Arni:Frieren beim Kommunizieren/Rudolfstetten: Gemeinde und
Verfasst: 5. Dezember 2005 12:33
© Mittelland Zeitung; 02.12.2005
Tabloid Wohlen
Frieren beim Kommunizieren
Mobilfunknetz Die Handy-Telefonie macht in einigen Gemeinden des Freiamts wenig bis gar keinen Spass.
Dino Nodari
Ein Netzwerkausbau ist nie ganz abgeschlossen, so lautet ein geflügeltes Wort bei den Netzbetreibern. In Arni sollte es eher heissen: Mit einem Netzwerkaufbau wurde nie ernsthaft begonnen.
Kunden des Mobilfunkanbieters Sunrise müssen in Arni frieren, wenn sie telefonieren. Nur draussen funktioniert das Netz - und das noch nicht mal im gesamten Gemeindegebiet. Bei den anderen beiden Anbietern sieht es ähnlich aus. «Die völlig unbefriedigende Situation in Arni ist uns bekannt, wir arbeiten aber an einer Lösung», erklärt Jürg Studerus, zuständig für den Bereich Mobilkommunikation und Umwelt der Swisscom.
Wie lange es allerdings dauern wird, bis die Swisscom diesen gordischen Kommunikationsknoten gelöst hat, kann Studerus nicht sagen.
Die beiden Mitkonkurrenten Orange und Sunrise haben sich für den Moment gänzlich aus Arni verabschiedet. «Wir sind über die Bücher gegangen und sehen vorerst von einem Sendemast in Arni ab», geben die beiden Konkurrenten unisono zu verstehen. Manfred Speckert, Umweltbeauftragter bei Sunrise meint immerhin: «Im Zusammenhang mit dem Autobahnanschluss in Birmensdorf wäre ein Projekt vielleicht realisierbar.» Also nicht vor dem Jahr 2008.
«Dass Orange und Sunrise in Arni keine Aktivitäten planen, wissen wir, jedoch auch von der Swisscom ist uns nichts bekannt. Es ist nach wie vor offen, welche Lösung gewählt wird. Bis jetzt liegt noch kein Baugesuch vor», sagt Theo Bernhard, Gemeindeschreiber von Arni.
«Überflüssige auflage»
Während in Arni alle Handybenutzer Probleme bekunden, ein funktinierendes Mobilfunknetz zu finden, betrifft dies in Oberwil-Lieli nur Kunden des Mobilfunkanbieters Sunrise. Auch da heisst es: Wer telefonieren will, muss nach draussen gehen. Aber dies soll schon bald der Vergangenheit angehören. «Wir haben für den Standort Mattenhof in Berikon eine Baubewilligung erhalten. Allerdings mit der überflüssigen Auflage, dass diese Bewilligung auf zehn Jahre befristet ist. Dagegen haben wir Beschwerde eingereicht und warten nun den Entscheid des Rechtsdienstes ab», so Manfred Speckert. Der Standort soll aber noch im ersten Quartal 2006 realisiert werden. Damit wäre für Sunrise-Kunden ungestörtes Handy-Telefonieren auch in Oberwil-Lieli garantiert.
Probleme auch in Wohlen
Beim Mobilfunk-Standard der dritten Generation, dem so genannten UMTS, bekundet in Wohlen die Swisscom noch Probleme. «Wir arbeiten an einem Standort in Wohlen, da UMTS hier noch nicht befriedigend funktioniert», erklärt Jürg Studerus. Allerdings ist dieses Projekt, das beim Postplatz realisiert werden soll, momentan blockiert.
Auch in Widen ist die Mobilfunkabdeckung nicht optimal. «Widen wird von Antennen auf dem Mutschellen und in Niederwil gespiesen. In Remetschwil wird es in naher Zukunft eine Antenne geben, die Widen besser versorgen wird», heisst es dazu bei Sunrise.
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© Mittelland Zeitung; 02.12.2005
Tabloid Wohlen
Knatsch um Antenne
rudolfstetten Gemeinde und Swisscom streiten sich um Sendeleistung.
Die Swisscom besitzt bereits einen Sendemast im Ruedistetter Industriegebiet Grossmatt und will diesen nun auf UMTS umrüsten. Dies hätte allerdings eine vielfach stärkere Sendeleistung zur Folge. Dagegen wehrt sich die Gemeinde mit einer Sammeleinsprache sowie zahlreichen Einzeleinsprachen. Die Alternative wäre eine Antenne auf einem Strommast der AEW ausserhalb des Wohngebiets. Grundsätzlich wäre auch die Swisscom bereit, diese Variante anzunehmen, aber nur mit einer erhöhten Sendeleistung.
verhandlung gescheitert
An der Einspracheverhandlung vom letzten Dienstag konnten sich die Parteien allerdings nicht einigen. «Die Swisscom favorisiert den Standort Grossmatt und die Gemeinde die Lösung auf dem Strommast», erklärt Gemeinderat Marcel Signer. «Die Gemeinde wird in den nächsten Tagen das Baugesuch für die Grossmatt ablehnen», so Signer weiter. Es ist damit zu rechnen, dass die Swisscom beim Kanton Beschwerde gegen diesen Entscheid einreichen und auch Recht bekommen wird. «Wir sind nicht gegen die Antenne, allerdings nicht mit dieser Sendeleistung», meint Signer. (dno)
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© Berner Zeitung; 02.12.2005; Seite 1
TT-Front
thun
Kein Stopp für Natel-antennen
In Thun gibt es kein Moratorium für Natelantennen. Denn dafür fehlt die rechtliche Grundlage.
Zuerst müssen wissenschaftlich gesicherte Beweise vorliegen, dass die Strahlung von Natelantennen keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen hat. Erst dann sollen in Thun wieder Natelantennen bewilligt werden. Diesen Vorschlag machen die GFL-Stadträte Renate Begré und Matthias McHale in einer Interpellation. Doch der Gemeinderat winkt ab: Für ein Natelantennen-Moratorium bestehe keine rechtliche Grundlage. Wenn eine Natelantenne die rechtlichen Voraussetzungen erfülle und den Strahlungsgrenzwert nicht überschreite, müsse sie bewilligt werden, schreibt die Stadtregierung in ihrer Antwort auf die Interpellation. Man habe bloss die Möglichkeit, Natelantennen auf gemeindeeigenen Liegenschaften und Grundstücken zu verbieten. Das werde auch getan, etwa in der Nähe von Schulen, Heimen, Spitälern, Sport- und Turnhallen. mi
© Berner Zeitung; 02.12.2005; Seite 25
TT-Aufschlagseite
thun/Region
kein MOratorium für natelantennen in thun
Die rechtliche Grundlage fehlt
In Thun sollen in nächster Zeit keine Natelantennen mehr bewilligt werden. Das möchten die GFL-Stadträte Renate Begré und Matthias McHale. Der Gemeinderat winkt ab: Dafür fehle die rechtliche Grundlage.
Wer heute kein Natel hat, ist beinahe ein Sonderfall: Immer mehr Leute wollen dauernd erreichbar sein und tragen ein Handy mit sich herum. Parallel dazu steigt die Zahl der Natelantennen, die einen störungsfreien und flächendeckenden Mobilfunkempfang ermöglichen. Auch in Thun sind in der neusten Ausgabe des Amtsanzeigers wieder zwei Gesuche für neue Antennen publiziert: Sunrise will eine auf dem Gebäude Aarestrasse 38 B errichten, und die Swisscom plant gleiches an der Uttigenstrasse bei der Panzerbrücke. Die Akten liegen im Thuner Bauinspektorat auf (vgl. Kasten).
Grosser Widerstand
Im Sommer lag ein Gesuch für eine Mobilfunkantenne an der Seestrasse auf. Obschon über 700 Leute gegen die Antenne Einsprache erhoben, wurde die Anlage bewilligt, denn sie ist rechtskonform (wir berichteten). Im Zug dieser Widerstandsbewegung sahen sich auch die beiden GFL-Stadträte Renate Begré und Matthias McHale veranlasst, den Netzbetreibern einen Riegel zu schieben: In einer Interpellation wollten sie vom Gemeinderat wissen, ob er notfalls bereit sei, «zum Schutz der Bevölkerung zum Mittel eines befristeten Moratoriums zu greifen». Denn nach wie vor, argumentierten sie, gebe es keine wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse, «ob die Strahlung von Mobilfunkantennen nachteilige Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen hat.» Bis die Resultate der entsprechende ETH-Studie vorliegen, sollen in Thun keine Baubewilligungen für Natelantennen erteilt werden, fanden Begré und McHale.
Eigentümer entscheiden
In seiner Antwort auf die Interpellation der GFL-Stadträte legt Stadtpräsident Hans-Ueli von Allmen nun dar, dass es grundsätzlich den Eigentümern überlassen sei, ob sie ihre Gebäude oder Grundstücke für Natelantennen zur Verfügung stellen wollen. Wenn diese Einwilligung vorliegt, komme das zweiteilige Baubewilligungsverfahren zur Anwendung. Das heisst konkret: Das Antennen-Projekt darf erstens keine baurechtlichen oder baupolizeilichen Vorschriften verletzen. Und zweitens muss es mit der «Verordnung über den Schutz der Bevölkerung vor elektromagnetischer Strahlung» übereinstimmen. Darin werden die zulässigen Grenzwerte von sogenannter nicht ionisierender Strahlung festgehalten, wie der Elektrosmog im Fachjargon heisst. Wenn ein Gesuch beide Bedingungen erfüllt, schreibt der Stadtpräsident, «muss die Baubewilligung erteilt werden.» Mit anderen Worten: Die Stadt hat gar keine Möglichkeit, ein generelles Natelantennen-Moratorium zu erlassen.
Nicht in der Menschennähe
Anders sei die Lage hingegen bei Gebäuden und Grundstücken, die der Stadt gehören: Diese würden für Mobilfunkanlagen nicht zur Verfügung gestellt, «wenn sich in der Nähe dauernd viele Personen aufhalten» wie es etwa bei Kindergärten, Schulhäusern, Sporthallen, Spitälern und Heimen der Fall sei. Marc Imboden
Kommentar auf dieser Seite
Patric Spahni
bewilligungen
Bis Ende Jahr läuft nichts
Beim Bewilligungsverfahren für neue Natelantennen entscheidet das Berner Amt für Wirtschaft (Beco), ob die geplante Anlage der Verordnung über Einhaltung der Strahlengrenzwerte entspricht. Doch bis Ende Jahr will das Beco keine neuen Antennen bewilligen. Zuerst sollen Strahlungsfachleute Lösungen präsentieren, wie die Sendeleistung rechtsgenüglich überwacht werden kann (vgl. Ausgabe vom 24. November). Da die Einsprachefrist für die beiden neuen Natelantennen in Thun am 3. Januar abläuft, dürfte der Amtsbericht des Beco aber wohl noch rechtzeitig eintreffen, schätzt Hansueli Maurer vom Thuner Bauinspektorat. mi
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© Berner Zeitung; 02.12.2005; Seite 34
BZ-Region Emme
In Kürze
Bätterkinden
Antenne bei der Landi?
Auf dem Schreibtisch des Fraubrunner Regierungsstatthalters Urs Wüthrich liegt seit kurzem ein Schreiben der TDC Switzerland AG, die im Auftrag des Mobilfunkanbieters Sunrise ein neues Baugesuch für eine Handyantenne bei der Landi Landshut eingereicht hat. Dieses Gesuch ersetzt jenes, das für die ursprünglich vorgesehene Anlage auf dem BKW-Areal an der Bubenbergstrasse deponiert worden war (wir berichteten). Wie der Gemeinderat von Bätterkinden in einem Communiqué mitteilt, kommt der nun vorgesehene Standort bei der Landi «den Einsprechern des ersten Standortes entgegen, da dieser einerseits weiter vom Wohngebiet entfernt liegt und die Anlage andererseits höher gebaut wird». mgt
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Tabloid Wohlen
Frieren beim Kommunizieren
Mobilfunknetz Die Handy-Telefonie macht in einigen Gemeinden des Freiamts wenig bis gar keinen Spass.
Dino Nodari
Ein Netzwerkausbau ist nie ganz abgeschlossen, so lautet ein geflügeltes Wort bei den Netzbetreibern. In Arni sollte es eher heissen: Mit einem Netzwerkaufbau wurde nie ernsthaft begonnen.
Kunden des Mobilfunkanbieters Sunrise müssen in Arni frieren, wenn sie telefonieren. Nur draussen funktioniert das Netz - und das noch nicht mal im gesamten Gemeindegebiet. Bei den anderen beiden Anbietern sieht es ähnlich aus. «Die völlig unbefriedigende Situation in Arni ist uns bekannt, wir arbeiten aber an einer Lösung», erklärt Jürg Studerus, zuständig für den Bereich Mobilkommunikation und Umwelt der Swisscom.
Wie lange es allerdings dauern wird, bis die Swisscom diesen gordischen Kommunikationsknoten gelöst hat, kann Studerus nicht sagen.
Die beiden Mitkonkurrenten Orange und Sunrise haben sich für den Moment gänzlich aus Arni verabschiedet. «Wir sind über die Bücher gegangen und sehen vorerst von einem Sendemast in Arni ab», geben die beiden Konkurrenten unisono zu verstehen. Manfred Speckert, Umweltbeauftragter bei Sunrise meint immerhin: «Im Zusammenhang mit dem Autobahnanschluss in Birmensdorf wäre ein Projekt vielleicht realisierbar.» Also nicht vor dem Jahr 2008.
«Dass Orange und Sunrise in Arni keine Aktivitäten planen, wissen wir, jedoch auch von der Swisscom ist uns nichts bekannt. Es ist nach wie vor offen, welche Lösung gewählt wird. Bis jetzt liegt noch kein Baugesuch vor», sagt Theo Bernhard, Gemeindeschreiber von Arni.
«Überflüssige auflage»
Während in Arni alle Handybenutzer Probleme bekunden, ein funktinierendes Mobilfunknetz zu finden, betrifft dies in Oberwil-Lieli nur Kunden des Mobilfunkanbieters Sunrise. Auch da heisst es: Wer telefonieren will, muss nach draussen gehen. Aber dies soll schon bald der Vergangenheit angehören. «Wir haben für den Standort Mattenhof in Berikon eine Baubewilligung erhalten. Allerdings mit der überflüssigen Auflage, dass diese Bewilligung auf zehn Jahre befristet ist. Dagegen haben wir Beschwerde eingereicht und warten nun den Entscheid des Rechtsdienstes ab», so Manfred Speckert. Der Standort soll aber noch im ersten Quartal 2006 realisiert werden. Damit wäre für Sunrise-Kunden ungestörtes Handy-Telefonieren auch in Oberwil-Lieli garantiert.
Probleme auch in Wohlen
Beim Mobilfunk-Standard der dritten Generation, dem so genannten UMTS, bekundet in Wohlen die Swisscom noch Probleme. «Wir arbeiten an einem Standort in Wohlen, da UMTS hier noch nicht befriedigend funktioniert», erklärt Jürg Studerus. Allerdings ist dieses Projekt, das beim Postplatz realisiert werden soll, momentan blockiert.
Auch in Widen ist die Mobilfunkabdeckung nicht optimal. «Widen wird von Antennen auf dem Mutschellen und in Niederwil gespiesen. In Remetschwil wird es in naher Zukunft eine Antenne geben, die Widen besser versorgen wird», heisst es dazu bei Sunrise.
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© Mittelland Zeitung; 02.12.2005
Tabloid Wohlen
Knatsch um Antenne
rudolfstetten Gemeinde und Swisscom streiten sich um Sendeleistung.
Die Swisscom besitzt bereits einen Sendemast im Ruedistetter Industriegebiet Grossmatt und will diesen nun auf UMTS umrüsten. Dies hätte allerdings eine vielfach stärkere Sendeleistung zur Folge. Dagegen wehrt sich die Gemeinde mit einer Sammeleinsprache sowie zahlreichen Einzeleinsprachen. Die Alternative wäre eine Antenne auf einem Strommast der AEW ausserhalb des Wohngebiets. Grundsätzlich wäre auch die Swisscom bereit, diese Variante anzunehmen, aber nur mit einer erhöhten Sendeleistung.
verhandlung gescheitert
An der Einspracheverhandlung vom letzten Dienstag konnten sich die Parteien allerdings nicht einigen. «Die Swisscom favorisiert den Standort Grossmatt und die Gemeinde die Lösung auf dem Strommast», erklärt Gemeinderat Marcel Signer. «Die Gemeinde wird in den nächsten Tagen das Baugesuch für die Grossmatt ablehnen», so Signer weiter. Es ist damit zu rechnen, dass die Swisscom beim Kanton Beschwerde gegen diesen Entscheid einreichen und auch Recht bekommen wird. «Wir sind nicht gegen die Antenne, allerdings nicht mit dieser Sendeleistung», meint Signer. (dno)
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© Berner Zeitung; 02.12.2005; Seite 1
TT-Front
thun
Kein Stopp für Natel-antennen
In Thun gibt es kein Moratorium für Natelantennen. Denn dafür fehlt die rechtliche Grundlage.
Zuerst müssen wissenschaftlich gesicherte Beweise vorliegen, dass die Strahlung von Natelantennen keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen hat. Erst dann sollen in Thun wieder Natelantennen bewilligt werden. Diesen Vorschlag machen die GFL-Stadträte Renate Begré und Matthias McHale in einer Interpellation. Doch der Gemeinderat winkt ab: Für ein Natelantennen-Moratorium bestehe keine rechtliche Grundlage. Wenn eine Natelantenne die rechtlichen Voraussetzungen erfülle und den Strahlungsgrenzwert nicht überschreite, müsse sie bewilligt werden, schreibt die Stadtregierung in ihrer Antwort auf die Interpellation. Man habe bloss die Möglichkeit, Natelantennen auf gemeindeeigenen Liegenschaften und Grundstücken zu verbieten. Das werde auch getan, etwa in der Nähe von Schulen, Heimen, Spitälern, Sport- und Turnhallen. mi
© Berner Zeitung; 02.12.2005; Seite 25
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thun/Region
kein MOratorium für natelantennen in thun
Die rechtliche Grundlage fehlt
In Thun sollen in nächster Zeit keine Natelantennen mehr bewilligt werden. Das möchten die GFL-Stadträte Renate Begré und Matthias McHale. Der Gemeinderat winkt ab: Dafür fehle die rechtliche Grundlage.
Wer heute kein Natel hat, ist beinahe ein Sonderfall: Immer mehr Leute wollen dauernd erreichbar sein und tragen ein Handy mit sich herum. Parallel dazu steigt die Zahl der Natelantennen, die einen störungsfreien und flächendeckenden Mobilfunkempfang ermöglichen. Auch in Thun sind in der neusten Ausgabe des Amtsanzeigers wieder zwei Gesuche für neue Antennen publiziert: Sunrise will eine auf dem Gebäude Aarestrasse 38 B errichten, und die Swisscom plant gleiches an der Uttigenstrasse bei der Panzerbrücke. Die Akten liegen im Thuner Bauinspektorat auf (vgl. Kasten).
Grosser Widerstand
Im Sommer lag ein Gesuch für eine Mobilfunkantenne an der Seestrasse auf. Obschon über 700 Leute gegen die Antenne Einsprache erhoben, wurde die Anlage bewilligt, denn sie ist rechtskonform (wir berichteten). Im Zug dieser Widerstandsbewegung sahen sich auch die beiden GFL-Stadträte Renate Begré und Matthias McHale veranlasst, den Netzbetreibern einen Riegel zu schieben: In einer Interpellation wollten sie vom Gemeinderat wissen, ob er notfalls bereit sei, «zum Schutz der Bevölkerung zum Mittel eines befristeten Moratoriums zu greifen». Denn nach wie vor, argumentierten sie, gebe es keine wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse, «ob die Strahlung von Mobilfunkantennen nachteilige Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen hat.» Bis die Resultate der entsprechende ETH-Studie vorliegen, sollen in Thun keine Baubewilligungen für Natelantennen erteilt werden, fanden Begré und McHale.
Eigentümer entscheiden
In seiner Antwort auf die Interpellation der GFL-Stadträte legt Stadtpräsident Hans-Ueli von Allmen nun dar, dass es grundsätzlich den Eigentümern überlassen sei, ob sie ihre Gebäude oder Grundstücke für Natelantennen zur Verfügung stellen wollen. Wenn diese Einwilligung vorliegt, komme das zweiteilige Baubewilligungsverfahren zur Anwendung. Das heisst konkret: Das Antennen-Projekt darf erstens keine baurechtlichen oder baupolizeilichen Vorschriften verletzen. Und zweitens muss es mit der «Verordnung über den Schutz der Bevölkerung vor elektromagnetischer Strahlung» übereinstimmen. Darin werden die zulässigen Grenzwerte von sogenannter nicht ionisierender Strahlung festgehalten, wie der Elektrosmog im Fachjargon heisst. Wenn ein Gesuch beide Bedingungen erfüllt, schreibt der Stadtpräsident, «muss die Baubewilligung erteilt werden.» Mit anderen Worten: Die Stadt hat gar keine Möglichkeit, ein generelles Natelantennen-Moratorium zu erlassen.
Nicht in der Menschennähe
Anders sei die Lage hingegen bei Gebäuden und Grundstücken, die der Stadt gehören: Diese würden für Mobilfunkanlagen nicht zur Verfügung gestellt, «wenn sich in der Nähe dauernd viele Personen aufhalten» wie es etwa bei Kindergärten, Schulhäusern, Sporthallen, Spitälern und Heimen der Fall sei. Marc Imboden
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Patric Spahni
bewilligungen
Bis Ende Jahr läuft nichts
Beim Bewilligungsverfahren für neue Natelantennen entscheidet das Berner Amt für Wirtschaft (Beco), ob die geplante Anlage der Verordnung über Einhaltung der Strahlengrenzwerte entspricht. Doch bis Ende Jahr will das Beco keine neuen Antennen bewilligen. Zuerst sollen Strahlungsfachleute Lösungen präsentieren, wie die Sendeleistung rechtsgenüglich überwacht werden kann (vgl. Ausgabe vom 24. November). Da die Einsprachefrist für die beiden neuen Natelantennen in Thun am 3. Januar abläuft, dürfte der Amtsbericht des Beco aber wohl noch rechtzeitig eintreffen, schätzt Hansueli Maurer vom Thuner Bauinspektorat. mi
.............................................................................................
© Berner Zeitung; 02.12.2005; Seite 34
BZ-Region Emme
In Kürze
Bätterkinden
Antenne bei der Landi?
Auf dem Schreibtisch des Fraubrunner Regierungsstatthalters Urs Wüthrich liegt seit kurzem ein Schreiben der TDC Switzerland AG, die im Auftrag des Mobilfunkanbieters Sunrise ein neues Baugesuch für eine Handyantenne bei der Landi Landshut eingereicht hat. Dieses Gesuch ersetzt jenes, das für die ursprünglich vorgesehene Anlage auf dem BKW-Areal an der Bubenbergstrasse deponiert worden war (wir berichteten). Wie der Gemeinderat von Bätterkinden in einem Communiqué mitteilt, kommt der nun vorgesehene Standort bei der Landi «den Einsprechern des ersten Standortes entgegen, da dieser einerseits weiter vom Wohngebiet entfernt liegt und die Anlage andererseits höher gebaut wird». mgt
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