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Leiden wegen Mobilfunk

Verfasst: 7. Dezember 2005 23:10
von Elisabeth Buchs
Hier der erschreckenden Bericht von Frau Dr. med. Waldmann-Selsam, wie Betroffene unter der Mobilfunkstrahlung leiden: Bewundernswert, wie sich diese Aerztin für die Betroffenen einsetzt, sie geht zu Ihnen heim und macht Messungen, sie schreibt Briefe an die Entscheidungsträger, sie ist Mitinitiantin des Bamberger-Appells und des Bamberger-Mobilfunkkongresses. Solche Aerzte suchen wir, die Aerzte in der Schweiz verhalten sich bis jetzt noch reichlich zurückhaltend. Ratschläge wie positives Denken oder kostspielige, durch die Krankenkasse nicht bezahlte Therapien in Privatinstituten, die ausser einem leeren Geldbeutel für die Elektrosensiblen kaum etwas bewirken, helfen uns nicht, was wir nötig haben, sind Aerzte, die sich einsetzen für einen sofortigen Stopp des völlig übertriebenen Ausbaus von Drahtlostechnologien.

Frau Dr. med. Cornelia Waldmann-Selsam
Praktische Aerztin
96049 Bamberg
Tel. 0951-12300

6. Dez. 2005

Fachliche Stellungnahme

Patienten: B., …………….., Völklingen
B., …………….., Völklingen
MR., …………...,Völklingen
M., …………….., Völklingen

Diagnose: Schweres Mikrowellensyndrom weit unterhalb der Grenzwerte der 26. BimschV
Akute Gesundheitsgefährdung der Anwohner der Mobilfunkanlage Stählingerstr.1
Verdacht auf synergistische Schädigung durch UMTS, Richtfunk- und Fernseh-
sender

Frau MR. und Frau B. hatten am 22.11.05 verzweifelt bei der Ärzteinitiative Bamberger Appell um Hilfe gebeten. Ihre Krankheitssymptome, die wenige Wochen nach Inbetriebnahme eines Mobilfunksenders in unmittelbarer Nachbarschaft auftraten, seien so massiv und bedrohlich, dass sie sich nur noch für jeweils kurze Zeit zu Hause aufhalten könnten. Sie müssten auswärts bei Bekannten oder Verwandten schlafen. 30 weitere Anwohner seien betroffen. Sie hätten sich seit September an ihren Bürgermeister, an das Gesundheitsamt, an das LfU, an das Innenministerium, an die Bundesnetzagentur, an die Hausbesitzerin und an den Betreiber gewandt, bisher ohne Erfolg.
Daraufhin habe ich die vier oben genannten Anwohner am 23.11. abends und am 24.11. morgens in ihren Häusern besucht (ich hatte am 24.11.nachmittags gemeinsam mit Herrn Dr. Bergmann, Freiburger Appell und Frau Hentschel, Bundesverband Elektrosmog einen Termin bei Herrn J.Ryan, Europäische Kommission, Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz, zum Thema Gesundheitsgefährdung durch Mobilfunk).

Herr B. , 56 J., erkrankte ab Mitte Juli. Als ehemaliger Telekom-Mitarbeiter machte er sich keinerlei Gedanken, als im Juni 2005 auf dem Nachbarhaus eine Mobilfunkanlage montiert wurde Er ist im Ruhestand und hielt sich ganztägig in seinem Hausauf, beschäftigt mit Renovierungsarbeiten. Es begann mit Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen und Schmerzen in der Schilddrüse. Dann kamen hinzu: heiß brennende Schmerzen im Gesicht, am Hals und an den Schultern, Rot- und Braunverfärbung der Haut, sonnenbrandähnliche Flecken im Gesicht und am Körper (entstehend während der Nacht), brennende sowie gerötete Augen, schwerste Schlafstörungen bis hin zu völliger Schlaflosigkeit, Unruhe, Reizbarkeit, Kontrollverlust über das eigene Handeln, Wortfindungsstörungen, Vergesslichkeit, Herzrasen, Blutdruckschwankungen, massiver Haarausfall, nächtliches Schwitzen, ständiger Durst, Gewichtsabnahme von 10 kg in drei Wochen, Taubheitsgefühl der linken Gesichtshälfte, Schleier vor dem linkem Auge, braun-gelbe, fahle Gesichtsfarbe.
Als er völlig erschöpft war, nicht mehr aufstehen konnte und zu seiner Frau sagte: „ich warte auf den Tod“, sorgte sie sofort für einen Ortswechsel zu den Kindern.

Bei Frau B. , 54 J., (sie war tagsüber viel unterwegs, um Materialien für die Renovierung zu besorgen) traten die ersten Symptome Anfang August auf. Sie hatte häufig einen steifen Nacken, war benommen und litt unter Kopfschmerzen und Schlafstörungen. Dann begannen die Augen stark zu brennen, anzuschwellen und sich zu röten. Sie litt unter Herzrasen, Herzstolpern und anfallweise hohem Blutdruck (180/110mm Hg, normalerweise 110/70 mm Hg). Es war ein Gefühl, als würde das „Blut kochen“. Nächtliches Nasenbluten, Gelenk- und Gliederschmerzen, Tinnitus links, Sehstörungen, Haarausfall, Übelkeit.
Während eines längeren Aufenthaltes bei ihrem Sohn haben bei beiden die Krankheitssymptome nachgelassen.
Herr B. Junior ist mit seiner Frau aus dem Anwesen Volksgarten 1 ausgezogen. Er litt unter starken Kopfschmerzen und Schlafstörungen.

Frau MR. , 40 J., erkrankte Ende Juni mit schweren Gelenk- und Muskelschmerzen am ganzen Körper, so dass sie etwa drei Wochen lang fast nicht laufen konnte. Eine symptomatische Behandlung erfolgte beim Hausarzt, der jedoch die Ursache der Erkrankung nicht abklären konnte. Gleichzeitig litt sie unter Haarausfall. In der Folge traten auf: Schlafstörungen, Unruhe, Kopfschmerzen, Gereiztheit, Ohrgeräusche, Konzen-trationsstörungen, Vergesslichkeit, Wortfindungsstörungen. Seit Oktober kamen hinzu: Herzrasen, hoher Blutdruck (190/130 mmHg), kalte Hände und Füße, heißes Gesicht, brennende Augen, Juckreiz am ganzen Körper, nächtliches Schwitzen, Übelkeit. Sie schläft daher seit mehreren Wochen nicht mehr zu Hause.
Ihre zwei Vögel (Wellensittich, Nymphensittich) hätten sich im Verhalten geändert. Sie seien verstummt und bewegungsarm. Ihr Hund habe seit 4 Monaten Bindehautentzündung, Juckreiz und habe sich im Zimmer einen anderen Platz gesucht.

Bei Frau M. Karin, 65 J.,begann es mit Schlafstörungen und Kopfschmerzen. Dann folgten Unruhe, Benommenheit, Reizbarkeit, Tinnitus, Vergesslichkeit, depressive Stimmung, Gelenk- und Gliederschmerzen, Juckreiz am ganzen Körper, Herzrhythmusstörungen, hoher Blutdruck, kalte Extremitäten, heißer Kopf, rote, brennende Augen, Haarausfall, nächtliches Schwitzen und Übelkeit. Sie wisse nicht mehr weiter und habe nicht mehr die Kraft das Haus zu verlassen. „Lieber sterbe ich als wegzugehen.“

Frau St., …………., begegnete ich auf der Strasse. Sie klagte über ständigen Juckreiz an den Beinen, Schlafstörungen und Augenbrennen in den letzten Wochen.

Weitere 26 Anwohner haben auf Unterschriftenlisten folgende Symptome vermerkt: brennende, gerötete oder tränende Augen, Nervosität, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, hohen Blutdruck, Juckreiz, Hitzegefühl, Taubheitsgefühle, Ohrenschmerzen, Schwindel und/ oder Übelkeit.

Besucher bei der Familie B. hätten nach einer halben Stunde über Unwohlsein, Benommenheit, Kopfschmerzen, müde und brennende Augen geklagt und seien fortan nicht mehr gekommen.
Der 11-jährige Enkel habe ebenfalls bei Besuchen unter Kopfschmerzen gelitten.


Zusammenfassung:

Die Erkrankungen des Ehepaars B. , von Frau MR. und von Frau M. wurden verursacht durch die Inbetriebnahme des Mobilfunksenders in der Stählin-gerstraße 1 (einschließlich Richtfunk) im Juni 2005.

Begründung:

- Die Betroffenen waren bis zu diesem Zeitpunkt weitgehend beschwerdefrei;
- sie leiden an der für das Mikrowellensyndrom charakteristischen Kombination von Symptomen;
- viele Anwohner sind im gleichen Zeitraum an ähnlichen Symptomen erkrankt;
- etliche der genannten Symptome sind eindeutig sichtbar ( Rötung und Bräunung der Haut, Augenschwellung, Augenrötung, fahle Gesichtsfarbe, Haarausfall) und messbar (Blutdruck,Herzfrequenz, Gewicht);
- einzelne Symptome treten auch bei Besuchern nach kurzer Zeit auf;
- ein großer Teil der Symptome verschwindet nach Verlassen des Wohnviertels;
- mehrere Menschen sind bereits weggezogen und mehrere schlafen regelmäßig an anderen Orten, weil die Symptome so quälend, unerträglich und bedrohlich sind.

Die besondere Schwere der Krankheitsbilder (Herzrhythmusstörungen, Blutdruck-entgleisungen, hirnorganische Symptome, Suizidgedanken) erfordert eine sofortige Beendigung der Hochfrequenzbelastung ausgehend von dem Mobilfunksender auf dem Nachbarhaus sowie eine Erhebung der Erkrankungen an diesem Mobilfunkstandort. Die Menschen leiden unter denselben Symptomen, welche Ärzte in den letzten 15 Monaten bei 800 Anwohnern an 152 Standorten vorgefunden haben.
Die bisherige Weigerung der zuständigen Behörden und Wissenschaftler, diese längst überfälligen Erhebungen an diesem wie auch an anderen Mobilfunkstandorten durchzuführen, ist nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. Es kann nicht länger hingenommen werden, dass weitreichende und schwere Gesundheitsschäden der Betroffenen billigend in Kauf genommen werden. Angesichts der Tatsache, dass Ärzte seit mehr als 10 Jahren kausale Zusammenhänge zwischen Hochfrequenzbelastung und Erkrankung beobachten, ist das Versäumnis der zuständigen Behörden und der Wissenschaft aus ärztlicher Sicht als unterlassene Hilfeleistung zu bewerten.

Aus ärztlicher Sicht besteht für die Anwohner eine akute Gefährdung ihrer Gesundheit. Daher ist ein sofortiges Einschreiten der Behörden geboten.

Ich habe mit Frau B. am 24.11.05 um 8 Uhr 30 Herrn Fery, Untere Bauaufsichtsbehörde, und Frau Hennrich, Rechts- und Ordnungsamt, aufgesucht und sie davon in Kenntnis gesetzt, dass aus ärztlicher Sicht eine akute Gesundheitsgefahr besteht.
Ich habe dies in Anwesenheit von Herrn Fery auch dem Leiter des Gesundheitsamtes, Herrn Dr.Baltis telefonisch mitgeteilt und um sofortiges Einschreiten gebeten.

Das Messprotokoll der Bundesnetzagentur über die am 7.10.05 von ihr durchgeführten Messungen lag dem Amt noch nicht vor. Nur die Summenwerte der elektrischen Feldstärke mit einem Höchstwert von 2,3 V/m sind im Protokoll der Stadt festgehalten. Für die Bewertung ist die Kenntnis der selektiven Messung unabdingbar. Die von mir durchgeführte orientierende Summenmessung (800-2500 MHz) mit HF 38 B von Gigahertz Solutions ergab im Dachgeschoss 700 µW/m². Aus welchem Frequenzbereich stammt also der Hauptanteil der elektrischen Feldstärke?
Für Fragen stehe ich gerne jederzeit zur Verfügung.

Bamberg, den 6.12.2005

Dr.med.Cornelia Waldmann-Selsam

Re: Leiden wegen Mobilfunk

Verfasst: 8. Dezember 2005 08:15
von Béatrice E.
Als "neu Elektrosensible" kann ich alles obige nur bestätigen! Im Juni kaufte ich eine Wohnung in Muri b. B., liess diese total renovieren, und zog anfangs Oktober 05 ein. Im Sommer wurde auf dem Nebenhaus; 50m Entfernung, ohne mein Wissen eine Mobilfunkantenne , UMTS, GSM aufgestellt und in Betrieb genommen.
Seit meine Einzug (auf den ich mich sehr gefreut habe) kann ich in dieser Wohnung nicht schlafen (bin über Stunden hellwach), bekomme nach 2-4 Stunden Herzrhytmusstörungen, Schwindel, Taubheit in den Ohren und es ist mir nicht wohl in meiner Haut.
Wegen zuwenig Schlaf habe ich mein Nachtlagen auswärts aufgebaut. Ich komme jetzt morgens jeweils für 2-4 Stunden in die Wohnung um mein Büro zu erledigen (u.a. Briefe an versch. Stellen betr. Antenne zu schreiben). Im Januar zügle ich wieder und werde die Wohnung verkaufen!
Dieses tiefgreifende Erlebnis, das man so als nicht Betroffene/r nicht nachvollziehen kann; macht mich stark zum kämpfen für all diejenigen die sich nicht wehren können! Und alle "Unwissenden"!

Béatrice E.

Re: Leiden wegen Mobilfunk

Verfasst: 8. Dezember 2005 11:55
von Andreas Witschi
Liebe Frau Béatrice E.,

ich wünsche Ihnen gutes Gelingen beim Wiedererlangen Ihrer Gesundheit und beim Verkaufen Ihrer Liegenschaft.

Denn gem. Gigaherz müssen Sie mit folgendem Wertverlust rechnen:

- 10 % bei Sichtverbindung zur Antennenanlage.
- je 10 % pro 1 V/m Feldstärke.

...das kann rasch einmal ein Drittel Wertverlust bedeuten.

Am besten fragen Sie mal die Mobilfunkindustrie, ob sie diesen Schaden übernehmen.

Genug Geld sollte bei denen ja vorhanden sein, denn sie machen 60 % der Umsätze mit den Kindern, die sich zunehmend ihr Hirn verstrahlen und dabei unglaublich hohe Schulden machen...

Es braucht dringend mehr Leute wie die Ärztin von Bamberg, die die Probleme beim Namen nennen und klare Forderungen stellen.

MfG
Andreas Witschi

Re: Leiden wegen Mobilfunk

Verfasst: 8. Dezember 2005 15:06
von Alfred
Dein Mann ist doch Physikprofessor. Was sagt er zu Deinen Reaktionen auf Mobilfunkstrahlung?

Re: Leiden wegen Mobilfunk

Verfasst: 8. Dezember 2005 20:13
von karl
Hallo Herr Witschi,

woher stammt denn diese Formel zum Wertverlust?

Karl

Re: Leiden wegen Mobilfunk

Verfasst: 8. Dezember 2005 22:25
von pegasus
Hallo nonexistent,

seit wann können nicht Existierende schreiben und Fragen stellen?

Pegasus

Re: Leiden wegen Mobilfunk

Verfasst: 9. Dezember 2005 09:06
von Hans-U. Jakob
Die Formel stammt von Schätzern einer der grössten Schweizer Banken, für Fälle bei welchen Wohnungs- und Hauseigentümer ihr Eigentum neu belehnen wollen. Sie dient zur Festlegung der obersten Grenze, bis zu welcher diese Bank gehen kann.
Ob das dem Karl passt oder nicht, ist denen völlig egal. Mir auch.
Hans-U. Jakob

Re: Leiden wegen Mobilfunk

Verfasst: 10. Dezember 2005 12:28
von karl
Hallo Herr Jakob,

vielen Dank für die Antwort.

Karl

Re: Leiden wegen Mobilfunk

Verfasst: 20. Dezember 2005 13:48
von sibylle gagriel
Hallo,

ich habe die selben Absichten, ich habe nun seit Beginn des Mobilfunks gelitten und sehr viel Geld verloren und möchte nun wenigstens anderen helfen, damit sie nicht die selben Fehler machen, denn leider gibt es bei uns wenig Ärzte, die uns Elektrosensiblen helfen. Ich bin daran, eine Webseite aufzubauen mit Ratschlägen für Eletrosensible und mit Listen von Therapeuten, die helfen können. Es gibt ja leider Menschen, die diese unsichere Lage - da der Staat ES immer noch nicht richtig anerkennt - ausnützen und die Elektrosmogopfer nach Strich und Faden hintergehen.

Wenn Sie möchten, könnten wir zusammen etwas unternehmen, ich arbeite auch schon in einer Arbeitsgruppe mit Forschern und einem Elektrobiologen zusammen.

Sibylle