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Warum Politik und Medien das ganze aussitzen wollen...

Verfasst: 8. November 2005 08:58
von -Andi
Ich habe mich auch schon gewundert (wie das aktuelle Beispiel Rheintal/Chur zeigt), warum SP und leider auch die Grünen viel zuwenig oder gar nichts in Sachen Eindämmung dieser Verstrahlung unternehmen in den Räten.

Der Grund ist schnell gefunden:

Die Swisscom ist die Domäne der SP.

Leider ist es knallharter Fakt in der gegewärtigen politischen Situation:

- Die 'Marktrevolutionäre' (so werden die Neoliberalen in einer kürzl. vorgestellten Studie genannt)

- und die Linke, die in dieser Frage wegen der Allianz zur Swisscom total befangen ist

werden von Seiten der Politik nichts bewegen wollen oder können.


Die Rechtsprechung (Lausanne) - so können wir es hier auf gigaherz nachlesen - ist ebenso wenig ein verlässlicher Partner - die Dossiers nehme (besser: reisse) immer der gleiche Bundesrichter an sich.

Bleibt noch die sog. 'vierte Macht':
- Die Zeitungen haben vermutlich die Hosen voll, sie verlören wohl wertvolle Inseratevolumen, wenn man was gegen die Mobilfunkindustrie schreibt.

- Und TV und Radio wollen wohl nicht verantwortlich gemacht werden für eine drohende Massenhysterie im Land.

Es ist ja augenfällig: z. B. das bahnbrechende Urteil im Wallis habe ich nirgendwo erfahren können in unseren Medien.

...es schweigen alle schön beharrlich und sitzen das ganze einfach aus - in der Hoffnung, die Erkrankungen können etwas anderem zugeschrieben werden (wohl ganz allgemein: unserem modernen 'Way of Life' oder besser: 'Way to Death')


Es wird also umso nötiger sein, dass die Betroffenen schonungslos ihr Schicksal darlegen und mitteilen.

Aber ich wette: vom Treffen in Olten wird wohl nirgendwo zu sehen, zu hören oder zu lesen sein... ausser hier auf gigaherz, die derzeit einzige, aktuelle Informationsquelle zum Thema.

-Andi.

Re: Warum Politik und Medien das ganze aussitzen wollen...

Verfasst: 9. November 2005 17:41
von Gigaherz
Letztes Jahr war so ein Schreiberling für ein paar Stunden am Kongress anwesend und hat dann, ganz in der willfährigen Form, wie sie die Industrie von der Presse aus den oben angeführten Gründen erwartet, geschrieben. Bevor er Nachahmer findet, die nicht die nötige Zivilcourage haben, Klartext zu schreiben, sondern ins gleiche Horn stossen und Seitenhiebe austeilen, verzichten wir lieber auf solche Besuche und sorgen selber für Berichte über den Kongress.

Eines Tages werden vielleicht auch Zeitungen draufkommen, dass die Leser Kunden sind, sich nicht ewig an der Nase herumführen lassen und dafür auch noch Abogebühren zahlen.

Gigaherz

Re: Warum Politik und Medien das ganze aussitzen wollen...

Verfasst: 10. November 2005 19:37
von sibylle gagriel
Hallo Andi,

wenn wir wollen, dass eine "Zeitung" in Olten erscheint, müssen wir alle informieren. Also los. Schreibt sie an, damit sie uns nicht mit der Ausrede kommen können, sie hätten nichts gewusst. Auch die Ärzte und die politiker und die Leute von den Fachstellen, alle müssen aufgeboten werden. Ich jedenfalls mache das. ich habe auch schon letztes mal an Zeitungen geschrieben. Ruft die Journalistenvereinigunegn an.
Ich habe aber langsam das Gefühl, dass wir keine Pressefreiheit mehr haben in der Schweiz. Auch Leserbiefe mit bestimmten Inhalten werden nicht publiziert. Die Fäden hinter den Kulissen werden von einigen wenigen gezogen. Wir dürfen uns nicht falsche Hoffnungen machen, müssen aber endlich genügend Zuwachs erhalten, damit wir Druck ausüben können.

Sibylle

Re: Warum Politik und Medien das ganze aussitzen wollen...

Verfasst: 12. November 2005 12:52
von Tom
Solange sich Politiker, wie der Luzerner FDP Nationalrat Georges Theiler durch die Mobilfunker fadenscheinige Beraterhonorare zahlen lassen dürfen, wird sich nichts ändern. Wen wundert es, dass dieser Herr schon so oft in Arena-Sendungen auch zu anderen Themen, die dem Volk unter den Nägeln brennen, die Klappe aufreissen durfte - und immer zu Gunsten der Industrie? Das Beraterhonorar durch Sunrise dürfte somit nicht das einzige sein.

Tom