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SBB-Funkantennen in Jona geplant/Baar: Antenne vor Bundesger

Verfasst: 4. November 2005 12:39
von The Future's black
© Die Südostschweiz; 03.11.2005

Region Gaster/See

Ausgabe Glarus Gaster/See

SBB-Funkantennen in Jona geplant

Bis 5. Dezember werden die Projekte betreffend Jona Nord und Aspwald öffentlich aufgelegt

Die SBB wollen im Linthgebiet noch mehr Funkantennen bauen. Am Freitag startet das Plangenehmigungsverfahren für zwei weitere GSM-R- Antennenanlagen in Jona.

· von Sibylle Speiser
In Jona Nord, das heisst in der Nähe des Bahnhofs Jona beziehungweise des Altersheims Bühl, soll eine Antenne für den Bahnfunk GSM-R auf einem der bestehenden Hochspannungsmasten angebracht werden. Im Aspwald, etwa dort, wo sich die A 53 mit der Bahnlinie kreuzt, soll ein 23,7 Meter hoher Antennenmast entstehen. An beiden Standorten werden für die Basisstationen GSM-R des weiteren je eine dazu gehörende Sendeanlage und Technikkabine platziert.

Bei diesen Projekten in Jona handelt es sich um zwei von zwölf geplanten Antennenanlagen auf der S-5-Strecke zwischen Niederweningen ZH und Jona. Die Projektunterlagen können ab morgen Freitag, 4. November, bis zum 5. Dezember im Gemeindehaus Jona eingesehen werden. Allfällige Einsprachen müssten innerhalb dieser Frist an das Bundesamt für Verkehr (BAV) in Bern eingereicht werden.

Streckenweise gebaut

Bereits von Anfang April bis Anfang Mai waren die Plangenehmigungsverfahren (PGV) für SBB-Antennenanlagen in Rapperswil, Schmerikon, Uznach, Kaltbrunn und Schänis (beim Bahnhof Ziegelbrücke) mit einer öffentlichen Auflage gestartet. Jona komme nun erst ein halbes Jahr später an die Reihe, weil das GSM-R-Projekt schweizweit streckenweise gebaut werde, erklärt SBB-Sprecherin Michèle Bamert auf Anfrage. Dementsprechend würden auch die PGV streckenweise durchgeführt. Die PGV für die Standorte Schmerikon, Rapperswil, Schänis, Uznach und Kaltbrunn seien im Rahmen des Streckenprojekts Zürich-Ziegelbrücke eingereicht worden. Nun sei das Streckenprojekt Niederweningen-Jona an der Reihe.

Die PGV für die Strecke Zürich-Ziegelbrücke laufen noch und werden zurzeit vom BAV behandelt. Aus Schmerikon waren diesbezüglich einige Einsprachen eingegangen, unter anderem vom Gemeinderat (die «Südostschweiz» berichtete).

«Sorgfältig geplant»

In Jona Nord wird kein separater Antennenmast gebaut, sondern ein bestehender Hochspannungsmast für die Anlage genutzt. Bamert erklärt dazu: «Jeder Standort wird sorgfältig geplant und örtliche Verhältnisse werden bei der Planung berücksichtigt.» Beim Standort Jona Nord erfülle der vorhandene Mast alle technischen Voraussetzungen. Vereinzelt würden, wo möglich, solche Lösungen an vorhandenen Hochspannungsmasten oder auch Fahrleitungsmasten angewendet.

Der Umstand, dass es in Jona gleich zwei Sendeanlagen braucht, ist gemäss Bamert auf den Streckenverlauf zurückzuführen. Wegen diesem sei ein Standort in der Kurve im Aspwald nötig. Dadurch könnten auch die Immissionswerte der Nachbarstandorte tief gehalten werden.

Minime Strahlung

Der Gemeinderat Jona hat sich mit den Bahnfunk-Projekten der SBB Anfang dieser Woche befasst und hat gemäss Bauchef und Gemeindeschreiber Josef Thoma dem Vorhaben zugestimmt. Es gebe auch nicht viel Spielraum, anders zu entscheiden. «Der Boden, auf denen die Projekte geplant sind, gehören den SBB und die Strahlungsgrenzwerte der NIS-Verordnung werden eingehalten», so Thoma.

Bereits vor einem halben Jahr war von Seiten der SBB und auch von Seiten von Einsprechern in Schmerikon betont worden, dass die Strahlung der Antennenanlagen – im Gegensatz zu deren unästhetischer Höhe – kein Problem sei. Wer ein Handy ans Ohr halte, sei grösserer Strahlung ausgesetzt. Der Strahlungwert sei zehnmal kleiner als bei herkömmlichen Mobilfunk-Antennenanlagen und verlaufe ausserdem nur linear der Gleisanlagen. So werden die SBB-Funkantennen wohl auch kaum von der Petition gegen die ungesunden Mobilfunkantennen betroffen sein, die jüngst in Rapperswil und Jona lanciert worden ist.

Das neue, digitale Funksystem wollen die SBB zugunsten der Sicherheit interner Kommunikation zwischen Lokomotivführern und zugunsten besserer Qualität von Kundeninformationen einführen. Das herkömmliche analoge SBB-Funksystem wie auch die nicht immer einwandfrei funktionierenden öffentlichen Mobilfunksysteme genügen den geforderten Sicherheitsansprüchen nicht mehr.

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© Neue Luzerner Zeitung; 04.11.2005; Seite 23

Zuger Zeitung Aufschlag

Baar

Mobilfunkantenne vor Bundesgericht?

Die Gegner der geplanten Spinnerei-Mobilfunkantenne sind bereit, vor Bundesgericht zu gehen, sollte ihre Beschwerde abgewiesen werden.

Von Carl-Axel Englund
Unter der Führung von Max Gisler, Direktionssekretär der Zuger Baudirektion, hatten am Mittwoch Vertreter von Swisscom, der Gemeinde Baar, des Kantons sowie die Beschwerdeführer den Standort für eine Mobilfunkantenne am Fabrikgebäude Langgasse 40 besichtigt. Der Augenschein war Teil des laufenden Verfahrens in einer Verwaltungsbeschwerde gegen die Errichtung dieser Antenne. Die Beschwerde war von zwei Unterzeichnern am 30. Mai dieses Jahres bei der Baudirektion eingereicht und am 12. und 15. August mit weiteren Einzelheiten ergänzt worden.

Eine 32 Meter hohe Antenne

Die Ausgangslage: Die UMTS-Antenne ist von der Gemeinde Baar bewilligt worden. Zwar versuchte der Gemeinderat, der Swisscom einen anderen Standort schmackhaft zu machen, aber der Mobilfunk-Netzbetreiber erklärte das Spinni-Areal für ideal. So soll die 32 Meter hohe Antenne am oberen Ende des neueren Industriegebäudes errichtet werden und dieses um 21 Meter überragen. Da die in der Verordnung über nichtionisierende strahlungfestgeschriebene Immissionswerte eingehalten werden, sah sich die Gemeinde ausser Stande, die Bewilligung zu verweigern.

«Die Gemeinde hat von vorneherein auf ihren Ermessensspielraum verzichtet», erklären die Beschwerdeführer, die mittlerweile von 400 Personen der Interessengemeinschaft Nachbarschaft Spinnerei/Brauerei unterstützt werden. Diese Argumentation basiert auf der Tatsache, dass die alte Spinnerei an der Lorze als historische Zeugin der

Industrialisierung zu den im Bundesinventar geschützten Kulturobjekten gehört.

Laut dem Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz müssen solche Objekte im besonderen Mass von störenden Installationen geschützt werden. Die Gemeinde, so die Beschwerdeführer, hätte es aus diesem Grund in der Hand gehabt, die Antenne grundsätzlich abzulehnen.

Der Denkmalschützer spricht

Dies ist ein heikler Punkt, und das weiss der Gemeinderat Baar sehr wohl. Er hat deshalb um die Meinung der kantonalen Denkmalpflege ersucht. In einer Stellungnahme zur Verwaltungsbeschwerde bestätigt der kantonale Denkmalpfleger Georg Frey seine Einschätzung der Lage: «Das neuere Fabrikgebäude Langgasse 40 ist ein Störfaktor im historischen Fabrikareal der Spinnerei an der Lorze. Diese Störung wird aber durch den geplanten Antennenmast nicht verstärkt. Die Antenne wird an der dem geschützten Objekt abgewandten Seite montiert und stellt für dieses keine unmittelbare Beeinträchtigung dar.» Frey schreibt, der Mast sei gar weniger störend als der bestehende Fabrikbau von 1991, weil Maste «durchaus zu einem Fabrikensemble gehören können».

«Es ist klar ­ die ganze Situation ist stark von einer Person, dem Denkmalschützer, abhängig», sagt Baars Bauchef Walter Ineichen. «Beim Augenschein haben wir nun die Kompetenzen in dieser Sache durchleuchtet, und Frey hat bestätigt, dass der Kanton in dieser Sache frei entscheiden kann und das letzte Wort hat.» Laut Ineichen kann der Kanton durchaus die Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege einschalten, aber diese hat nur eine beratende Funktion. Wie eng nun die Denkmalschutzzone um die alte Spinnerei gezogen werden soll ­ darüber sind die Meinungen geteilt. «Zu eng» sei sie, sagen die Beschwerdeführer, «auch die Umgebung muss mit einbezogen werden.» Bauchef Ineichen aber sagt: «Die Beschwerdeführer haben das Perimeter unglaublich weit gezogen.»

Über den Augenschein wird nun ein Protokoll erstellt. Max Gisler: «Dies sollte in wenigen Tagen der Fall sein. Dann haben die Parteien 30 Tage Zeit, sich dazu zu äussern.»

Rein juristische Aspekte

Die Beschwerdeführer verzichten auf Argumente wie Strahlung und gesundheitliche Gefährdung. Sie werden die rein juristischen Aspekte berücksichtigen und sich auf die bundesgerichtlichen Rechtsprechung berufen. Sie sind zuversichtlich: «Wir kennen unsere Chancen.» Wenn nötig würden sie auch vor Bundesgericht gehen.

Das werde «eine teure Angelegenheit», meint Ineichen dazu. Gemeindepräsident Dübendorfer sieht dem Urteil der Regierung mit Gelassenheit entgegen: «Uns fällt kein Stein aus der Krone, wenn der Fall anders ausgeht, als wir ihn beurteilen. Dann ziehen wir die Baubewilligung einfach zurück.»

Eine Bemerkung kann er sich trotz aller Gelassenheit nicht verkneifen: «Und dabei haben doch alle ein Natel im Sack.»
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© Neue Luzerner Zeitung; 04.11.2005; Seite 1

Zuger Zeitung Frontseite

Den Kern nicht getroffen

Die Auseinandersetzung um eine geplante ­ und von der Gemeinde bereits bewilligte ­ Mobilfunkantenne auf dem Spinnerei-Areal in Baar kommt langsam in die entscheidende Phase. Die

Regierung wird vielleicht noch in diesem Jahr zu einer Verwaltungsbeschwerde Stellung nehmen und entscheiden, ob die Bewilligung rechtens sei. Wenn nicht, wird die Bewilligung zurückgezogen. Wenn ja, wollen die Beschwerdeführer vor Bundesgericht gehen.

In den Argumentationen dieses Beschwerdeverfahrens gehts um Denkmalschutz, optische Störfaktoren, Paragrafen und Zuständigkeiten. Von dem, was die Menschen in der Nachbarschaft solcher Antennen wirklich verunsichert, ist keine Rede. Nämlich: Sind die elektrischen Magnetfelder und die Strahlung solcher Antennen gesundheitsgefährdend?

Weil niemand mit Sicherheit sagen kann, welche Wirkung diese Strahlung auf Menschen hat, muss die Diskussion um die Antennen auf einem Nebenschauplatz geführt werden. Denn es ist wirklich ein Unterschied, ob eine Entscheidung aufgrund optischer Belästigung oder gesundheitlicher Gefährdung gefällt wird.

In einem Umfeld totaler Verunsicherung wimmelt es von Behauptungen und Gegenbehauptungen. Es gibt Leute, die schwören, dass sie nicht nur von den Antennen, sondern auch von den Mobiltelefonen krank werden. Andere qualifizieren solches als Quatsch ab. Die Stimmung schlägt manchmal in so etwas wie Sektenwahn um.

Es ist störend, dass so viele Leute mit ihren Ängsten im Stich gelassen werden. Ihnen ist es nämlich «wurscht», ob eine Antenne das Ortsbild verunstaltet oder nicht. Ihnen ist auch egal, ob jetzt der Bund, der Kanton oder die Gemeinden zuständig sind. Sie wollen nur wissen, ob sie krank werden können. Warum weiss das keiner? Will man es vielleicht gar nicht wissen?

Carl-Axel Englund
cenglund@neue-zz.ch
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© Zofinger Tagblatt / MLZ; 04.11.2005

Suhrental/Uerkental Zeitung

Dämpfer für die Antennen-Gegner im Uerkental

Bottenwil: Bundesamt erteilte Plangenehmigung

Noch immer wehren sich Uerkner und Bottenwiler gegen die geplante Gemeinschaftsantennenanlage beim Schwimmbad. Mittlerweile liegt das Dossier bei der Rekurskommission Infrastruktur und Umwelt. Zuvor hatte das Bundesamt für Energie die Plangenehmigung erteilt.

Der Widerstand gegen die Mobilfunk-Antennenanlage beim Bottenwiler Schwimmbad hält sich hartnäckig, wenn auch nicht mehr so geschlossen. Mittlerweile muss die Rekurskommission für Infrastruktur und Umwelt (REKO/INUM) in Bern über die vor rund eineinhalb Jahren formulierten Einsprachen befinden. Die Einsprechenden wehren sich dagegen, dass am Starkstrommast beim Schwimmbad Bottenwil eine Gemeinschaftsantennenanlage (Swisscom, Orange, Sunrise) in Betrieb genommen wird.

Erste Kostenvorschüsse

Zuvor, am 10. Juni dieses Jahres, hatte das Bundesamt für Energie (BFE) die Plangenehmigung erteilt. «Das Gesuch entspricht allen gesetzlichen Vorschriften», fasst der dafür zuständige Werner Gander den BFE-Entscheid zusammen. In den Einsprachen wurde bemängelt, die Publikation des Baugesuches sei unrechtmässig erfolgt. Zudem sei die Gesamtleistung der Antenne absolut überrissen, der Bedarf für eine solche Anlage sei nicht vorhanden.

Beim REKO/INUM, das sich seit vier Monaten mit der Beschwerde befasst, hält man sich mit Verweis auf das laufende Verfahren bedeckt. Die zuständige Richterin, Marianne Sauvant Ryter, rechnet nicht damit, dass über die Beschwerde noch dieses Jahr befunden wird. Laut ihr hat der erste Schriftenwechsel mit Stellungnahmen und Vernehmlassung bereits stattgefunden. - Klar ist, dass die Einsprechenden erste Vorschüsse leisten mussten - rund 4000 Franken. Und fest steht auch, dass die Kosten mit der Komplexität der Sache steigen.

Wenn nötig vors Bundesgericht

Dies scheint bereits erste Risse in der Antennen-Front zur Folge zu haben: Nicht mehr alle, die sich letztes Jahr noch mit Leserbriefen gegen die Antenne stark machten und bei den Einsprachen beziehungsweise der Unterschriftensammlung mithalfen, leisten noch Opposition.

Beim Verein Gigaherz jedoch, der Schweizerischen Interessengemeinschaft Elektrosmog-Betroffener, will man weiter dafür kämpfen, dass die Mobilfunkbetreiber die Leistung der geplanten Anlage reduzieren. Wenn nötig nimmt man auch den Gang an das Bundesgericht in Kauf, wie Präsident Hans-Ulrich Jakob auf Anfrage sagte. (bbo/zto)
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© Neue Zürcher Zeitung; 04.11.2005; Seite 57; Nummer 258

Zürich und Region

Gegen Mobilfunkantenne in Greifensee

cn

cn. Der Gemeinderat von Greifensee verweigert der Firma Sunrise eine Baubewilligung für eine Mobilfunkanlage. Erst kürzlich hatte der Gemeinderat noch einen Informationsabend zum Vorhaben organisiert, das den Zweck hatte, die Gemüter erboster Anwohner zu beruhigen. Wie der Gemeinderat nun mitteilte, ordnet sich die Anlage seiner Meinung nach schlecht in die Mehrfamilienhausquartiere Müller- und Seilerwis ein. Die durchgrünten Überbauungen mit dem Kinderspiel-, dem Grill- und dem Freizeitplatz, so der Gemeinderat, würden durch die prominente Antenne «ästhetisch massiv gestört». Zudem sei Greifensee genügend mit Mobilfunkantennen abgedeckt.
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© Der Bund; 04.11.2005; Seite 29

Stadt-Region

Der Bund

Streit um Spannung

In Köniz gibts Kritik an Planungsvorsteher Urs Wilk

Attacke auf Gemeinderat Urs Wilk. Im Nachgang zu einer Veranstaltung am vorigen Freitag, an der über den Bau der BKW-Hochspannungsleitung von Mühleberg nach Wattenwil informiert wurde, erhebt die SP happige Vorwürfe gegen den Freisinnigen. Er nehme die Sorgen der Bevölkerung nicht ernst und behandle das Thema nicht vordringlich. In einer Mitteilung schreibt die Partei: Es entstehe somit der Eindruck, dass «die Interessen der BKW» über diejenigen der Bewohner gestellt würden. Mit ein Grund für diese Anwürfe: Am Info-Abend der Opponenten war Wilk nicht anwesend. Kritik äussert auch Andreas Burren aus Mengestorf, der sich in der Interessengemeinschaft für eine umweltfreundliche Hochspannungsleitung engagiert. Wilk verhalte sich so, als ob er sich für die «gesundheits- und landschaftsschädi-gende Freileitung» stark mache. Wilk begründet sein Nichterscheinen am Info-Abend mit «anderen Verpflichtungen», die er habe wahrnehmen müssen. Er betont, dass der Gesamtgemeinderat niemanden an die Veranstaltung delegiert habe. Wilk hält aber mit seiner Meinung zum geplanten Projekt der BKW nicht hinter dem Berg. Er sagt: «Die Leute, die sich gegen den Neubau der Leitung wehren, verkennen, dass die Strahlenemissionen wesentlich gesenkt werden könnten.» Die neue Leitung dürfe hundertmal weniger Strahlung aufweisen. Seiner Meinung nach ist es aber «unzulässig», wenn die BKW den Bau der Leitung nun etappieren wolle. Aus diesem Grund werde Köniz die Einsprache gegen das Projekt auch nicht zu-rückziehen, kündigt Wilk an. (rr)
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© Limmattaler Tagblatt / MLZ; 02.11.2005

Region Zeitung

Besorgte Bürger machen mobil

Limmattal Mobilfunk löst Ängste aus und zwingt Behörden vermehrt zum Handeln

Welche Auswirkung hat der Mobilfunk auf unsere Gesundheit? Angst macht sich breit und mit ihr wächst der Widerstand. In Schlieren, Unterengstringen und Uitikon machen Bürger mobil.

Jürg KRebs
Die Angst geht um. Die Angst vor den gesundheitlichen Auswirkungen der Mobilfunkstrahlung. In der ganzen Schweiz machen besorgte Bürger mobil, gründen Interessengemeinschaften, machen Druck auf die Politik.

Das gilt auch für den Bezirk Dietikon. In Uitikon setzen sich Marianne und Hans-Jakob Guldener seit einiger Zeit für ein so genanntes Moratorium ein. Ihrer Ansicht nach sollen Gemeinden keine Anträge für Mobilfunkantennen mehr behandeln, bis Studien die Unbedenklichkeit von hochfrequenter Strahlung nachgewiesen haben.

In Unterengstringen führt Margrit Rüegg den Kampf gegen den Bau einer Antenne an der Zürcherstrasse 42 an und organisierte am 6. Oktober einen Informationsabend für betroffene Anwohner.

Widerstand in Schlieren

In Schlieren hat der Kampf gegen Mobilfunkantennen die Politik erreicht. So überwies das Parlament am 5. September eine Motion an den Stadtrat, der den Bau von Antennen in Wohngebieten über die Bauordnung einschränken soll. Daran gekoppelt wurde der Wunsch nach einem Informationsabend zum Thema. Diesem Begehren kommt Stadtrat Jean-Claude Perrin am kommenden Dienstag nach.

Stein des Anstosses war in Schlieren die Firma Orange, die ein Baugesuch für den Bau einer neuen Sendeanlage beim Bahndamm eingereicht hatte. Die Baubewilligung ist mittlerweile erteilt, wie der Schlieremer Bausekretär René Schaffner auf Anfrage erklärt. Bereits seien gegen 70 Baurechtsbegehren eingegangen, die Voraussetzung für einen Rekurs sind. Das sei aussergewöhnlich viel für Schlieren, so Schaffner. Bereits ein Dutzend Mobilfunkantennen wurden gemäss Schaffner in der Stadt bislang bewilligt.

Emotionen versus Wissen

Die Diskussionen über Gefährlichkeit oder Unbedenklichkeit von Mobilfunk sind vielfältig und geprägt von Emotionen. Oft genug gleicht die Diskussion mehr einem Glaubenskrieg als einem Ringen mittels fundiertem Wissen. Das zeigte die Schlieremer Parlamentssitzung vom September deutlich.

Nicht gerade förderlich für eine Versachlichung der Diskussion ist der aktuelle Kenntnisstand. Gutachten folgt Gegengutachten. Vieles ist vage geblieben und basiert auf subjektivem Empfinden. Und der Druck auf die Politik seitens der Telekommunikations-Konzerne ist gross.

Im Fokus der Diskussionen stehen Auswirkungen des Mobilfunks auf den Schlaf oder das Nevernsystem. Untersucht werden Folgeerscheinungen wie Kopfschmerzen oder Unwohlsein und die Behauptung, Mobilfunk verusache Krebs, erhöhe zumindest aber das Krebsrisiko.

Forschungsergebnisse

Mit Spannung werden deshalb von Befürwortern wie Kritikern des Mobilfunks zwei Forscherteams beobachtet. Zum einen hat der Bundesrat im März 2005 ein neues Nationales Forschungsprogramm zum Thema «Nichtionisierende Strahlung, Umwelt und Gesundheit» bewilligt.

Zum anderen betreibt die Forschungsstiftung Mobilkommunikation (FSM), eine vom Bund anerkannte gemeinnützige Stiftung mit Sitz an der ETH Zürich, eingehende Untersuchungen zu den Auswirkungen von Mobilfunk auf die menschliche Gesundheit. Gegründet wurde die FSM im Herbst 2002. Finanziert wird sie von der ETH Zürich, Nokia (Schweiz), Orange, Sunrise und Swisscom Mobile. Institutionell mitgetragen wird die Stiftung zudem von Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz, den Bundesämtern für Gesundheit, Kommunikation und jenem für Umwelt, Wald und Landschaft sowie Pro Natura, der Schweizerischen Energie-Stiftung und dem Schweizerischen Heimatschutz.

Mit umfassenden Ergebnissen ist erst in ein paar Jahren zu rechnen.

5% reagieren auf Elektrosmog

Die Angst vor Mobilfunkstrahlung ist ernst zu nehmen. Eine repräsentative und vom Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal) in Auftrag gegebenen Studie der Universität Bern zeigte jüngst: Rund 5 Prozent der Befragten sind überzeugt, sensibel auf Elektrosmog zu reagieren und dadurch gesundheitlich beeinträchtigt zu sein.

Als Beschwerden würden hauptsächlich unspezifische Krankheitssymptome wie Schlafstörungen oder Kopfschmerzen angegeben, so die Verfasser der Studie. Verdächtigt als Ursache der Beschwerden würden an erster Stelle Hochspannungsleitungen und Handys.

Der Druck wird grösser

Die diffuse Angst lässt den Druck der Bürger auf die Gemeinden zusehends wachsen. Zwar sind den lokalen Behörden von Gesetzes wegen die Hände gebunden, denn Mobilfunk ist Bundessache. Der Druck wird mittlerweile aber weitergegeben und einzelne Gemeinden proben gar den Aufstand.

So etwa Stäfa, das ein Moratorium für den Bau von Antennen festsetzte, das der Zürcher Regierungsrat aber aufhob. Auch der Versuch, Swisscom, Orange, Sunrise und Co. zum Betrieb eines gemeinsamen Netzes zu zwingen und so dem Antennenwildwuchs Einhalt zu gebieten, schlug im Zürcher Kantonsrat fehl. Die Motion, bei den eidgenössischen Räten eine entsprechende Standesinitiative einzureichen wurde im Rat abgelehnt.

Die Mehrheit nutzt das Natel

Oft genug wird in der ganzen Diskussion ausgeblendet, dass drei von vier Schweizerinnen und Schweizern ein Natel besitzen. Über 9000 Mobilfunkantennen stellen in der Schweiz inzwischen sicher, dass sie flächendeckend telefonieren können. Alleine für den Bezirk Dietikon zählt das Bundesamt für Kommunikation rund 50 Mobilfunkantennen.

Das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft stellt zudem klar: «Die Belastung, die von einem Mobiltelefon ausgeht, ist wesentlich höher als diejenige, die sich durch Basisstationen ergibt.» Wer also über Mobilfunkantennen spricht, sollte auch über den Gebrauch von Natels sprechen.

Am kommenden Dienstag wird in Schlieren die Diskussion über die Auswirkungen des Mobilfunks auf unsere Gesundheit neu aufgegriffen. Stadtrat Jean-Claude Perrin lud Gegner und Befürworter ins Stürmeierhuus ein, allesamt Experten auf dem Gebiet. Zur Sprache kommen politische, gesundheitliche und technische Aspekte des drahtlosen Telefonierens.

An der Veranstaltung soll auf Emotionen verzichtet werden. Der Fokus soll die Informationsvermittlung aufgrund des aktuellen Wissensstandes sein. Eine Diskussion wird es deshalb nicht geben, erklärt Bausekretär René Schaffner, wohl aber eine Fragerunde.

Angst vor dem mobilfunk Unterengstringen, Uitikon, Schlieren - in der Region wollen immer mehr Bürgerinnen und Bürger wissen, welche gesundheitlichen Auswirkungen Sendeanlagen haben, bevor die Gemeinden neue bewilligen. jürg krebs

MObilfunk und Gesundheit

Informationsabend über Mobilfunkantennen: Dienstag, 8. November, 19 Uhr, Stürmeierhuus, Schlieren
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© Die Südostschweiz; 03.11.2005

Region Gaster/See

Ausgabe Glarus Gaster/See

Leserbriefe

Mobilfunk ohne Grenzen

Nicht nur in Rapperswil und Jona wächst die Zahl der Mobilfunkantennen ohne Grenzen. Der Neubau von GSM-Antennen in der Schweiz ist mehrheitlich abgeschlossen. Jetzt kommt die neue UMTS-Technologie, die eine Übertragung in vielfach höheren Datenraten für die Nutzung von Life-TV, Life-Internet und Life-Video verwendet.

Dabei sind aber auch viel höhere Abstrahlungswerte der Antennen zu verzeichnen. Die Verlockungen nicht nur für Konsumenten sondern auch für Anbieter von neuen Antennenstandorten sind hoch, nur die Belastung der Menschen als Benutzer, Mieter oder Mitarbeiter leider ebenfalls. Jeder Mobilfunkanbieter will heute unabhängig seine eigene Antenne und seinen eigenen Standard, statt dass alle Anbieter von den Gemeinden auf eine Gemeinschaftsantenne verpflichtet würden.

Genau dies passiert jetzt in Rapperswil und Jona. Mit 15 Antennen alleine in Rapperswil-Jona (www.funksender.ch) ist ein Ausmass erreicht, welches betrachtet von der Strahlenbelastung auf die Bevölkerung, eine akute Mehrfachbelastung des notwendigen Masses ausmacht. Dabei sind nach aktuellen Erkenntnissen, gemäss der von der Schweiz mitfinanzierten EU REFLEX-Studie zum Elektrosmog, Sendeleistungen bereits im GSM-Standard nachhaltig lebensbedrohlich, führen zu Konzentrationsstörungen, Störungen des Herzrhythmus, Schäden im Erbgut von Pflanzen, Tieren und Menschen oder sogar zu Krebs. Wann nehmen die verantwortlichen diese Situation endlich ernst?

Mit vereinten Kräften sind in Rapperswil und Jona die UGS Jona-Rapperswil und die SVP Rapperswil-Jona zusammen mit der Sachverständigen Sophia Iten daran, mit einer Petition diesem Wildwuchs der Mobilfunkanbieter und der Bewilligungspraxis der Behörden ein Ende zu setzen. Mit einer Petition fordern sie einen sofortigen Bewilligungsstopp und ein angemessenes Planungskonzept, dass auf die mehrfache Überlagerung durch Sendeanlagen und deren unnötige schädliche Auswirkungen verzichtet, jedoch die notwendige Abdeckung sicherstellt.

Betroffene Mieter und Arbeitnehmer auch ausserhalb des offiziellen Einspracheradius von gerademal 30 Metern für Grundeigentümer, sind aufgerufen, dieses Vorhaben zu unterstützen. Die schädliche Belastung der kürzlich durch die Stadt Rapperswil bewilligten UMTS-Antennen bei Weidmann Infra AG und Graf & Cie Maschinenfabrik AG sind weitere Schritte in die falsche Richtung.

Wenn die Behörden die Verantwortung für die Gesundheit nicht genügend wahrnehmen und sich hinter den Gesetzen und Verordnungen verstecken, müssen die betroffenen Menschen in Rapperswil und Jona eben selber aktiv werden. Die Unterschriftenaktion läuft nur bis zum 6. November 2005. Das Ziel sind 2500 Unterschriften, also 10 Prozent der Bevölkerung.

Informationen sind erhältlich bei den Parteien UGS und SVP sowie direkt bei Sophia Iten, Rapperswil, E-Mail: sophia.iten@gmx.ch.

Hans Tobler, Rapperswil
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© Tages-Anzeiger; 03.11.2005; Seite 19

Zürich

REGION

Antenne bewilligt

Schlieren. - Der Stadtrat hat die Mobilfunkantennenanlage beim Bahndamm oberhalb des Rainwegs bewilligt. Das Baugesuch von Orange Communications hatte im Parlament Diskussionen ausgelöst, die zu der Überweisung einer Motion führten. Sie will die Bauordnung dahingehend ändern, dass keine Mobilfunkantennen in Wohngebieten oder in der Nähe von Schulen und Spielplätzen bewilligt werden. Am kommenden Dienstag, 8. November, findet eine Infoveranstaltung zu diesem Thema statt (19 Uhr, Stüürmeierhuus). (net)

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© Le Matin; 03.11.2005; page 7

Suisse

Antennes sur le clocher: pétition à la Ville!

Evelyne Emeri

LAUSANNE Les opposants à l’installation d’antennes de téléphonie mobile sur le clocher de l’église Sainte-Thérèse, dans le quartier familial de Montoie, sont tenaces. Il y a quinze jours, 933 habitants du coin – paroissiens ou pas – déposaient une opposition collective contre le projet de l’opérateur Sunrise au Service de l’urbanisme («Le Matin» du 19 octobre). Vendredi, les réfractaires passeront la vitesse supérieure. Une délégation se présentera à 14 heures à l’Hôtel de Ville pour remettre une pétition au président du Conseil communal, le socialiste Jean-Christophe Bourquin.

«Nous souhaitons créer un débat général. Le cas de Sainte-Thérèse est exemplaire. Et il y a prolifération, précise Alexandre Huber, porte-parole du collectif. Il s’agit d’une bataille entre une grosse entreprise et de simples citoyens qui craignent pour leur santé. Nous allons jusqu’à espérer que le législatif prenne des mesures afin de contenir ce type d’installations. »

La pétition comprendra les 933 signatures de l’opposition, assorties d’environ 200 autres, émanant de parents en vacances au moment de la fin de la mise à l’enquête. Une démarche parallèle est également en cours en vue de sensibiliser les responsables de la paroisse catholique. Qui a agendé une assemblée extraordinaire mercredi prochain. Celle-ci est toutefois réservée aux «paroissiens et paroissiennes de Sainte-Thérèse de confession catholique romaine âgés d’au moins 16 ans révolus habitant le territoire de la paroisse». . . «Ça n’a rien à voir avec la rencontre avec la population promise au départ!» s’insurge M. Huber.
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