Nachweis der Elektrosensibilität

Elisabeth Buchs

Nachweis der Elektrosensibilität

Beitrag von Elisabeth Buchs » 2. November 2005 10:24

Ein wichtiger Schritt um weiterzukommen in unserem Kampf gegen den Elektrosmog wäre ein wissenschaftlicher Nachweis der Elektrosensibilität, mit einem der Charakteristik der Elektrosensibilität angepassten Provokationstest und/oder dem Finden von biologischen Parametern. Auf die bisherige Scientic Communitiy, die (absichtlich?) mit Kurzzeittests nach Eisbären in der Sahara gesucht hat, können wir nicht länger warten.

Bzw. ich werde diesbezüglich diesen Winter einen Brief schreiben an wichtige Exponenten der Elektrosmog-Szene wie Hese-Projekt, Ecolog-Insitut, Dr. Oberfeld, Dr. Eger, Dr. Scheiner, Dr. Stöcker, Dr. Waldmann, Prof. Hecht. Wer weiss noch weitere oder kennt diese vielleicht sogar persönlich?

Elektrosmogverursacher wie z.B. das Forum Mobil mit Frequentia tragen dazu bei, die Elektrosensiblen in die Psycho-Ecke zu stellen, so dass diese oft still leiden, umziehen, sanieren. Die Selbsthilfegruppe Elektrosensible soll bewirken, dass wir offensiver und selbstbewusster werden, uns in vernünftigem Mass outen, darüber reden und schreiben. Wir haben ein Treffen einer Delegation von Elektrosensiblen mit einigen sich dieser Thematik befassenden Parlamentariern/innen in Aussicht. Das neuste Elektrosmog-Buch vom Gesundheitstipp kann übrigens einige Hilfe bieten bei Nachbarn mit elektrosmogverursachenden Geräten wie W-Lan und DECT.

Das Umweltschutzgesetz sagt: jeder Mensch hat ein Recht auf Leben, also auch wir Elektrosensiblen. Wenn wir nicht länger als nichtexistent hingestellt werden könnten, können wir Dinge bewirken, wie Anerkennung als Krankheit, wobei man sich schon fragen kann, ob Elektrosensibilität als Krankheit betrachtet werden soll und nicht als gesunde Reaktion auf etwas Gesundheitsschädliches und Recht auf besonderen Schutz.

Mit freundlichen Grüssen

Elisabeth Buchs

sibylle gagriel

Re: Nachweis der Elektrosensibilität

Beitrag von sibylle gagriel » 2. November 2005 22:20

Bravo Elisabeth, das ist richtig! Wir sind ganz normal auf künstliche Felder ragierende Menschen. ich war heute in Genf auf dem entsprechenden Kontrollamt, denn ich habe vernommen, dass man uns dort immer noch als Spinner ansieht. Ich konnte über 2 Stunden reden und ich glaube, langsam dringt doch etwas in deren Hirne dort. Da alles ja sehr schnell ging mit der ORNI Verordnung, musste ja einfach jemand herhalten. Und je weniger diese Person weiss, umso leichter kann Sie damit leben. Ich verstehe nun wie alles zusammen hängt.
Ich habe mehrmal vom Überleben gesprochen, das wirkte. Nun hoffe ich, dass die nächste Person die dort anruft mit mehr vertsändnis angehört wird. Ich denke, wir müssten einfach überall mehr übere unser Problem sprechen.

Sibylle

charles claessens

Re: Nachweis der Elektrosensibilität

Beitrag von charles claessens » 4. November 2005 10:02

Hallo Elisabeth Buchs,

Sie schrieben: *Das Umweltschutzgesetz sagt: jeder Mensch hat ein Recht auf Leben, also auch wir Elektrosensiblen*

Das ist nicht vollständig.
In vielen Länder steht aber im Grundgesetz, dass jeder Mensch recht hat auf ein gesundes und unantasbar Leben.
Nur zusätzliche Gesetze können darauf eine Ausnahme erlauben.
Aber diese züsätzliche Gesetze gibt es nicht.
Also.

Aber in der Praxis werden Gesetze nur angewandt für Falschparker und Geschwindigkeitskontrollen.
Die höchste Strafe gilt nicht für Mord, sondern wenn man den Staat nicht rechtzeitig bezahlt, wie Steuer und Sozialpremien.

Charles Claessens

Elisabeth Buchs

Re: Nachweis der Elektrosensibilität

Beitrag von Elisabeth Buchs » 4. November 2005 21:22

Zur Elektrosensibilität ist ein 34-seitiger englischer Bericht "Definition, Epidemiologie und Management der Elektrosensibilität" von der Health Protection Agency erschienen.

http://www.hpa.org.uk/radiation/publica ... pd_010.htm

Im Summary of findings findet man die wichtigsten Angaben. Es wurden keine neuen Tests durchgeführt, sondern die bisherigen ausgewertet. Schwerpunkt dieses Berichts sind Elektrosensible, die negativ auf Computer reagieren, oft Hautsymptome, aber auch allgemeine Symptome auf Niederfrequenz.

Es wird z.B. auf einen möglichen Zusammenhang mit Multipler Chemikalien Empfindlichkeit und Amalgambelastung hingewiesen.

Die Problematik habe in den frühen Achzigerjahren mit den Computern am Arbeitsplatz mit Hautsymptomen begonnen, in den späteren Achzigerjahren auch mit allgemeinen Symptomen. Nervliche Symptome sind die meistgenannten in allen Ländern. Bei mir haben die Probleme mit Computerarbeit etwa 1987 begonnen, heute sicher wegen der Einführung der LCD-Flachbildschirme weniger ein Problem. Ich kenne nur einen Elektrosensiblen, der mit Hautsymptomen auf Computer-Bildschirm reagiert.

Interessant sind für mich besonders die Tests, wo es um biologische Parameter geht, z.B. Cortisol, Prolaktin, Testosteron, Thyroxin, Adrenalin, Noradrenalin, Melatonin, Neuropeptide, Neuroaktive Substanzen. Antioxidantien, Acetylcystein, Gammalinol-Säure. Erythrozyten, weisse Blutzellen. Aber auch Herzratenvariabilität.

Als Therapie werden vor allem Meiden der Felder, aber auch die (unvermeidlichen) Verhaltenstherapien, Akupunktur, Shaiatsu, Hypnose und geringe Dosis Antdepressiva genannt.

Als Referenzen werden u.a. G. Rubin, S. Wessley und Das Munshi aufgeführt, die man bereits vom "systematic review of provocation studies" her kennt.

Der Bericht zeigt keine grossen Neuigkeiten, es bestehen sehr viele offene Fragen und man scheint sehr vorsichtig sein zu müssen, was man zur Elektrosmog-Problematik sagen darf.

Ich bin privat auf der Suche nach "Puzzlesteinen", die vielleicht weiterhelfen, dass wir Elektrosensiblen nicht länger psychiatrisiert werden können und die Empfindlichkeit etwas reduzieren können und hoffe, die "richtigen" Leute mit entsprechendem Fachwissen kennenzulernen, die diese Angelegenheit weiterbringen. So habe ich Kontakt aufgenommen mit Dr. Kuklinski aus Rostock, zum Therapiezentrum Pananeika in Oesterreich und Antox-Labor in München. Und habe so interessante Dinge vernommen wie Zusammenhang von Elektrosensibilität mit Hirnstammstörung, Halswirbelsäulenschaden, Mitochondrienfunktionsstörungen, angeboren oder erworben (Energiezentrum der Zelle), aber auch Hinweise auf Entzündungen, Infekte, Viren z.B. Eppstein Barr, Chemikalienempfindlichkeit, ungenügende Nebennierenfunktion.

Vielleicht kann auch Herr Breunig, der einen Text zu diesem Bericht von HPA gemailt hat, noch mehr dazu sagen.

Mit freundlichen Grüssen

Elisabeth Buchs

Elisabeth Buchs

Re: Nachweis der Elektrosensibilität

Beitrag von Elisabeth Buchs » 4. November 2005 21:53

Hallo Charles Claessens

Hier die korrekte Angabe dazu:

Artikel 10 aus der Bundesverfassung

Art. 10 Recht auf Leben und auf persönliche Freiheit
1 Jeder Mensch hat das Recht auf Leben. Die Todesstrafe ist verboten.

2 Jeder Mensch hat das Recht auf persönliche Freiheit, insbesondere auf körperliche und geistige Unversehrtheit und auf Bewegungsfreiheit.

3 Folter und jede andere Art grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Bestrafung sind verboten.


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Stand am 29. März 2005

mips

Re: Nachweis der Elektrosensibilität

Beitrag von mips » 5. November 2005 22:26

Ich habe mal mitbekommen, dass die Spezialklinik Neukirchen, das ist in der Nähe von Ravensburg, unter anderm die Möglichkeit hat freie Radikale und das Redox-Potential im Blut zu messen.
Frau Dr. Stöcker soll schon Elekrosensieble an Dr. John G. Ionescu, den Leiter der Allergieklinik, verwiesen haben.

Elisabeth Buchs

Blut bestrahlen statt Menschen

Beitrag von Elisabeth Buchs » 6. November 2005 10:41

Vom Antox-Labor in München habe ich vernommen, dass es einen Test gibt, wo das Blut vor und nach der Bestrahlung untersucht wird. Dies könnte eine Möglichkeit sein, die für die Probanden problematischen und aufwändigen Expositionstests zu ersetzen/ergänzen und herauszufinden, dass z.B. das Blut von Elektrosensiblen anders/stärker auf Elektrosmog reagiert als dasjenige von Elektroresistenteren und so einen Standartisierungsnachweis zu finden auf Elektrosensibilität. "Natürlich" ist es wieder so, dass Elektrosensible solche Untersuchungen selber bezahlen müssen, während die offizielle Forschung bei untauglichen Kurzzeit-Provokationstests steckenbleibt mit der entsprechenden Schlussfolgerung: kein wissenschaftlicher Beweis für die Elektrosensibilität und den Hinweis auf allfällige (ebenso unbewiesene) psychische und Angstgründe.

Es soll eine grosse Anzahl Entgiftungsenzyme geben, wovon im Labor etwa 10 davon untersucht werden könnten, wiederum mit entsprechenden Kosten für die Betroffenen und keinerlei Unterstützung durch offizielle Stellen. Dem Labor sei kein Arzt in der Schweiz bekannt, der so was anbiete. Ein Kurier, der das Blut transportiere, müsse selber gesucht/organisiert werden. Vor einer allfälligen Untersuchung der Entgiftungsenzyme sollte eine Untersuchung bei Dr. Kuklinski stattfinden, in Rostock oder zeitweise auch Nähe Salzburg (Panakeia-Labor) möglich.

Mit freundlichen Grüssen

Elisabeth Buchs

charles claessens

Re: Nachweis der Elektrosensibilität

Beitrag von charles claessens » 6. November 2005 11:02

Hallo Elisabeth Buchs,

Punkt 2: Jeder Mensch hat das Recht auf persönliche Freiheit, insbesondere auf körperliche und geistige Unversehrtheit und auf Bewegungsfreiheit.

Es steht so nicht nur in eure Bundesverfassung, sondern in die der meiste Länder in Europa.
Es ist sogar auch von Brüssel so in die EWG geltend gemacht.

In Schweden ist die Elektrosensibilität anerkannt.
Zu empfehlen ist auch das Buch The invisible Disease von Gunni Nordström.

Charles Claessens

Peter

Re: Nachweis der Elektrosensibilität

Beitrag von Peter » 7. November 2005 11:35

> Punkt 2: Jeder Mensch hat das Recht auf persönliche Freiheit,
> insbesondere auf körperliche und geistige Unversehrtheit
>
> Es steht so nicht nur in eure Bundesverfassung, sondern in die der
> meiste Länder in Europa.
> Es ist sogar auch von Brüssel so in die EWG geltend gemacht.

Schöne tote Buchstaben! Geh nur mal auf die Strasse (lauter Dieselabgase von 25Liter-SUVs ohne Russfilter) oder in ein Restaurant (Zigarettenqualm zum Schneiden, bis in allfällige "Nichtraucherecken", haha). Recht auf Unversehrtheit und Leben? Meine Mutter starb am Passivrauchen. Derweil wird die Tabakindustrie mit Milliardensubventionen (auch aus Brüssel) gefördert, damit die armen Tabakbauern in Griechenland und am Bodensee nicht pleite gehen. Und nun kommt halt noch die E-Smog-Industrie dazu...

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