Seite 1 von 1

Mehrere Feldstärken wie bewerten...?

Verfasst: 17. November 2005 15:16
von -Andi
Liebes Forum,

ein Einblick in die bei der Stadt archivierten Standortdatenblätter hat ergeben, dass ich an meinem Arbeitsort von drei starken GSM/UMTS-Antennenanlagen mit den folgenden Feldstärken verstrahlt werde:

- 1,4 V/m von hinten 18 Uhr
- 2 V/m aus Blickrichtung 10 Uhr
- 1,6 V/m direkt von vorne 12 Uhr

Mit welcher Belastung von den drei Anlagen muss ich im Prinzip gesamthaft rechnen?

Vielen Dank und Gruss,
vom -Andi.

Re: Mehrere Feldstärken wie bewerten...?

Verfasst: 17. November 2005 16:52
von mips
Die Feldstärken sind folgendermassen zu addieren:

Total=Wurzel aus(1,4 x 1,4 + 2 x 2 + 1,6 x 1,6)= 2,9V/m

Dies ist ein absolut theoretischerer Wert.

Re: Mehrere Feldstärken wie bewerten...?

Verfasst: 17. November 2005 17:35
von charles claessens
Hallo,

- 1,4 V/m = 5198 uW/m2
- 2 V/m = 10610 uW/m2
- 1,6 V/m = 6790 uW/m2
---------------------------
Gesammt 22598 uW/m2

nehmen wir x Faktor 2, um die Spitzenbelastung zu ermitteln:
also etwa 45000 uW/m2.

Richtlinie fuer Wohn/Arbeitszimmer max 100 uW/m2,
und fuer Schlafzimmer 0,1 bis 1 uW/m2

Charles Claessens

Re: Mehrere Feldstärken wie bewerten...?

Verfasst: 17. November 2005 18:02
von A.Masson
Wenn die Strahlung in der Realität so wäre, wie man sie berechnet hat:

Alle drei Zahlwerte einzeln quadrieren, alle Quadrate zusammenzählen, dann wieder Wurzel draus - ergibt also 2.9 V/m.

Die echte Strahlung ist in der Regel geringer, besonders wenn man tief unter der Antenne sitzt (Strahlung geht oben durch), wenn Mauern oder neue (d.h. innen beschichtete) Fenster im Spiel sind, wenn die Himmelsrichtung der strahlenden Sektoren (Azimut) schlecht stimmt.

A. Masson

Re: Mehrere Feldstärken wie bewerten...?

Verfasst: 18. November 2005 16:20
von -Andi.
Herzlichen Dank an alle für die Berechnungen!


Demnach bin ich mit um Zehnerpotenzen überhöhten Strahlungswerten (Feldstärken) konfrontiert.

--> in V/m ist es ca. Faktor 100 ! gegenüber dem Salzburger Vorsorgewert von 0.02 V/m für Innenwerte.

--> in uW/m2 ist es 'ein apokalyptischer Faktor' von gar 20'000 bis 40'000, da die Salzburger Vorsorgewerte 1 uW/m2 verlangen.

Umso erschreckender sind die unnötig viel zu hohen Werte, wenn man bedenkt, wie wenig V/m ein Handy bräuchte, um immer noch funktionieren zu können...


In der Zwischenzeit ist mir folgende Frage zu den Messwerten gekommen:

Wenn nun ein bestimmter Mobilfunk-Provider (A) der erste im Quartier mit einer Antenneanlage ist, dann sind seine Angaben zu den V/m für die OMEN, Orte mit empfindl. Nutzung eigentlich ja noch nicht belastet von anderen Anbietern (B) und (C) die später dazu kommen.

--> Sind die V/m-Angaben bei den später dazukommenden Providern (B) und (C) bereits vor-/mitbelastet von Provider (A)?

...oder nimmt jeder Provider (A), (B) und (C) seine Messung so vor (geht das technisch?), dass ja auf keinen Fall die anderen Belastungen 'dreinfunken' und seinen Wert unerwünscht in die Höhe treiben...?

Danke für Eure Antwort!

Gruss vom
-Andi.

Re: Mehrere Feldstärken wie bewerten...?

Verfasst: 20. November 2005 17:35
von mips
Wenn der Verhältnis bei der Feldstärke 100 beträgt, so resultiert daraus bei der Leistungsflussdichte ein Verhältnis von 100 quadriert, also 10'000!