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Volksinitiative "für Lebensmittel aus gentechnikfreier

Verfasst: 21. November 2005 20:07
von Elisabeth Buchs
Zwar nicht ganz zum Thema, aber doch mit einiger Verwandtschaft ist diese Abstimmung vom 27. November 2005.

Die Volksinitiative verlangt, dass in der Schweizer Landwirtschaft keine Pflanzen angebaut und keine Tiere gehalten werden dürfen, die gentechnisch verändert sind. Das Verbot soll fünf Jahre lang gelten.

Das Gentechnikgesetz von Anfang 2004 schreibt dagegen für die Zulassung von gentechnisch veränderten Pflanzen ein umfassendes Prüfverfahren vor.
Bundesrat und eine Mehrheit im Parlament behaupten, das Gentechnikgesetz biete den nötigen Schutz für Mensch, Tier und Umwelt.
Ein Argument der Gegenseite ist, man solle der Landwirtschaft und den Konsumenten/innen die Wahlfreiheit lassen.

Die Einfuhr von Lebensmitteln mit Bestandteilen von gentechnisch veränderten Mais- und Sojapflanzen und die Einfuhr von gentechnisch verändertem Futtermittel ist von der Initiative nicht betroffen, eine Annahme der Intiative könnte jedoch Druck auf die Importe ausüben, dass diese auf dem Schweizer Markt nur verkauft würden, wenn sie gentechfrei wären. Freisetzungsversuche wären mit der Initiative dennoch möglich.

In den USA, wo Agro-Gentechnik angewandt wird, leiden die Umwelt und die Natur unter den Monokulturen. Der Verbrauch von Agrochemie steigt, die Artenvielfalt nimmt ab, Kleinlebewesen, vor allem Schmetterlinge und Bienen werden gefährdet.

Forschung und Medikamente wären vom Moratorium nicht betroffen.

Kommentar: ich stimme auf jeden Fall ja zur Initiative. Ich habe genug von Gewinnen auf Kosten von unkalkulierbaren Risiken und negativen Auwirkungen auf Minderheiten wie z.B. Allergiker. Ich glaube nicht daran, dass diese Prüfverfahren Mensch, Tier und Umwelt genügend schützen würden. Diese Initiative geht mir eher noch zu wenig weit, am besten überhaupt kein Gentech-Food. Das ist wieder so etwas, das uns schrittweise aufgerubbelt werden soll.

Wichtig ist auch, dass wir uns in der Schweiz für den Erhalt der Volksrechte einsetzen.

Mit freundlichen Grüssen

Elisabeth Buchs

Re: Volksinitiative "für Lebensmittel aus gentechnikfre

Verfasst: 21. November 2005 21:46
von Markus Durrer
Natürlich hat Gen-Food und Elektrosmog einen Zusammenhang. Beides stört natürliche Gleichgewichte und kann zu einer Störung in Organismen führen.

Die Gentechnologie manipuliert an den Bausteinen des Lebens, ohne deren Funktion und Zusammenwirken genau zu kennen. Immer wieder ergeben sich deshalb nicht vorhersagbare, oft viel später auftretende Folgen. Diese sind meist keine zufälligen Fehler in den Labors - Die Gentechnik bei Pflanzen und Tieren arbeitet mit einem seit Jahren überholten Bild von Vererbung. Pannen und Rückschläge dieser Risikotechnologie resultieren aus einer systematischen Verkennung der Komplexität von Natur und Leben.

Der britische Wissenschaftler Arpad Pusztai wies nach, dass Kartoffeln, denen ein Fremdgen eingebaut worden war, unerwartet schädlich für Ratten waren. So waren innere Organe der Ratten nach zehn Tagen um etwa zehn Prozent geschrumpft, ihr Immunsystem war geschwächt.

In China wurden Pappeln mit Genen für Insektenresistenz versehen. Ein Teil der Bäume zeigte zwar den erwünschten Effekt gegenüber Schädlingen, jedoch nach zwei Jahren auch unerwartete Empfindlichkeiten gegenüber anderenSchadinsekten. Der Grund: Das Fremdgen verändert die Produktion der so genannten Phytoöstrogene, also den „Hormonhaushalt“ der Pflanze.

In Australien fanden kürzlich Forscher heraus, dass Feldmäuse, die sich von genveränderten Erbsen ernährten, eine Lungenkrankheit bekamen. Der Forscher Thomas Higgins meint dazu: "Die Reaktion der Mäuse auf das Protein könnte etwas widerspiegeln, was auch bei Menschen geschehen würde.”

Zum Schluss noch ein Zitat von E.Chargaff, Entdecker der DNA: „Schon die Absicht, mit den Genen herumzupanschen, kommt einer gefährlichen Brutalisierung der wissenschaftlichen Phantasie gleich. Wie jede Senkung des moralischen Niveaus erfolgt sie in kleinen Schritten; zuerst die eine Lappalie, dann die andere, und plötzlich befinden wir uns in einem genetischen Schlachthaus.”

Deshalb ein klares JA für die Initiative “für Lebensmittel aus gentechfreier Landwirtschaft!

Re: Volksinitiative "für Lebensmittel aus gentechnikfre

Verfasst: 21. November 2005 22:08
von gesuana
Auf alle Fälle ein "ja" . - Die Ausbeutung der Natur ist doch offensichtlich , die Produkte der Erde sollen noch mehr Profit abwerfen . Auch die Gentechnik im Freiland ist ein weiterer Versuch an uns , dem ganzen Planeten , der in seiner Dimension noch nicht im mindesten einzuschätzen ist . - Es scheint mir auf allen Ebenen das gleiche Muster zu sein - die Ausmasse könnten gravierend sein .- Und wieder kitzelt man den schlafenden Bären und versucht , uns mit dem Versprechen von "total sicheren gesetzlichen Bestimmungen" einzulullen. - Wer nicht checkt , dass AUSSCHLIESSLICH der Gewinn im Visier der Befürworter steht , muss träumen.
Aber ich bin *diesmal* recht sicher , dass die Befürworter obliegen werden .
gesuana

Re: Volksinitiative "für Lebensmittel aus gentechnikfre

Verfasst: 22. November 2005 08:24
von Chris
Es sind zwar verschiedenen Themen, aber das Vorgehensmuster ist immer dasselbe: Es geht wieder einmal ums liebe Geld und diesem Götzen stehen Politiker und Wirtschaftsvertreter stets zu Diensten, koste es, was es wolle, auch die Gesundheit des Volkes. Erst wenn es zu spät ist, kommt das Nachdenken, oder nicht einmal dann.... Aber dann kann man die Zahnpasta nicht mehr in die Tube drücken. Darum den Deckel fest zuschrauben und am nächsten Sonntag ein entschiedenes "Ja" in die Urne legen.

Chris