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Alternative Mobilfunktechnologie?

Verfasst: 29. November 2005 16:50
von world-in-union
Allerorts hört und liest man über die Schädlichkeit der gegenwärtigen, auf Mikrowellen basierten Mobilfunktechnologie. Ich selbst bin davon auch alles andere als begeistert, bin jedeoch der Ansicht, daß der Mobilfunk aus der heutigen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken ist. Wohl ist aber an einen Mobilfunk ohne Mikrowellen zu denken, vermute ich.

Leider sehe ich keinerlei Bemühungen in dieser Hinsicht. Gerade habe ich fast eine Stunde damit verbracht, via Google (in Deutsch und Englisch) Hinweise auf eine mögliche Alternativ-Technologie zu finden. Das ernüchternde Ergebnis: null. Da stellen sich mir doch gewisse Fragen.

Ganz abgesehen von allfälligen wirtschaftlichen Aspekten möchte ich deshalb hier im Forum ganz einfach mal nach den technischen Gesichtspunkten fragen: welche Alternativen sind bezüglich Übertragungstechnologie denn denkbar? Wäre Infrarot eventuell eine Lösung, die weder Mensch noch Natur schädigt? Oder gibt es Forschungen, welche in andere Richtungen gehen?

Ich würde mich über die eine oder andere Antwort sehr freuen (wenn's geht so, daß auch ich als Laie es verstehen kann...). :-)

Re: Alternative Mobilfunktechnologie?

Verfasst: 29. November 2005 21:45
von pegasus
Doch, doch, es gibt ihn schon lange, den alternativen Mobilfunk. Wir haben nur leider verlernt, ihn anzuwenden. Alle Technik, die es gibt, ist nur ein billiger Abklatsch unseres SEIN'S. Es gibt viele Menschen, die ohne technische Hilfsmittel miteinander kommunizieren. DEN Zugang müssten wir doch wieder finden, statt uns mit so schädlichen Strahlen gegenseitig fertig zu machen. Da die Menschheit neben den Schuhen steht, geht, ausser sich ist, tut sie eben so wie sie tut. Wir müssten wieder zu uns selbst finden, dann würden sich viele Türen auf tun.
Sorry, world in Union, Sie wollten etwas anderes hören- doch dies musste nun auch mal geschrieben sein.

Gruss Pegasus

Re: Alternative Mobilfunktechnologie?

Verfasst: 30. November 2005 07:30
von mips
Aus meiner Sicht liegt das Hauptproblem nicht an der Trägerfrequenz, sondern an der Modulation und der Nähe von Basisstationen zu Wohnbauten und den Signalstärken, die die Nutzung auch in Tiefgaragen ermöglichen.

Sehen Sie dazu auch das Alternativkonzept für GSM auf http://www.stoppschild.de

Re: Alternative Mobilfunktechnologie?

Verfasst: 30. November 2005 08:00
von karl
Hallo world-in-union,

Traditionelle Infrarotübertragung wie man sie von Fernbedienungen, Kopfhörern oder IrDA kennt scheidet leider aus, weil es aufgrund der kurzen Wellenlänge von Hindernissen abgeschattet wird.
Ausserdem ist die benötigte Energie pro Bit viel zu hoch, denn es wird nicht wie bei einer Funkübertragung die Trägerphase moduliert sondern dessen Amplitude. Daher der schlechte Wirkungsgrad. Die meiste Energie geht also nutzlos in den Träger ganz so wie bei AM-Übertragung ohne Trägerunterdrückung.

Wenn man Infrarot verwenden wollte müsste man also einen Laser verwenden dessen Wellenlänge man moduliert. Vielleicht wird ja irgendwo an sowas gearbeitet und man bekäme auf diese Weise die benötigte Sendeleistung kleiner. Trotzdem bleibt das Problem mit der Abschattung.

Hoffe geholfen zu haben.

Karl

Re: Alternative Mobilfunktechnologie?

Verfasst: 30. November 2005 09:17
von Aldo
Das hab ich mich auch schon gefragt. Auch ich bin der Meinung, dass es schwieriger sein wird, den Mobilfunk einzudämmen als eine Horde Kamele durch ein Nadelöhr zu führen. Es geht wohl eher um Schadensbegrenzung, d.h. schwächere Strahlung der Sendeanlagen, möglichst wenig DECT-Telefone in den Haushalten, etc. Wenn allerdings sogar Konumentenschutz (!) - Maagazine wie der -Kassensturz- SMS-Services anbieten, dann gute Nacht.

Es gibt doch eine andere (sehr viel teurere) Form der Mobilfunktechnologie, nämliche jene via Satelliten. Mit einer Telefonnummer ist man Weltweit erreichbar, sogar in der Wüste Gobi. Geben Sie mal im Google das Stichwort -Immarsat- ein. Diese Geräte sind aber sündhaft teuer und die Verbindungsgebühren auch und eignen sich bisher nur für wenige Menschen. Aber eins interessiert doch: sind diese Strahlen harmloser? Und wäre es nicht gescheiter wenn man Weltweit auf diese Technik setzen würde? Die Preise würden bald einmal sinken und die Masten hier könnten mittel- bis langfristig abgebaut werden.......

Re: Alternative Mobilfunktechnologie?

Verfasst: 30. November 2005 20:34
von Elisabeth Buchs
Auf http:www.baubiologie.net/docs/elektrosmog-al ... ilfunk.pdf findet man einen interessanten Beitrag vom Dr. Ing. Martin Virnich zum Thema "Alternative Technologien zur Mobilkommunikation".

Dr. Virnich nennt 3 Kriterien zur Bewertung der Effektivität der Alternativen:
1. Geringe Immissionen durch die Basisstationen
2. Geringe Immissionen durch die Mobilteile
3. Keine periodische Pulsung

Unter Modifikation der bestehenden GSM-Systeme nennt er:
- Netzübergreifendes Roaming
- Immissions-minimierte Netzplanung
- Adaptive Antennen (Smart Antennas)
- Verzicht auf Indoor-Versorgung bzw. Indoor-Versorgung mit Aussenantennen
- "Strahlungsarme" Handys
- Organisationskanal ohne periodische Pulsung/Trägerabsenkung

Zugriffsverfahren auf die Benutzerkanäle/Duplexverfahren
Verzicht auf alle Zugriffs- und Duplexverfahren, die prinzipbedingt eine periodische Pulsung zur Folge haben.

Netzarchitektur
Physische Standorte der Basisstationen
Weiter entfernte, hohe Standorte.
Satellitenfunk-Systeme
Auf Stratosphären-Luftschiffe gestützte Systeme
Logische Netzwerkstrukturen z.B. beim W-Lan, Netzwerke mit nicht hierarchischen Strukturen (Ad-hoc- bzw. Peer-to-Peer-Netzwerke, so würde die permanente Ausstrahlung eines gepulsten Bereitschaftsignals entfallen.
Unterschiedliche, Immissions-optimierte Netzwerkstrukturen für Up- und Downlink - Modell Taucha/Spaarmann
- Freie Sicht, geringe Funkfelddämpfung
- Trennung Outdoor-/Indoor-Versorgung
- Leistung der Basisstationen senken
- Intelligente Antennen in Basisstationen
- Nutzung von Reflektoren
- Zwischenschaltung von Relais= Mikrozellenprinzip
- Innenversorgung ("Indoor-Relais")
- Aussenversorgung ("Outdoor-Relais")
- Saver-Handys und Saver-Kommunikatoren
- Bio-Handys und Bio-Kommunikatoren
- Hochantennen zur Versorgung der Mikrozellen

Uebertragungsmedium
Optische Trägerfrequenzen
Infrarot
Laser

Mit freundlichen Grüssen

Elisabeth Buchs

Re: Alternative Mobilfunktechnologie?

Verfasst: 1. Dezember 2005 08:36
von karl
@ALdo:

Satellitengestützte Mobilfunktechnik hat den Nachteil der geringen Verkehrsdichte (Anzahl der Gespräche pro Fläche).

Karl

Re: Alternative Mobilfunktechnologie?

Verfasst: 2. Dezember 2005 10:13
von jochen
Hallo Forum,
ich schlage als Alternative so eine Art Mittelding zwischen Telefonzelle und Handy vor.
Im ganzen Land veteilt, ein Netz von Kleinen Sende- und Empfangsstationen, die vielleicht so aussehen wie Parkuhren und die nur ein paar Meter weit strahlen.
Nicht so bequem wie das heutige Handytelefonieren aber dafür auch nicht so riskant.
Wenn man telefonieren will, muß man sich dann eben mit seinem Handy um so eine Parkuhr herum versammeln.
Wenigstens braucht man sich nicht damit zu verkabeln und man braucht auch keine Münze oder Karte reinzustecken.
Ich finde, das ist bequem genug.
Und wenn man unterwegs ist und einen Anruf erwartet, muß man eben ab und zu an einer solchen Station vorbei.

gruß jochen

Re: Alternative Mobilfunktechnologie?

Verfasst: 2. Dezember 2005 10:45
von Evi
Ich war kürzlich in Südamerika, in Bolivien und Peru. Ich staunte nicht schlecht, als ich sah, dass man dort auf den Strassen, an Marktständen, an Kiosken alle paar Meter an einem Stand ein Telefon vorfindet (Schnurtelefon), mit dem man für einen Pappenstiel telefonieren kann. Klar, dort hat ja nicht jeder Einwohner ein eigenes Telefon. Daher ist diese Idee gar nicht so abwegig. Man fragt sich ja wirklich, warum die Leute, obwohl sie zu Hause einen Festnetzanschluss haben, am gleichen Ort auch noch Mobiltelefon brauche, damit sie auch im Keller oder in der Tiefgarage noch erreichbar sind - mit den entsprechenden Folgen: noch mehr und noch stärkere Antennen, mit denen Unbeteiligte unfreiwillig belastet werden.

Evi

Re: Alternative Mobilfunktechnologie?

Verfasst: 2. Dezember 2005 19:31
von Carlo
Zu Jochen's "Parkuhren"-Idee: Leider wollen die Handyoten _mobil_ telefonieren, also während sie durch die Gegend fahren oder laufen... ausserdem wäre ein dichtes "Parkuhren"-Netz sehr teuer im Aufbau und Unterhalt -- schon die wenigen paar Telefonzellen waren der Swisscom ja zu teuer.

Evi schrieb:
> Man fragt sich ja wirklich, warum die Leute, obwohl sie zu Hause einen > Festnetzanschluss haben, am gleichen Ort auch noch Mobiltelefon brauche

Das hat wohl praktische Gründe, z.B.:
- gerade neuere Haushalte hatten schon ein Handy und wollen nicht noch zusätzlich die monatliche Grundgebühr fürs Festnetz zahlen
- Nummernspeicher und andere Funktionen (SMS!) im Handy, nicht doppelt im Festnetz-Gerät gespeichert oder fähig
- einigen Bekannten will man vielleicht nicht die Festnetz-Nummer geben

Gruss,
Carlo