Tagung zu Krebsrisiken am Arbeitsplatz: EMF immer noch offiz
Verfasst: 25. November 2005 16:32
Tagung zu Krebsrisiken am Arbeitsplatz
Erhöhtes Risiko in vielen Berufen
Bern (sda) Elektrotechniker, Eisenbahnangestellte, Giessereiarbeiter oder Berufschauffeure - in einer ganzen Reihe von Berufen besteht ein erhöhtes Krebsrisiko. Zu diesem Schluss kommt eine am Freitag in Bern vorgestellte Studie.
Die Vereinigung der Schweizer Krebsregister untersuchte 58 134 Fälle von Neuerkrankungen, die zwischen 1980 und 1993 aufgetreten waren. Die Untersuchung wurde an der Krebstagung 2005 der Krebsliga Schweiz am Freitag in Bern vorgestellt. Die Tagung befasste sich mit dem Thema «Krebsrisiken am Arbeitsplatz».
Die Studie basiert auf fünf der acht regionalen Krebsregister der Schweiz (beide Basel, Zürich, Genf, Waadt und St. Gallen). Sie liefere interpretierbare Ergebnisse, obwohl sie nicht die ganze Schweiz abdeckte, sagte Christine Bouchardy, Chefärztin beim Krebsregister Genf, laut Redetext.
Thema Asbest noch nicht vom Tisch
Ein markantes Risiko für Nasen- und Nasennebenhöhlenkrebs sei bei Arbeitern mit Holz- und Lederstaubexposition beobachtet worden, sagte Bouchardy. Gleiches gelte für das Brustfellkrebsrisiko bei Stein- und Erdarbeitern, in weniger ausgeprägtem Mass bestehe dieses auch bei Bau- und Möbelschreinern.
Ein erhöhtes Risiko für Brustfellkrebs wurde bei Berufsgruppen festgestellt, die mit Asbest zu tun haben. Dazu gehörten etwa Elektrotechniker oder Eisenbahnarbeiter.
Lungenkrebsrisiko in der Giesserei
Das Lungenkrebsrisiko ist bei Giessereiarbeitern, Maschinisten und Berufschauffeuren erhöht. Arbeiter im Umfeld der Eisenbahn sind vermehrt für Knochenkrebs anfällig. Letztere seien vermutlich verstärkt Herbiziden ausgesetzt gewesen, sagte Bouchardy.
Bei Mechanikern, Polizisten, Coiffeuren und Leuten aus dem Reinigungsgewerbe trat verstärkt Blasenkrebs auf. An NHL- Lymphdrüsenkrebs erkrankten insbesondere Metzger und Landwirte. Für Graphiker, Lokomotivingenieure, Ärzte und Chemiker konnte ein erhöhtes Leukämierisiko nachgewiesen werden.
Landwirte besonders betroffen
Landwirte weisen ausserdem ein erhöhtes Risiko für Schilddrüsenkrebs und - zusammen mit Bau- und Chemiearbeitern - die höchste Rate für Magenkrebs auf. Die Tendenz zum Schilddrüsenkrebs bei Bauern könne laut Bouchardy möglicherweise eine Folge des einstigen Jodmangels in der Schweiz sein.
Angestellte mit leichtem Zugang zu Alkoholika neigen verstärkt zu Krebserkrankungen der oberen Atemwege. Das Risiko für Dickdarmkrebs steigt bei Leuten, die eine sitzende Tätigkeit ausüben. Architekten, Ingenieure, Manager, Anwälte und Ärzte neigen offenbar vermehrt zu Hautkrebs.
(SDA-ATS)
Erhöhtes Risiko in vielen Berufen
Bern (sda) Elektrotechniker, Eisenbahnangestellte, Giessereiarbeiter oder Berufschauffeure - in einer ganzen Reihe von Berufen besteht ein erhöhtes Krebsrisiko. Zu diesem Schluss kommt eine am Freitag in Bern vorgestellte Studie.
Die Vereinigung der Schweizer Krebsregister untersuchte 58 134 Fälle von Neuerkrankungen, die zwischen 1980 und 1993 aufgetreten waren. Die Untersuchung wurde an der Krebstagung 2005 der Krebsliga Schweiz am Freitag in Bern vorgestellt. Die Tagung befasste sich mit dem Thema «Krebsrisiken am Arbeitsplatz».
Die Studie basiert auf fünf der acht regionalen Krebsregister der Schweiz (beide Basel, Zürich, Genf, Waadt und St. Gallen). Sie liefere interpretierbare Ergebnisse, obwohl sie nicht die ganze Schweiz abdeckte, sagte Christine Bouchardy, Chefärztin beim Krebsregister Genf, laut Redetext.
Thema Asbest noch nicht vom Tisch
Ein markantes Risiko für Nasen- und Nasennebenhöhlenkrebs sei bei Arbeitern mit Holz- und Lederstaubexposition beobachtet worden, sagte Bouchardy. Gleiches gelte für das Brustfellkrebsrisiko bei Stein- und Erdarbeitern, in weniger ausgeprägtem Mass bestehe dieses auch bei Bau- und Möbelschreinern.
Ein erhöhtes Risiko für Brustfellkrebs wurde bei Berufsgruppen festgestellt, die mit Asbest zu tun haben. Dazu gehörten etwa Elektrotechniker oder Eisenbahnarbeiter.
Lungenkrebsrisiko in der Giesserei
Das Lungenkrebsrisiko ist bei Giessereiarbeitern, Maschinisten und Berufschauffeuren erhöht. Arbeiter im Umfeld der Eisenbahn sind vermehrt für Knochenkrebs anfällig. Letztere seien vermutlich verstärkt Herbiziden ausgesetzt gewesen, sagte Bouchardy.
Bei Mechanikern, Polizisten, Coiffeuren und Leuten aus dem Reinigungsgewerbe trat verstärkt Blasenkrebs auf. An NHL- Lymphdrüsenkrebs erkrankten insbesondere Metzger und Landwirte. Für Graphiker, Lokomotivingenieure, Ärzte und Chemiker konnte ein erhöhtes Leukämierisiko nachgewiesen werden.
Landwirte besonders betroffen
Landwirte weisen ausserdem ein erhöhtes Risiko für Schilddrüsenkrebs und - zusammen mit Bau- und Chemiearbeitern - die höchste Rate für Magenkrebs auf. Die Tendenz zum Schilddrüsenkrebs bei Bauern könne laut Bouchardy möglicherweise eine Folge des einstigen Jodmangels in der Schweiz sein.
Angestellte mit leichtem Zugang zu Alkoholika neigen verstärkt zu Krebserkrankungen der oberen Atemwege. Das Risiko für Dickdarmkrebs steigt bei Leuten, die eine sitzende Tätigkeit ausüben. Architekten, Ingenieure, Manager, Anwälte und Ärzte neigen offenbar vermehrt zu Hautkrebs.
(SDA-ATS)