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Zeitfaktor bei Elektrosensibilität

Verfasst: 23. Oktober 2005 14:25
von charles claessens
Egal was die Ergebnisse zeigen werden, die TNO Studie als auch die kommende ETH Studie sind völlig Quatsch und haben keine Aussagekraft über das Empfinden von HF Strahlung.
Die Pausen sollen mindestens einen Tag betragen, und dann auch in eine strahlungsarme Umgebung.

Die *Wissenschaftler* haben nämlich absolut keine Ahnung was Elektrosensibilität beinhaltet.
Die Probanden werden nur kurzzeitig *bestrahlt*, haben dann eine kurze Pause, und werden dann wieder *bestrahlt*.

Aber so wirkt das nicht.
Auf Knopfdruck lässt sich nicht bestimmen, ob man etwas *spührt*.

Wesentlich bei die Elektrosensibiltät ist, dass der Zeitpunkt zwischen Exposition und Empfinden sehr verschieden sein kann.
Und für jede Person unterschiedlich.
Es gibt Menschen die sofort, also innerhalb wenige Minuten, etwas empfinden.
Andere nach ca. 20 Minuten.
Noch andere, die erst Heute empfinden, woran sie Gestern ausgesetzt waren.

Auch ist ein wichtiger Faktor, wie hoch die Vorbelastung ist.
Und mit Vorbelastung spielt die ganze Elektrosmog eine Rolle, also auch die niederfrequente Quellen.
Kamen die Probanden mit öffentliche Verkehrsmittel?
Zug? Strassenbahn? Omnibus?
Waren sie vorher in eine Supermarkt mit Leuchtstoffröhren, Tiefkühlschranke und elektronische Kassen?
War im Hotel eine DECT Anlage? Ein drahtloses Computersystem?
Hat das Bett im Schlafzimmer Metallteilen, wie z.B ein Boxspring?

Dann sind die Probanden bestimmt schon schwer vorbelastet.

Was die *Wissenschaftler* auch nicht verstehen, ist die Tatsache, das die Belastung sich sehr schnell im Körper niederschlägt, aber viel längere Zeit braucht um den Körper wieder zu entlasten.
Diese Entlastung oder Abbau kann von zwei Tagen bis eine ganze Woche andauern.
Vorausgesetzt, dass dieses in eine strahlungsarme Umgebung stattfinden kann.

Wenn man an Schlaflosigkeit leidet soll man auch nach andere Ursachen schauen.
Ich meine nicht nur nach ein Mobilfunksendemast in der Gegend (oder DECT oder Wlan bei den lieben Nachbarn).
Nein, man soll sich auch Gedanken machen woran man tagsüber ausgesetzt worden ist.
Z.B. am Arbeitsplatz. Leuchstoffröhren, metallische Untergestelle von Tische die starke magnetische Gleichfeldern aufweisen können. Computerbildschirme. DECT Telefone in andere Zimmer. Und natürlich auch dort anwesende Mobilfunkstrahlung.
Der Körper wird dort schön *afgeladen*.
Die Störungsquellen Zuhause werden dann der Tropfen, der den Eimer tut platzen.

Wie oft erfährt man nicht, das Menschen wenn sie im Urlaub fahren in eine strahlungsarme Gegend, sie nach eins, zwei Tagen sich wie erneut frisch und gesund fühlen.
Aber wieder Zuhause gekommen, sehr schnell wieder ihre Beschwerden haben.

Also, wenn Elektrosensible an Schlaflosigkeit leiden in ein strahlungsarmes Schlafzimmer, kann das zu tun haben mit die Exposition tagsüber, weil der Körper das noch nicht alles *verdaut* hat.

Elektrosensible sollten für sich selbst mal untersuchen und feststellen,
- wann sie an Expositionen ausgesetzt sind,
- wann sie diesbezüglich Beschwerden empfinden, und
- wann diese Beschwerden wieder weniger werden (beim verlassen der Störungsquellen).

Prof. Karl Hecht hat in seine 4 PDF Dateien zur Stellungnahme Silny's Frequentia, auch viel über den Zeitfaktor erwähnt. Er kritisiert auch, das immer nur sehr kurzzeitige Versuche gemacht wurden.
Die Russen haben länger dauernde Versuche gemacht, aber die werden hier tot geschwiegen.

Es möge deutlich sein, das wenn die Vorbelastung gering ist, eine Exposition schneller *abgebaut* wird, als wenn die Vorbelastung gross ist. Dann kann es sehr lange dauern.

Charles Claessens

Re: Zeitfaktor bei Elektrosensibilität

Verfasst: 23. Oktober 2005 21:52
von Elisabeth Buchs
Dass es oft einige Zeit dauert bis ich Beschwerden wegen Elektrosmog bekomme, kann ich nutzen, indem ich mich für etwa 2 Stunden auch an relativ schlechten Orten aufhalten kann z.B. beim Einkaufen. Wenn ich jedoch an einem Ort schlimm verstrahlt worden bin z.B. beim Aufenthalt im Wissenschaftscafé wegen vermutlich DECT habe ich danach während etwa zwei Tagen eine erhöhte Empfindlichkeit auf Mobilfunk und DECT.

Nach Ausbruch der starken Elektrosensibilität aufgrund von Ausgleichsströmen und erhöhtem Magnetfeld dauerte es 5 bis 8 Tage, bis das interne Zittern vollständig aufhörte.

Nach einem längeren Aufenthalt an einem Ort mit erhöhtem Magnetfeld oder einer Zugfahrt, verspüre ich manchmal beim Erwachen am nächsten Morgen wie eine Art internes Nachzittern.

Als ein starker, relativ naher Viehhüter nur am Tag in Betrieb war, konnte ich in der Nacht stundenlang nicht einschlafen.

Ich kann verstehen, dass jemand nicht Betroffenes mit solchen Schilderungen etwas Mühe haben kann, es tönt unglaublich und Forschungen über diesbezügliche Wirkmechanismen sind kaum vorhanden. Man beschränkt sich darauf, die Elektrosensiblen zu psychiatrisieren und untaugliche Kurzzeitversuche nach dem Schema "Spüren Sie was" durchzuführen.

Beim izgmf läuft zur Zeit eine Diskussion "Versuch eines halbwissenschaftlichen Tests". Einen Test, welcher der Charakteristik der Elektrosensibilität gerecht werden könnte, findet man hier und folgende:
http://www.izgmf.de/scripts/forum/forum ... 6e28a6ed7a

Auffallend war das darauffolgende Schweigen bestimmter Personen der Gegenseite mit dem Motto "Elektrosensible gibt es nicht". Man stelle sich vor, das Hypochonderargument gegenüber Elektrosensiblen würde entfallen...

Was uns fehlt sind die finanziellen Mittel, um solche Tests und die Suche nach biologischen Wirkmodellen unabhängig und wissenschaftlich einwandfrei durchführen zu können, evt. Hese-Projekt. Denn mir fehlt das Vertrauen in die wie es den Anschein macht, oft mit der Industrie verflochtene Wissenschaft und Behörden. Ich habe gelesen, dass sich Wissenschafler im November auf dem Monte Verita treffen, (wenn an solchen Orten nur mal jemand von unserer Seite dabei sein könnte), mit von der Partie BUWAL, BAG, ETH, bzw. "wenn der Dürrenberger mit der Moser", ich habe gesehen, wie freundschaftlich sich Claude Georges von der Swisscom und die beiden andern begrüsst haben und auf einer Linie waren. So ist kaum Hilfe und Schutz für uns Elektrosensible zu erwarten.

Mit freundlichen Grüssen

Elisabeth Buchs

Re: Zeitfaktor bei Elektrosensibilität

Verfasst: 24. Oktober 2005 19:33
von Hans-U. Jakob
Hallo Charles Classens,
Ihre Ausführungen kann ich bestätigen. Was Sie da sagen, würde ich glatt unterschreiben. Mit besten Grüssen, Hans-U. Jakob