHO und SSK haben seine Empfehlungen übernommen. Der Staat hat sie in eine
Verwaltungsverordnung überführt und hält gegen alle Gebote der Vernunft eisern daran fest.
Möglich ist das nur, weil seine angeblichen „Schutz-Gremien“ in geeigneter Weise besetzt sind.
Das gilt in zweifacher Hinsicht. Wie ein Gutachten des Wissenschaftsrats festgestellt hat, ist der
überwiegende Teil der über 600 Stellen des Bundesamtes für Strahlenschutz mit Beamten und
Angestellten besetzt, die keinerlei eigenständige wissenschaftliche Kreativität zeigen.18 Das aber
widerspricht nicht nur – wie das Gutachten betont - dem Errichtungsgesetz der Behörde. Es wird
zum Problem, wenn just Beamte dieser Behörde dann immer wieder auf angebliche Fehler
renommierter Wissenschaftler schließen, deren Erkenntnisse nicht den Erkenntnissen des BfS
entsprechen.
Noch gefährlicher aber sind tatsächliche Wissenschaftler, die gut und lukrativ mit der Industrie
zusammenarbeiten, aber zugleich wichtigste Schaltstellen im Gesundheits- und Umweltschutz
besetzen. PROF. LERCHL gehört zu ihnen und beleuchtet das Problem eindrucksvoll. Seine Projekte,
Aussagen und Beziehungen machen ihn zu einer der wichtigsten Stützen der Mobilfunkindustrie.
Aber er sitzt auch im Ausschuss für Nichtionisierende Strahlung der Strahlenschutzkommission des
Bundesumweltministeriums. Ebenso ist er einer der wichtigsten Auftragnehmer des Deutschen
Mobilfunkforschungsprogramms, das an das Bundesamt für Strahlenschutz angebunden ist.
Was für den Schutz der Bürger bei solchen Vernetzungen herauskommt, hat AL im Rahmen eines
in Ritterhude gehaltenen Vortrags gezeigt, den das Osterholzer Kreisblatt vom 16. Juni 2007 unter
der Überschrift zusammengefasst hat: PROFESSOR LERCHL appelliert an alle Kommunen: Keine
Steuergelder für weitere Mobilfunk-Studien ausgeben. Der „dringende Appell“ an die Kommunen,
„keine zusätzlichen Steuergelder für Mobilfunk-Studien“ zu vergeuden, wird um
Standortempfehlungen ergänzt: „In dem Gespräch mit unserer Zeitung empfiehlt der Grohner
Strahlenschutzexperte sogar, die Masten auf öffentlichen Gebäuden mitten im Ort aufzustellen:
Schulen, Kindergärten, andere öffentliche Gebäude mit Publikumsverkehr.“ Ist das die Art von
Gesundheitsschutz, für den wir als Steuerzahler aufkommen sollen?
AL ist nicht der einzige Wissenschaftler, der Interessenvertretungen kombiniert, die sich
ausschließen. Die bereits zitierte Ärzte-Fortbildung des IZMF in Berlin vom 7.11.2007 nennt
z. B. als Referenten neben DAGMAR WIEBUSCH, der Geschäftsführerin des IZMF, und Alexander Lerchl
noch PROF. DR. MED. CAROLINE HERR und DR. RER. NAT. MATTHIAS OTTO.19 Wie Herrn LERCHL findet man
dann aber auch Frau HERR und Herrn OTTO in der SSK wieder. Muss die Bevölkerung heute schon
dankbar sein, dass nicht auch DAGMAR WIEBUSCH berufen wird?
Ein anderes Mitglied der SSK, PROF. DR. JÜRGEN KIEFER, hielt am 29.11.2006 in der Medizinischen
Fakultät der Universität des Saarlandes einen Vortrag Mobilfunk – die unerkannte Gefahr? Was
immer an Risiken bekannt ist, wurde darin zitiert, zerredet, dementiert. Herr Kiefer schreckte nicht
einmal davor zurück, die Unschädlichkeit eines Handys mit einem Geigerzähler zu „beweisen“. Ein
in jeder Hinsicht betroffener Wissenschaftler urteilt nach diesem Vortrag: „Der Kommunikationsfunk
hat uns eine gesellschaftliche Demenz beschert, die mindestens drei Ursachen hat:
eine Strahlung, die man nicht sieht; einen Glanz des Geldes, der angeblich nicht stinkt; einen
sichtbar-anrüchigen Strahlenschutz, dessen moralisches Format der Höhe deutscher Grenzwerte
umgekehrt proportional ist!“20
Die Reihe solcher janusköpfigen Gestalten im Umfeld der Bundes- und Länderpolitik
ließe sich vervielfachen. Sie engagieren sich für die Produktinteressen der Mobilfunkindustrie,
werden aber gleichzeitig in Gremien und Funktionen berufen, die
ihrem gesetzlichen Auftrag nach die Bevölkerung vor den Risiken dieser Produkte
18 www.wissenschaftsrat.de/texte/7259-06.pdf
19 Wie Anm. 17.
20 Vgl. die umfangreichere Auseinandersetzung mit dem Vortrag in dem Beitrag Karl Richter: Wer war
Hippokrates? Fragen zum Selbstverständnis einer Universität, unter http://www.buerger-machenmobil.
de/html/5__mobilbericht.html; hier auch der Hinweis auf die Rezension in der Saarbrücker Zeitung.
12
schützen sollten. Das Personal und die Strukturen dieser Art haben dem einschlägigen
deutschen Verbraucher- und Umweltschutz von Bund und Ländern den
Ruf einer überdurchschnittlichen Verlogenheit und geistig-ethischen Armut
eingebracht. Wir beurteilen die damit verbundene Pervertierung des gesetzlichen
Schutzauftrags unumwunden auch als Veruntreuung von Steuergeldern und als
Zumutung für kritische Demokraten.
8. Das Deutsche Mobilfunkforschungsprogramm und die Frage der
Prioritäten
Die gegen die Forscher ADLKOFER und RÜDIGER ausgeworfene Intrige ist im Vorfeld der Vorstellung des
Deutschen Mobilfunkforschungsprogramms zu sehen. Vieles spricht für systematisch geplante Akte
einer konzertierten Regie: „Volkshelden“ (Dworschak) wie die PROFESSOREN ADLKOFER und RÜDIGER
oder auch DR. MED. OBERFELD sollen samt ihren bisherigen Erkenntnissen demontiert werden und
ihre Forschungsgelder verlieren. Im nächsten Akt erlebt die europäische Öffentlichkeit dann die
großartige Inthronisation des Deutschen Forschungsprogramms und seiner Ergebnisse. Das
staatliche Engagement für die Erforschung der Risiken soll damit dann abgeschlossen sein. Und just
ein Vertreter von Siemens hat Bundestagsabgeordneten, die jeden weiteren Aufwand für Forschung
und Aufklärung als Zumutung betrachten, bereits zugesagt, die Aufklärung der Gesellschaft aus
den finanziellen Etats der Mobilfunkindustrie zu übernehmen.21
Wie ein interdisziplinäres Team von Medizinern, Biowissenschaftlern und Physikern anhand einer
ersten Durchsicht von ca. 50 verfügbaren Kurzfassungen beobachtet, verzichtet das DMF weitestgehend
auf wirkliche Ursachenforschung. Besonders häufig geht es um die Reduplikation bereits
bekannter Ergebnisse. Z. T. wird eine Überprüfung von Erkenntnissen in Angriff genommen, die
bestens gesichert sind – etwa die seit der Mitte der 90er Jahre bekannten störenden Einwirkungen
hochfrequenter elektromagnetischer Felder auf die Melatoninproduktion.
Eine einzige Arbeit wollte im Sinne einer Kausalanalyse die möglichen Folgen naher Basisstationen
für Schlafstörungen durch An- und Abschalten prüfen. Aber genau dieses Projekt wurde durch die
mitfinanzierende Mobilfunkindustrie gestoppt.22
Wer nach den beobachtbaren personellen Prioritäten fragt, erkennt rasch die Wirkung der
Mitbestimmung, die sich die Mobilfunkindustrie nach Aussage von Insidern als Gegenleistung für
die hälftige Mitfinanzierung des DMF ausbedungen hat. PROF. LERCHL begegnet man gleich mehrfach
in repräsentativen und einflussreichen Positionen; Vertretern der Gegenseite nirgends.
Die Lenkung der Wahrheitssuche bedient sich ergänzend aber auch der grundsätzlichen
Anerkennung oder Verweigerung von Prioritäten der Forschungsförderung. So liegen uns Stellungnahmen
des BfS vor, mit denen z. B. der Erforschung der Risiken für Tiere und Pflanzen die
Priorität abgesprochen wird, die geltend gemachten Erkenntnisse einer jahrzehntelangen Forschung
einfach ignoriert oder dementiert werden.23 Prof. Frentzel-Beyme sah sich sogar im Fall von
Anträgen zur Erforschung der Risiken für Kinder mit dem Argument abgewiesen, „Kinderstudien“
seien „nicht prioritär“.24
Die sich abzeichnende Logik des deutschen Strahlenschutzes folgt dabei einer merkwürdig
zirkulären Struktur: Ernst zu nehmende Risiken seien den zuständigen Schutz-Gremien nicht
bekannt. Ihre Erforschung könne also keine Priorität beanspruchen. Der Verzicht auf weitere
Forschung versteht sich dann wiederum als öffentlicher Beweis, dass es ernst zu nehmende Risiken
nicht gibt.
21 BMWI – Tagung Mobilfunk zwischen Mensch und Technik, 5.7.2007; Mobilfunk-Newsletter des BMWI 2/2007;
MF - Diskussion in Industrie, Wissenschaft, Gesellschaft, Präsentation von Dr. Kullnik, Nokia-Siemens-
Network. S. dazu auch: Die Fälscher. Mobilfunkpolitik und Forschung, Stuttgart 2008, S. 24 ff.
22 Letzteres Herrn Prof. G. Zimmer mündlich bestätigt von Frau Dr. Gerstenschläger von T-Mobile.
23 So z. B. eine uns vorliegende Mitteilung des Bundesamtes für Strahlenschutz: Untersuchungen an Rindern
hätten im Deutschen Mobilfunkforschungsprogramm „keine ausreichende Priorität“ gefunden. Auch zur
Wirkung hochfrequenter Felder auf Pflanzen gebe es keine klaren Hinweise – was nicht stimmt, aber die
Aussage rechtfertigen soll: „Daher messe ich dieser Frage ebenfalls keine Priorität bei“ (Schreiben von Dr.
Anne Dehos vom 13.11.2007).
24 Mit einer persönlichen Information von Prof. R. Frentzel-Beyme.
13
Niemand wird in Abrede stellen, dass sich in der gegenwärtigen Situation Annahmen der
Unbedenklichkeit und solche höchster Gefährdung unserer Lebenswelt unversöhnlich gegenüberstehen.
Wo die einen beschwichtigend von deutlich unterbotenen Grenzwerten reden, schließen die
anderen auf eine schädigende Zwangsbestrahlung, der man auch in den eigenen vier Wänden
ausgesetzt ist und die für immer mehr Menschen mit gravierenden Einbußen an Gesundheit,
Eigentum und Lebensqualität verbunden ist. Wo die einen die Vermietung von Antennendächern als
marktwirtschaftlichen Handel werten, schließen andere auf makabre Geschäfte zu Lasten von
Gesundheit und Eigentum unbeteiligter Dritter. Wo die Verantwortlichen von einem Auftrag
möglichst lückenloser Versorgung reden, folgern andere längst eine möglichst gleichmäßige
Verstrahlung der Bevölkerung, die Nachweise der Schädigung und Regelungen der Haftung
erschweren soll, weil es keine unbestrahlten Vergleichsgruppen mehr gibt.
In Kooperation mit der BioInitiative Working Group, die mit ihrer Auswertung von 2000
Studien bekannt geworden ist,25 und zahlreichen anderen umweltengagierten
Vereinigungen sind wir dabei, die Lücken auszufüllen, die das DMF nicht ausfüllen konnte
oder wollte. U. a. mit unserer Schriftenreihe Wirkungen des Mobil und Kommunikationsfunks26
werden wir den Zugang zu jener Seite der Wahrheit ermöglichen, die von
Staat, Industrie und ihren Helfershelfern verschwiegen wird. Im ersten Heft dieser
Reihe, Bienen, Vögel und Menschen. Die Zerstörung der Natur durch ‚Elektrosmog’, das
im Dezember 2007 erschienen ist, zeigt der Biowissenschaftler DR. RER.NAT. ULRICH
WARNKE auf der Grundlage nachprüfbarer Wirkungsmechanismen, dass die Verantwortlichen
dabei sind, in wenigen Jahrzehnten aufs Schwerste zu schädigen, was die
Natur im Verlauf von Jahrmillionen aufgebaut hat.
In einer vorangegangenen Broschüre hatten die Ärzte DR. MED. WOLF BERGMANN und DR.
MED. HORST EGER bereits die Einwirkungen auf die menschliche Gesundheit zusammengefasst.
27 In den nächsten Heften unserer neuen Reihe werden wir zeigen, was einer
weltweiten Forschung zur Schädigung der Kinder, der Tiere und Pflanzen bekannt ist.
Angesichts bereits vorliegender Rohfassungen können wir schon heute sagen: Was unser
Strahlenschutz ignoriert, verdrängt oder weg lügen lässt, ist gespenstisch. Wer haftet
für die Folgen?
9. „Gekaufter Staat“ – „verkaufte Gesundheit“28
Gesundheit als Problem eines kranken Systems
Wir recherchieren weiter und werden das Zusammenspiel von Mobilfunkindustrie,
Wissenschaft und medialen Verstärkern in seinen Wurzeln, Trieben und Früchten noch
weiter offen legen. Das gilt für den hier beleuchteten Beispielfall, aber auch im Rahmen
unseres Projekts Mobilfunk und Medien.29 Doch schon die hier vorgelegten
Beobachtungen gestatten für das Funktionieren des deutschen Verbraucher- und
Umweltschutzes ein ernüchterndes Fazit:
• Ein Wissenschaftler, der gut mit Mobilfunkindustrie und ausgewählten Medien
zusammenarbeitet, reicht aus, den Stand der Forschung in öffentlichkeitswirksamer
Weise zu manipulieren.
• Drei deutsche Strahlenschutz-Gremien liefern einer fahrlässigen Gesundheits- und
Umweltpolitik die benötigten Persilscheine.
• 80 Millionen Bürger aber sind die potentiellen Opfer dieses wissenschaftlich wie
ethisch gleichermaßen fragwürdigen „Schutz“-Systems!
25 Vgl. den umfassenden Bericht unter www.bioinitiative.org.
26 Zum ersten Heft und den Zielen der Reihe vgl. eingehender www.broschuerenreihe.de.
27 Mobilfunk – Einwirkungen auf die menschliche Gesundheit. Folgerungen und Forderungen aus ärztlicher Sicht,
3. Aufl. Stuttgart 2007 (bestellung@aerzte-broschuere.de).
28 In Anlehnung an die beiden Bücher: Dr. med. H.-Chr. Scheiner und A. Scheiner: Mobilfunk, die verkaufte
Gesundheit, Peiting 2006 u. ö.; K. Otto und S. Adamek : Der gekaufte Staat. Wie bezahlte Konzernvertreter
in deutschen Ministerien sich ihre Gesetze selbst schreiben, Köln 2008.
29 Unterlink Medienkritik, http://www.kompetenzinitiative.de/033ea ... index.html
14
Bereits die internationale Benevento-Resolution von 2006, die der Venedig Resolution voraus liegt,
warnt vor den Folgen der Tatsache, dass der Einfluss der Mobilfunkindustrie das Wissen einer
industrieunabhängigen Forschung unterdrückt. Eine Schrift, von der Europäischen Umweltagentur
herausgegeben und vom deutschen Umweltbundesamt übersetzt - Späte Lehren aus frühen
Warnungen: Das Vorsorgeprinzip 1896-2000 -, konstatiert ein hundertjähriges Versagen der
Politik vor der Aufgabe der Vorsorge, als Folge horrende Opfer an Leben und volkswirtschaftlichen
Verlusten.30 Aus den Analysen des Versagens werden 12 Lehren abgeleitet, deren Beherzigung als
Voraussetzung einer realistischen Schutzpolitik gesehen wird, darunter die frühzeitige
Wahrnehmung von Warnungen. Heute geht es nicht mehr nur um Warnungen, sondern um eine
längst überfällige Kenntnisnahme nachprüfbarer Wirkungsmechanismen der Schädigung durch
elektromagnetische Felder. Aber noch immer finden wir keine einzige der 12 Lehren berücksichtigt.
Die Verstrickung in Milliardengeschäfte macht offenbar skrupellos oder blind!
Wir recherchieren seit langem, wie weit das Geld und die Vertreter der Mobilfunkindustrie auch
über die Wissenschaft hinaus und bis in sensibelste Bereiche hinein die Gesellschaft nach ihren
Bedürfnissen gestalten. Ob im Kinderschutz, in Medienbeiräten, in der „Aufklärung“ von Ärzten,
Eltern und Schulen oder auch im Austausch mit der höheren Politik31: Überall begegnet man den
Agenten der Mobilfunkindustrie und der Arbeit ihres Kapitals. Das Ergebnis der Entwicklung kann
man im Anschluss an drei bekannte Buchtitel formulieren.
Der „gekaufte Staat“ ist auf keinem anderen Gebiet konsequenter verwirklicht. Die „verkaufte
Gesundheit“ ist nur die logische Folge. Mit dem Journalisten Hans Leyendecker dürfen wir folgern:
Die Zukunft unserer Wirtschaft - einschließlich der Sicherung von Profiten - braucht nichts so sehr
wie eine „neue Moral“.32
Unter „Machiavellismus“ versteht man in der Geschichte der Neuzeit eine Machtpolitik ohne
moralische Skrupel. Sie folgt dem Prinzip „Der Zweck heiligt die Mittel“. Die Mobilfunkpolitik der
Gegenwart hat einen ökonomischen Machiavellismus der Moderne zu höchster Perfektion
entwickelt. Er ist mit dem Sozialdarwinismus unserer Tage logisch verbunden. Beide sind Ausdruck
der Bürger- und Ethikferne der hier kritisierten Technik- und Wirtschaftspolitik.
10. Thesen zum deutschen Gesundheits- und Verbraucherschutz in
Sachen ‚Elektrosmog’
1. Der „gekaufte Staat“ verkauft die Gesundheit seiner Bürger:
1.1. Die Infiltration des Mobilfunk-Kapitals in sensibelste Bereiche der
Gesundheits- und Umweltpolitik hat ein angebliches „Schutz“-System
geschaffen, das die Risiken der Technik verdoppelt.
1.2. Eine pseudowissenschaftliche Ideologie von angeblich schützenden
Grenzwerten und fehlenden Beweisen verschleiert die faktische
Schädigung von Volksgesundheit und Volkswirtschaft.
1.3. Die Einkünfte aller Profiteure dieses Systems, die sich gemeinschaftlich bis
heute jeder Haftung entziehen, müssen betroffene Bürger mit Einbußen an
Gesundheit, Eigentum und Lebensqualität teuer bezahlen.
1.4. Wir sind nicht gegen den Mobil- und Kommunikationsfunk. Aber wir
fordern seine Umstellung auf gesundheits- und umweltverträgliche
Technologien und seine Verankerung in einem Schutz-Konzept, das die
Demokratie der Bürger nicht in eine Diktatur kommerzieller Interessen
pervertiert.
30 In deutscher Übersetzung vom Umweltbundesamt hrsg. Berlin 2004.
31 Zu den beobachteten Verflechtungen und Lobbyismus u. a.
www.der-mast-muss-weg.de/120mobilfunk_und_politik.htm
http://www.diagnose-funk.ch/politik/000 ... 7a001.html
32 Hans Leyendecker: Die große Gier. Korruption, Kartelle, Lustreisen: Warum unsere Wirtschaft eine neue
Moral braucht, Berlin 2007.
15
2. Eine neue Gesundheits- und Umweltpolitik braucht eine neue geistige
Grundlage:33
2.1. Umwelt- und Verbraucherschutz setzen eine intakte Demokratie voraus. Die
Unantastbarkeit der Menschenwürde gemäß Art. 1 GG und Art. 1 der EUGrundrechtecharta
ist nicht nur das Fundament jeder Demokratie, sondern
auch der wichtigste Schutz vor kapitalistischen Entgleisungen der
Marktwirtschaft.34
2.2. Umweltpolitik muss integraler Bestandteil einer umfassenden Friedenspolitik
werden; sie macht die Natur nicht zum Objekt von Ausbeutung und
Unterwerfung. „Mitverantwortung für den Nächsten“ und „Ehrfurcht vor der
Schöpfung“ sind ihre wichtigsten Grundlagen.35
2.3. Technik und Politik bedürfen einer ethischen Fundierung. Kern jeder Ethik der
Technik ist nach Carl Friedrich von Weizsäcker die Nächstenliebe.
Nächstenliebe und Ehrfurcht vor der Schöpfung sind unverzichtbare
Bedingungen auch jeder Ethik der Politik.
3. Vor allem aber braucht der Schutz des Lebens neue Menschen:
3.1. Politiker, die die Bestimmungen des Grundgesetztes nicht ihren kurzsichtigen
ökonomischen Interessen opfern;
3.2. Gesundheitsbeamte, die sich über den elektromagnetischen Haushalt alles
Lebens informieren, um ihn nicht mit tausendfach stärkeren Überlagerungen zu
zerstören;
3.3. Wissenschaftler, die sich Ethos und gesellschaftliche Verantwortung nicht
abkaufen lassen;
3.4. Medien, die an vorderster Front wieder recherchieren, statt opportunistisch
mitzumachen;
3.5. Juristen, die eine staatskonforme Grenzwertpflege nicht mit unabhängiger
Urteilskraft verwechseln;
3.6. Kommunen, die ihre Handlungsspielräume zum Schutz der Bevölkerung
nutzen;
3.7. allem voran aber mündige Demokraten, die sich nicht einem kulturarmen
Konsum zuliebe zu Objekten leichtsinniger Freilandversuche degradieren
lassen und ihre Rechte als Wähler und Verbraucher nutzen!
Prof. K. Richter - Uwe Dinger - Prof. K. Hecht - Dr. med. M. Kern - Prof. Dr. G. Zimmer
Redaktion der Reihe: E‐Mail karl.richter@kompetenzinitiative.net;
Fax 06894/889946; T. 06894/87469
PS: Unter www.kompetenzinitiative.net finden Sie das Grundsatzprogramm unserer Initiative, eine
Dokumentation bisheriger Arbeit, auch Informationen dazu, wie Sie unserer Bewegung beitreten oder sie
unterstützen können.
33 Die folgenden drei Punkte mit Passagen des Gründungsprogramm unserer Kompetenzinitiative zum Schutz
von Mensch, Umwelt und Demokratie Gesundheit ist keine Handelsware
(http://www.kompetenzinitiative.de/033ea ... index.html )
34 Mit Heiner Geißler: Was würde Jesus heute sagen? Die politische Botschaft des Evangeliums, 2003 u. ö..
35 So Franz Alt: Der ökologische Jesus. Vertrauen in die Schöpfung, und Klaus Töpfer im Vorwort zu dem Buch, 2. Aufl. 2003.