Bund will Swisscom-Beteiligung los werden. Hoffnungsschimmer

Markus

Bund will Swisscom-Beteiligung los werden. Hoffnungsschimmer

Beitrag von Markus » 24. November 2005 11:11

Der Bund will seine Mehrheitsbeteiligung an der Swisscom los werden. Einer der Gründe dafür: das Vermeiden eines Interessenkonfliktes. Klar, der Bund wird als Mehrheitsaktionär niemals zulassen, dass Grenzwerte auf ein ungefährliches Mass gesenkt werden, wenn er finanziell an der Swisscom partizipiert. Anderseits muss er fürchten, dass mit der Zeit erhebliche finanzielle Forderungen anstehen, wenn sich in Zukunft Geschädigte zu Wort melden und auf Schadenersatz klagen. Das kann alles noch kommen.

Markus

gesuana

Re: Bund will Swisscom-Beteiligung los werden. Hoffnungsschi

Beitrag von gesuana » 24. November 2005 21:02

Hallo zusammen
Das waren auch wieder seltsam anmutende Begründungen von Merz in den Mittagsnachrichten. - Man kommt nicht umhin zu denken , dass da jemand kalte Füsse bekommen hat . Erstens wegen der zu erwartenden Einbrüche der Gewinne , der zukunftslosen Branche , wie der Bundesrat es ähnlich ausdrückte , andererseits ziemlich sicher , weil das Eisen zu heiss wird , bezüglich Aufstand der Bevölkerung und gesundheitlicher Bedenklichkeit .- Die Regierung springt lieber rechtzeitig ab . In den Vordergrund stellen sie aber natürlîch die Liberalisierung und wirtschaftliche Unabhängigkeit der Swisscom. Ob uns das zu Gute oder zu noch mehr Schaden kommt ? Ich bin inzwischen überhaupt keine Freundin mehr der totalen Liberalisierung .
gesuana

Elisabeth Buchs

Re: Bund will Swisscom-Beteiligung los werden. Hoffnungsschi

Beitrag von Elisabeth Buchs » 25. November 2005 18:45

Soll Swisscom ins Ausland verkauft werden? war auf der Schlagzeile unserer grossen bekannten Boulevard-Zeitung zu lesen. Meiner Meinung nach sollten gewisse Notwendigkeiten für die Allgemeinheit in den Händen des Staates bleiben wie Stromversorgung, Wasserversorgung, Strassenbau, Schulen, Post, Bundesbahn usw, schon die Entwicklung der Swiss finde ich unerfreulich. Das Interview mit Bundesrat Merz habe ich gestern in der Tagesschau gesehen. Ich frage mich, ob das mit dem Hoffnungsschimmer berechtigt ist. Wenn der Staat die Grenzwerte hätte senken wollen, hätte er das auch trotz Swisscom-Beteiligung tun können, (ausserdem sind da ja noch die CEPT-Verträge) und für Gewaltentrennung sorgen wie bei den Gerichten. Es hätte auch die Möglichkeit gegeben einer Grundversorgung durch Swisscom mit gut ausgesuchten Antennenstandorten mit geringerer Elektrosmog-Belastung der Bevölkerung oder das zur Verfügung stellen der Infrastruktur und Ausmieten von Anteilen an die andern Bewerber. Was daraus entstehen kann, wenn der Bund die Swisscom-Beteiligungen loswird, befürchte ich ist vor allem Reduktion des Service Public, kaum mehr Telefonkabinen, keine Telefonleitungen in abgelegene Häuser (dafür WiMAX?) Noch zu den Sozialdemokraten, die uns nur ein bisschen helfen: Wieviel helfen uns Personen einer bestimmten anderen Partei mit Bundesrat Couchepin, Bundesrat Merz oder Nationalrat Theiler: kein bisschen. Irgendwie habe ich das Gefühl eines Niedergangs der Schweiz. Ein systematisch totgesparter Nachtwächterstaat, wo es zunehmend vor allem noch darum geht, die Geldsäcke der Gutbetuchten zu schützen, Normalbürgern geht es zunehmend schlechter und ein Diktat des Marktes mit entsprechenden Profiteuren auf Kosten der Schwächeren.

Mit freundlichen Grüssen

Elisabeth Buchs

gesuana

Re: Bund will Swisscom-Beteiligung los werden. Hoffnungsschi

Beitrag von gesuana » 25. November 2005 21:13

Hallo Elisabeth Buchs

Denselben Eindruck von der Entwcklung unseres Landes habe ich auch, und es nützt mir absolut nichts , wenn ich es poitiv zu sehen versuche , ( was ich mir immer wieder sage ) , ES IST WIE ES IST . Der Affe mit den die Augen verdeckenden Händen fällt mir wieder ein.

Und es sieht einfach überall ähnlich aus : Verlust der Werte , Verlust von Solidarität , Durchsetzung des Rechts des Stärkeren (meist = Reicheren) , Anpassung , d.h. Nivellierung unserer Standards ( damit mein ich nicht in erster Linie das Bruttosozialprodukt..) , sondern eher die ökologische Einstellung der Politik und Wirtschaft , sowie das soziale Niveau . - Es scheint ein Trend am Wachsen zu sein , den wir unbedingt stoppen müss(t)en , die vielbeschwörte Globalisierung bringt es offensichtlich nicht ! Wir sind so unter Druck , dass wir als Land nicht mehr unseren "alten" Idealismus verwirklichen können , sondern nach der Nase der Welt tanzen . - Und es scheint , dass gerade in Umweltfragen politische Resignation herrscht - im Sinne von "geniessen wir die uns verbleibenden 100 bis 200 Jahre noch , um umzukehren ists sowieso zu spät , also saugen wir noch aus (die Erde , die Tiere und die Menschen) wo`s möglich ist ( Gentechnik geht in dieselbe Richtung) .
Wie ich aber in Leserbriefen unserer Regionalzeitung und aus unzähligen guter Gespräche erfahre , sehen es immer mehr Menschen so wie wir . - Das sagt mir , dass ich nicht völlig abstruse Wahrnehmungen habe .
Die Frage bleibt nur : Wieso dreht die Titanic nicht endlich ab ??
gesuana

Elisabeth Buchs

Re: Bund will Swisscom-Beteiligung los werden. Hoffnungsschi

Beitrag von Elisabeth Buchs » 25. November 2005 22:50

Hallo Gesuana

Unechtes "positiv" sehen von unerfreulichen Tatsachen ist Verdrängung und so lösen wir keine Probleme, wir müssen uns noch vermehrt zusammenschliessen und uns z.B. für Umweltanliegen, den Erhalt des Sozialstaates, den Erhalt von Volksrechten und Unabhängigkeit einsetzen.

Was mir im Zusammenhang mit den Swisscom-Beteiligungen des Staates noch einfällt: ob einem Staat eigentlich "die Luft" gehört, ob ein Staat überhaupt das Recht hat die Lizenzen (Nutzungsrechte für Frequenzen) gegen Geld an die Betreiber zu verkaufen. Ob da nicht wenigstens eine Abstimmung nötig gewesen wäre. So wie ich das verstanden habe, handeln z.B. Bakom und Comcom mit den interessierten Kreisen ab, was uns dann in Sachen WiMAX beschert wird. Die Bürger werden gar nicht gefragt, ob sie das wollen zum Preis von noch mehr unbeliebten Antennen. Hier wäre auch unbedingt Gewaltentrennung nötig, dass nicht diejenigen die uns schützen sollten noch gleichzeitig finanziell profitieren.

Mit freundlichen Grüssen

Elisabeth Buchs

Peter

Re: Bund will Swisscom-Beteiligung los werden. Hoffnungsschi

Beitrag von Peter » 27. November 2005 12:19

In einer Unterhaltung mit einigen Leuten kamen wir auf die Swisscom-Sache zu sprechen. Da tauchte die Frage auf:
Wird dem Bund diese unglückliche Verknüpfung endlich zu heiss? Welche Erkenntnisse oder Befürchtungen veranlassen die Damen und Herren im "grossen Haus" in Bern zu diesem Schritt?

Wer ein bisschen nachdenkt, dem dämmert, dass der Staat, der seine Verordnungen (zu 61% für sich selbst) trifft, nicht gleichzeitig finanziell partizipieren kann, wofür er eventuell eines Tages, wenn die ganze Sache auffliegt, zur Kasse gebeten wird.

Das muss denen wie Schuppen von den Augen gefallen sein, denn wie sonst lässt sich diese plötzliche Eile erklären? Das, was sich in der Bundeshauptstadt, im Kanton Bern und auch im Wallis abspielt, könnte sich leicht zu einem Flächenbrand ausweiten. Da schon lieber weg damit und mit der Verantwortung für die Folgen.

Peter

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