Langenthal: Widerstand gegen weitere UMTS-Antenne/Luterbach

The Future's black

Langenthal: Widerstand gegen weitere UMTS-Antenne/Luterbach

Beitrag von The Future's black » 14. September 2005 15:17

© Berner Zeitung; 14.09.2005; Seite 21

BZ-OA-Aufschlagseite

Langenthal

Widerstand gegen UMTS

Mitten im Wohnquartier Steinacher/Zeieweg will Sunrise eine UMTS-Antenne erstellen. Jetzt wehren sich die Anwohner.

In Langenthal brodelts einmal mehr wegen einer geplanten UMTS-Antenne. Der Mobilfunkbetreiber Sunrise möchte am Zeieweg eine neue Antenne aufstellen - auf einem Mehrfamilienhaus. Das Baugesuch ist bereits im Amtsanzeiger veröffentlicht worden. Doch viele Bewohner des Quartiers, das praktisch nur aus Ein- und Mehrfamilienhäusern besteht, wehren sich gegen die Pläne von Sunrise. Sie haben eine Kollektiveinsprache mit 160 Unterschriften eingereicht, dazu kommen Einzeleinsprachen. «Gründe wie gesundheitliche Gefährdung durch Strahlung sowie Wertverlust der Liegenschaften sprechen klar gegen eine UMTS-Anlage», schreibt die Interessengemeinschaft «IG gegen die UMTS-Antenne Zeieweg 37» in einer Pressemitteilung. Die IG erwartet Unterstützung durch die Gemeinde, denn: «Mit dem politischen Moratorium gegen UMTS-Antennen wagte Langenthal einen mutigen Schritt.»

Moratorium gilt noch

Stadtschreiber Daniel Steiner erklärt auf Anfrage, dass Baugesuche für Antennen zwar weiter bearbeitet werden. Aber: «Das Moratorium ist faktisch in Kraft. Der Gemeinderat hat den Moratoriumsentscheid nicht zurückgenommen.»

Das Baugesuch für die UMTS-Antenne auf dem Kadi-Silo hatte das Moratorium im Februar ausgelöst. Dass noch kein Entscheid gefallen ist, führt Steiner auch auf die Länge des Verfahrens zurück. Seit Wochen laufen die Einspracheverhandlungen. «Das zieht sich noch hin», so Steiner. Der Gemeinderat möchte die Resultate einer Studie der ETH abwarten, welche untersucht, ob UMTS-Strahlen gesundheitsschädigend sind oder nicht. hrh
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© Berner Zeitung; 14.09.2005; Seite 25

SO-Region Solothurn

In Kürze


Luterbach

Widerrechtliche Sistierung

Das Baugesuch des Mobilfunkanbieters Sunrise für eine Natel-Antenne in Luterbach wird nun doch behandelt. Das Gesuch war sistiert worden, weil der Gemeinderat die Resultate einer Studie abwarten wollte, welche die Auswirkungen von elektromagnetischen Strahlungen prüft. Nachdem das Bundesgericht solche Sistierungen jedoch für widerrechtlich erklärt hatte, hiess der Gemeinderat am Montagabend eine ent-sprechende Beschwerde von Sunrise gut. sw

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© Berner Zeitung; 14.09.2005; Seite 27

SO-Region Solothurn

st. niklaus

Geplante Antenne auf dem «Pintli» provoziert Widerstand

Endlich könnte die Sunrise die Natelantenne in St. Niklaus bauen. Jetzt will die i-tredat AG als Grund-eigentümerin nicht mehr. Tenor am Montag im Ge-meinderat Feldbrunnen: Die Angelegenheit sei Sache der zwei Parteien.

Im dritten Anlauf schaffte es der Telekom-Anbieter Sunrise, auf dem Restaurant Pintli in St. Niklaus eine Natelantenne zu planen, die den gesetzlichen Mindestanforderungen vom Umweltschutzgesetz und der Verordnung über nicht-ionisierende Strahlen entspricht. Wie Ende März vermeldet, will nun die Grundeigentümerin, die in Feldbrunnen domilizierte i-tredat AG, nichts mehr von der Sache wissen. Sie kündigte den mehrjährigen Mietvertrag vorzeitig.

125 Unterschriften

Zwei Ursachen liegen gemäss dem Anwalt der Firma dem Rückzieher zu Grunde. Man habe nicht gewusst, dass Sunrise eine UMTS-Antenne aufstellen wolle. Hinzu komme der breite Widerstand aus der Bevölkerung: 125 Einwohner von St. Niklaus und dem angrenzenden Stadtquartier haben eine entsprechende Petition unterzeichnet.

Am Rande der jüngsten Gemeinderatsitzung in Feldbrunnen kam diese neuste Entwicklung im Antennenstreit zu Sprache. Angesichts der Brisanz mochte sich aber niemand auf die Äste hinaus lassen. Grundsätzlich sei die Angelegenheit Sache der beiden Parteien Sunrise und i-tredat, hiess es im Rat. Für die Gemeinde werde die Sache relevant, wenn es darum gehe, die Interessen von einem grossen Teil der Bevölkerung von St. Niklaus zu schützen.

Bekannt wurde auch, dass erste Vergleichsverhandlungen zwischen Sunrise und i-tredat stattgefunden haben. Dort von Sunrise-Vertretern gemachte Äusserungen lassen darauf schliessen, dass die i-tredat AG sich mit der Übernahme der bisher bei Sunrise aufgelaufenen Kosten frei kaufen könnte. Zur Diskussion steht offenbar ein mittlerer fünfstelliger Betrag.

Was wäre wenn?

Die erste Frist, um den Deal gütlich zu nageln, läuft Ende September ab. Sollte die Sache vor Gericht enden, kann es für die i-tredat teuer werden, kann dort Sunrise doch zusätzlich Schadenersatz für entgangene Gewinne geltend machen. Weiter stellte sich der Gemeinderat die Frage, was wäre, wenn ein Anbieter an einem anderen Standort in Feldbrunnen eine Antenne errichten möchte. Oder knapp ennet der Gemeindegrenze, auf dem Gebiet der Stadt Solothurn.

Erst vor kurzer Zeit stand die Montage einer Antenne von Orange im Kirchturm von St. Niklaus zur Diskussion.

Hanspeter Flückiger
i-tredat ag

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© Der Bund; 14.09.2005; Seite 27

Stadt-Region

Der Bund

Geschlossene Front gegen Antenne

Die geplante UMTS-Anlage löst im Münsinger Parlament und im Gemeinderat gleichermassen Unbehagen aus

Über das hängige Baugesuch von Sunrise hatte das Parlament am Montagabend nicht zu entscheiden. Das Thema löste aber eine Debatte aus, die noch nicht beendet ist.

ivo gehriger
Mobilfunk mobilisiert. Spätestens seit im Sommer über 1000 Personen Einsprachen gegen eine neue UMTS-Antenne des Anbieters Sunrise auf einem privaten Haus im Wohnquartier Sägematte unterschrieben haben, ist sich dessen auch das Münsinger Parlament gewahr. Präsidentin Irene Moser war also gewappnet, als am Montagabend die Beantwortung zweier Interpellationen zum hängigen Baugesuch der Firma Sunrise auf der Traktandenliste des Grossen Gemeinderats stand. Zu Beginn der Sitzung mahnte sie die rund 30 Antennengegner im Saal, nicht in die Diskussion der Politiker einzugreifen. Ein Aufruf, der wohl überflüssig war, forderten die Gegner doch selbst auf Transparenten und Plakaten zu einem «stummen Protest» auf. Abgesehen von kräftigem Applaus für einzelne Voten blieben die Zuhörer denn auch ruhig.

Gewisse Ohnmacht spürbar

Emotional wurde hingegen die Debatte im Rat geführt. Dies obschon es am Montag nichts zu entscheiden gab und der Gemeinderat auf seine weitgehende Machtlosigkeit hinweisen musste, etwas gegen die geplante Antenne zu unternehmen. Er sei «kein Elektronikmuffel», sagte Interpellant Edi Brügger von den Freien Wählern (FW), doch er frage sich, ob nicht die bestehenden Antennenstandorte in weniger dicht besiedelten Gebieten besser genutzt werden könnten. Zudem wollte er wissen, ob der Gemeinderat bereit sei, Vorschriften zu erlassen, um den Antennenbau «aus ästhetischen Gründen» einschränken zu können. Rosmarie Münger (sp) fragte den Gemeinderat, ob nicht ein Antennenmoratorium für das Siedlungsgebiet angezeigt wäre. Mit dieser temporären Massnahme könne Zeit gewonnen werden, bis die ETH allfällige gesundheitlichen Schäden durch die Strahlung abgeklärt habe. Selbst Gemeinderätin Senta Scheidegger (fw) hob die «pechschwarze Kehrseite der glänzenden Medaille Mobilfunk» hervor. Den Interpellanten versicherte sie, dass der Gemeinderat die Besorgnis und Verunsicherung der Bevölkerung ernst nehme. Konkret werde zusammen mit den Mobilfunkanbietern ein Leitplan erstellt, der geeignete Standorte bezeichnen soll. Zudem werde im Rahmen der Ortsplanungsrevision die Aufnahme von Vorschriften geprüft, die den Antennenbau künftig klarer regeln sollen (siehe auch «Bund» vom 1. September).

In der anschliessenden Diskussion, die von der FDP verlangt wurde, kams zur Kropfleerete zuhanden abwesender Adressaten: Katharina Baumann (evp) sprach von «emotionalen Schäden in der Gesellschaft», die die technologischen Neuerungen der Mobilfunkindustrie hinterliessen, und rief zu mehr Eigenverantwortung auf. Walter Bieri (svp) stellte eine «beunruhigende Entwicklung» fest. In vielen Voten war eine gewisse Ohnmacht auszumachen. Scheidegger wies zum Beispiel darauf hin, dass ein Moratorium für Anlagen auf gemeindeeigenen Gebäuden, wie es Muri kennt und in Zollikofen eine Volksmotion verlangt, das Problem nicht löst. Der Handlungsspielraum sei zudem eng, da die gesetzlich vorgegebenen Messwerte eingehalten würden.

Motion: Debatte geht weiter

Aufgeben will das Parlament indes nicht: Auch auf Anraten des Gemeinderats erklärte es eine SP-Motion zum Thema für dringlich. Die SP will, dass die Exekutive eine Rechtsgrundlage ausarbeitet, damit das Sunrise-Baugesuch sistiert werden kann, bis die ETH-Studien und ein rechtskräftiger Standort-Leitplan vorliegen. Im Oktober wird sich das Parlament mit dem Vorstoss befassen.

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© Solothurner Zeitung / MLZ; 14.09.2005

LeBuWa Zeitung

Nicht auf der gleichen Wellenlänge

Derendingen Kanton erteilt Baubewilligung für Mobilfunkantenne an der Hauptstrasse

An der Hauptstrasse im Derendinger Oberdorf kommt eine 32 Meter hohe Mobilfunkantenne zu stehen. Der Kanton hat die Baubewilligungs-Verweigerung der Gemeinde aufgehoben.

Marco zwahlen
Die Verfügung der Baukommission vom 4. Juli 2003 wird aufgehoben.» Mit diesem Entscheid erteilt das Bau- und Justizdepartement (BJD) dem Mobilfunkanbieter Orange die Baubewilligung für die umstrittene Anlage (siehe «Vorgeschichte») an der Hauptstrasse 70. Die Bewilligung hatte die Baukommission «zum Schutz von Mensch und Tier» verweigert. Offenbar ein politischer Entscheid ohne jegliche Rechtsgrundlage, denn: Die Grenzwerte für nichtionisierende Strahlen werden eingehalten. Wie üblich in solchen Verfahren, war dies bereits vor Baupublikation vom Anbieter bei der kantonalen Fachstelle abgeklärt worden.

Gegen den 32 Meter hohen Antennenmast, der neben einem Wohnblock zu stehen kommen soll, wurde auch der Ortsbildschutz und der Ästhetik-Artikel der Bauverordnung ins Feld geführt. Auch an einem Augenscheintermin Ende August. Grundlage für diese Argumentation war ein etwa 50 Meter südöstlich vom vorgesehenen Standort entferntes Bauernhaus. Die rund 200-jährige Liegenschaft steht seit 1940 unter Schutz. Tatsächlich ist unbestritten, dass die Antenne von diesem aus betrachtet störend wirkt. Aber: Nur das Bauernhaus steht unter Schutz, die Umgebung nicht. Eine Ortsbild-Schutzzone fehlt und würde zudem auch kaum vom Kanton genehmigt.

Ästhetik ist kein Argument

Das BJD stellt klar, dass die Umgebung alles andere als schützenswert ist. Mit der Hauptstrasse, einigen älteren Häusern, einer Trafostation und bis zu sechsgeschossigen Mehrfamilienhäusern aus den Siebzigerjahren sowie der Carrosserie Kunz und Motorsport AG mit ihrem Auto-Abstellplatz sticht die Umgebung des geplanten Antennen-Standortes durch «heterogene Bauten» unschön ins Auge. Fazit: Der Standort «ist aus ästhetischer Sicht vertretbar». Gegen die Antenne nicht geltend gemacht werden können die maximalen Bauhöhen. Wie vom Verwaltungsgericht in einem ähnlichen Fall bestätigt, sind Funkanlagen keine Bauten im baurechtlichen Sinne. Die Höhe einer solchen Anlage ergibt sich aus ihrem Zweck. Nach geltendem Recht gehört aber eine solche Anlage in die Bauzone. Und: Die von Beschwerdegegnern angeführte Wertminderung der Liegenschaften ist nicht Gegenstand eines Bauverfahrens, sondern eine zivilrechtliche Angelegenheit. Für den Bau der Antenne verfügt der Kanton Auflagen. So sei diese in einem grünen Farbton zu halten. Zudem mussten bei Betrieb Messungen durchgeführt werden.

Die Verfahrenskosten belaufen sich auf 2800 Franken. 1000 davon gehen zulasten von Orange. Dies quasi als «Strafe» für einen zu geringen Bauabstand und der nochmaligen Prüfung des korrigierten Baugesuchs. Die restlichen 1800 Franken müssen die unterlegenen Beschwerdegegner berappen. Zahlen müssen jedoch nicht alle, beispielsweise auch die Gemeinde nicht. Als Rechtsmittel steht der Gang ans Verwaltungsgericht offen.

Für die EWD nur Vorteile

Grundeigentümerin des Standortes ist die Energie- und Wasserversorgung Derendingen (EWD). Einige hatten diese aufgefordert, zum Wohle der Gemeinde eine Konventionalstrafe in Kauf zu nehmen. Diese würde sich auf rund 100 000 Franken belaufen. Laut Geschäftsführer Martin Reinhard habe die Anlage für die EWD nur Vorteile. So bringe ein Stück Land, dass sonst nur Unterhalt koste, Einnahmen ein, und den Mobilfunkanbietern könne jährlich Strom in der Grössenordnung des Verbrauchs dreier Einfamilienhäuser verkauft werden. Mittelfristig entfalle zudem der Steuerungskabel-Unterhalt fürs Wasserreservoir Bleichenberg und das Pumpwerk Ruchacker, da auf Funk umgestellt werden soll.

«Oberdorf» Die Profile bei der Trafostation weichen vielleicht schon bald der 32 Meter hohen Mobilfunkantenne. Oliver menge



VORGESCHICHTE

Ursprünglich wollte Orange auf einer Liegenschaft an der Hauptstrasse eine Mobilfunkanlage bauen. Die Motion Mobilfunkanlagen forderte jedoch dann gemeinsame Anlagen der Anbieter. Als technisch bedingter «Auswuchs» dieser Motion folgte das Baugesuch von Orange und Swisscom für eine 32 Meter hohe Mobilfunkantenne an der Hauptstrasse 70. Im Mai 2003 gingen dagegen 139 Einsprachen ein, darunter jene des Gemeinderats. Die Baukommission verweigerte am darauf folgenden 4. Juli die Baubewilligung. Gegen diesen Entscheid führte Orange mit fünf weiteren Parteien beim Bau- und Justizdepartement Beschwerde. Dem Gemeinderat schlossen sich 34 Beschwerdegegner an. (mz)



Kommentar

Schizophrenie der Gesellschaft

Marco zwahlen
Mobilfunkantennen - schon das Wort löst bei einigen Kopfschmerzen aus. Kommt noch das Wort UMTS dazu, erst recht. Eine holländische Studie taxiert die Strahlung dieser Datenübertragungs-Technologie als bedenklich. Die ETH geht dem nun auf den Grund. Fakt ist aber: Grundlage für die Bewilligung einer Antenne ist die geltende Gesetzgebung. Massgebend sind heutige und nicht künftige Grenzwerte im Zuge allfälliger neuer Erkenntnisse. Kein Wunder also lassen Beschwerdeinstanzen - bis auf Bundesgerichts-Ebene - Antennen-Gegner abblitzen. Was viele nicht wissen: Die Vergabe der UMTS-Lizenzen an die Anbieter hat der Bund mit dem Auftrag einer landesweiten Abdeckung verbunden. Und: Bevor ein Baugesuch zur Auflage kommt, lässt der Anbieter dieses bei der kantonalen Fachstelle bezüglich Strahlen-Grenzwerte überprüfen. Werden diese nicht eingehalten, kommts erst gar nicht zur Auflage. So gesehen ist in diesem Bereich ein Auflageverfahren eine Farce.

Entscheidend ist auch, das die Grenzwerte auf Bundesebene gelten. Nur auf dieser können sie geändert werden. Ein entsprechender Vorstoss blieb bisher aus. Dies liegt daran, dass sich Antennen-Gegner nur aus direkter Betroffenheit formieren. Oft ist es so, dass viele davon selbst ein Handy besitzen. Nur eine Schizophrenie einer Gesellschaft, die auf nichts verzichten will. Eine weitere: Kaum einer macht sich Gedanken über die Strahlung von Weckern mit elektronischem Display oder Fernsehern. Kaum einer hinterfragt die Strahlung von drahtlosen Telefonen oder Babyphonen. Dies, obwohl diese Geräte einzeln oder in der Summe wesentlich höhere Strahlung abgeben können, als eine Mobilfunkantenne.
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© St. Galler Tagblatt; 14.09.2005

Oberrheintal

Rheintaler

UMTS-Antenne bewilligt

Der Stadtrat hat die Einsprache gegen den Ausbau der Mobilfunkantennenanlage abgelehnt

Altstätten. Der Stadtrat will sich nicht grundsätzlich gegen einen Ausbau der bestehenden Mobilfunkantennen-Anlagen stellen. Eine entsprechende Petition hat er abschlägig beantwortet und auch die Einsprache gegen den Ausbau der Anlage an der Nordstrasse 14 abgewiesen.

Max Tinner
Als an der Rechnungsversammlung der Stadt Altstätten im Mai über den Kreis der unmittelbaren Anwohner hinaus bekannt wurde, dass die Mobilfunk-Antennenanlage auf dem Dach des Mehrfamilienhauses an der Nordstrasse 14 um eine UMTS-Antenne erweitert werden soll, hatte sich im Klostergutquartier Widerstand geregt. Brigitte und Fredy Tagmann erhoben Einsprache und sammelten Unterschriften für eine Petition gegen den weiteren Ausbau der bestehenden Antennenanlagen auf Stadtgebiet. Es wurde verlangt, dass die Interessen der Bevölkerung höher zu gewichten seien als jene der Mobilfunkbetreiber. In lediglich drei Tagen kamen 128 Unterschriften zusammen.

Nun hat der Stadtrat die Einsprache der Familie Tagmann abgewiesen und die Bewilligung zur Erweiterung der Mobilfunk-Antennenanlage erteilt.

Vorschriftskonform

In einer Medienmitteilung von gestern erklärt der Stadtrat, dass das Bauvorhaben nicht gegen geltendes Recht verstosse. Insbesondere habe die Prüfung durch das kantonale Amt für Umweltschutz ergeben, dass die Anlage die Vorgaben der Verordnung zum Schutz der Bevölkerung vor nichtionisierender Strahlung (NISV) einhält. Deshalb habe man keine Möglichkeit gesehen, das Gesuch abzulehnen.

Dies wäre aus oppurtunistischen politischen Überlegungen und zur Unterstützung der Einsprecher und der Petitionä re zwar denkbar gewesen. Der Stadtrat sei aber der Meinung, dass dadurch ein falsches Zeichen gesetzt würde, indem Aussicht auf einen Erfolg suggeriert werde, mit dem aufgrund der heutigen Rechtsnormen und vorliegender Bundesgerichtsentscheide auch mit Unterstützung des Stadtrates nicht zu rechnen sei. Jahrelange, kostspielige Verfahren wären die Folge, und aus Hoffnung würde bald einmal Frustration und Ohnmacht.

Verständnis für Befürchtungen

Aus demselben Grund und weil man nicht ausserhalb der geltenden Rechtsnormen operieren wolle, hat der Stadtrat auch die Petition abschlägig beantwortet. Dies obwohl man die Befürchtungen und Bedenken der Petitionäre durchaus verstehe, wie es in der Medienmitteilung heisst. Denn obwohl aufgrund der bisherigen Untersuchungen eine Gesundheitsgefährdung durch Mobilfunkstrahlung weder in der Nähe von Basisstationen noch beim Telefonieren mit Mobiltelefonen nachgewiesen sei, könnten Langzeitauswirkungen doch nicht ganz ausgeschlossen werden. Deshalb wolle niemand gerne eine Antennenanlage in unmittelbarer Nähe seines Hauses oder seiner Wohnung haben.

Gleichzeitig besässen aber über 80 Prozent der Bevölkerung ein Mobiltelefon, das ohne Basisantenne nicht funktionieren würde. Die Mobilfunkbranche habe in den letzten zehn Jahren einen wahren Boom erlebt. Das habe zur Folge, dass immer mehr Antennen erstellt werden müssten. Da sei es verständlich, dass viele Einwohnerinnen und Einwohner die Technologie hinterfragten und sich Gedanken über die Auswirkungen auf ihre Gesundheit machten.

Chance verpasst

Brigitte und Fredy Tagmann bedauern den Entscheid des Stadtrates. Ihr sei allerdings klar gewesen, dass es so kommen würde, sagt Brigitte Tagmann. Sie hätten sich deshalb auch keine grossen Hoffnungen gemacht und den Entscheid nicht weitergezogen. Ihrer Meinung nach «hat der Stadtrat aber eine einmalige Chance verpasst, etwas gegen diese Entwicklung zu unternehmen».

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© St. Galler Tagblatt; 14.09.2005

Neutoggenburg

Toggenburger

«Kein Kampf gegen Windmühlen»

Daniela Vetsch Böhi setzt sich seit Jahren gegen den Ausbau von Mobilfunk-Antennen ein

wattwil. Die Erhaltung eines intakten Lebensraumes liegt der Wattwilerin Daniela Vetsch Böhi am Herzen. Seit einigen Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit der Problematik der Mobilfunk Antennen.

Priska Lauener
Daniela Vetsch sitzt im Arbeitszimmer ihres Hauses in Wattwil und ist mit dem Nähen von Vorhängen für ihre Küche beschäftigt. Im Arbeitszimmer steht auch ein Computer, neben ihm türmen sich Unmengen von Informationsbroschüren. Informationen über die zu erwartenden Auswirkungen für die Bevölkerung, wenn Mobilfunk-Antennen in unmittelbarer Nähe von Wohnraum gebaut werden. «Wenn bekannt wird, dass ein UMTS-Ausbau von einer der Mobilfunk-Anbieter geplant ist, muss gehandelt werden.» Weil die Bevölkerung zu wenig Wissen über die Auswirkungen der Antennen hat, gründete die gebürtige Bündnerin vor einigen Monaten eine Interessengemeinschaft. Über 1000 Personen haben sich in der Zwischenzeit bereits bei der IG eingetragen.

Wissen seriös angeeignet

«Ich bin sehr naturnah aufgewachsen, mein Vater ist Förster und Jäger», sagt Daniela Vetsch. Sie erklärt, dass sie in frühester Kindheit gelernt hat, dass man das was man hat, schätzt und dazu Sorge trägt. «Die Natur und der intakte Lebensraum steht dabei an erster Stelle.» Andere Leute dazu zu bewegen, sich auch entsprechend einzusetzen, dies möchte die junge Frau mit ihrem Engagement bezüglich den Mobilfunk-Antennen erreichen. Ihr Wissen hat sie sich angeeignet durch den Austausch mit Betroffenen, in Gesprächen mit Anbietern und mit Erkundigungen bei den entsprechenden Stellen beim Kanton und den Gemeinden, die dasselbe Problem haben wie Wattwil: immer mehr Antennen, die auf UMTS umgerüstet werden. «Ich bin überzeugt, dass die Auswirkungen der UMTS-Strahlung katastrophal für Mensch und Tier sind.» Die unermüdliche Kämpferin stellt klar, dass sie nicht gegen Mobilfunkkommunikation ist, dass sie aber UMTS nicht als lebensnotwendig erachte.

Kein Kampf gegen Windmühlen

Die geplante Erweiterung auf UMTS der Wattwiler Mobilfunk antenne Chapf war für Vetsch ausschlaggebend, die Wattwiler Bevölkerung aufzurütteln, eine Unterschriftensammlung zu lancieren und die Baueingabe der Anbieter zu blockieren. Mit Erfolg: die Gemeinde Wattwil hat die Ängste der unterzeichnenden Personen ernst genommen. Zur Entscheidung ist es noch nicht gekommen. Der Kanton wird im laufenden Verfahren das letzte Wort haben. Ihr Engagement in diesem Bereich bezeichnet sie nicht unbedingt als Kampf gegen Windmühlen. «Klar, es ist oft schwierig und der ganze Prozess erweist sich als langatmig, aber ich bin überzeugt, dass die Chance etwas zu erreichen, immer da ist.»

Unterstützung aus der Familie

Wer Daniela Vetsch kennt, der weiss, dass sie sich auf verschiedenen Gebieten einsetzt. Und man fragt sich, wie sie dies zu schaffen vermag. Daniela Vetsch ist verheiratet und Mutter zweier Kinder, einem zehnjährigen Sohn und einer vierjährigen Tochter. Die Tochter leidet seit Geburt an einer cerebral-spastischen Gehbehinderung.

Woher nimmt Vetsch die Kraft und die Energie für ihre Aufgaben in der Familie und den diversen Engagements? «Mein Mann unterstützt mich und steht voll und ganz hinter mir. Ich bin stolz auf meine Familie», sagt Vetsch. «Ich kämpfe, um der Gerechtigkeit den Weg zu ebnen.» Und mit ein wenig Trotz fügt sie hinzu: «Ich verachte nichts mehr als Menschen, die ihre Machtposi-tion für ihren persönlichen Ruhm missbrauchen», meint die 38-Jährige mit bestimmter Stimme. Ihre Augen funkeln bei diesen Worten und sie gibt zu verstehen, dass sie zu dem steht, was sie sagt.

Viele Interessen

Der Wirkungskreis von Daniela Vetsch zeigt verschiedene Richtungen: die selbständige Textildesignerin kocht leidenschaftlich gerne, die letzten neun Jahre arbeitete sie ehrenamtlich für den Gemeinnützigen Frauenverein Wattwil und leitete deren Brockenstube. Des Weiteren setzt sie sich in der Wattwiler Gruppe von Amnesty International ein. Hier setzt sie sich insbesonders für die Thematik «Gewalt an Frauen» ein. «Es gibt nicht nur häusliche Gewalt, sondern auch die psychische», meint sie und erklärt gleich, dass die psychische Gewalt oft schlimmer ist, weil hier gegen aussen keinerlei Narben zu sehen sind. Die Interessen von Daniela Vetsch sind vielfältig. Wobei im Endeffekt alle das gleiche Resultat aufweisen sollen: Sorge tragen zur Natur und Gerechtigkeit für Mensch und Tier.

Daniela Vetsch, eine Traumtänzerin? Sie winkt ab und lacht: «Träumen darf man, so lange man die Realität nicht verschläft.»

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© Neue Luzerner Zeitung; 13.09.2005; Seite 1

Nidwaldner Zeitung Frontseite

Hergiswil

Neues Kapitel im Antennenstreit

red. Jetzt sucht die Mobilfunkbetreiberin Orange neue Standorte für ihre umstrittene Antenne in Hergiswil. Dies ist das Resultat eines runden Tischs zwischen Orange, Gemeinde, Kanton und Einsprechern. Ein Ergebnis soll in wenigen Monaten vorliegen, wie die Nidwaldner Baudirektion den 105 Einsprechern mitteilte. In der Zwischenzeit wird das ursprüngliche Baugesuch sistiert.

Kanton sucht eigene Lösung

Gleichzeitig verabschiedet sich der Kanton Nidwalden vom gemeinsamen Antennenprojekt, wie die Baudirektion mitteilt: Der Kanton wollte die Orange-Antenne ursprünglich für sein Sicherheitsfunknetz Polycom nutzen. Polycom muss ab Frühling 2006 funktionieren. Dieser Zeitrahmen ist aber mit den zahlreichen Einsprachen und der Suche nach Alternativstandorten gefährdet. Darum will der Kanton seine bisherige, 12 Meter hohe Antenne an der Sonnenbergstrasse durch einen 18 Meter hohen Mast ersetzen.

© Neue Luzerner Zeitung; 13.09.2005; Seite 19

Nidwaldner, Obwaldner Zeitung Regionale

Mobilfunkantenne in Hergiswil

Kanton plant Antenne jetzt im Alleingang

Neues Kapitel im Antennenstreit: Aufgrund des massiven Widerstandes sucht Orange in Hergiswil einen

alternativen Standort für die geplante Mobilfunkantenne.

VON KURT LIEMBD
Was schon viel früher hätte geschehen müssen, ist nun erfolgt: Die Parteien im Streit um die geplante Mobilfunkantenne an der Sonnenbergstrasse in Hergiswil haben sich vergangene Woche zu einem runden Tisch getroffen. Mit dabei: die Firma Orange als Bauherrin, die Baudirektion als Grundeigentümerin, der Gemeinderat Hergiswil und die führenden Einsprecher mit ihren Anwälten.

Baugesuch vorläufig sistiert

Fazit: «Es wurde vereinbart, dass Orange Communications SA zusammen mit Vertretern der Gemeinde und der Einsprecher alternative Standorte für eine Mobilfunkantenne in Hergiswil evaluieren wird», wie einer gestern veröffentlichten Mitteilung der Nidwaldner Baudirektion zu entnehmen ist. Gleichzeitig teilte die Baudirektion allen 105 Einsprechern mit, «dass ein Ergebnis in wenigen Monaten vorliegen sollte». Und auch, dass das ursprüngliche Baugesuch deshalb vorläufig sistiert bleibt.

Sicherheitsfunk dringend

Es war vorgesehen, die geplante Antenne der Mobilfunkanbieter Orange, Swisscom und Sunrise gleichzeitig für Sende- und Empfangsanlagen des Nidwaldner Sicherheitsfunksystems Polycom zu nutzen, nachdem am Standort Sonnenbergstrasse bereits heute eine kleine Polizeifunkantenne besteht.

Infolge der 105 Einsprachen, die von 748 Personen unterzeichnet wurden, könnte Polycom jetzt aber in Zeitdruck geraten, weil im Frühling 2006, gleichzeitig mit der Eröffnung der Südröhre des Kirchenwaldtunnels, die Blaulichtorganisationen auf das neue System umstellen werden. Dies betrifft unter anderen Polizei, Feuerwehr, Ambulanz, Führungsstäbe und Unterhaltsdienst.

18 Meter hohe Antenne geplant

Deshalb hat die Baudirektion Nidwalden beschlossen, für den Ersatz der Polizeifunkantenne in den nächsten Tagen ein separates Baugesuch einzureichen. Diese Antenne soll nur dem Sicherheitsfunk dienen. Sie wird laut Mitteilung rund 18 Meter hoch, gegenüber 12 Metern heute, und wesentlich weniger Immissionen verursachen als die Mobilfunkantenne, die als 35-Meter-Turm geplant war.

Die beiden Vertreter des Gemeinderates, Ralph Sigg und Niklaus Reinhard, sowie die Vertreter der Einsprecher haben am runden Tisch bereits zum Ausdruck gebracht, dass sie die Notwendigkeit der Sicherheitsfunkantenne anerkennen. Das Baugesuch für diese Polycom-Antenne, die elfte in Nidwalden, wird voraussichtlich im Amtsblatt vom 21. September publiziert.

Mobilfunk nicht dringend

Orange, und damit auch Swisscom und Sunrise, sind derweil auf der Suche nach einem alternativen Standort im Lopperdorf. Damit wird unter den Einsprechern aber kaum Ruhe einkehren, denn zu viele Fragen sind noch offen. Diese Fragen konnten noch nicht behandelt werden, weil Orange die geplante Einsprache- und Informationsveranstaltung vom 25. August kurzfristig absagte.

R. Heiniger

Re: Langenthal: Widerstand gegen weitere UMTS-Antenne/Luter

Beitrag von R. Heiniger » 15. September 2005 00:13

Was in Derendingen abgeht ist schlicht ein Skandal. Eine weitere unnötige Antenne verseucht die Umgebung mit Elektrosmog - direkt vor Wohnblöcken. Anbietern wie Orange ist der Schutz der Bevölkerung sowieso egal, sonst würde sie das Projekt nicht durchboxen. Die Herren Manger leben ja nicht in den Arbeiter- und Industriequartieren wo normalerweise die "Verstrahler" stehen. Baurechtliche Schritte genügen nicht... Es braucht nun dringend wirksame gesetzliche Grundlagen die der heutigen Zeit entsprechen und nicht aus der Zeit der Rauchzeichen stammen. Allez-hop People und verantwortungsbewusste Politker/innen!!!

gesuana

Re: Langenthal: Widerstand gegen weitere UMTS-Antenne/Luter

Beitrag von gesuana » 17. September 2005 14:45

Allez-allez !! - Denk ich mir auch jeden Tag, das schleppt sich und schleppt sich dahin. Und WIR schleppen uns durchs Leben , weil es dank der zunehmenden Verstrahlung immer mühsamer zu bewältigen ist. Was vorher etwas anstrengend war ist heute extrem schwer . Was leicht war ist bereits mühsam geworden.- Ist das der Fortschritt unserer Zeit, dass wir unser Leben total verkomplizieren, unseren Kopf fast nicht mehr zusammenhalten können , unsere Körper sich mit Beschwerden herumquälen , die ohne Smog überhaupt nicht , oder wenn , viel schwächer wären ?! - Mir scheint, als ob wir alle freiwillig schwere Steine in einem Rucksack herumtragen würden und uns keuchend fortbewegen . - Und mein Gradmesser sind in erster Linie die Kinder , sie selber und ihre Berichte von ausgeflippten überforderten Lehrern, die neuerdings praktisch kaum mehr erklären, sondern einfach noch Stoff vorlegen mit der Ankündigung des nächsten Prüfungstermins . - Was die Vermittlung und Uebung von Geduld anbelangt herrscht bereits Ausnahmezustand an den Schulen.
Aber alle Bürger nicken schön brav und machen den ganzen Trara der paar Oberbefehlshaber der Grenzwerte mit. Fast alle!
grüsse gesuana - auf dass die Sirene bald losgehe-

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